Gemütliches schwedisches Heim für euren PC – Das Fractal Design Pop Air

von Daniel Wiesendorf

· 17 min Lesezeit

Vor einigen Jahren wuchs die Unzufriedenheit mit meinem alten, zugegebenermaßen sehr günstigen PC-Gehäuse. Zwar war es richtig luftig heute würde man es ein Airflow-Case nennen, aber die Verarbeitung und Features ließen sehr zu wünschen übrig. Auch wenn ich die neun (!) Einschübe für CD-Laufwerke ganz nützlich fand. Das waren noch Zeiten. Und dann kam Fractal Design mit dem Define R5. Ich war schockverliebt. Wenige Monate später stand eines bei mir und hat meine Erwartungen mehr als erfüllt.

Seitdem hatte ich den schwedischen Hersteller im Visier. Schon die Torrent-Reihe gefiel mir, schafft es mit ihrer konsequenten Auslegung auf moderne High-End-PCs ohne Plätze für Legacy-Hardware aber nicht, meine Anforderungen zu erfüllen. Dafür hat Fractal Design jetzt die Pop-Reihe gelauncht. In diesem Beitrag möchte ich euch die Serie näher bringen und von meinem Versuch berichten, meinen PC in das Gehäuse zu packen.

Allgemeines: Worauf achten beim Kauf eines Gehäuses?

Ihr möchtet einen neuen PC bauen oder eurem Rig ein ansprechendes neues Zuhause gönnen? Dann achtet ihr am besten auf diese Punkte: Erfüllt das Gehäuse eure Anforderungen? Bietet es ausreichend Platz? Das mag zwar auf den ersten Blick klar sein, kann aber einiges an Planung erfordern. Neben einfachen Punkten wie „Hat das Gehäuse Platz für meine Laufwerke?“ und „Passt das von mir gewählte Mainboard-Format?“ stellen sich auch Fragen nach der unterstützten Grafikkartenlänge sowie den Dimensionen des CPU-Kühlers oder der Wasserkühlung. Dabei ist neben der Länge auch die Dicke des Radiators zu beachten. Glücklicherweise stellt Fractal Design auf ihrer Webseite alle relevanten Daten zur Verfügung.

Aber auch weitere Punkte spielen eine Rolle. Lüfter können schnell teuer werden, besonders wenn ihr gute Beleuchtung haben möchtet. Wird das Gehäuse bereits mit den gewünschten Modellen ausgeliefert, spart ihr also Geld. Andererseits bringt es natürlich nichts, für mitgelieferte Lüfter zu zahlen, die ihr gar nicht einsetzen wollt. Es ist daher gut, wenn die mitgelieferten Modelle auch entsprechend hochwertig sind.

Mitgeliefert werden beim Fractal Design Air RGB drei hochwertige RGB-Lüfter.

Apropos Lüfter: Bei der Kühlung gibt es grundsätzlich zwei sinnvolle Philosophien. Zu älterer, lauter Hardware passen gedämmte Gehäuse, die Geräusche gar nicht erst aus dem System entweichen lassen.

Moderne PCs erzeugen hingegen bis auf Lüftergeräusche kaum Lärm. Hier eignen sich daher Airflow-Cases, die für möglichst niedrige Temperaturen im Innenraum sorgen – denn dann haben die Lüfter es deutlich leichter, die Komponenten herunterzukühlen. Essenziell ist dabei, dass die Gehäuselüfter es einfach haben, frische Luft in das Case zu befördern – denn sonst würden diese laut. Üblich ist dennoch ein Staubfilter, um den Innenraum sauber zu halten.

Durch dieses Gehäuse strömt viel frische Luft von vorne nach hinten.

Der dritte „Ansatz“ sind schlecht durchdachte oder rein auf Design ausgelegte Gehäuse, die die Luftzufuhr grundlos blockieren. Das könnten Lüfter sein, die zu nah an einer Glasplatte montiert wurden und daher sich mit der Luftzufuhr schwer tun. Ich würde diese meiden, kann bei Fractal Design aber Entwarnung geben. Die Firma denkt grundsätzlich mit.

