No Copy

von Simone Hartmann

· 1 min Lesezeit

Die Holzhammermethode Pro-Raubkopie
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Ein kostenloser, mieser Propagandafilm namens „No Copy“ (Idee: Jan Krömer, Evrim Sen; Flash, max. 17,5 MB) heizt den Zwist zwischen Musik-/Software-/Filmindustrie und weltweiter Raubkopiererszene weiter an: Zugunsten letzterer wird allzu einseitig gegen die bösen Industriellen gehetzt, polemisiert, zu Felde gezogen – nachvollziehbar, möchte man meinen, betrachtet man die rigorose DRM- und die pauschalisierende „Raubkopierer sind Verbrecher“-Politik.

Außer Acht gelassen werden jedoch die Urheber des später raubkopierten Produkts, Komponisten, Bands, Schauspieler, Cutter, Progammierer, Games-Designer etcpp. etwa, die mit ihren Werken sich, ihre Groupies oder ihre Familien ernähren. Schlagwort: Produktionskosten, Schlagwort: Geistiges Eigentum. Beides soll (sofern nicht unter cc-Lizenz stehend) durch den Verkauf von Musik-, Film- und Software-CDs und -DVDs honoriert werden, was doch selbst jedem DARK (Dümmster anzunehmender Raubkopierer) einleuchten müsste.

Doch es wird auf Bit komm raus kopiert, und scheinbar laufen regelrechte Wettbewerbe, welcher Freak die neueste Neuerscheinung als Allererster ins Netz stellt. – Das meistgenannte Argument Pro-Raubkopie lautet denn auch: Geld. Zu teuer seien die Produkte, zu wenig Leistung werde fürs sauer Verdiente geboten. Und weil wohl nur ein kleiner Teil aller Einnahmen beim Künstler verbleibt, schließt sich der Kreis: Moloch Industrie heimst alles ein, und schwupp: die Raubkopie ist gerechtfertigt, der Kommunismus 2.0 installiert.

Dumm nur, dass weder das coolste cc-Label noch der idealistischste OpenSource-Programmierer vom Modem in den Mund leben kann, und also vernünftige Wege gefunden werden sollten, um den Frieden zwischen Produzent und Konsument wiederherzustellen.

Welche das sein könnten? Ich überlege noch. Filme wie „No Copy“ sind es jedoch nicht, vor allem dann nicht, wenn sie, natürlich rein zufällig, so platziert werden, dass sie für ein Buch zum Thema werben (Autoren: Jan Krömer, Evrim Sen), welches man allerdings – Kommunismus ultralight – nicht frei downloaden, dafür aber freiwillig kaufen kann.

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