Erste Eindrücke aus Nepal

von michael-knobloch

· 3 min Lesezeit

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Das Praktikumssemester in Nepal kann beginnen: Nach einigen Turbulenzen am Frankfurter Flughafen mit meinem Gepäck, saß ich pünktlich 11.40 Uhr im Flugzeug nach Doha. Der Flug gestaltete sich nach Überwindung der Wut auf den Supervisor sehr angenehm, da es an nichts mangelte. Um 20 Uhr Ortszeit bin ich dann in Doha aus der Maschine gestiegen und wurde erstmal von knapp 40°C bei Nacht überrumpelt. Anschließend habe ich 8 Stunden Wartezeit mit Chatten (freies WLAN im Airport), Filmchen gucken, Essen suchen und Leute beobachten verbracht. Der Check-in in Doha verlief diesmal ohne Probleme, und so war ich dann 12.00 Uhr Ortszeit in Kathmandu. Nachdem ich knapp eine Stunde auf die Ausstellung eines Visums gewartet habe, habe ich mein Gepäck gegriffen und bin zum Ausgang gewandert. Eigentlich erhoffte ich mir, meinen Freund Johannes zu sehen, doch was ich zu sehen bekam, war erstmal erschreckend.

Eine Menschen- und Taximasse belagerte den Ausgang. Ich wurde natürlich sofort angequatscht, ob ich ein Taxi oder einen Gepäckträger brauche, aber ich habe dankend abgelehnt. Immer noch verwirrt, steuerte ich weiter aus der Menschenmenge heraus, konnte Johannes aber nirgends entdecken. Plötzlich traf mich ein doch eher unsanfter Hieb auf der Schulter, gefolgt von einer wohlvertrauten sächsischen Stimme. Johannes hatte mich gefunden.

Tja, dann hieß es erstmal Taxi suchen und zähes Verhandeln. Der erste Taxifahrer wollte uns für 1.500 Rs (Euro = Rs/90) zu unserem Ziel fahren. Hans hat das Handeln dann mal schnell in die Hände genommen und schon waren wir bei 250 Rs, wir wollten aber für 200 Rs fahren. Obwohl alles schon im Auto eingeladen war, sind wir also wieder ausgestiegen und haben unsere Sachen gepackt und das nächste Taxi gesucht. Dieses fuhr uns, wenn auch anfänglich sehr widerspenstig, nach Kathmandu. Tja, zu der Fahrt kann man nicht viel sagen, das muss man erleben; aber folgende Ereignisabfolge sollte die Fahrt (Linksverkehr) ganz gut schildern: Hupen, Kuh umfahren, schroffer Spurwechsel, zum Überholen auf die Gegenfahrbahn, hupen, hupen, rumstehen, hupen…

Mittlerweile hat man sich an dieses Verkehrsgebahren doch sehr gut gewöhnt. Erstaunlich ist, dass es kaum Unfälle ob dieser nahezu ungeregelten Verkehrslage gibt. Das offizielle Gesetz sagt: Wer jemanden im Verkehr nachhaltig verletzt, muss sämtliche ärztlichen Folgekosten sowie „Berufsunfähigkeitsrente“ für den Angefahrenen zahlen. So soll es vorkommen, dass Verkehrsteilnehmer bei ernsthaften Unfällen noch einmal zurücksetzen, damit sie sichergehen, dass keine Folgekosten entstehen, obwohl sie dann drei Jahre in den Knast wandern. Doch das inoffizielle Gesetz der Straße unterbindet solche Sachen relativ gut. Denn wenn ein Verkehrsteilnehmer jemanden ernsthaft anfährt, so sollte er schnellstmöglich die Flucht ergreifen, da die Nepalis sehr harte Selbstjustiz ergreifen und dann sehr schnell das Gefährt in Trümmern liegt oder gar angezündet wird. Was mit dem Fahrer im Falle des Falles passieren sollte, ist wohl jedem klar…

Als Wohnort haben wir uns das im Klinikum hergerichtete Zimmerchen genommen und sind damit sehr zufrieden, da es doch erstaunlich ruhig ist. Momentan verbringen wir sehr viel Zeit mit kleineren Reperaturen im Klinikum und ausführlichen Streifzügen durch Kathmandu, um Ersatzteile zu besorgen oder uns das Leben etwas gemütlicher zu gestalten. Am Samstag, meinem freien Tag, war ich dann mit Johannes und einem ausgeliehenen Möppi (125er Yamaha Gladiator, etwas viel Größeres ist in dem Verkehrschaos auch völlig überflüssig) mal außerhalb von Kathmandu unterwegs, und wir haben eine kleine Parkanlage besucht sowie einen kleinen Pass befahren, um einen Überblick übers Kathmandutal zu bekommen. Leider war die Sicht nur mäßig.

