Ein appetitliches Thema, näher beleuchtet…

von sven-kaulfuss

· 4 min Lesezeit

Produkttest: Wartner „Gegen Warzen“
Es ist mal wieder an der Zeit, einen Produkttest der besonderen Art abzuhalten. Wen interessiert schon der neueste iPod, der beste LCD-TV oder andere Spielzeuge des Lifestyle-geprägten Alltags, wenn der eigene Körper doch genügend Betätigungsfelder bietet um hier an dieser Stelle die weißen Seiten mit digitaler Tinte zu füllen. Wir sprechen heute über Warzen, diese kleinen, possierlichen Hautwucherungen welche die Epidermis mit ihrer Anwesenheit schmücken können. Was denn, verlasse ich etwa den Boden der Bedeutsamkeit für unsere bescheidene Versandfirma mit dieser Thematik? Mitnichten, denn des Weiteren bewege ich mich hier im Trend unseres Warenangebotes, welches seit geraumer Zeit ebenso Produkte der Kategorie „Wellness“ zu bieten hat. Auch wenn das folgende „Gadget“ derzeit nur beim Apotheker zu haben ist, und nicht in unserem Onlineshop, so bietet es doch genügend Potential beachtet zu werden.
Die Problematik
Da ich leider kein Medizinstudium vorweisen kann, verweise ich um den wissenschaftlichen Anspruch zu wahren, auf die Wikipedia. Ich selber sehe mich nun seit einiger Zeit als Opfer der Verrucae vulgares. Dem Herrgott sei es gedankt, dass ich bisher von anderen Typen, wie der Condylomata acuminata verschont blieb. Diese kleinen Freunde finden sich insbesondere im Genital- bzw. Analbereich, was eine anschließende „Bilderstrecke“ für den geneigten Leser als unangenehme Begegnung der Ekel erregenden Art zu Folge hätte. So aber kann man sich entspannt zurücklehnen und die nachfolgenden Zeilen genießen.

Genau betrachtet, handelt es sich derzeit um ein Einzelexemplar, welches seine Heimstätte auf dem Rücken meines linken Ringfingers fand. Ich denke es war vor ca. zwei Jahren, da schien sich an dieser Stelle etwas zu verändern, zunächst nichts Bedeutendes. Es kam und ging, und kam wieder. Seit einigen Monaten nun outete sich mein kleiner Begleiter als Warze der allgemeinen Art, zumindest soweit ich das selber mit meinen Analysefähigkeiten feststellen konnte. Eigentlich hatte ich die kleine Warze schon lieb gewonnen, jeden Morgen wachte sie gemeinsam mit mir auf und ging ebenso zu Bett. Sicherlich, ihr Anblick war gewöhnungsbedürftig und nicht jeder mochte sie. Eine kleine Warze hat es nicht leicht in unserer rauen Welt des Profits und der zunehmenden Vereinsamung. Lange durchdachte ich, ob ich sie nicht behalten sollte, sozusagen als neuer Freund. Nach reiflicher Überlegung und bevor ich anfangen konnte ihr einen Namen zu geben, setzte sich letztendlich doch die Erkenntnis durch, dass eine Warze nicht unbedingt der ideale Gesprächspartner in den einsamen Nächten ist. Aus diesem Grund habe ich nun eine Freundin, ohne Warzen.

Die Lösung
Die Entscheidung stand, die Warze musste weichen, doch wie? Sollte ich zum Arzt gehen und sie herausschaben lassen? Nein, dies brachte ich dann doch nicht übers Herz, wenn schon, dann musste ich selber Hand anlegen. Ich entschied mich für die Kryotherapie, oder auf gut deutsch, die Vereisungsmethode. Ein schneller Kältetod erscheint mir immer noch humaner als die barbarische Methode mit einem scharfen Löffel. Also besorgte ich mir ein Mittelchen mit dem bezeichnendem Namen „Wartner“. Normalerweise muss man hierfür ca. 18 Euro investieren (12 Anwendungen inklusive), jedoch wer fleißig im Internet schaut, findet bei diversen Online-Apotheken das besagte Produkt wesentlich günstiger. Hmmm, vielleicht demnächst auch etwas für Cyberport? Lenken wir nicht weiter ab und kommen zum eigentlichen Produkttest.

