BITKOM-Studie: Kinder & Jugend 3.0 – Alltag mit Smartphone

von Elsa Philipp

· 3 min Lesezeit

Ich war fünf Jahre alt, als mein Papa einen Atari 7800 mit nach Hause brachte und so meinen Erstkontakt mit Technik herstellte. Schon damals gab es kritische Stimmen, die mich lieber draußen tobend als zockend vor dem Fernseher sahen. Meine Meinung: Geschadet hat es mir nicht, ganz im Gegenteil.

Auch heute gibt es sie noch, die kritischen Stimmen, die Kindern jeden Kontakt zu Internet und Smartphone absprechen wollen. Eine Einstellung, die ich nur bedingt nachvollziehen kann. Denn in unserer technisierten Gesellschaft, kann sich der Nachwuchs nicht schnell genug an den Alltag mit Internet und Smartphone herantasten.

Passend dazu hat sich BITKOM einmal mit den jüngsten Technik-Nutzern auseinander gesetzt. Innerhalb der Studie „Kinder und Jugend 3.0“ wurden 962 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren zu ihrer digitalen Mediennutzung befragt. Und dabei sind die Jüngsten gar nicht so naiv, wie wir ihnen gern unterstellen.

BITKOM-Studie zur Mediennutzung im Kindes- & Jugendalter
BITKOM-Studie zur Mediennutzung im Kindes- & Jugendalter

Kinder im Internet

Waren es zu meiner Zeit die Spielkonsolen, ist es heute das Internet. Laut der aktuellen BITKOM-Studie halten sich bereits 39 Prozent der 6- bis 7-Jährigen und 76 Prozent der 8- bis 9-Jährigen im Internet auf. In jungen Jahren ist das Nutzungsverhalten jedoch noch eingeschränkt, sodass sich die Kinder vor allem mit Online-Spielen oder Videos die Zeit vertreiben. Das nimmt im Schnitt 11 beziehungsweise 16 Minuten pro Tag in Anspruch. Ein durchaus vertretbarer Wert, denn warum soll der Sandmann im Fernsehen geschaut werden, wenn er flexibel online verfügbar ist.

Erst im Alter von 10 bis 11 Jahren ändert sich das Nutzungsverhalten. In dieser Altersgruppe sind 94 Prozent der Kinder online und bereits 10 Prozent entdecken die sozialen Netzwerke für sich. In der Altersstufe von 16 bis 18 sind bereits 85 Prozent der Jugendlichen bei WhatsApp und Co. unterwegs – und das 115 Minuten pro Tag. Hierbei verhalten sich die Teenager jedoch weit weniger unbedarft, als wir vermuten. Denn 88 Prozent achten darauf, welche Informationen sie online über sich preisgeben.

Dennoch halte ich es für wichtig, dass Eltern ihre Kinder angemessen in die Weiten des Internets begleiten und ihnen so einen sensiblen und vor allem sicheren Umgang mit dem World Wide Web vermitteln.

Dauer der Internetnutzung - von 11 auf 115 Minuten pro Tag
Dauer der Internetnutzung - von 11 auf 115 Minuten pro Tag
Facebook ist nur auf Platz 2 der beliebtesten sozialen Netzwerke
Facebook ist nur auf Platz 2 der beliebtesten sozialen Netzwerke

Smartphone-Nutzung in der Jugend

Wir kennen den Anblick in der Straßenbahn – Teenager, die sich miteinander unterhalten und nebenher munter auf ihrem Smartphone tippen. So verwundern auch die Zahlen der BITKOM-Studie nicht, nach der 89 Prozent der 16- bis 18-Jährigen über Smartphones ins Internet gehen. Zum Vergleich: Notebooks schaffen es bei Teenies nur auf 69 Prozent, Tablets liegen abgeschlagen bei 16 Prozent.

Doch nicht nur Teenager bauen auf Smartphones. Denn bereits ein Fünftel der 6- bis 7-Jährigen nutzen die Geräte und erlernen dadurch den Umgang mit alltäglicher Technik. Mit 12 bis 13 Jahren gehört ein Smartphone fest zur Ausstattung der Heranwachsenden.

Nutzung von Smartphones
Nutzung von Smartphones
Mit dem Smartphone ins Internet
Mit dem Smartphone ins Internet
Privatsphäre ist auch für Teenager ein wichtiges Thema
Privatsphäre ist auch für Teenager ein wichtiges Thema

Alltag der Generation "Digital Native"

Überraschen euch die Zahlen der BITKOM-Studie? Mich ehrlich gesagt nicht. Das Internet und Smartphones sind mittlerweile feste Bestandteile unseres Alltags – warum also nicht auch des Alltags unserer Kinder. Nicht umsonst gibt es den Begriff „Digital Native“ für eine Generation, die selbstverständlich mit Technik und eben auch dem Internet aufwächst. Unsere Rolle ist die des Begleiters, damit sich die Kinder im virtuellen Netz nicht verheddern. Zumindest so lange, bis sie anfangen, uns die virtuelle Welt zu erklären.

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