Apple verhindert Sammlung von Nutzerdaten durch Apps
Mehr Sicherheit für iOS
In der letzten Woche berichtete ich darüber, dass es im Android Market einen neuen Türsteher gibt. Aber auch darüber, dass man sich und sein Smartphone durch Schutzprogramme und bewusstes installieren von Apps selbst schützen kann. Im Vergleich dazu fühlt man sich bei iOS völlig schutzlos. Gerade wenn man immer wieder von Skandalen hört, bekommt man den Eindruck dass durch iOS quasi schon jeder Anbieter über das komplette Telefonbuch der Nutzer verfügt. Man erfährt immer erst im Nachhinein dass es sich um so genannte Spyware handelt und kann vorher nicht mal erahnen auf welche Daten und Funktionen die App Zugriff haben wird.
Aus diesem Grund sollte es doch in der Verantwortung des Herstellers liegen, seine Nutzer zu schützen. Gerade wenn sie es selbst, bedingt durch das Betriebssystem, nicht können. Das hinterlistige Abziehen der Nutzerdaten soll nun endlich ein Ende haben: nachdem sogar Apps wie Path, Foursquare und Twitter die Adressbücher der Nutzer auf die eigenen Firmenserver (ohne Genehmigung) übertragen haben, reagiert Apple.
Programmierer hatten herausgefunden, dass Path (eine App um die in letzter Zeit ein ziemlicher Hype herrschte und somit von sehr vielen Nutzern installiert worden war) ungefragt alle Kontakte aus dem Adressbuch des Nutzers übertragen hatte.
iOS sicherer als Android?!
So heißt es doch, denn im Gegenteil zum Android Market müssen Apps im iOS Store erst manuell von Apple zugelassen werden. Wie kann es dann passieren, dass Apps die gegen die Richtlinien verstoßen, den Nutzern ihre Daten aus den Taschen ziehen? Laut The Verge hatten einige Anwendungen die Daten sogar unverschlüsselt an ihre Server übertragen. Auch populäre Apps wie Twitter haben zugegeben, dass die App Daten aus den Adressbüchern der Nutzer sammelt und sogar bis zu 18 Monate auf ihren Servern speichert. Durch die immer wieder aufkommenden Skandale hat man also nicht das Gefühl, dass iOS sicherer ist als Android. Auch iOS Nutzer verlieren völlig die Kontrolle über ihre sensiblen Daten.
Sind wir nackt im Internet?
In der ZDF-Mediathek habe ich dazu einen sehr ausführlichen Bericht gefunden, der verdeutlicht was durch das Daten sammeln alles möglich ist. Laut dem Beitrag sammeln ca. 20% der Anwendungen in den Stores Daten wie zum Beispiel Kontaktlisten, Anruferlisten und teilweise sogar Fotos oder die Standorte der Nutzer:
>>Zum Beitrag des ZDF – Hilfe ich bin nackt!
Viele Anwendungen bedenklich
Laut dem Sicherheitsunternehmen Lookout erlauben anscheinend zehntausende Anwendungen im iOS Store den Zugriff auf das gesamte Adressbuch der Nutzer. Hauptsächlich Apps aus dem Social-Media Bereich sammeln Daten auf diese unzulässige Art und Weise. Es ist auch nachvollziehbar, dass diese die Daten brauchen um „Freunde zu finden“, jedoch ist das kein Grund den Nutzern die Vorgehensweisen zu verschweigen.
Die Lage aus rechtlicher Sicht
Rechtlich ist die Sache ganz klar, nach deutschem Datenschutzrecht sind die Verfahren der Anwendungen unzulässig. Firmen die solche Daten verarbeiten möchten, egal zu welchem Zweck, müssen vorher die Einwilligung des Nutzers einholen. Zudem müssen die Nutzer ausführlich darüber informiert werden wozu die Daten gebraucht werden.
Apple verspricht Besserungen
Der Computerriese hat sich schon viel zu lang Zeit gelassen. Apple ist durch die zuletzt bekannt gewordenen Skandale jedoch so sehr in Kritik geraten, dass das Unternehmen nun endlich reagiert. Apple verspricht Verbesserungen die das iOS-Betriebssystem sicherer machen. Konkrete Details zu Maßnahmen sind noch nicht bekannt. Klar ist, dass Nutzer in Zukunft den Anwendungen ihre ausdrückliche Erlaubnis geben müssen um auf die sensiblen Daten zugreifen zu dürfen.
Im vergangen Jahr war Apple selbst bereits in Kritik geraten, als bekannt wurde dass iDevices dauerhaft Standortpositionen speicherte und Nutzer weder darüber informiert wurden, noch konnten sie etwas gegen diesen Umstand tun. Seitdem müssen Anwendungen nach einer Erlaubnis fragen, wenn sie diese Informationen nutzen möchte. Apple selbst speichert die Daten nur noch temporär für eine Woche. Eine Ähnliche Funktion wird auch beim Zugriff auf das Adressbuch der Nutzer erwartet.
Bildquellenangabe: Lars Mikloweit/Danny König – pixelio.de, ZDF Mediathek