Gerade für Anfänger ist es zudem wichtig, wie gut die Anleitung geschrieben ist und wie einfach ihr im Gehäuse arbeiten könnt. Ist genug Platz vorhanden, um die Hardware ohne Verrenkung und perfekte Planung einzubauen? Gibt es großzügige Kabeldurchführungen und sinnvoll platzierte Kabelbinder beziehungsweise mitgelieferte Velcro-Straps? Stimmt die Verarbeitung, oder wird man sich beim Festschrauben der standardisierten Komponenten schwer tun? Das möchte ich in diesem Artikel klären.

Grundsätzlich steht der Wunsch, ein optisch schön aufgeräumtes Innenleben zu präsentieren, dem unkomplizierten Einbau etwas im Wege. Wer schön sein will, muss eben leiden. Apropos leiden: Scharfe Kanten, an denen ihr euch verletzen könnt, wollt ihr natürlich vermeiden – leider sind hier besonders günstige Gehäuse problematisch, denn die nötigen Arbeitsschritte treiben den Preis in die Höhe.

Das Pop Air RGB präsentiert eure hochwertigen Komponenten ansprechend.

Varianten: Fractal Design Air: Für jeden Geschmack etwas dabei

Wie üblich bei Fractal Design ist der Name Programm: Pop steht je nach Variante für knallige, auffällige Cases. Und das zu einem äußerst attraktiven Preis von 95 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). Fractal Design scheint sich dabei recht sicher zu sein, einen Hit auf der Hand zu haben. Ganze 20 unterschiedliche Varianten zähle ich. So wählt ihr zwischen drei verschiedenen Größen aus: Pop Mini, Pop und Pop XL. Ersteres eignet sich für mATX- und Mini ITX-Systeme. Die meisten werden sich vermutlich für das mittlere Modell entscheiden, das typische ATX-Mainboards mit normalen Kühlsystemen beherbergt. Benötigt ihr mehr Laufwerke oder möchtet ihr ein E-ATX-Mainboard oder eine große Wasserkühlung verbauen, ist das Pop XL die richtige Wahl. Was genau bei welchem Gehäuse und in welcher Konfiguration möglich ist, entnehmt ihr der Fractal Design-Webseite.

Die Mesh-Front ist so geformt, dass ein Wabenmuster erscheint.

Alle drei Größen erhaltet ihr sowohl als Pop Air und Pop Silent. Klar, das Pop Air besitzt als Airflow-Case eine Mesh-Front mit coolem, subtilem Waben-Design und Lüfterplätzen im Deckel. So erhalten hitzige Komponenten stets frische Luft. Das Pop Silent hingegen ist mehr darauf bedacht, entstandene Geräusche im Gehäuse zu bewahren. Sowohl die Front als auch der Deckel sind verschlossen, das Design somit noch schlichter. Auf den ersten Blick ähnelt es der Define-Reihe. Auch ein Blick ins Gehäuse zeigt Ähnlichkeiten, denn alle undurchsichtigen Seitenwände werden mit Dämmmatten aus Bitumen beklebt. Das blockiert den Schall von Festplatten und Co. effektiv, allerdings kann die Wärme schlechter entweichen. Die Pop Silent-Modelle eignen sich daher eher für Legacy-Systeme mit geringerer Temperaturentwicklung aber lauten Komponenten.

Bei den Farben wählt ihr zwischen Schwarz und Weiß aus, das schwarze Pop Silent gibt es zudem optional ohne Seitenteil aus Glas. Ansonsten sind Sichtfenster aber Standard. Der Clou und vermutliche Namensgeber ist allerdings das mittlere Pop Air-Gehäuse. Neben den Varianten ganz in Weiß oder Schwarz bietet Fractal Design nämlich schwarze Gehäuse mit einem Interieur in Cyan, Magenta, Grün oder Orange an. Das fällt sehr auf und macht euren PC zum Blickfang. Da die Farbe hauptsächlich beim Blick durch das Fenster auftaucht, ist mir das trotz der auffälligen Farben nicht zu viel.

Bei allen Modellen hat Fractal Design drei (Pop Mini und Pop) beziehungsweise vier (Pop XL) Aspect 12-Lüfter mit Rifle-Lager und 90.000 Stunden Lebensdauer vorinstalliert. Trägt das Gehäuse ein „RGB“ im Namen, erhaltet ihr ein Upgrade auf die beleuchteten Aspect 12 RGB sowie einen integrierten RGB-Controller, der einige Lichteffekte bietet und über die Taste neben der Power-Taste gesteuert wird. Auch die Power-LED ist in das System eingebunden und leuchtet unisono mit. Wenn euer Mainboard es bietet, könnt ihr die Aspect 12 RGB auch darüber steuern. Da die Lüfter ungefähr 11 beziehungsweise 13 Euro pro Stück kosten, spart ihr in jedem Fall ordentlich Geld. Einen Tausch durch andere Lüfter finde ich nicht nötig, denn der Luftstrom durch das Mesh ist auch auf niedriger Geschwindigkeit gut, die Verarbeitung ist hochwertig und die Optik cool. Das Mesh in der Front filtert zudem Staub heraus und muss lediglich ab und zu gereinigt werden, zum Beispiel mit dem Staubsauger.

