TV-Spot: das Making-of -Teil 1
Mittwochabend, 22 Uhr: Unser Hausboot liegt ruhig im Wasser des Berliner Museumshafens und die Abendsonne verschwindet langsam hinter der Skyline der Hauptstadt. Die letzte Klappe ist gefallen und wir, die „Schiffsbesatzung“, jubeln begeistert auf. Ich schaue meine Kollegin Alexandra an und wir sind hin- und hergerissen zwischen: „Endlich geschafft!“ und „Oh nein, schon vorbei?“.
Hinter uns liegen drei Tage Dreharbeiten für unseren allerersten TV-Spot. Vor diesem letzten „Take“ lag zwar ein ganzes Stück Arbeit, aber es gab auch viele Erlebnisse, spannende Erfahrungen und nette Begegnungen. Hier kommt für euch der Blick ins Drehtagebuch.
Tag 1: Lovestory im Cyberport-Store?
Für gewöhnlich möchte ich an einem Sonntag ja nicht so früh aufstehen, denke ich mir, im Hotelbett liegend. Unter mir höre ich die U-Bahn rumpeln. Oder war es mein Magen? Zum Glück wartet am Set schon der Catering-Truck mit den Jungs von „Naked Lunch“, die uns in den nächsten Tagen mit einem der leckersten Caterings aller Zeiten versorgen sollen (nein, sie sind nicht nackt).
Während die Crew schon seit 6 Uhr unseren Store in Berlin-Steglitz in ein vorbildliches Filmstudio verwandelt, stärken wir uns also erst einmal mit Lachs-Bagels und frisch gebrühtem Cappuccino.
Store-Manager Christian habe ich auch schon gesichtet, der wie eine Löwenmama durch seinen Store tigert und schaut, dass alles mit rechten Dingen zugeht. So muss das sein. Doch keine Sorge, hier sind Profis am Werk. Heute sollen die ersten Vignetten abgedreht werden.
Alexandra aus unserer Corporate-Marketing-Abteilung nistet sich schon mal vor dem Vorschau-Screen ein. Sie betreut das Projekt seit fünf Monaten und weiß ganz genau, was am Ende des Tages im Kasten sein muss. Welche Produkte möchten wir im Spot zeigen? Welche Botschaften und Emotionen wollen wir rüberbringen? Wie zeigen wir am besten, was genau Cyberport ausmacht? Das sind nur einige der Fäden, die sie heute zusammenhält, während die Spezialisten aus der Crew sich auf ihre jeweiligen Aufgaben konzentrieren.
Insgesamt sind dabei um die 30 Personen unterwegs: vom Regisseur und seinem Assistenten über die Aufnahmeleitung und den Kameramann samt zwei Assistenten bis zu den Fachleuten für Licht, Ton, Kulisse, Maske, Kostüm und so weiter.
Und ich? Ich schleiche lautlos wie eine Kobra über das Set und halte alles mit meiner Cam fest – immer auf der Hut, dass kein Blitzen oder Klicken die Dreharbeiten stört und ich rechtzeitig aus dem Bild springe.
Das erste, was ich sehe, ist eine Knutscherei zwischen unseren beiden Darstellern. Nanu? Ich wittere schon eine 1-A-Liebesgeschichte fürs Drehtagebuch, bis ich feststelle, dass der Kuss nur gestellt ist. Gehört alles zum Drehbuch: Alexander hat seiner Julia gerade ein neues Nokia Lumia 925 geschenkt – durchaus ein Grund zur Freude.
Ich habe die beiden zusammen mit den anderen Darstellern bereits am Vortag beim Fitting kennengelernt. Dort haben wir einen kritischen Blick auf die Outfits geworfen und auch da hatte Alexandra genau im Blick, welche Klamotte am besten zum Feeling des Spots passt.
Zwischen unzähligen „Stand-by“-s, „Ton ab!“-s und „Und bitte!“-s muss auch jetzt am Set auf jedes Detail geachtet werden: ob flackernde Bildschirme im Hintergrund, Fingerabdrücke auf dem Display oder ein Klopfen auf die falsche Schulter.
