Einmal Tijuana und zurück
… und die Frage: Habe ich mich für die US Navy verpflichtet?
Heute ging’s für mich auf nach Mexiko. Wenn man schon einmal in der Nähe der Grenze ist, dann will man natürlich auch mal das andere Land mitnehmen. Lohnt sich der ganze Trip aber wirklich und was macht der Ben in dem US-Flieger? Fragen über Fragen, die beantwortet werden sollen.
Mit dem San Diego Trolley ging es für $5 nach San Ysidro an der Grenze zu Mexiko und wieder zurück. Nach der ca. 45 minütigen Fahrt vorbei an ausgemusterten Landungsschiffen vom D-Day, Zusatztanks der Bomber und den Wohnwagensiedlungen, heißt es an der Endhaltestelle: Aussteigen und zu Fuß über die Grenze. Bei der Einreise gibt es keinerlei Kontrollen, wozu auch, es schmuggelt ja keiner etwas von den US nach Mexiko, oder irre ich mich? Die nette Dame in der Touristen-Info erklärte mir kurz die Sehenswürdigkeiten sowie die Weisheit: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Willkommen in Tijuana, Mexiko.
Die Hauptgeschäftsstraße, wenn man sie denn so nennen mag, war nicht gerade überfüllt. Sah man beim Gang über die Grenzbrücke doch schon die Autoschlange in Richtung USA, liegt es wohl mehr daran, dass die meist jungen Amerikaner und Mexikaner morgen Abend nach Tijuana pilgern werden. Überall wird noch die Dekoration zurechtgerückt und die Musikanlagen getestet. Nach unzähligem „Gracias“ und „No, thank you“ hatte ich genug gesehen und ging zurück. Aber einfach so wieder über die Grenze, ohne das gewisse Extra von Mexiko mitzunehmen – nein, das geht bei bestem Willen nicht. So gönnte ich mir Burritos, Magaratas und Tequilla, bevor ich mich weiter zurück in Richtung USA bewegte. Nicht nur die Blechlawine auf der mehrspurigen Straße staute sich, sondern auch das Fußvolk.

Um zurück in die USA zu kommen, muss auch ich mich ganz hinten anstellen.
Nach ca. 15 Minuten stehe auch ich vor dem Officer und darf erklären, warum zum Henker ich alleine so eine große Reise unternehme und was ich denn so in Deutschland mache. Dies schien den netten Herren interessanter als die Menschenschlange hinter mir, denn ich verbrachte mehr als fünf Minuten am Schalter. Zum Abschied gab’s einen kurzen Wortwechsel auf Deutsch. Wenn ich den Ausflug nun Revue passieren lasse, so muss ich sagen, dass sich der Weg über die Grenze nicht unbedingt lohnt. Man kann es mit den Fahrten über die tschechische Grenze vergleichen, nur bei angenehmeren Temperaturen.
Zurück in San Diego ging es weiter in Richtung Hafen, wo die Besichtigung der USS Midway auf dem Programm stand. Für die $15 war ich dann gute drei Stunden unterwegs und inspizierte jeden Winkel der schwimmenden Stadt – naja, fast jeden. In einige der Flugzeuge und Hubschrauber im Hangar und auf Deck konnte man auch Platz nehmen, ansonsten unterhielt ich mich mit einigen Veteranen, die den Leuten das Leben auf und unter Deck näherbrachten.

Bitte nehmen Sie Platz, schnallen Sie sich an und los geht’s.
Zum Glück kann man sich fast nicht verlaufen, da es sehr gut ausgeschildert ist. Keine Ahnung, wie die Soldaten unter Deck klarkommen, aber diese Enge in den Abteilungen, die schier unendlichen Gänge. Ich hätte mir doch ein Nike+ iPod Sport Kit zulegen sollen, bei den Meilen, die ich heute in dem Bauch des Schiffes abgelaufen habe. An Deck standen zahlreiche Flugzeuge und Hubschrauber aus vergangenen Tagen, deren Besichtigung schon Ewigkeiten in Anspruch nimmt. Sehr gut erklärt wurde auch das Prozedere, bis der Flieger endlich in die Luft katapultiert wird. Verpflichtet habe ich mich aber trotz der Begeisterung nicht – ihr könnt also aufatmen.
Was mir hier in den ersten Tagen im Apple-Land auffällt ist die Tatsache, dass man ganz selten mal ein iPhone zu Gesicht bekommt – bisher zählte ich gerade einmal drei Exemplare. Für viel Begeisterung und zahlreiche Fragen sorgt der iPod touch, wenn ich ihn denn mal aus der Tasche hole. Bei Starbucks gibt es zwar schon die „Song of the Day“-Karten, aber runterladen ließ sich nichts. Woran es liegt, werde ich wohl erst in San Francisco herausbekommen, wenn der Service am 9. November offziell startet. Ob sich der tägliche Besuch der Kette lohnt, muss jeder für sich entscheiden, aber Raul Midon und Federico Aubele – das sind die beiden Artists, deren Song man kostenlos laden kann – sagen mir bis heute nichts.
Morgen geht es dann mit dem Mietwagen endlich rauf in Richtung Los Angeles, die Stadt der Engel. Da ich für den Zwischenstopp noch kein Hotel gebucht habe, werde ich mir noch überlegen, ob ich nicht gleich bis in die Stadt reinfahre und bei einem Bekannten meiner Gastfamilie übernachte. Mehr dazu in den nächsten Tagen.