Design: Moderne, durchdachte Gehäuse zum attraktiven Preis

Die Pop-Reihe hat die üblichen Merkmale eines aktuellen Gehäuses. Eine fest integrierte PSU-Shroud verdeckt das am Boden montierte Netzteil und alle Kabel, die davon abgehen. Statt einzelner Kabeldurchführungen rechts vom Mainboard führt ein großzügiger Schlitz die Kabel hinter eine Abdeckung, die ihr nutzen könnt, um das Kabelwirrwarr vor neugierigen Blicken zu schützen.

Unter dem Boden wird das Netzteil versteckt.

Die Laufwerke sind entweder hinter der Kabelabdeckung oder unterhalb der Netzteilabdeckung versteckt. Das ist der Optik geschuldet, limitiert allerdings auch die Zahl der möglichen Festplatten – beim Pop Mini auf zwei, beim Pop auf drei und beim Pop XL auf vier. Mitgeliefert werden zwei beziehungsweise drei (beim Pop XL) Halterungen. Braucht ihr mehr, müsst ihr diese dazu kaufen. Unterhalb der Netzteilabdeckung montiert, beherbergen diese Halterungen sowohl eine HDD als auch eine SSD. Nutzt ihr die Halterung an der Kabelabdeckung hängend, müsst ihr euch für ein Laufwerk entscheiden.

Auf der Rückseite schön zu erkennen: Die Montageplätze für Laufwerke, die Kabelbinder sowie das Versteck des Netzteils.

Leider sind alle drei Halterungsmöglichkeiten gänzlich ungekühlt, wodurch sich insbesondere unterhalb der Netzteilabdeckung ein Hitzestau bildet. Ich habe bis zu 56 Grad Celsius gemessen – das ist meiner Meinung nach zu viel für eine Festplatte und wirkt sich negativ auf die Lebensdauer aus. Wer viele Festplatten verbauen will, ist heutzutage fast gezwungen, sich auf dem Gebrauchtmarkt umzusehen. Mein Tipp wäre das Define R5 mit acht Plätzen (plus zwei optische Laufwerke und zwei SSDs), und das, obwohl es nur etwas größer ist. Andererseits bin ich vermutlich eine Ausnahme, für die meisten Anwender werden zwei Festplatten locker reichen. Und zwei Vorteile hat der Verzicht auf den großen Festplattenkäfig ebenfalls: Der Luftfluss ist so deutlich ungehinderter auf dem Weg zu Prozessor und Grafikkarte und es sind trotz geschrumpfter Maße noch größere Grafikkarten möglich. Positiv ist ebenfalls anzumerken, dass diese mit Gummischeiben entkoppelt werden.

Eine Besonderheit für moderne Gehäuse ist die Möglichkeit, bis zu zwei CD-Laufwerke zu verbauen. Die Drives sitzen unterhalb des Shrouds und werden von einer magnetisch festgehaltenen Abdeckung versteckt. Mitgeliefert wird zudem eine Schublade, die ich für Schrauben und weiteres Zubehör nutze. Bedenkt allerdings, dass jedes CD-, DVD- oder Blu-ray-Laufwerk den Platz einer Festplatte belegt. Ihr müsst euch also entscheiden, was euch lieber ist.

An der Oberseite befinden sich in der Kontrastfarbe eingefasste Ports und Tasten. Im Fall meines Pop Air RGB wechselt die Power-Taste ständig die Farbe (mit einem Regenbogeneffekt dank mehrerer RGB-LEDs). Gesteuert wird das durch eine weitere Taste, die auch die Beleuchtung am RGB-Controller angeschlossenen Lüfter steuert. Es folgen eine Kopfhörer- und eine Mikrofonbuchse sowie zwei USB-A-3.0-Ports. Der Platz für einen USB-C-Port ist vorhanden, der eigentliche Anschluss muss allerdings separat erworben werden.

