Die erste Woche in Madeira…

von sven-kaulfuss

· 4 min Lesezeit

…von Wanderungen und den Schwierigkeiten mit Bolo de caco
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Die ersten Tage sind recht schnell vergangen, Zeit in einem kleinen Rückblick euch zu Hause daran teilhaben zu lassen. In meinen Beinen spüre ich einen leichten Schmerz und auch die Fußball-WM ging nicht spurlos an uns vorüber. Hierzu schreibe ich noch einen kleinen Extra-Artikel. Anfangs widmen wir uns jedoch der Natur und unseren Endeckungen.
Keine Exhibitionisten gesichtet – Die erste Wanderung!
Am Donnerstag war es soweit, meine neuen Wanderschuhe wollten hinaus in die freie Natur und den nötigen Auslauf bekommen. Kein Problem, jedoch waren wir etwas verunsichert als wir im Dumont-Reiseführer nachlesen konnten: „Bei Wanderungen an Levadas, in der Nähe von Siedlungen und an einsamen Strandabschnitten ist mit Exhibitionisten zu rechnen.“

Das ist eine Ansage, die Natur Madeiras scheint mehr zu bieten als nur schöne Blumen und eine weit reichende Vegetation. Wir ließen uns jedoch nicht beirren, packten den Rucksack und marschierten los. Sollen die Nackedeis ruhig kommen, wir sind mit festem Schuhwerk und einer Taschenlampe gerüstet.

Unsere erste Wanderung führte uns in den „Vorgarten“ von Funchal. Zunächst ging es mit der Seilbahn in Richtung Berge. Hierbei handelte es sich noch um den sehr bequemen Teil der Reise, wenn auch mit 10,- Euro nicht ganz billig. Im Anschluss ging es bergab in Richtung Funchal. Entlang der „Levada de Bom Sucesso“ Levadas sind Wanderstrecken entlang kleiner Flüsse und Bäche. Die Vegetation erinnerte uns doch sehr stark an den Regenwald. Auch das Wetter trug zum Gesamteindruck wesentlich bei. Nebelverhangen erblickten wir die Berge um uns herum. Mit etwas Phantasie ist ein Vergleich mit Rio de Janeiro gar nicht so abwegig. Nach ungefähr 4 Stunden hatte uns die Zivilisation wieder und ich meinen zukünftigen Muskelkater. Nackte Perverslinge haben wir im Übrigen nicht sehen können. Mist, und wir hatten uns schon so gefreut endlich näheren Kontakt mit den Einheimischen herzustellen. ;-)

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Wir sind nicht abgestürzt.
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Der richtige Weg.
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Im Regenwald.
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Kleines Picknick im Wald ;-)
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Marsch, Marsch!

Eine Seefahrt die ist lustig…
…und da kann man vieles sehen. Denkt man sich zumindest. Am Freitag hatten wir ursprünglich vor, eine längere Wanderung durch den „Urwald“ von Madeira zu unternehmen. Allerdings spielte sich an diesen Tag die deutsche Mannschaft in das Halbfinale, ein Ereignis was wir unbedingt erleben mussten. Da konnte es für uns nur einen Entschluss geben, wir suchen uns eine weniger zeitraubende Freizeitbeschäftigung. Wie immer an Urlaubsorten die am Meer liegen, besteht die Möglichkeit eine kleine Seereise zu unternehmen. So natürlich auch hier in Funchal. Bewegt man sich hinab zum Hafen wird man nicht umhin kommen entsprechend angesprochen zu werden. Vorerst zogen wir es jedoch vor, die Preise zu vergleichen. Schließlich fiel unsere Wahl auf einen Katamaran, der uns für 25,- Euro drei Stunden Kurzweil auf dem Atlantik versprach. Pünktlich 10:30 Uhr legten wir ab. Um uns anscheinend bekannte Gesichter, zumindest waren wir wieder die Jüngsten auf der „Titantic der Doppelherzen“

Ausgemachtes Ziel war es zahlreiche Meeresbewohner zu beobachten, und ich meine hier nicht die Exhibitionisten an den einsamen Stränden. Kapitän Ahab nahm Kurs auf den weißen Wal und tatsächlich konnten wir vereinzelte Rückenflossen sichten. Auf der weiteren Reise „erbeutete“ die Besatzung noch eine Meeresschildkröte und auch Delphine sprangen in sicherem Abstand umher. Nach drei Stunden fand das Naturschauspiel sein gerechtes Ende. Alles relativ interessant, jedoch versprachen die Abbildungen auf dem Prospekt mehr, als man tatsächlich halten konnte. Tja man steckt halt nicht im Wal drin, dafür hätten wir nach Norwegen oder Japan reisen müssen. Zumindest schien das nicht unsere „Nebensitzerin“ aus Österreich zu entmutigen. Stolz berichtete sie an Land den Daheimgebliebenen vom großen Naturschauspiel der Emotionen.

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Moby Dick und seine Freunde!
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Nessie oder ein anderes Ungeheuer?
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Das Mittagessen ist sicher! Keine Angst der Schildkröte geht es gut.

Brennend heißer Wüstensand!
Am Samstag galt es erneut die Wanderschuhe zu schnüren und die Landschaft zu erkunden. Das erste Mal nahmen wir einen Überlandbus in Anspruch und fuhren in den östlichsten Zipfel der Insel. Angekommen in Baia d’ Abra ersahen wir einen Landstrich wie wir ihn nur im Westen Amerikas vermutet hätten. Große Berge und weite Steppe trafen hier auf das Meer. Auch wenn wir bisher nur wenig von der gesamten Insel erleben durften, zeigt dies sehr deutlich die Vielseitigkeit des Landes. Wir machten uns auf die Gegend zu erkunden. Natürlich kamen wir vom Weg ab und irrten bezüglich der ausgeschriebenen Wanderroute. Entschädigt wurden wir jedoch mit einem genialen Ausblick. Rote Berge boten eine naturbelassene Festung an denen sich die Wellen zu ihren Füßen zerbrachen. Das ganze filmreif inszeniert und atemberaubend dargeboten. Um auf den richtigen Weg zu gelangen zog es Herr Uebel vor, die vorangegangene Strecke zurückzuschreiten. Jedoch der verkappte Bergsteiger in mir wollte hinauf zu Höherem, über die Berge wie eine Gazelle hüpfen und das Gipfelkreuz erklimmen, dass war mein Ziel!

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Genialer Ausblick.
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Herr Uebel bleibt zurück!
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Das Gipfelkreuz im Nacken.
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Die Bergspitze rief!
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Der Ostzipfel Madeiras

Bolo de caco – oder der große Beschiss!
Beim obigen Begriff handelt es sich nicht um ein Abführmittel, sondern letztendlich um eine Semmel mit Kräuterbutter, vereinfacht ausgedrückt. Eine landestypische Spezialität. Nur leider scheine ich hiermit nicht sonderlich viel Glück zu haben. Das eine Mal wurde es uns kredenzt ohne danach verlangt zu haben. O.K., ist wahrscheinlich eine nette Geste und kostet nichts. Diese Hoffnung wurde jedoch mit der Rechnung wieder zerstreut. Das gibt null Punkte und gerade mal 20 Cent Trinkgeld! Sorry meine Freunde. An einem anderen Abend bestellte ich diesmal die Kräuterbemme und wurde dahingehend enttäuscht, dass die Lieferung ausblieb. Zumindest musste ich diesmal nicht zahlen. Feine Sache, in diesem Sinne: Bolo de caco!

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