03-12-2016
  • Mein Konto & Login

Cyberport ist Partner von CHIP Online
  • Unsere Hotlines

    • Beratung & Bestellung
      Telefon: +49 351 3395-60
      Mo-Fr 8-20 Uhr, Sa 10-20 Uhr

      Hotline Geschäftskunden
      Telefon: +49 351 3395-7000
      Mo-Fr 9-18 Uhr

      Ihre Meinung zählt
      Unser B2B-Service soll noch besser werden. Zur Umfrage

      Kundenservice & Support
      Telefon: +49 351 3395-678
      Mo-Fr 9-18 Uhr

  • Cyberport Stores

Objektiv

Das Objektiv ist bei Kameras, Ferngläsern und Projektionssystemen das Licht sammelnde optische System, das eine reelle Abbildung eines Gegenstands erzeugt. Umgangssprachlich wird das Objektiv auch Optik genannt. Man unterscheidet zwischen Wechsel-Optiken bei Systemkameras, integrierten optischen Einheiten (z.B. Kompaktkameras) und Projektionsobjektiven. Die Abbildung wird im Falle eines Aufnahme-Objektivs durch Bündelung der reflektierten Lichtstrahlen eines Gegenstands erzeugt, bei einer Projektor-Optik entsteht das Abbild durch das Durchleuchten einer bildgebenden Einheit (Dia, LCD-Element) oder durch eine Licht emittierende Bilderzeugungseinheit (Röhren-Projektoren).

Technische Grundlagen von Objektiven

Ein Objektiv besteht aus einer oder mehreren Sammellinsen, die aufgrund von Lichtbrechung parallel einfallendes Licht auf einer Brennebene sammelt. Miteinander kombiniert führen unterschiedliche Stärken und Formen der Sammellinsen zu bestimmten Eigenschaften des Objektivs. Diese sind:

  • Anfangsöffnung (Lichtstärke, Arperture)
  • Brennweite (ƒ)
  • Abbildungsmaßstab
  • Abbildungsleistung
  • Streulichteigenschaften

Neben konkaven und konvexen Linsen kommen in modernen Objektiven auch sogenannte asphärische Linsen zum Einsatz. Diese haben im Gegensatz zu einer sphärischen Linse einen veränderlichen Kurvenradius in der Linsenwölbung und bieten eine bessere Abbildungsleistung. Weitere Maßnahmen zur Korrektur von Abbildungsfehlern sind die Vergütung (Verminderung der Lichtreflexion) und der Einsatz von Glassorten mit unterschiedlicher Lichtbrechung. Seltener werden auch Spiegel oder Beugungsgitter in Objektiven verbaut.

Objektivbajonett

Um Kameras in immer mehr Bereichen nutzen zu können, stehen unterschiedliche Objektiv-Typen zur Verfügung (siehe folgender Absatz), die bis Mitte des 20. Jahrhunderts üblicherweise mit einem Schraubgewinde mit der Kamera verbunden wurden. Im Filmbereich waren auch Revolver-Montierungen oder Schiebewechsler zu finden. Die Einführung von Objektiv-Bajonetten ermöglichte dem Fotografen einen schnelleren und unkomplizierteren Objektivwechsel als die Schraubgewinde. Allerdings sind die Bajonette unterschiedlicher Hersteller meist nicht miteinander kompatibel und können auch nur unter bestimmten Voraussetzungen adaptiert werden. So muss das Auflagemaß (Abstand vom Sensor zur Befestigungsfläche des Objektivs) der Zielkamera geringer sein als vom Objektivanschluss. Außerdem sollte der Bildkreis des Objektivs größer sein als der Sensor und Teile des Objektivs dürfen bei SLR-Kameras nicht in den Schwingbereich des Spiegels hereinragen. Die Einstellung von Schärfe und Blende kann automatisch erfolgen, wenn dies der Adapter unterstützt.

Weitwinkel, Normal-Objektiv, Tele

Objektive werden nach Bildwinkel in folgende Typen eingeordnet. Maßstab ist dabei nicht der Bildwinkel (meist in der Diagonalen angegeben), sondern die Brennweite. Bei Film- und Sensorformaten, die vom Kleinbildformat abweichen, wird das sogenannte Kleinbild-Äquivalent angegeben.

  • Weitwinkel-Objektive: Optiken mit einer Brennweite unter 40 mm
  • Normal-Objektive: Optiken mit einer Brennweite von 40 – 60 mm
  • Tele-Objektive: Optiken mit einer Brennweite über 60 mm

Weitwinkel- und Teleobjektive sind außerdem spezifiziert in Super-Weitwinkel- (ƒ300 mm)

Lichtstärke & Blende von Objektiven

Mit der Blende des Objektivs wird der Lichtdurchlass im Objektiv reguliert. Dabei gilt: je größer die Blendenzahl ist, desto kleiner der Lichtdurchlass und umgegekehrt. Die Lichtstärke eines Objektivs klassifiziert den Lichtverlust im Objektiv mit offener Blende. Das Öffnungsverhältnis, z.B. 1/2,8 oder 1:2,8, beschreibt also wie viel Licht der Ursprungshelligkeit am Film bzw. Sensor ankommt. Bei sehr großen Anfangsöffnungen, z.B. 1:1,2, ist eine ausgeprägte Unschärfezeichnung außerhalb des Fokus festzustellen und auch Abbildungsfehler können bei höheren Lichtstärken nur noch bedingt korrigiert werden. Das Abblenden steigert die Abbildungsleistung bis zur Blende 8 bis 11, darüber hinaus wird zwar die Schärfentiefe weiter erhört, die Abbildungsleistung in Linienpaaren/Fläche sinkt jedoch durch die Lichtbeugung an den Blendenlamellen wieder.

Sonderformen von Objektiven

Neben Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiven existieren weitere Objektiv-Typen, die nach ihren Anwendungsmöglichkeiten oder spezieller Funktion unterschieden werden:

  • Zoomobjektiv: Objektiv mit veränderlicher Brennweite (siehe Zoomobjektiv)
  • Makro-Objektiv: Objektiv mit großem Abbildungsmaßstab
  • Fisheye-Objektiv: Objektiv mit großem Bildwinkeln und einer speziellen Projektionsart (alle nicht durch den Mittelpunkt laufenden Linien im Bild werden stark kreisförmig um die Mitte herum verzerrt)
  • Tilt- & Shift-Objektiv: Objektiv, das ein Kippen (Tilt) oder Verschieben (Shift) der Optik erlaubt (siehe Tilt-Shift-Objektiv)
  • Anamorphot: Objektiv mit zusätzlichen zylinderförmigen Linsen, das ein Bild staucht, um bspw. ein Kino-Breitbild zu erzielen. Die Entzerrung erfolgt durch ein entsprechendes Objektiv im Projektor oder digital.
Zuletzt aktualisiert am 22.07.2013 von
Dieser Lexikonartikel basiert auf dem Artikel Objektiv der freien Enzyklopädie Wikipedia.
© Cyberport GmbH 1999 – 2016
Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten | Information zur Verfügbarkeitsanzeige
.