Eins steht fest: Schon auf dem Vorschau-Screen sind wir begeistert, wie toll sich unser Store „im Fernsehen“ macht.
Danach geht es vor die Tür, genau genommen in die Anlieferungszone, wo die nächste Vignette gedreht werden soll. Hier möchten wir zeigen, wie die Ware bei uns im Store ankommt und erwartungsvoll entgegengenommen wird. Ein ganzer Lkw voll mit Top-Technikprodukten. Den hättet ihr sicher auch gern mal vor der Tür stehen, oder?
Ich bin jedenfalls gut unterhalten, während ich beobachte, wie sich vier der Crewmitglieder inklusive Kamera & Co. ins Innere des Lkw quetschen und hinter den Kartons hervorlugen. Unzählige Male geht der Rollladen nach oben, damit unsere Cyberport-Mitarbeiter (auf Zeit) die wertvolle Ladung checken können. Und so geht der erste Drehtag zu Ende, an dem ich folgende Lektion gelernt habe: „Ruhe am Set“ ist leichter gesagt als getan.
Tag 2: Hausbesetzer
Wer hätte nicht gern ein 30-köpfiges Filmteam in seiner privaten Wohnung? An diesem Tag nisten wir uns in einem sehr großzügigen und stylishen Loft in der Sonnenallee ein, das der Location-Scout vorab in Berlin ausfindig gemacht hat. Den Eigentümer scheint es nicht zu stören, dass wir seine Wohnung einmal komplett umgestaltet haben. Von neuen Wänden, Möbeln, Bildern und Deko-Elementen bis hin zum technischen Equipment – die Atmosphäre wird genauso hergerichtet, wie wir sie für die nächste Szene unseres Werbespots vorgesehen haben.
Gleich klingelt der Postbote an der Tür und liefert das sehnsüchtig erwartete Cyberport-Paket an. So, wie ihr es im Spot zu sehen bekommt. Darsteller Daniel, ein junger, kreativer Architekt, steht schon in den Startlöchern und bekommt noch mal von unserer Stylistin die Frisur gerichtet.
Dann muss jeder Handgriff sitzen. Denn im Flur, dem Ort des Geschehens, ist nicht viel Platz, wodurch man sich schnell im Weg steht. Einer stößt die Tür auf, der nächste hält sie auf der anderen Seite auf, der Kameramann steht in Position und seine beiden Assistenten haben die Klappe und die Schärfe im Blick. Dahinter überwacht der Tonmeister den Geräuschpegel.
Unsere beiden Darsteller müssen die Zurufe des Regisseurs schnell aufnehmen und umsetzen: „Das Paket ein Stück runter, jetzt ein Stück nach rechts, der Schritt muss etwas schneller kommen, ein bisschen mehr Überraschung im Gesicht…“ Stück für Stück arbeiten wir uns zur perfekten Klappe vor. Alexandra sitzt derweil wieder mit den Kollegen der Produktionsfirma im Wohnzimmer nebenan, wo sie konzentriert den Preview-Screen beobachten.
Während das Team einen kleinen Umbau vornimmt, nutze ich die Chance für einen Schwatz mit unserer Kostümbildnerin. Spannend, wo die Crewmitglieder schon überall gearbeitet haben und was für ein unstetes, aber verrücktes Leben sie führen. Zuletzt war sie zum Beispiel für sechs Monate auf einem Dreh in Indien, danach in Israel.
Ich fühle mich sehr wohl am Set, an dem schnell eine familiäre Atmosphäre entstanden ist. Jeder weiß genau, was er zu tun hat und alle arbeiten Hand in Hand. Anders würde es auch nicht funktionieren, bei so straffen Zeitplänen. Gefällt mir!
Und ob es so straff weiterging, erfahrt ihr hier.






























