Ein appetitliches Thema, näher beleuchtet…
Produkttest: Wartner „Gegen Warzen“
Es ist mal wieder an der Zeit, einen Produkttest der besonderen Art abzuhalten. Wen interessiert schon der neueste iPod, der beste LCD-TV oder andere Spielzeuge des Lifestyle-geprägten Alltags, wenn der eigene Körper doch genügend Betätigungsfelder bietet um hier an dieser Stelle die weißen Seiten mit digitaler Tinte zu füllen. Wir sprechen heute über Warzen, diese kleinen, possierlichen Hautwucherungen welche die Epidermis mit ihrer Anwesenheit schmücken können. Was denn, verlasse ich etwa den Boden der Bedeutsamkeit für unsere bescheidene Versandfirma mit dieser Thematik? Mitnichten, denn des Weiteren bewege ich mich hier im Trend unseres Warenangebotes, welches seit geraumer Zeit ebenso Produkte der Kategorie „Wellness“ zu bieten hat. Auch wenn das folgende „Gadget“ derzeit nur beim Apotheker zu haben ist, und nicht in unserem Onlineshop, so bietet es doch genügend Potential beachtet zu werden.
Die Problematik
Da ich leider kein Medizinstudium vorweisen kann, verweise ich um den wissenschaftlichen Anspruch zu wahren, auf die Wikipedia. Ich selber sehe mich nun seit einiger Zeit als Opfer der Verrucae vulgares. Dem Herrgott sei es gedankt, dass ich bisher von anderen Typen, wie der Condylomata acuminata verschont blieb. Diese kleinen Freunde finden sich insbesondere im Genital- bzw. Analbereich, was eine anschließende „Bilderstrecke“ für den geneigten Leser als unangenehme Begegnung der Ekel erregenden Art zu Folge hätte. So aber kann man sich entspannt zurücklehnen und die nachfolgenden Zeilen genießen.
Genau betrachtet, handelt es sich derzeit um ein Einzelexemplar, welches seine Heimstätte auf dem Rücken meines linken Ringfingers fand. Ich denke es war vor ca. zwei Jahren, da schien sich an dieser Stelle etwas zu verändern, zunächst nichts Bedeutendes. Es kam und ging, und kam wieder. Seit einigen Monaten nun outete sich mein kleiner Begleiter als Warze der allgemeinen Art, zumindest soweit ich das selber mit meinen Analysefähigkeiten feststellen konnte. Eigentlich hatte ich die kleine Warze schon lieb gewonnen, jeden Morgen wachte sie gemeinsam mit mir auf und ging ebenso zu Bett. Sicherlich, ihr Anblick war gewöhnungsbedürftig und nicht jeder mochte sie. Eine kleine Warze hat es nicht leicht in unserer rauen Welt des Profits und der zunehmenden Vereinsamung. Lange durchdachte ich, ob ich sie nicht behalten sollte, sozusagen als neuer Freund. Nach reiflicher Überlegung und bevor ich anfangen konnte ihr einen Namen zu geben, setzte sich letztendlich doch die Erkenntnis durch, dass eine Warze nicht unbedingt der ideale Gesprächspartner in den einsamen Nächten ist. Aus diesem Grund habe ich nun eine Freundin, ohne Warzen.
Die Lösung
Die Entscheidung stand, die Warze musste weichen, doch wie? Sollte ich zum Arzt gehen und sie herausschaben lassen? Nein, dies brachte ich dann doch nicht übers Herz, wenn schon, dann musste ich selber Hand anlegen. Ich entschied mich für die Kryotherapie, oder auf gut deutsch, die Vereisungsmethode. Ein schneller Kältetod erscheint mir immer noch humaner als die barbarische Methode mit einem scharfen Löffel. Also besorgte ich mir ein Mittelchen mit dem bezeichnendem Namen „Wartner“. Normalerweise muss man hierfür ca. 18 Euro investieren (12 Anwendungen inklusive), jedoch wer fleißig im Internet schaut, findet bei diversen Online-Apotheken das besagte Produkt wesentlich günstiger. Hmmm, vielleicht demnächst auch etwas für Cyberport? Lenken wir nicht weiter ab und kommen zum eigentlichen Produkttest.
Der Lieferumfang
Neben der Packungsbeilage findet sich eine Dose Kühlmittel, zwölf Schaumstoffapplikatoren und ein Plastikhalter für ebendiese. Die Verarbeitung ist als gut zu bezeichnen, was vermuten lässt, dass ich im Internet das Originalprodukt und keine billige Chinakopie erwarb. Die Packungsbeilage umschreibt die Anwendung komplett in deutscher Sprache, allerdings gibt es dieses Mittelchen auch weltweit zu erwerben, dann sicherlich mit lokalisiertem Kleingedruckten.
Die Anwendung
Beruhigend ist zunächst, die Zielgruppe wird relativ groß gehalten. Nur Schwangere und Zuckerkranke müssen weiter mit ihren Warzen leben, denn diese dürfen bei der Vereisungsbespaßung nicht teilnehmen. Erst einmal schnappt man sich einen Schaumstoffapplikator. Welch ein schönes Wort für ein Stück zweifarbiges Schaumstoff. Drückt man diesen mit den Fingern, findet man ein kleines Löchlein an der blauen Seite. Dieses erwartet sehnsüchtig die Penetration mittels des beiliegenden Plastikhalters. Leider musste ich feststellen, dass Ms. Schaumstoff etwas eng daherkommt. Da Gleitgel nicht zulässig ist, muss man schon etwas Mühe aufbringen um die Vereinigung dieser Beiden voranzubringen.
Danach kommt es zum Klimax zwischen Kühlflasche und dem neuen Traumpaar „ Schaumstoffapplikator & Plastikhalter“. Reinstecken und für drei Sekunden nach unten drücken. Ein leises Zischen verspricht den erhofften Erfolg. Nachstehend muss es schnell gehen, man nimmt Ms. Schaumstoff wieder heraus und bringt sie auf die Warze, wo sie zwischen 10 und 20 Sekunden verbleibt (je nach Größe der Warze). Man fühlt eine gewisse Kälte und ein leichtes Stechen, was jedoch nicht der Rede wert ist und kein Vergleich zum seelischen Schmerz des Verlustes eines treuen Warzen-Freundes. Nach zwei Minuten kann man gefahrlos mit einem Taschentuch den Schaumstoffapplikator vom Plastikhalter entfernen und bei Bedarf andere Warzen vernichten. Die Vorsichtsmaßnahmen sind durchaus berechtigt, denn ansonsten stirbt durch den ungewollten Kontakt intaktes Gewebe der Haut.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen soll die Warze nun vom Finger fallen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Ob dem wirklich so ist, werde ich und ihr live mitverfolgen können. In unregelmäßigen Abständen werde ich in meinem Warzen-Tagebuch hiervon berichten. Solange gibt es für Fans meines bald verstorbenen Freundes noch ein Poster im Großformat, unmittelbar aufgenommen nach der Vereisung: Meine Warze im Großformat.
PS: Bitte entschuldigt meine dreckigen Fingernägel, leider kam ich heute Morgen nicht mehr zu einer Maniküre.












