Konzertbericht: Blumfeld – Die Abschiedstournee
Ein kafkaeskes Wochenende hat auch seine schönen Seiten.
Foto von Martin Eberle; Website: www.blumfeld.de
Neben David Lynch und dessen von Franz Kafka geprägten Ausdruckes, hielt das letzte Wochenende eine weitere, diesmal erfreulichere Episode der Freizeitunterhaltung bereit. Blumfeld, eine DER deutschen Indie-Bands, benannt nach einer Kurzgeschichte eben von Kafka, spielten im Starclub ihr Abschiedskonzert hier in Dresden.
Mein guter Freund „Meister Uebel“ war noch ganz zerknirscht über die filmische Enttäuschung am Vorabend, am Samstag nun aber sollte dies vergessen sein, denn es spielten die „Helden seiner Jugend“ in unserer Stadt. Über den Starclub und seine Konzerte konnte man hier und da schon im Blog nachlesen. Ich selbst bin zwar nur ein Gelegenheitshörer von Blumfeld, der Hamburger Schule aber durchaus zugeneigt.
Natürlich planten wir eine Verspätung ein. In meiner langen „Konzertkarriere“ hatte ich es noch nie erlebt, dass ein solches im Starclub pünktlich anfängt. Auch diesmal war es so, Zeit genug für ein gut gekühltes Flensburger. Ich habe da auch so meine Theorie, die Güte einer Location erkennt man nicht selten am Ausschank. An dieser Stelle gilt: Daumen nach oben!
Nachdem das erste Flens meinen Rachen hinunterfloss und meinen Magen füllte, ertönte der Zirkusmarsch. Die Gladiatoren der intellektuellen Musikunterhaltung liefen in die gefüllte Manege ein, die Besucher honorierten dies mit kräftigem Applaus. Das Konzert konnte beginnen. Routiniert vollbrachten die Herren Distelmeyer, Rattay, Precht und Albrecht ihre Musikarbeit. Mit im Gepäck Thomas Wenzel von den Sternen. Man kennt sich halt in der Szene, eine Joint Venture wie dieses ist also durchaus unterhaltsam. Die Stimmung tat ihr Übriges, der Saal kochte frohen Mutes. Die Band bedankte sich mit mehreren Zugaben, und kleinen Texteinlagen. Diese blieben angenehm im Hintergrund, im Vordergrund stand an diesem Abend eindeutig die Musik!
Dies bemerkte man auch auf der Bühne, nichts ist schlimmer als wenn eine Band nur ihr Line-up spielt und sich nicht mehr begeistern kann. Nicht so bei Blumfeld, hier hat Musik noch eine Heimat. Leider war dies jedoch auch schon der Schlussakkord, denn die Band wird sich nach dieser Tour auflösen. Schade, schade…schön wars, Jungs!








