In 12 Tagen um die Welt

von sven-reichel

· 1 min Lesezeit

Mit Motorola nach Chicago, L.A., Fiji, Auckland und Bangkok
1. Tag: Dresden – Frankfurt – Chicago
Bei einem von Motorola initiierten Gewinnspiel hatte Cyberport eine mehrtägige Weltreise gewonnen; in der firmeninternen Verlosung war schließlich ich der glückliche Gewinner. – Und am 24. Januar war es soweit: Mit einer kleinen Maschine ging es in aller Früh von Dresden Klotzsche nach Frankfurt. Für die meisten sicher nichts besonderes, für mich allerdings der erste Flug überhaupt. Start, Flug und Ladung stellten jedoch kein Problem dar, sodass ich im weiteren Verlauf der Reise wohl nicht in die Verlegenheit kommen sollte, die kleinen braunen Beutel benutzen zu müssen. Während des kurzen Aufenthaltes in Frankfurt lernte ich fünf weitere Gewinner kennen, außerdem unseren Reisebegleiter Jörg sowie Markus, den Vertreter Motorolas. Nun ging es aber wirklich los: Vor uns lagen 10 Stunden Flug nach Chicago, doch weil wir Business Class reisten, sollte das alles andere als anstrengend werden. Denn mit Video-on-Demand, elektronisch ausfahrbaren Sitz- bzw. Schlafsesseln sowie mehrgängigen Menüs zum Frühstück und Mittag wurde der Flug über den großen Teich zum Katzensprung.
13 Uhr Ortszeit, Landung auf dem Chicago O’Hare International Airport, einem der größten Flughäfen der Welt. Nach den Formalitäten war ein standesgemäßer Transfer in die Innenstadt zu unserem Hotel, dem Park Hyatt, angekündigt. Unter „standesgemäß“ mag jeder etwas anderes verstehen, aber dennoch machten alle längere Gesichter, als die schwarze Stretch-Limo ohne uns davonrauschte. Nunja, Shit happens, obwohl unser Vehikel auch nicht ganz ohne war. ;-]

Nach kurzer Ruhepause im Hotelzimmer gab es einen Welcome-Cocktail im Signature Room im 95. Stockwerk des Hancock Building, dem zweithöchsten Gebäude Chicagos, mit großartiger Aussicht über die Stadt. Doch weil der Zeitplan recht knapp bemessen war, ging es nach etwas Fingerfood weiter zum Abendessen ins Sushisamba, eines der – zumindest der Ankündigung nach – angesagtesten Restaurants der Stadt. Für mich als Nicht-Fischesser hielt sich die Freude allerdings in Grenzen, und so begnügte ich mich mit einem grünen Salat, während der Rest der Truppe Meeresdelikatessen wie Hummer oder Red Snapper verzehrte. Mahlzeit!

Weltreise, die erste“

2. Tag: Chicago – L.A.
Der „offizielle“ Teil der Reise stand auf dem Plan, ein Besuch im Motorola Design Center. Trotz Foto- und Handyverbots blieben uns die angekündigten Einblicke in die neuesten Entwicklungen und Neuheiten Motorolas leider verwehrt, stattdessen wurden die verschiedenen Entwicklungsprozesse vom Plastik-Dummy bis hin zum Endprodukt sowie die Unterschiede in den regionalen Märkten erläutert. Das war zwar nicht das, was wir erwartet hatten, aber dennoch recht interessant.
 
Danach standen eine kurze Sightseeing-Tour, die bei 20 Grad zum Glück im beheizten Bus stattfand, weiterhin ein Besuch des Chicago Cultural Center und anschließend Mittagessen im Steakhaus Gibson’s auf dem Programm. Ein typisch amerikanisches Steakhaus übrigens, in dem sich – glaubt man den unzähligen Fotos an den Wänden – Stars aus Musik, Film und Sport scheinbar die Klinke in die Hand geben. Zwar gab es im Gibson’s tellergroße T-Bone-Steaks, riesige Burger und leckere Ribs, aber irgendwie war es für unser Empfinden nicht sooo besonders. Ein sehr gutes Steakhaus eben.
 
Vollgestopft wie wir waren, sollte es nun weiter nach Los Angeles und anschließend nach Nadi auf Fiji Island gehen. Das bedeutete einen zweistündigen Check-in, eine Stunde Verspätung zum Enteisen der Tragflächen, vier Stunden Flug und eine erneut zweistündige Abfertigung in Los Angeles. Dank der Verzögerung gab’s dann aber den direkten Weiterflug nach Nadi – auf in Richtung Sonne.