Ein paar Eindrücke findet ihr in meinem Picasa-Album. – Das soll es erstmal an dieser Stelle gewesen sein, ich melde mich bald mit neuen Eindrücken zurück. Denn die wird es sicher geben. ;-]

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Maxele 06.11.2007, 19:34 Uhr

Na Herr Knobloch, simmer jetz also voll im Kulturschock (Kathmandu-Syndrom quasi)... :-) Kann es eigentlich sein, dass wir Deutschen zu memmenhaft sind,was Auto fahren angeht??? Ich mein egal mit wem ich quatsche, ob mit meinem Vater über Belgrad bzw. HongKong, unserem Busfahrer in Paris, meinem Cousin über Neapel oder eben Medizintechnikstudenten über Kathmandu. Alle jammern immer rum...;-) Ich glaube das it ein Bereich in dem wir Deutschen einfach zu muschihaft sind. Naja spätestens 2039 wird Falk das ja glücklicherweise alles ändern. dann sind wir das einzige Volk mit Autos... ;-) Wie sindn die einheimischen bis jetz so zu dir? also wirst du nur abgezockt, wie von dem Taxifahrer, verehren sie dich als heiligen weil du ihnen westliche Technologie bringst oder sind da einfahch so viele Touris das du denen scheißegal bist? :-) Ich finds schön für den schwanz, dass du jetz da bist. da hat der endlich ma wieder nen sächsischen Qualitätshintern. Grüß den übrigens ma von mir. Ja, bei mir is alles soweit gechillt. Freitag war ja nun die Parte`, an der gewisse Leute ja nich teilnehmen konnten weil se in Nepal sind (ist das eigentlich die billigste Ausrede aller Zeiten?!). Caro, Tom, schatz, Falk, Doro und Lutz haben den weg auf sich genommen und sogar gefunden. und das obwohl Tom gefahren ist... :-) Naja, Auswertung kannste dir ja bei der Carissima abholen. Ganz lustig, gestern abend, haben wir von um 10 bis um 1 ne Konferenz im Forum gemacht. Grund: Lutz hat Freitag endeckt, dass die Marke Doppelkopf bereits registriert ist und natrülich arbeiten die ausgerechnet noch im selben Bereich wie wir... FREUDE. Naja jedenfalls heißen wir ab Januar ad publicum... Jut, muss jetz (man möcht es kaum glauben) noch was für die Uni machen. Insofern: viel spaß noch und grüß mir die Rockys (ach nee, halt die dinger wenn du dich umdrehst... :-) )

Silvio Escher 07.11.2007, 10:31 Uhr

*hust* @Maxele kennst du "E-Mails" ? ;)

Alias 07.11.2007, 11:41 Uhr

Aber echt hey, so Sachen wie Schwanz und Hintern möcht ich hier nich lesen...

martin 07.11.2007, 16:14 Uhr

naja, ich glaub da habt ihr zwei was falsch verstanden. lasst euch das am besten bei gelegenheit nochmal besser vom max erklären. ich fands im übrigen sehr lustig zu lesen ;) also beides. sowohl den kommentar von max als auch den bericht. wurde ja auch langsam mal zeit, dass man wider was vom micha liest. scheint aber auch ne geile gegend zu sein. naja, da ich eher ein mann weniger worte bin, höhr ich hier auch schon wider auf. macht mal schön eure streifzüge weiter^^ cu

Alias 07.11.2007, 19:46 Uhr

Ich wills gor ni wissn! ;-)

schatz 08.11.2007, 21:31 Uhr

Hi Michel, Freu mich dass du gut in Nepal angekommen bist! hoffe dir gehts gut, wegen essen und so! Fands sehr schön deinen bericht zu lesen und bin wohl auch ein klein wenig neidig...(nur ein wiiiiiiiiiiiinzig kleines bisschen ;-). Grüß den Hanz! Liebe grüße, der schatz

Schmutz 15.11.2007, 23:50 Uhr

Nein also wirklich, wenn hier noch mal einer das Wort schwanz in den mund nimmt, blase ich mal ganz kräftig zum Forums-boykott. da wird der arme Micha sicher ne Weile zu schlucken haben. Wenn das der Führer wüsste. Also, hier in J geht alles seinen gemächlichen Gang. Der Hannes und ich werden der Party-WG mal einen seriösen Anstrich verschaffen, indem wir den Statistik II "Arbeitsgruppenwettbewerb" gewinnen werden (www.kirchkamp.de/stat2/). Und weil das förmlich nach Arbeit-macht-frei-ideologie klingt haben wir uns auch eine kleine remineszens an den Hans ausgedacht, wie du dann auf der page sehen wirst. Morgen muss mal die Anwältin noch ein paar Dinge mit mir klären, ich hoffe mal es gibt keinen neuen Stress. Ich finds übrigens super, dass du wenigstens fähig bist einige Bilder hochzuladen im Gegensatz zum ollen "allen" oder wie er neuerdings genannt wird, man hat ja so als durchschnitts großkapitalist doch nicht so den Eindruck von Nepal. apropos großkapitalismus ... naja, das führt zu weit. Irgendwie ist der Blog ja doch ein bisschen öffentlicher als so "die üblichen". Gerade im Zeitalter des expaniderenden StudiKZs sollte man ja vorsichtiger werden mit privaten Informationen. Wie Maxens Penisverstauchung. Oder des Falks Almost-One-night-stand. Das kann ja jeder lesen. Auch der Falk. Oh. Naja. Aber ein Punguin macht noch keinen Braten, da muss man den Sand ja nicht gleich in den Kopf stecken.

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