Die farblich passenden Anschlüsse sind an der Oberseite. Ideal, wenn das Gehäuse auf dem Boden steht.

In Sachen Lüftern verbaut ihr beim Pop Mini vorn zwei 120er oder einen 140er, beim Pop zwei 120er oder 140er und beim Pop XL drei 120er oder zwei 140er. Diese Plätze könnt ihr außerdem für eine Wasserkühlung verwenden. Am Heck findet ein 120er seinen Arbeitsplatz (beim Pop XL alternativ ein 140er). Je nach Gehäuse bietet auch der Deckel Platz für Lüfter, und zwar:

  • Pop Mini Air: zweimal 120 oder einmal 140 Millimeter
  • Pop Air, Pop XL Air und Pop XL Silent: zweimal 120 oder 140 Millimeter

Bei diesen Modellen sind Radiatoren eine Option, wobei ihr eventuell auf die Höhe eurer RAM-Module achten müsst. Ein magnetisch festgehaltener Staubfilter kann bei Bedarf ebenfalls eingesetzt werden.

Zusammenbau: Baust du noch oder läuft er schon?

Auch wenn das hier kein richtiger Test wird, hat es mich gejuckt – mir gefällt das Pop optisch, und mit dem Versprechen von mehr Airflow hatte ich dann auch die rationale Begründung gefunden, Zeit zu investieren, meinen Haupt-PC in das Pop Air RGB umzuziehen.

Gerade für Einsteiger lohnt sich der Blick in die mitgelieferte Anleitung, denn diese führt euch gemeinsam mit der Anleitung des Mainboards durch alle Schritte. Aber auch für fortgeschrittene PC-Bastler ergibt es Sinn, reinzuschauen. Ich habe es nicht getan und prompt zwei SSDs verkehrt herum eingebaut.

In der Hauptkammer wird das Mainboard eingebaut.

Beim Zusammenbau fange ich mit dem ATX-Mainboard (ASUS ROG Strix X570-E Gaming) an. CPU (AMD Ryzen 9 3900X), Kühler (Noctua NH-D15), RAM (48 Gigabyte an Corsair Ballistix-Modulen) und zwei M.2-SSDs (Adata XPG SX8200 Pro und eine Lite-On, die ich aus einem alten Tablet gemopst habe) sind bereits auf dem Mainboard. Dank großzügiger Öffnung auf dem Motherboard-Tray könnte ich das Mainboard aber auch erst einbauen, bevor ich es mit den weiteren Komponenten bestücke. Das I/O-Shield ist bei meinem Board fest integriert, ansonsten müsste ich es vorher ins Gehäuse clippen. Beim Einsetzen achte ich darauf, dass die Abstandshalter und Montagelöcher an der richtigen Stelle sitzen. Das passt alles perfekt, allerdings ist mir beim Probeliegen aufgefallen, dass die unteren Schrauben nur mit Druck die Aufnahmepunkte berühren. Anscheinend steht der mittlere Abstandshalter in meinem Fall zu weit ab. Ich entschließe mich dafür, diesen zu entfernen, da ich die Platine nicht verbiegen will und mein PC sowieso aufrecht stehen wird. Beim Define R5 hatte ich dieses Problem nicht. Aber vielleicht habe ich auch ein Vorserienmodell des Pop, und die Verkaufsvariante funktioniert einwandfrei.

Ansonsten bin ich von der Verarbeitung sehr positiv überrascht. Für ein günstiges Gehäuse ist alles hervorragend entgratet. Meiner Meinung nach sogar besser als beim Define R5 – auch dort besteht keine Verletzungsgefahr, aber manche Stellen fühlen sich unangenehmer an.

Um das Mainboard herum sind genug Stellen, an denen die Farbe zur Geltung kommt.