Weltreise, die zweite“

3. Tag: Gestrichen!
Mit Überflug der Datumsgrenze fiel der 26. Januar dieses Jahr aus. ;-]

4. Tag: Nadi, Fiji Island
6 Uhr Ortszeit, Landung zwischen Bergen und mitten im Wald. „Bula vinaka!“, zu Deutsch: Herzlich willkommen. Herrliches tropisches Klima, verglichen mit Chicago, dazu Palmen und Sonnenschein statt Wolkenkratzer und Schneefall. Ein Empfang mit Blumenkränzen. Traumhaft. – Nur leider standen wir ohne Gepäck da! Wo es sich befand und wann es ankommt, war unklar. So hieß es nach dem Einchecken im Hotel Fiji Beach Resort & Spa fix Zimmer beziehen und ab zum Shopping an der Strandpromenade von Port Denarau. Ein, zwei Shirts, ein Paar Flip-Flops, eine normal Hose und eine zum Baden, noch was für den Kopf, fertig. Mehr brauchte man bei herrlichen 30 Grad erst einmal nicht, denn für den Rest des Tages war eh nur Relaxen am Pool, an der Strandbar und bei der abschließenden Massage angesagt.

Weltreise, die dritte“

5. Tag: Bounty Island
Direkt nach dem Frühstück ging es von Port Denerau mit einer Luxusyacht nach Bounty Island, einer kleinen Insel mit weißem Strand und türkisfarbenem Meer. Nach dem herzlichen Empfang mit Band folgte das Mittagessen: Direkt am Strand wartete ein üppiges Buffet mit Pasta, Salaten, Steaks und frischen Jakobsmuscheln, und auf die, die es mochten, wartete Jone’s Strandbar. Ein wahrhaft filmreifes Szenario! Bis zum Nachmittag hatten wir nun Zeit für Schwimmen, Schnorcheln, Kajak- oder Jetskifahren oder einfach nur, um uns in der Sonne zu aalen.

Das Abendessen in Cardo’s Steakhaus direkt am Hafen fiel jedoch aufgrund eines nahenden Hurrikans ebenso buchstäblich ins Wasser wie die geplante Speedboatfahrt und der Besuch eines typischen Fiji-Dorfes im Landesinneren am nächsten Tag. Leider hatte ich es tagsüber etwas übertrieben und mir beim Schnorcheln und Jetskifahren trotz Sunblocker LSV +50 so sehr die Beine verbrannt, dass ich die kommende Nacht mit angewinkelten Beinen und Fußsohlen an der Wand schlafen musste, weil ich die geschwollenen Beine weder auflegen noch eine Decke darüber legen konnte. Dank einsetzendem Jetlag waren die Nächte allerdings eh nicht allzu lang, sodass ich regelmäßig gegen 4:30 Uhr hellwach im Bett stand.

Weltreise, die vierte“

6. Tag: Im Hotel
Untypischerweise war der Hurrikan Gene nicht nach wenigen Stunden weitergezogen, sondern tobte mit zunehmender Stärke über Fijis Inseln. Da deshalb die geplanten Aktivitäten unmöglich umzusetzen waren, verharrten wir im Hotel. Von der Bar aus ließen sich die wegfliegenden Dachschindeln der erst sechs Jahre alten Hotelanlage beobachten, am Strand wurde mehr und mehr Treibgut angespült und während es draußen fast waagerecht regnete, kämpften wir drinnen gegen zunehmende Wassereinbrüche in unseren Räumen. Mit unglaublicher Wucht prasselte das Wasser auf die großen Balkonscheiben und drang durch jeden noch so kleinen Spalt. Im Laufe der Zeit bahnte es sich seine Wege durch alle möglichen Kabelschächte, sodass es bald auch aus Schränken, Lampen, Lichtschaltern oder dem Rauchmelder tropfte. Und während wir mit Hilfe von Töpfen, Pfannen und sonstigen Gefäßen vergebens versuchten, das Wasser einzudämmen, lag im Nachbarzimmer eine Hotelbedienstete schlafend neben einer schon zur Hälfte vollgetropften Badewanne. Ein herrlicher Anblick, und auch sonst hatten wir trotz diesen bösartigen Unwetters und immer noch verschollener Koffer eine Menge Spaß. So etwas vergisst man nie mehr. – Glücklicherweise trudelte unser Gepäck spät am Abend ein, aber ob der Flieger am nächsten Morgen starten konnte, war noch ungewiss.

