Australien: Staying Alive
Zyklon Ului überstanden!
Hallo Leute, dieses Mal sollte ich wirklich schreiben, dass es uns gut geht und wir noch leben. Es gab nämlich Zyklon-Warnungen und wir waren mal wieder genau im Gefahrengebiet. Doch bevor ich euch von dem heftigen Wirbelsturm berichte, erzähle ich euch erst einmal alles, was seit unserer Abreise aus Brisbane passiert ist. Unser erster Stopp brachte uns ins schöne Noosa. Dort lernten wir einen netten Angler kennen und zusammen ließen wir den Abend mit Gitarre und Ukulele ausklingen. Außer dem Riff haben wir leider nichts gefangen.
Am nächsten Tag lernten wir gleich die nächste Person beim Frühstücken kennen. Ashley führte uns ein bisschen durch Noosa, machte mit uns einen Trip in den National Park und ging mit uns Surfen und Bodyboarden.
Auf dem Weg zum Rainbow Beach führte uns das GPS durch den nächsten National-Park. Manchmal ist es ein Fehler zu denken, dass Australier übertreiben. Wenn auf einem Schild steht, dass der Weg ein 4WD-Track ist, dann sollte man nicht mit einem Toyota Camry weiterfahren. Es endete so, dass wir fast drei Stunden in der Dunkelheit verzweifelt einen Weg aus dem Great-Sandy-Nationalpark suchten. Unsere Höchstgeschwindigkeit blieb bei 20km/h auf der unbefestigten, manchmal matschigen, steinigen, mit vielen Schlaglöchern und Wasserstellen versehenen „Straße“. Kein Lebenszeichen außer Frösche, Sorgen um den Sprit und Schilder, die uns auf Gefahren hinwiesen – mir stand förmlich die Verzweiflung auf der Stirn geschrieben. Lisa und ich schrien voller Freude, als wir nach der langen Zeit endlich eine befahrbare Strasse und ein Schild 16 km Rainbow Beach erreichten.
In Bundaberg haben wir mal wieder – wie die anderen 1000 Male – vergessen wo unser Auto steht. Wir wussten nur noch, dass es vor dem Gefängnis „Backpacker Cellblock“ stand. Während wir hilflos und suchend durch die Straßen liefen, überlegten wir uns, ob wir nicht Jemanden nach dem Gebäude fragen sollten. „Hallo, wir sind zwei Backpacker und müssen zum Backpacker Cellblock zurück. Um 18 Uhr gibt es Abendessen!“
Alles was mit dem Cyclone Ului zu tun hat, begann für uns in Town of 1770. Das Wetter war mal wieder regnerisch und stürmisch und die Wellen waren riesig. Wir lernten ein nettes älteres Ehepaar kennen, bei denen wir übernachten konnten. Was für ein Glück, dass wir bei ihnen die Nachrichten und den Wetterbericht im Internet verfolgen konnten, denn so erfuhren wir vom Cyclone Ului. Der Wirbelsturm Stufe Vier war direkt vor der Küste und sollte in den nächsten paar Tagen zwischen Cairns und 1770 eintreffen. Na toll, der Wirbelsturm lag direkt in unserer Route und dann ist das Gefahrengebiet auch noch über 1.000 Kilometer lang – zum Flüchten perfekt – ha ha!! Wir sind trotzdem in den Norden gefahren, der Gefahr entgegen.
In den nächsten paar Tagen regnete es hauptsächlich in der Nacht und die Sonne kam hervor. So konnten wir Einiges unternehmen. Dies änderte sich aber schnell in Airlie Beach. Eigentlich wollten wir von dort aus eine Segeltour zu den Whitsundays machen, doch außer einem Daycruise wurden alle Touren wegen dem Cyclone und dem tobenden Meer gecancelt. Um nicht ganz die Inseln nähe Airlie Beach zu verpassen, haben wir einen Daycruise gebucht. Während Lisa und ich den letzten Sonnenschein genossen, wurden die Inseln evakuiert – sehr beruhigend. Deshalb sind wir auch gleich am selben Tag mit dem Auto weitergezogen. Niemand wusste genau, wann und wo Ului einschlägt. Zum Glück sind wir dem Cyclone in Townsville entkommen, denn der Wirbelsturm schlug genau zwei Tage später in Airlie Beach ein. Auch wenn der Sturm vor dem Einschlag noch auf Stufe Zwei heruntergestuft wurde, war die Verwüstung katastrophal. Das komplette Netzwerk ist zusammen gebrochen und vor allem im Hafen ist ein großer Schaden entstanden.
Wir haben jetzt über 1.600 Kilometer von Brisbane nach Cairns zurückgelegt. Durch Couchsurfing lernten wir David kennen – endlich wieder ein schönes Bett, Dusche und Waschmaschine. Außerdem versuchen Lisa und ich das Auto hier in Cairns zu verkaufen. Hoffentlich haben wir Erfolg dabei. Bald bekommt ihr die neusten Nachrichten aus Cairns. Bis dahin, haltet die Ohren steif! Cheers.






























