I visited the mothership

von Ben Walther

· 3 min Lesezeit

Mein Besuch bei Apple in Cupertino
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Gestern war es endlich so weit und ich pilgerte – brav, wie es sich für einen Produktmanager für die Apple Produkte gehört – zum Mutterschiff. Runter vom Highway und auf in Richtung Cupertino. Was würde mich erwarten? Vielleicht ein riesiger, angebissener Apfel, den man in die Landschaft gesetzt hat, um allen zu zeigen: Here we are! oder ein animierter Steve Jobs am Straßenrand, der mir den Weg weist? Bei den Amerikaner ist doch nun alles möglich, warum auch nicht mal diese nette Vorstellung?
Man erreicht Cupertino, folgt der Hauptverkehrsader und schwups, da war doch ein Apfel am Straßenrand. Bei der nächsten Gelegenheit wird gewendet und siehe da, meinen Augen haben mich nicht getäuscht. Ein wenig unscheinbar stehen die Schilder am Straßenrand und weisen darauf hin, dass sich hier die Gebäude des Mutterschiffes befinden. Endlich bin ich da und parke meinen Wagen auf einem der ersten Parkplätze entlang der Infinite Loop. Wo wird wohl Steve Jobs seinen Wagen parken? Im Freien unter einem Apfelbaum oder doch in der Tiefgarage? Okay, nichts wie raus aus dem Auto, denn so viel Zeit habe ich auch nicht. Mit der Kamera bewaffnet geht es auf das erste Gebäude zu: Infinite Loop 4 – Auditorium, Cafeteria, Conference Center. Ein Kaffee wäre doch gar nicht mal so schlecht, nach der langen Fahrt, doch an ein Reinkommen ist nicht zu denken, denn ohne Ausweis mit dem kleinen Apfel geht nichts. Vor dem Gebäude fällt der fette, schwarze Mercedes ins Augo. Trinkt vielleicht gerade der Chef seinen Kaffee? Schade, muss ich wohl weiter um die Häuser ziehen und komme so vorbei an den Hausnummern 3 und 2 zur Infinite Loop 1. Visitors steht auf dem Schild vor der Tür – das scheint doch mal eine gute Anlaufstelle zu sein, denn hier braucht man scheinbar keinen Ausweis, um einzutreten. Es geht also zurück zum Wagen und auf dem Weg dorthin werde ich von der Apple Security angehalten und darauf hingewiesen, keine Fotos von dieser Straßenseite zu machen. Dieser Aufforderung leiste ich natürlich folge, denn ich will ja keinen Ärger machen. Auf dem Rückweg stechen mir aber zwei Dinge in die Augen.

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Was ist denn das? Vielleicht das beste Beispiel für die Überlegenheit in Sachen Design.

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Was verbirgt sich nur in der Box mit dem Fragezeichen? Das neuste Mitglied der Apple-Familie?

Zunächst einmal das Fenster, hinter dem ich doch tatsächlich einen PC-Röhrenmonitor ausmachen, der da ganz unscheinbar neben dem iMac steht. Was hat es damit auf sich? Ist dies der Raum, wo die Windows-Rechner klein beigeben müssen? Ein Stückchen weiter prangt eine Box mit riesigem Fragezeichen mir entgegen. Was steckt wohl in der Box? Ein langersehntes Sub-MacBook oder etwas ganz anderes? Soviel sei gesagt, ein neues Apple Cinema Display oder ein Mac Pro scheint es nicht zu sein, denn zu klein erscheint mir die Box.

Nachdem ich nun mal meinen Wagen brav vor der Hausnummer 1 abgestellt habe, geht es gespannt durch die Tür in das Gebäude, doch schon danach scheint Schluss zu sein. „Are you an employee?“ „Not really.“ Ich erfahre, dass man hier nur auf Empfehlung eines Mitarbeiters eintreten darf. Auf die Frage, ob diese auch ein deutscher Apple-Mitarbeiter ausstellen könnte, bekomme ich nur einen ungläubigen Blick zurück und die Antwort: „I don’t know“. Ich kann doch nicht aber wieder fahren, ohne irgendetwas gesehen zu haben. Noch habe ich ein As im Ärmel, das ich ziehe: „Could I use your restrooms?“ Ja, darf ich, allerdings gibt’s da eine Sektion, von der aus man auch nicht viel weiter ins Gebäude kommt. Lediglich einen Schulungsraum sehe ich auf dem Weg zum Stillen Örtchen. Auch hier ist alles sehr unscheinbar. Gibt es doch überall auf der Welt designtechnisch interessante Pissoirs, gibt es hier nicht etwa einen Windows-Rechner für das kleine Geschäft, sondern alles gleicht den anderen Restrooms in den Vereinigten Staaten. Nun dann, muss ich wohl doch die weiße Flagge hissen und schaue mich ein wenig im Apple Retail Store um. iPhone hier, ein paar interessante Soundsysteme da, aber vor allem Souveniers. Ich kaufe mir zumindestens ein T-Shirt als Andenken daran, dass ich – wenn auch nur sehr kurz – im Mutterschiff war.

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Erstaunlich war, dass man von mehreren Kunden angesprochen wird, nur weil man im Store steht und ein AppleCare T-Shirt trägt. Gerne hätte ich weitergeholfen, verwies die Leute aber freundlich an die restlichen Mitarbeiter im Store. In diesem Sinne: Möge der Apfelbaum weiter kräftig gedeihen und vielleicht begrüßt ja bald wirklich ein Riesenapfel oder ein Steve Jobs Aufsteller die Besucher, die ein wenig mehr zu sehen bekommen. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem kleinen Museum?

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