Immer Ärger mit der DHL-Packstation
Sicherheitsvorkehrungen wie bei einer Bank
Bevor ich einen Account als Packstation-Kunde eingerichtet hatte, bekam ich meine Pakete und Päckchen von der DHL immer an die Haustür geliefert. Sollte man mich dort nicht angetroffen haben, brachte man die Sendung zur Hauptpost am anderen Ende der Innenstadt, was für mich als Nichtbesitzer eines Autos immer mit einigen Umständen verbunden ist. Es kam allerdings auch ein- oder zweimal vor, dass mir eine Sendung in der nächstgelegenen Packstation hinterlegt wurde, die ich mit der entsprechenden Benachrichtigung aus dem Blechcontainer befreien konnte. Auf diese Art wurde ich sozusagen „angefixt“, woraufhin ich mir tatsächlich einen Packstation-Account eingerichtet habe…oh, hätte ich es bloß gelassen!
Der erste „Abtörner“ war schon mal die Erkenntnis, dass man als Kunde diesen Ausweich-Service nicht mehr erhält. Steht auf der Adresse die Packstation-Nummer wird auch gnadenlos dahin geliefert. Gibt man dagegen seine normale Adresse für die Sendung an, so kann die Packstation nicht als Zwischenlager genutzt werden, sollte man nicht zu Hause sein. Das bedeutet, dass ich dann wieder den aufwändigen Weg zur Hauptpost antreten müsste. Gibt man seine Adresse UND die Packstation-Nummer an, so zählt wohl nur die Nummer und es wird behandelt, als habe man keine Adresse draufgeschrieben. Ich hatte eigentlich darauf gehofft, besseren Service zu bekommen, wenn ich Kunde bin; das Gegenteil ist aber der Fall.
Worüber ich mich jetzt aber echt geärgert habe sind die übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen, zu denen neben einer „güldenen“ Kundenkarte auch ein gesondert per Einschreiben zugesandter PIN-Code gehört. Gut, so häufig krieg ich keine Pakete und dass die DHL sich so wichtig nimmt, kann man ja schon mal vergessen…genauso wie die PIN. Also kurz auf der Webseite in meinen Account-Daten nachgesehen, vielleicht steht sie da ja drin…aber dem ist natürlich nicht so. Ah ja, per Einschreiben haben sie mir das damals zugeschickt, steht dort…das heißt, ich muss jetzt einen Zettel suchen statt kurz bei den E-Mails zu schauen…au backe.
Da so ein „wichtiger“ Zettel wie jener mit der PIN von DHL sich sicherlich irgendwo in meinem großen Heuhaufen versteckt hat, zog ich in Erwägung, mir lieber kurzerhand per Mail einen neuen PIN-Code zusenden zu lassen…doch wieder hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sicher könne man mir eine neue PIN zusenden, stand dort auf der Website, das sei ja kein Problem. Ich müsse mich dazu nur wieder „einige wenige Tage“ gedulden, der PIN wird natürlich wieder per Einschreiben versendet. Bevor ich das aber mache, dachte ich so bei mir, versuche ich lieber erstmal noch ein paar PIN-Nummern…die erste Suche nach dem entsprechenden Schreiben brachte ja auch kein Ergebnis. Nach der dritten Falscheingabe am Packstation-Computer wurde mein Konto aber direkt für 24 Stunden gesperrt. Wieder zu Hause am Rechner fand ich dann zuerst eine E-Mail von Packstation.de, ich habe eine Sendung noch nicht aus der Packstation abgeholt und dass ich das mal nicht vergessen sollte weil ich die Sachen doch sicher auch bräuchte, ich Dummerchen…die Sperrung des Kontos wegen mehrmaliger Fehleingabe wurde mir dagegen nicht mitgeteilt.
Mit einem entsprechend dicken Hals und der inneren Vorgabe, den unschuldigen Mitarbeiter an der Hotline nicht allzu übel anzumachen, hab ich dann gerade mal dort angerufen. Natürlich ist die Zusendung einer neuen PIN per E-Mail zu unsicher; man habe sehr viel mit Hackerattacken zu kämpfen, teilte mir der Mitarbeiter noch mit. Ich hab ihm gesagt, dass ich das peinlich finde (für seine Chefs und das Management natürlich) und das er das notieren möge…mehr kann man wohl nicht machen. Ach ja, und die PIN dann per Einschreiben…ja, vielen Dank.
Fazit
Klar, eine PIN kann man sich auch merken oder aufschreiben, aber man könnte auch eine neugenerierte PIN per Mail versenden, das ist doch ein alltäglicher Vorgang. Zumindest wenn der Kunde sein explizites Einverständnis gibt sollte man diese Möglichkeit anbieten. Denn zusammen mit der Magnetstreifenkarte und der persönlichen Nummer sind eigentlich schon genügend Sicherheitsmerkmale vorhanden, die DHL von einer Verantwortung beim Verschwinden von Paketen zu entbinden. Besonders unangenehm ist mir aber aufgestoßen, dass der Service besser war, als ich noch kein angemeldeter Packstation-Kunde war. Ich überlege ernsthaft, mir diesen Status zurückzuerobern.