Der Lieferumfang
Neben der Packungsbeilage findet sich eine Dose Kühlmittel, zwölf Schaumstoffapplikatoren und ein Plastikhalter für ebendiese. Die Verarbeitung ist als gut zu bezeichnen, was vermuten lässt, dass ich im Internet das Originalprodukt und keine billige Chinakopie erwarb. Die Packungsbeilage umschreibt die Anwendung komplett in deutscher Sprache, allerdings gibt es dieses Mittelchen auch weltweit zu erwerben, dann sicherlich mit lokalisiertem Kleingedruckten.

Die Anwendung
Beruhigend ist zunächst, die Zielgruppe wird relativ groß gehalten. Nur Schwangere und Zuckerkranke müssen weiter mit ihren Warzen leben, denn diese dürfen bei der Vereisungsbespaßung nicht teilnehmen. Erst einmal schnappt man sich einen Schaumstoffapplikator. Welch ein schönes Wort für ein Stück zweifarbiges Schaumstoff. Drückt man diesen mit den Fingern, findet man ein kleines Löchlein an der blauen Seite. Dieses erwartet sehnsüchtig die Penetration mittels des beiliegenden Plastikhalters. Leider musste ich feststellen, dass Ms. Schaumstoff etwas eng daherkommt. Da Gleitgel nicht zulässig ist, muss man schon etwas Mühe aufbringen um die Vereinigung dieser Beiden voranzubringen.

Immer schön die Packungsbeilage lesen.
Ms. Schaumstoff ziert sich ein wenig.
Ab in die Kälte.
Zisch und nach hoffentlich 14 Tagen auch weg.
Zisch und nach hoffentlich 14 Tagen auch weg.
Killanleitung für die Warze“

Danach kommt es zum Klimax zwischen Kühlflasche und dem neuen Traumpaar „ Schaumstoffapplikator & Plastikhalter“. Reinstecken und für drei Sekunden nach unten drücken. Ein leises Zischen verspricht den erhofften Erfolg. Nachstehend muss es schnell gehen, man nimmt Ms. Schaumstoff wieder heraus und bringt sie auf die Warze, wo sie zwischen 10 und 20 Sekunden verbleibt (je nach Größe der Warze). Man fühlt eine gewisse Kälte und ein leichtes Stechen, was jedoch nicht der Rede wert ist und kein Vergleich zum seelischen Schmerz des Verlustes eines treuen Warzen-Freundes. Nach zwei Minuten kann man gefahrlos mit einem Taschentuch den Schaumstoffapplikator vom Plastikhalter entfernen und bei Bedarf andere Warzen vernichten. Die Vorsichtsmaßnahmen sind durchaus berechtigt, denn ansonsten stirbt durch den ungewollten Kontakt intaktes Gewebe der Haut.


Nach ca. 10 bis 14 Tagen soll die Warze nun vom Finger fallen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Ob dem wirklich so ist, werde ich und ihr live mitverfolgen können. In unregelmäßigen Abständen werde ich in meinem Warzen-Tagebuch hiervon berichten. Solange gibt es für Fans meines bald verstorbenen Freundes noch ein Poster im Großformat, unmittelbar aufgenommen nach der Vereisung: Meine Warze im Großformat.

PS: Bitte entschuldigt meine dreckigen Fingernägel, leider kam ich heute Morgen nicht mehr zu einer Maniküre.

Kommentare

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Gepostete Kommentare

franzi 14.04.2008, 16:30 Uhr

Lieber Kaule, ich wünsche Dir alles Gute, vor allem natürlich baldige dermatologische Genesung. ABER: Mit Verlaub, mir ist ein bisserl schlecht. Vielleicht wirfst Du ja die Idee mit dem Tagebuch noch einmal über Bord. Ich habe genügend Eindrücke gesammelt ... sorry. :-)

Georg 14.04.2008, 20:26 Uhr

Ich hatte diese Dinger am Fuß! Aber mit beschriebenem Mittelchen gingen sie alle brav wieder weg und ich musste nicht zum Doktor. Kann Wartner nur empfehlen.

