Australien: Merry Christmas
Die Reise geht weiter…
Anmerkung der Redaktion Der Text von Cassandra wurde noch im alten Jahr erstellt, nur zur Info.
Die Zeit vergeht rasend schnell. Vor ein paar Tagen feierten wir noch Weihnachten, jetzt steht Sylvester vor der Tür und dann hat auch schon Lisa Geburtstag. Haltet die Welt an, ich will aussteigen! ;) Wir sind übrigens schon in Sydney. An einem regnerischen Tag verabschiedeten wir uns von Melbourne und verließen Scots Wohnung – ich mit einer Träne im Auge. Ich habe mich nämlich beim Beladen des Autos verletzt, nachdem wir unser Gepäck vom Balkon herunter seilen wollten. Natürlich riss die Schnurr und ich rannte mit Schmerzen wie wild durch die Wohnung.
Ohne unser GPS wären wir wahrscheinlich noch immer in Melbourne oder wären in die falsche Richtung nach Adelaide gefahren. Schon in Melbourne haben wir für eine 30-Minuten-Fahrt von St. Kilda nach Footscray fünf Stunden gebraucht. Uns stand aber auch kein Stadtplan sondern nur die Wegbeschreibung aus Google maps zur Verfügung. Mit Stadtplan haben wir für die gleiche Strecke nur drei Stunden gebraucht, d.h. nur zweieinhalb Stunden länger. Die erste Anweisung des GPS, die wir auf dem Princes Hwy erhalten haben, lautete: „Nach 154 km links abbiegen.“ Ungefähr zwei Stunden später: „Bitte biegen sie nun links ab.“ Die längste Strecke, die wir einmal fahren mussten, bis wir rechts abbiegen konnten, war 248 km. Ich liebe das Navi!
Übrigens wurde ich auch schon von der Polizei angehalten. Ich bin gerade mal 200m gefahren – das war meine erste Fahrt, die ich übernommen habe. Kurz bevor ich aus Bairnsdaile herausfahren wollte, musste ich einen Alkoholtest machen. Das lag aber nicht an meinen schlechten Fahrkünsten, denn jeder Fahrer wurde von der Polizei angehalten. Lisa hat mich beim Pusten gefilmt und das Röhrchen durfte ich als Andenken behalten. Das Reisen im Auto von Melbourne nach Sydney hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wenn uns ein Ort gefallen hat, blieben wir dort einfach mal für ein, zwei Tage. Wir hatten immer einen super Ausblick auf das Meer und natürlich waren wir fast jeden Tag schwimmen. Die Wellen wären perfekt zum Surfen gewesen, doch leider fehlt uns noch immer ein Surfbrett.
Einmal haben wir bei windigem Wetter Cornflakes gefrühstückt. Ich glaube, ich hatte mehr Milch auf meiner Hose als in meiner Schüssel. Wenn die Cornflakes erst einmal sicher in deiner Schüssel gelandet sind, muss die Milch ganz schnell mit Windrichtung eingeschenkt werden, sonst hat die Person neben dir die Cornflakes im Haar. Alles was du dir mit dem Löffel in den Mund schieben willst, ist spätestens nach dem nächsten Windstoss davongeflogen. Jeder macht seine eigenen Erfahrungen – nicht nur derjenige, der Cornflakes essen möchte, sondern auch der Sitznachbar neben ihm.
Weihnachten haben Lisa und ich bei Sean und seiner Familie in Sydney verbracht. Am 24. Dezember sind wir mittags angekommen und abends traditionsgetreu in die Kirche gegangen. Die Kirche ist hier viel anders als in Deutschland. Man wird beim Singen nicht von einer Orgel sondern von einer Band begleitet. Außerdem kann man sich beim Singen nicht in seinem Gesangsbuch verstecken, da der Text auf einem riesigen Bildschirm steht. Die Lesung wurde übrigens auch gesungen. Der Klingelbeutel geht zweimal durch die Runde: Das erste Mal für die Armen, das zweite Mal für die Kirche. Eigentlich hätte eine dritte Runde nicht geschadet, die wäre dann für mich gewesen – ha ha! Am besten hat mir das kleine Mädchen vor uns gefallen. Sie hat nicht nur mit den Ketten und Armbändern fremder Leute gespielt, sondern langte auch mal in die lockig weißen Haare einer Oma.
Die Australier feiern Weihnachten einen Tag später als in Deutschland. Deshalb gab es erst am 25. das große Festessen. Die ganze Familie wurde mit drei Braten verköstigt. Natürlich gab es nicht nur einen Nachtisch sondern gleich drei und zusätzlich Pralinen. Nach dem köstlichen Essen rollten wir dann alle vollgestopft zum Baum, um die Geschenke zu öffnen.
Jetzt steht wie gesagt das neue Jahr vor der Tür und ich wünsche euch allen einen schönen Rutsch. Cheers.