Weltreise, die fünfte“

7. Tag: Nadi – Auckland
Der Flieger konnte starten, und so landeten wir gegen Mittag in Auckland, Neuseeland. Nach der üblichen Einreiseprozedur ging es zuerst ins Hotel, das Westin Auckland. Nach kurzem Lunch im hoteleigenen Restaurant folgte eine Tour per Minibus mit netterweise deutschsprachigem Guide zu einigen sehenswerten Plätzen, beispielsweise einem gigantischen Bootsparkaus mitten in der Stadt oder dem Yachthafen. Und wir stellten fest: Ein Boot und eine Angel hat in Neuseeland offensichtlich jeder. Weiter ging es ins Beverly Hills Aucklands, einem Protz-Villen-Viertel der Gutbetuchten mit fantastischem Blick über die Bucht. – Doch während der Rest zum Hotel und später ins Restaurant Soulbar zog, war der Abend nach einem Arztbesuch für mich beendet: Die sonnengeschundenen Füße wollten beim besten Willen nicht mehr.

Weltreise, die sechste“

8. Tag: Auckland erleben
Zwei Highlights der Reise standen nun auf dem Plan: Zuerst das Canyoning, worauf ich mich im Vorfeld schon riesig gefreut hatte. Leider war es aufgrund der lädierten Füße bis zum letzten Moment fraglich, ob ich denn überhaupt teilnehmen konnte. Mit grünem Licht vom Guide, dem Segen des Reiseleiters und vor allem Dank der Kühlung des wirklich eiskalten Wassers konnte ich aber glücklicherweise mitmachen. Der Tag war gerettet! Einfach unbeschreiblich, zwischen Wasserfällen umherzukraxeln, von mehreren Meter hohen Felsvorsprüngen in Wasserbecken zu springen oder sich durch kleine Höhlen zu zwängen.
 
Anschließend ging es weiter ins Landesinnere, wo wir uns mit einer Maori-Familie treffen sollten. Nach der traditionellen Begrüßungszeromonie, auf die uns unsere Reisebegleiterin schon vorbereitet hatte, ging es weiter mit einem stattlichen Mahl. Dieses war auch nötig, denn ohne Stärkung lernt man schließlich keinen Haka, den Kriegstanz der Maori.
 
Am Abend ging es zur Stärkung ins Chow, ein sehr nobles Fischrestaurant im Hafen von Auckland. Gut gesättigt zogen wir in ausgedünnter Runde – für einige war das Programm doch zu umfangreich – weiter, um in einem der unzähligen Clubs noch ein wenig zu feiern.

Weltreise, die siebte“

9. Tag: Auckland – Bangkok
Etwas wehmütig hieß es nun langsam, Abschied von Neuseeland zu nehmen. Aber wirklich langsam, denn geplant war noch ein Mittagessen in einem renommierten Weinrestaurant auf der Insel Waiheke. Und auf eine Insel kommt man bekanntlich per Boot – oder, wie in unserem Fall, per Helikopter. So hatten wir nun noch das unvergessliche Erlebnis, Neuseeland mit seinen unzähligen erloschenen Vulkanen, das hochmoderne Auckland oder die schroffen Küsten aus der Luft zu bestaunen.
 
Nachdem wir nun schon einiges erlebt hatten – angefangen bei der Luxuslimousine und den Wolkenkratzern in Chicago, über Bounty Island und den Tropensturm auf Fiji, bis hin zum Canyoning, den Maoris und dem Heliflug über Neuseeland –, wurde in Bangkok noch einmal eine Schippe draufgelegt: Nach einem 12-Stunden-Ritt sicher gelandet, wurden wir vom Terminal aus von einem Polizeioffizier in Richtung Ausgang begleitet, wo für uns vier silberne Mercedes der S-Klasse vorgefahren wurden. Um die Fahrt etwas zu beschleunigen, gab es eine Polizeieskorte sowie – extra für uns – Straßensperren inmitten der Innenstand, sodass wir mit bis zu 100 Sachen Richtung Peninsula Bangkok rasten. Der Abend endete, während das Gepäck in die Zimmer gebracht und das Abendessen vorbereitet wurde, mit einer kurzen, erholsamen Massage in der Lobby des Hotels.