Sebastian Blech 14.04.2008, 20:50 Uhr

Funktioniert das auch mit einem Mac? Und wichtig wäre auch zu wissen, wieso Wartner keinen USB-Anschluss verbaut hat.

Martin Philipp 15.04.2008, 06:16 Uhr

@Sebastian: Ab der nächsten Version, der 3.2 also, wird neben USB auch FW800 vorhanden sein; und was die Mac-Kompatibilität angeht – da wird eh zu einem Adapter geraten.

Peter "Dre 3.Stellvertreter" Hauke 15.04.2008, 06:44 Uhr

Dieser Test ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass das Durchschnittsalter der Cyberporties steigt. Wo früher noch iPods als kewl galten oder USB-Raketenwerfer hip waren, siegen nun das taube Ohr und der Wunsch nach Ruhe im Büro. Dafür kommen die körperlichen Verfallserscheinungen zum Tragen. Viel Erfolg Kaule! Peter

Sven Kaulfuß 15.04.2008, 07:20 Uhr

@ Franzi: Aber meine Liebe, du weißt doch, der CyberBloc-Redaktion ist nichts Menschliches fremd und wir haben uns der Aufklärung verschrieben, sozusagen als höherer Bildungsauftrag. Insofern, vielleicht kommt ja auch ein Warzen-Blog dabei raus. Für weitere Folgen aus der Reihe "Meine Krankheit, deine Krankheit" ist der Pschyrembel schon bestellt ;-). @ Sebastian und Martin: Von diesen Experimenten kann ich nur abraten, denn das Gas-Gemisch ist doch recht explosiv. Also: Vorsicht bei der Warzenentfernung. @ Peter: Aber, aber... wir nähern uns doch nur langsam unserer Zielgruppe an. Denn wie wir alle wissen, die Alterspyramide schlägt gnadenlos zu, und wir sind mittendrin statt nur dabei.

Ghettomaster 11.07.2008, 14:54 Uhr

Natürlich wollen wir über den weiteren Verlauf infomriert werden.. also zumindest ich. Warze schon ex?

Sven Kaulfuß 11.07.2008, 15:01 Uhr

@ Ghettomaster: Leider nicht wirklich, Wartner versagte. Nun versuche ich es gerade mit Verrumal, vom Arzt verschrieben. Wird jeden Tag zweimal aufgetragen (eine Art Nagellackentferner, riecht zumindest so), nach einigen Wochen kann man die Warze mit der Zeit abrubbeln. Hatte schon überlegt, auch darüber was zu schreiben. Mal schaun wie hoch der Zuspruch hierbei ist ;-)

Peter "Der 3. Stellvertreter" Hauke 11.07.2008, 15:06 Uhr

@Kaule: Eins zu Null für die Gegner eines solchen Artikels. Und wehe Du postest ggfs. auch Bilder. WEHE! Peter

Ghettomaster 11.07.2008, 15:12 Uhr

Verrumal hatte ich auch mal in Anwendung. Wenn du es bis zum Schluss anwendest wirkt es sehr gut. Auf meine Frage woran ich merken würde das ich am Behandlungsende angelangt bin, meinte der Arzt nur: "Das merken Sie dann schon." Er hatte recht. 10&#xig;e Salzsäure ist in den unteren Hautschichten... "etwas" unangenehm.

Sven Kaulfuß 11.07.2008, 15:15 Uhr

@ Ghettomaster: Tja, beim auftragen hat es heute am Morgen auch schon etwas gebrannt, verging dann aber recht schnell, und ist wohl auch ein Zeichen, dass es langsam wirkt. Bin aber noch in der ersten Woche. Schön siehts nicht aus, aber wenn es hilft. @ Peter: Schaun mer mal, mein wird die Rache sein und Ekel kenn ich nicht ;-)

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