Adblock Plus: Intransparente Beziehungen zur Werbeindustrie

von Anne Fröhlich

· 2 min Lesezeit

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Die Kollegen von mobilegeeks.de haben eine interessante Story ausgegraben, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Dabei geht es um das kostenlose Browser-Add-On Adblock Plus, das sicherlich auch viele von euch nutzen. Sascha Pallenberg hat recherchiert, wie das dahinter stehende Unternehmen eigentlich sein Geld verdient – und ist auf suspekte Verbindungen mit der Werbeindustrie gestoßen.

Was ist Adblock Plus?

Adblock Plus ist ein beliebtes Add-On, um unerwünschte Werbung beim Surfen im Internet zu unterdrücken. Es ist momentan für Firefox und Chrome erhältlich, wobei es bis jetzt bereits 200 Millionen Mal von Firefox-Nutzern und mehr als 10 Millionen Mal von Chrome-Nutzern heruntergeladen wurde. Sascha Pallenberg, Gründer von mobilegeeks.de, ist stutzig geworden, als er folgendes herausfand: Das Unternehmen Eyeo GmbH, zu dem Adblock Plus gehört, beschäftigt 15 Mitarbeiter, davon zwei Geschäftsführer. Und das wird finanziert mit einem einzigen, kostenlosen Produkt? Wie soll das funktionieren?

Seit Ende 2011 gibt es bei Adblock Plus die standardmäßig aktivierte Option „Acceptable Ads“. Das ist eine Whitelist mit Werbeanzeigen, die unaufdringlich und damit akzeptabel sind. Ermittelt wird diese Whiteliste nach Aussagen der Eyeo GmbH in einem öffentlich zugänglichen Forum von den dort aktiven Usern. Nun ist es verwunderlich, dass sich auf dieser Whitelist viele Links befinden, die direkt oder indirekt den Geschäftsführern und Mitarbeitern von Adblock Plus zugute kommen. Ein Beispiel: Yieldkit.

Yieldkit und das Affiliate-System

Yieldkit platziert Affiliate-Links im Text einer Webseite. Das Affilitate-System funktioniert nach Art einer Vermittlung: Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen bewerben wollen, wenden sich an eine Affiliate-Agentur. Diese hat wiederum Webseiten-Betreiber als Partner, die sich gern durch Werbung Geld dazuverdienen möchten. Die Affiliate-Agentur vermittelt nun zwischen den Unternehmen und den Webseiten-Betreibern und bekommt dafür Provision. Yieldkit hat sich darauf spezialisiert, auf Webseiten bestimmte Keywords wie Produktnamen und Marken automatisch in Links zu den jeweiligen Händlern umzuwandeln, die über Yieldkit ihre Online-Werbung aussteuern. Was hat das nun mit Adblock Plus zu tun?

Solche Affiliate-Links werden von Werbeblockern wie Adblock Plus eigentlich unterdrückt. Nun hat aber Tim Schumacher, der mit seinem Unternehmen TS Venture GmbH mehr als 44 Prozent der Anteile an Adblock Plus besitzt, viel Geld in Yieldkit investiert. Und, große Überraschung, Yieldkit ist auf der Whitelist von Adblock Plus.

Das bedeutet gleichzeitig: Wenn sich Webseiten-Betreiber einen anderen Affiliate-Partner suchen, der nicht so gute Verbindungen zu Adblock Plus hat, oder sich direkt an das werbewillige Unternehmen wenden, dann haben sie weniger Einnahmen. Denn die Webseiten-Betreiber werden am Erfolg der Werbelinks prozentual beteiligt, die jedoch nicht zu sehen sind, wenn sie nicht auf der Whitelist stehen. Blöd für die Webseiten-Betreiber, super für Yieldkit.

Einkaufen in die Whitelist möglich?

Noch mehr dieser Art von suspekten Mauscheleien zwischen Adblock Plus und der Online-Werbeindustrie hat Sascha Pallenberg ausgegraben. Ich kann euch seinen Blogbeitrag sehr empfehlen, auch wenn er an der ein oder anderen Stelle lediglich auf Vermutungen basiert. Die Quintessenz lautet trotzdem: Adblock Plus ist keinesfalls der Retter eines „Web ohne nervige Werbung“, sondern hat – sehr intransparent – Vertreter der Online-Werbeindustrie als „strategische Partner“. Inwieweit diese sich in die Whiteliste einkaufen können, liegt weiterhin im Dunkeln. Aber mal ehrlich: Heutzutage ist nichts umsonst. Und Adblock Plus funktioniert ja weiterhin, ein Großteil der Werbung wird geblockt. Wie seht ihr das? Sind diese Enthüllungen für euch ein Grund, nach Alternativen für Adblock Plus zu suchen?

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