Die Frau und das Mobiltelefon…
25 Jahre Handy = Fortschritt?
Vor wenigen Tagen feierte ein Gebrauchsgegenstand seinen 25. Geburtstag. Das Mobiltelefon in seiner „handlichen“ Form wurde im Juni 1983 durch das Motorola DynaTAC 8000X aus der Taufe gehoben. Seitdem erlebte es eine stetige Evolution, aus 800 Gramm Lebendgewicht wurden heute nicht selten weniger als 10 % der ursprünglichen Schwungmasse. Eigentlich ein Grund zur Freude, denn wie alle Männer so trage ich meinen mobilen Begleiter nun stets bei mir, praktischerweise in der Hosentasche. Nur das andere Geschlecht möchte sich diesem Trend nicht so recht anschließen.
Morgens wenn Mann das Haus verlässt, erfolgt zunächst der Kontrollgriff: Schlüsselbund, Handy und Brieftasche, alles hat seinen Platz wo es hingehört, in den Hosentaschen. Selten gibt es einen Grund zum inneren Zweifel, selten vergisst man eines der drei Notwendigkeiten. Doch wie sieht dies beim anderen Geschlecht aus? Zunächst gibt es eine ungeschriebene Grundregel: Frau benutzt Hosentaschen nur als modisches Beiwerk zur H&M-Uniform. Mit anderen, treffenden Worten, Frau benutzt Hosentaschen gänzlich nicht. Begeht Mann den grundlegenden Fehler und hinterfragt dieses Tun, so erfährt man in selbstsicherer Weise, dass Mobiltelefone und andere Dinge die Hosentaschen nur „ausbeulen“ würden, wie sehe so etwas denn aus? Eine Diskussion bei der Mann nur unterlegen sein kann, denn die Logik regiert woanders, nicht hier.
Und doch, dann gibt es Tage da kann Mann seinen, wenn auch nicht willkommenen, Ratschlag dem anderen Geschlecht süffisant unterschieben, Tage wie dieser 16. Juni des Jahres 2008. Mann und Frau verlassen gemeinsam die Wohnung des Mannes, ihr Ziel das ferne Heimatland, seines die tägliche Arbeitsstätte. Bevor der Abschiedskuss die Lippen der Verliebten streift, fährt ihr ein Gedanke durchs Köpfchen: Wo ist mein Handy? Wie vor dem geistigen Auge werden die Erinnerungen der ersten Morgenstunden durchforstet. Doch letztendlich macht sich Unsicherheit breit, denn der mobile Begleiter versteckt sich gekonnt vor den Augen der Verliebten. Mann denkt praktisch und versucht den mobilen Begleiter mittels des eigenen Apparates zu erreichen, doch kein Klingeln weit und breit. In diesem Moment durchfährt sie ein Gedankenblitz: im Koffer, im Koffer könnte sich der gesuchte Gegenstand befinden. Wie bitte, im Koffer? Doch halt, eine verfrühte Vorverurteilung des Tuns ist hier unangebracht. Es gibt mit Sicherheit einen stichhaltigen Grund, warum sich ein Mobiltelefon im Koffer befinden sollte, zumindest für die Frau.
Der erste Kontrollblick im Reisegepäck der jungen Frau offenbart jedoch zunächst Enttäuschung, jetzt folgt der Unsicherheit die Panik. Es bleibt nicht aus, der Weg führt zurück in die Wohnung des Mannes. Wie praktisch, dass man schon vor den Toren der Arbeitsstätte des Mannes steht. Ein kleiner Umweg am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen, möchte man da denken. Angekommen im Liebesnest werden alle potentiellen Ablagemöglichkeiten geprüft, das Bett, der Frühstückstisch, doch auch hier Fehlanzeige. Mann realisiert, trotz der angespannten Situation verbleibt Frau relativ kühl und überlegt. Mann zollt Frau Respekt. Mann und Frau gehen zum Auto zurück, eine gründlichere Inspektion des Reisegepäcks steht an. Mann übernimmt dies selbst. Zwischen Tangas und Büstenhalter durchstreift seine zarte Hand den Inhalt des Koffers. Er nähert sich dem Ziel unaufhaltsam, dann kann er es fassen, ein kleines, rundliches Etwas. Das Mobiltelefon der Frau liegt in seiner Hand, die Frau lächelt und kann ruhigen Gewissens die Heimreise antreten.
Mann und Frau küssen sich. Ende.