Als nächstes kümmere ich mich um die Verkabelung. Hier sind die großzügigen und sinnvoll platzierten Öffnungen von Vorteil. Eine kleine Durchführung im Netzteil-Shroud sitzt genau an der Stelle, wo die Kopfhörer- und Mikrofonbuchse des Gehäuses am Mainboard angeschlossen wird. Das andere, größere befindet sich bei den Gehäuse-Lüfteranschlüssen sowie den Pins für die Power-Taste. Hier müsste ich normalerweise auch die Power- und Festplatten-LED sowie die Reset-Taste anschließen, doch bei der Air RGB-Variante gibt es diese schlichtweg nicht. Die Power-LED wird vom vorinstallierten RGB-Fan-Controller angesteuert und zeigt mehrfarbige Animationen an. Oberhalb des Mainboards ist eine weitere Öffnung für den zusätzlichen Stromanschluss. Was mir den Einbau besonders erleichtert, ist der große Schlitz zwischen Mainboard und Front, denn die sehr dicken Kabel in diesem Bereich kann ich im Gegensatz zu meinem alten Gehäuse ganz einfach hindurch stecken. Nachdem ich alle Kabel – von SATA über Strom bis hin zum Power-Switch und den Lüftern – angeschlossen habe, widme ich mich der Rückseite.

Dort entdecke ich für sauberes Kabelmanagement mehrere Zip-Ties sowie die nötigen Einbuchtungen, um diese auch zu befestigen. Ein paar Kabelbinder liefert Fractal Design ebenfalls mit. Angesichts der Menge an Kabeln, die ich hier verstauen möchte (mein PC entspricht nicht unbedingt der typischen Hardware, die ich in diesem Gehäuse erwarten würde) verzichte ich darauf. Das ist schon chaotisch genug, und dank der glücklicherweise nicht transparenten Rückseite kriegt auch niemand mit, wie schlimm es hier aussieht.

Die SSD-Halterung sowie das übersichtliche Handbuch.

Wo ich bereits auf der Rückseite bin, widme ich mich den Laufwerken. Zwei Festplatten schraube ich auf die entsprechenden Schienen, wobei ich mir Gedanken gemacht habe, welche wohin gehört und wo die Anschlüsse daher sein sollten. Danach ist es super einfach: In die gestanzten Aufnahmehaken schieben, mit einer werkzeugfreien Schraube sichern und fertig. Unterhalb des Shrouds sind zwei Montagepunkte (damit ihr insgesamt bis zu drei 3,5-Zoll-Festplatten verbauen könnt – wenn ihr die Schiene nachträglich gekauft habt). Ich habe mich erst für das untere entschieden, da ich oben noch ein Blu-ray-Laufwerk einbauen wollte und die beiden sich sonst in die Quere kommen. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen habe ich die Position aber noch einmal getauscht – nun kann die Festplatte zumindest etwas Wärme über den Rahmen nach oben abgeben.

Zwei 2,5-Zoll-Laufwerke – in der Regel SATA-SSDs, können auf der Rückseite des Mainboards befestigt werden. Die entsprechende Halterung ist wie schon bei den größeren Festplatten schnell abgenommen. Ich empfehle die Lektüre der guten Anleitung, denn hier habe ich mich erst einmal verzettelt und musste die SSDs nochmal anders befestigen. Übrigens: Wenn ihr wollt, könnt ihr die oben genannten Schienen für 3,5-Zoll-Festplatten auch für 2,5-Zoll-Laufwerke nutzen – sogar gleichzeitig, solange die Halterungen unterhalb der Netzteilabdeckung montiert werden.

Die Rückseite mit Festplatte und SSDs.

Um das Blu-ray-Laufwerk einzubauen, muss ich die Front mit etwas Gewalt abziehen. Danach kann ich die Laufwerkshalterung abschrauben, rausnehmen und das Laufwerk mit dem Rahmen befestigen. Damit die Front mit dem Front-Panel bündig abschließt, habe ich die mittlere Bohrung, die von zwei Schlitzen umrahmt wird, verwendet.

Auch das Netzteil, ein Seasonic Prime Platinum 750 W mit modularen Kabelbaum (große Empfehlung, denn sonst müsst ihr jede Menge Kabel verstecken, die ihr gar nicht braucht), findet leicht Platz. Allgemein rate ich beim Netzteil dazu, nicht zu sparen. Lieber ein gut getestetes Modell eines Markenherstellers wie Seasonic einsetzen, als die Hardware zu riskieren. Ich kann das Netzteil in zwei Orientierungen einbauen: Entweder mit dem Lüfter nach oben oder nach unten. Die entsprechenden Öffnungen, damit dieser an kühlere Luft gerät, sind in beiden Richtungen vorhanden. Unten ist ein zur Reinigung entnehmbarer Filter eingebaut, damit kein Staub angezogen wird. Beide Orientierungen haben Vor- und Nachteile. Oben saugt es etwas warme Luft aus dem Gehäuse ab, muss dafür allerdings mit wärmerer Luft vorliebnehmen und unter Umständen stärker lüften.