Weltreise, die achte“

10. Tag: Learning Tai – Cook’n’Fight
Heute sollten wir zwei wichtige Aspekte der thailändischen Kultur erkunden: die Geheimnisse der thailändischen Küche und das Thai-Boxen. Wenn beim Boxen eher der Spaß im Vordergrund steht, so wurde es beim Kochen doch ernst, denn nachdem wir die letzten Tage kulinarisch verwöhnt wurden, stand heute Selbstversorgung von A bis Z auf dem Plan. Dazu besuchten wir das Blue Elephant, eine internationale Kochschule, wo uns die Grundlagen der Thai-Küche näher gebracht wurden. Begleitet von unserer Kochlehrerin, besuchten wir einen typischen, absolut nicht auf den westlichen Besucher zugeschnittenen Markt und machten uns mit den Zutaten der hiesigen Küche vertraut.
 
Zurück im Blue Elephant und versorgt mit frischem Obst, Fleisch und allerlei Gewürzen, wurde es langsam ernst: Los ging es mit Kochen, und weil die selbstzubereiteten Gerichte unser Mittagessen werden sollten, gab sich auch der größte Kochmuffel die allergrößte Mühe. Und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen – nicht nur optisch, auch geschmacklich hatten wir uns selbst übertroffen. Lediglich die Dosierung der winzigen Chilischoten bereitete dem einen oder anderen kleine Probleme, die zum Glück mit einen kühlen Schluck Singa gelös(ch)t werden konnten.

Leider war der Zeitplan sehr eng bemessen, sodass kaum Zeit zum Verschnaufen, geschweige denn zum Verdauen blieb. Es galt nun, die gerade noch angefutterten Kalorien bei einer Runde Thai-Boxen wieder loszuwerden. Wer aber hoffte, dies beim Bestaunen eines spannendes Kampfes tun zu können, wurde enttäuscht. Denn nach einigen kurzen Instruktionen, wie man zu schlagen oder zu kicken hat, durften wir unter Anleitung zweier erfahrener Trainer und unter Beobachtung von gut 20 staunenden Kinderaugen selbst Hand und Fuß anlegen. Das anfängliche Gelächter und Gekicher schlug bald in Beifall um, mit dem unsere Kampfsporteinlagen belohnt wurden.
 
Erst vollgestopft, dann ausgepowert – nun half nur noch die Erfrischung im hoteleigenen Pool, auch deshalb, weil für den Abend eine Party geplant war. Diese sollte im bed supper club, einem der wohl abgefahrensten Clubs Asiens, stattfinden; weil der Club aber erst verspätet öffnete, vertrieben wir uns die Zeit auf einem typischen Touristenmarkt, auf dem neben „Armini“-Shirts und „Rulex“-Uhren auch sonst alles Mögliche verhökert wurde. Eine reichliche Stunde später öffnete der Club endlich, und nachdem wir in der einen Hälfte des zweigeteilten Clubs mit einem viergängigen Überraschungsmenü verwöhnt worden waren, verwandelte sich das Restaurant in einen Partysaal. In der ganz in Weiß gehaltenen Location legten an diesem Abend DJ Fred Jungo und DJ Ben feinsten Elektro und House auf, und auch wenn es mit dem Tanzen nicht so recht klappen wollte, war es eine meiner besten Partys.

Weltreise, die neunte“

11. Tag: Bangkok – Grand Palace
Am letzten Tag blieb ich mit meinen Schmerzmittelchen und Antibiotika im Hotelbett, während für den Rest der Truppe ein Besuch des Großen Palasts sowie eine abschließende Shopping-Tour auf dem Plan standen. Wirklich schade, denn die Tempelanlage hätte ich auch gern in natura gesehen. Doch bevor wir endgültig den Heimweg antraten, ging es noch einmal hoch hinaus zum Abschiedscocktail in der Vertigo Grill & Moon Bar. Bei einem grandiosen Rundumblick über das Lichtermeer Bangkoks auf dem Dach des Wolkenkratzers ließen wir bei einem letzten gemeinsamen Abendessen die vergangnen Tage nochmals Revue passieren.

Weltreise, die zehnte“

12. Tag: Zurück in der Realität
5:45 Uhr, Flughafen Frankfurt: Zwölf unvergessliche Tage mit unzähligen eindrucksvollen Erlebnissen liegen hinter uns. Noch eine letzte Verabschiedung – und so langsam merkt man, dass man sich wieder in der Realität befindet. Danke an die Super-Truppe mit Helge, Udo, Matthias, Hendrik, Steve und vor allem an Jörg, der dieses unvergessliche Erlebnis organisiert und geplant hat. Und außerdem ein herzliches Dankeschön an Motorola und die Cyberporties.

Weitere Fotos findet ihr in meinem Picasa-Album.

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