Australien: Sind wieder da!
Zurück in Deutschland, doch in Gedanken in Australien
Hallo Leute – traurig muss ich euch berichten, dass unsere Reise nach den letzten fünf Tagen in Singapur nun endgültig vorbei ist und dass dies mein letzter Reisebericht sein wird. Bitte weint nicht, ich fange sonst auch das Weinen an =). Nach unserem langen Trip in Australien, war es noch einmal sehr aufregend einen Zwischenstopp in Singapur zu machen. Lisa und ich konnten zu unseren Down-Under-Erfahrungen komplett neue Eindrücke gewinnen. Anstatt in einen der teuren Hostels zu übernachten, durften wir bei einer Familie in Singapur das Bett besetzen. Dadurch haben wir natürlich viel von der Kultur und vor allem von den Essgewohnheiten kennengelernt.
Die Speisekarte in einem asiatischen Restaurant in Europa ist komplett anders als die Auswahl der Mahlzeiten an den verschiedenen lokalen und familienbetriebenen Ständen in Singapur. Bei den vielen ungewöhnlichen und oft unvorstellbaren Kombinationen müssen die Offenheit und die Abenteuerlust sehr häufig europäische Grenzen überwinden. Manchmal muss man eben doch über seinen Tellerrand schauen, denn dort stehen schwarze Eier mit Gemüse, sehr süß gepresster Zuckerrohrsaft und als Nachtisch „gecrushtes Eis“ mit Bohnen oder anderen diversen Früchten zur Auswahl. Bei manchen sehr einfallsreichen Kombinationen musste sogar ich die Augen schließen und nur den Geschmack für das Endergebnis bewerten lassen. Doch einmal hat das Augenschließen dann leider nicht geholfen. Unser „final exam“ war das Testen der Durianfrucht, die bei unserer Gastfamilie auch die „Mutterfrucht aller Früchte“ genannt wird. Der Gestank soll unerträglich sein, weshalb geraten wird, die Frucht nie zwischen vier Wänden zu verzehren. Der Geschmack hingegen soll einmalig und süchtig machen. Naja, für mich war der Gestank ertragbarer als der Geschmack. Lisa und ich haben dann doch eher die Mangostanfrucht bevorzugt, die wir beide empfehlen können.
Neben dem Testen ungewöhnlichster Speisen haben wir natürlich auch die Stadt erkundet. Hauptanziehungspunkt ist meiner Meinung nach Chinatown, mit seinen lebendigen Gassen, den fremdartigen Gerüchen, den vielen Shoppingmöglichkeiten und den bunten Tempeln. Eine weitere Attraktion sind die in der Nacht beleuchteten Straßen Little Indias. Vor allem haben mir die vielfältige Anzahl an Gewürzen, die farbenprächtigen Seidengewänder und die kunterbunten Stoffe in den Läden gefallen.
Außerdem haben Lisa und ich den „Bukit Timah Summit“ erklimmt. Mit seinen 163,63 Metern ist er der größte Berg Singapurs, was ich eher als Hügel bezeichnen würde. Nach unserem Abstieg konnten wir auf dem Parkplatz Affen in voller Aktion beobachten.
Nachdem Lisa und ich am letzten Tag hauptsächlich mit Packen beschäftigt waren, haben die Einkäufe unsere Rucksäcke ein drittes Mal fast zum Platzen gebracht. Leider hatten wir schon von Cairns nach Melbourne zu viel Gewicht in den Taschen, was nach dem Shoppen in Singapur nicht weniger geworden ist. Deshalb lagen zwei riesige Kleiderstapel parat im Zimmer, in die wir uns für den Flug hinein quetschen mussten. Wir sind wie zwei Klöße in den Flughafen gestapft und beim Wiegen meiner Tasche hätten mir nur noch 200g zu 20kg gefehlt. Lisas Rucksack war 100g leichter als meiner. Nach dem Check In lagen wir durchgeschwitzt auf einem Liegestuhl unter der Klimaanlage. Als wir endlich auf unseren Plätzen im Flugzeug saßen, konnten Lisa und ich uns erleichtert von den 10 Tops und den vier Hosen befreien. Das letzte Highlight nach unserer Ankunft in Deutschland war die Begrüßung unserer Familien, die Lisa und ich im Hawaiirock empfingen. Eine Augenweide für jeden, der uns nach der Gebäckausgabe aus der Tür tänzeln sah.
Nach fast sechs Monaten „far far away“ von Deutschland sind wir zwei Reiselustigen wieder in der Heimat. Jetzt beginnt der Ernst des Lebens – die Suche nach einem Studienplatz oder einer Ausbildung. Bei diesem Gedanken zieht es mich wieder in die Ferne, denn das Reisen hat mir eher zugesagt. An die vielen Erfahrungen, die wir gesammelt haben, die Menschen, die wir kennen gelernt haben, die Erlebnisse und Abenteuer, die wir überstanden haben und den Spaß, den wir gehabt hatten, werde ich wohl immer denken müssen – vor allem, wenn ich nach einem langen Lernabend über den Büchern hänge.
Bevor ich mich von euch verabschiede, möchte ich der einen Person danken, die mich die lange Zeit in Australien ertragen hat: Lisa, vielen Dank, dass du mit mir gereist bist! Dein Humor, deine einfallsreichen Ideen, deine Teamfähigkeit, deine Verlässlichkeit, deine Hilfsbereitschaft und deine Freundschaft haben mir immer wieder auf der Reise gezeigt, dass ich dich nicht missen möchte.
Außerdem möchte ich mich bei Sven Kaulfuss bedanken. Vielen Dank für die Canon EOS 1000D, die unser ständiger Wegbegleiter während der Reise war. Die sieben DVDs randvoll mit Bildern beweisen, dass Lisa und ich mehr als zufrieden mit der Kamera waren.
Zu guter Letzt verabschiede ich mich von euch Lesern. Danke, dass ihr so fleißig meine Berichte mit verfolgt habt. Hoffentlich „liest“ man sich bald wieder!
Cheers, eure Cassandra.