Die Verkabelung des Netzteils und der Laufwerke ist aufgrund des geringen Platzangebotes etwas kompliziert, hat dann aber doch geklappt. Da ich allerdings fünf Festplatten einbauen wollte, lege ich mir die benötigten Kabel durch die Kabeldurchführung und eine Slot-Blende nach außen, wo ein Festplattenkäfig aus dem Define R5 wartet. Das waren noch Zeiten, als Gehäuse locker für acht gut gekühlte Festplatten ausgelegt waren…

Alle Schrauben sitzen. Manche Kabel sind ebenfalls bereits angeschlossen.

An diesem Punkt bin ich auch schon fast fertig. Nachdem ich die 10-Gigabit-Netzwerkkarte sowie meine sehr lange MSI GeForce RTX 3060 Ti Ventus 3x OC eingebaut habe, gehe ich noch einmal alles durch. Alles scheint zu stimmen, daher schalte ich das System geöffnet an. Die Lüfter drehen, Windows bootet, also fahre ich wieder runter. Mit etwas umarrangieren und Gewalt (bitte nicht nachmachen) zwinge ich den Gehäusedeckel der Rückseite auf das System. Ein kleines bisschen mehr Platz wäre schön gewesen, wobei die meisten PCs weniger Kabel benötigen.

Die Glasseite stellt mich allerdings vor eine Hürde und zeigt, wie wichtig saubere Planung ist: Mein CPU-Kühler ist schlichtweg zu hoch. Laut Spezifikationen ist der zugegebenermaßen exzessive Noctua NH-D15 ganze 165 Millimeter hoch, das Pop sollte dem Kühler 170 Millimeter Platz geben (für mein Define R5 gibt Fractal Design 180 Millimeter an). Doch in meinem Fall hatte sich Corsair bei zwei der Module für unnötig hohe Heatspreader entschieden – hier hatte ich beim Kauf leider nicht aufgepasst, dass Corsair das Design geändert hat. Diese sind dem Lüfter im Weg, wodurch er etwas nach oben ausweichen muss. Und schon passt der Deckel nicht mehr. Meine Lösung: Der Lüfter sitzt nun etwas tiefer, wobei er auf dem RAM-Modul ruht. Das macht mir etwas Bauchschmerzen, scheint aber zu funktionieren. Alternativ könnte ich sicherlich auch einen 120-Millimeter-Lüfter einsetzen.

Fertig zusammengebaut sieht das System schick aus.

Fractal Gehäuse bei Cyberport

Fazit: Typisch Fractal Design: Durchdachtes, hübsches Gehäuse zum attraktiven Preis

Für 95 Euro bekommt man ein durchdachtes Gehäuse eines Qualitätsherstellers, das auch noch mit drei RGB-Lüftern geliefert wird? Nicht schlecht. Und dabei macht es optisch auch noch einiges her, denn je nach Variante fällt es dank Farbakzenten richtig auf dem Schreibtisch auf.

Im Gegensatz zu manch anderen guten Gehäusen könnt ihr zwei optische Laufwerke verbauen.

Den Einbau meines PCs fand ich dank gut platzierter Kabeldurchführungen, einer klar verständlichen Anleitung sowie sinnvollen Details ziemlich einfach. Dabei bietet das Gehäuse den meisten Komponenten, die in üblichen PCs zum Einsatz kommen, ausreichend Platz. Sogar für optische Laufwerke ist vorgesorgt.

Das Versprechen, meine Komponenten kühl zu halten, kann das Gehäuse größtenteils erfüllen. So laufen Prozessor und Grafikkarte trotz langsamerer, kleinerer Lüfter kühler als in meinem Fractal Design Define R5. Ich denke hier hilft das Fehlen einer geschlossenen Front sowie der acht Laufwerkskäfige deutlich. Einzig meine Festplatten werden mangels Luftfluss zu heiß. Schön wäre es gewesen, hätte Fractal Design einen Teil des Luftstroms der Frontlüfter zu den Laufwerken geleitet.

Aber wenn ihr sowieso in erster Linie auf einen NAS oder SSDs setzt und maximal eine Festplatte ins System steckt, habe ich gar keine Bedenken eine Empfehlung auszusprechen.

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