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Western Digital Scorpio Blue: WD2500BEVT gegen WD5000BEVT



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Ein Kampf auf Augenhöhe oder doch eher David gegen Goliath?
Auf dem heutigen Prüfstand stehen zwei Festplatten aus dem Hause Western Digital. WD ist neben Samsung und Seagate einer der größten Hersteller für Festplatten und ist bekannt für zahlreiche Modelle im 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Format. Aktuell stellt WD mit seinem zwei Terabyte Flaggschiff im 3,5-Zoll-Bereich die größte Festplatte, die es derzeit für Privatkunden zu kaufen gibt (Stand: Mai 2009). Ungeachtet dessen gibt es aber auch User, die mit solch einem großen Volumen nichts anzufangen wissen oder einfach ein mobiles, leises und Stromsparendes Modell suchen. Auf diese Käuferschaft zielen 2,5-Zoll-Festplatten ab. Zwar ist in diesem Bereich bereits bei 500 GB das Ende der Fahnenstange erreicht, doch weisen diese Modelle auch Vorteile auf, die ihre größeren Geschwister nicht bieten können. So verbrauchen 2,5-Zoll-Festplatten weniger Strom als vergleichbare Modelle aus dem 3,5-Zoll Bereich und besitzen in der Regel einen deutlichen geringen Geräuschpegel. Hinzu kommt, dass sich auch deren Vibrationen meist in einem angemessenen Rahmen halten, was beispielsweise bei einem Einsatz in einem Aluminiumgehäuse eine nicht zu verachtende Größe darstellt.
1. Testprobanden
Auf der einen Seite des Rings haben wir die Western Digital WD5000BEVT. Sie kann seit Mitte 2008 käuflich erworben werden und ist seitdem mit 500 GB die größte mobile Festplatte des Herstellers aus Kalifornien. Diese Größe wird unter Verwendung von zwei Platter á 250 GB erreicht, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein Novum darstellte. Vergleichbare Modelle aus dem Hause Hitachi und Samsung setzten seinerzeit noch auf drei Scheiben mit je 166GB. Das aus der Scorpio Blue-Reihe stammende Laufwerk dreht mit 5400U/Min., besitzt einen 8MB großen Cache und kann per SATA der zweiten Generation im Computer oder im Notebook angeschlossen werden. Auf der anderen Seite des Rings haben wir aus demselben Hause die WD2500BEVT. Sie gehört ebenso der Scorpio Blue-Reihe an und weist abgesehen vom verfügbaren Speichervolumen von 250 GB keine erkennbaren Unterschiede zum 500-GB-Modell auf. Verfügbar ist dieses Modell aber schon deutlich länger, was die Frage aufwirft, wie aktuell die Technik ist, die sich in dem kleinen Gehäuse befindet. Derzeit muss man um die 80 Euro für das 500-GB-Modell und 50 Euro für das kleinere Geschwistermodell bezahlen. Beiden gemein ist die dreijährige Herstellergarantie.

Western Digital Scorpio Blue”

2. Vorgedanken
Interessant wird es sein, wie viele Platter das kleinere Modell verwendet. In der Regel besitzen Festplatten mit einer höheren Datendichte pro Platter auch höhere Schreibe- sowie Leseraten. Des Weiteren könnte ein Modell mit wenigen Scheiben auch Vorzüge im Stromverbrauch und im Laufgeräusch besitzen, was insbesondere die Benutzer von mobilen Geräten wie Note- oder Netbooks zu schätzen wissen würden. Da aber WD keinerlei Angaben zu der Anzahl der verwendeten Platter macht, muss durch Tests untersucht werden, ob man bei geringem Speicherplatzanspruch auch das 250-GB-Modell verwenden könnte, um die Vorteile der neuen Technik genießen zu können.

3. Testaufbau
Getestet werden beide Speichermedien an einem internen Sata II-Anschluss eines Mainboards mit P35-Chipsatz und ICH9R-Controller. Die Daten liefert ein auf 2,66 Ghz übertakteter Intel Core 2 Duo E6400 dem 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Als Betriebssystem kommt Windows Vista Home Premium in der 64bit-Variante und das aktuelle Service Pack 2 zur Verwendung.

4. Testprogramme

4.1 Geschwindigkeit
Zur theoretischen Bewertung der Geschwindigkeit der beiden Probanden findet das HD Tune Anwendung. HD Tune misst die maximale und minimale Datentransferrate und ermittelt die durchschnittliche Leserate. Weiterhin gibt das Tool die Zugriffszeit, die Burstrate und die Prozessorauslastung der Festplatte an. Mit Hilfe von CrystalDiskMark werden die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der Festplatten in verschiedenen Tests überprüft. Speziell das zufällige Lesen und Schreiben von vorher definierten Datenblöcken steht bei diesem Programm im Vordergrund. Der ATTO Disk Benchmark ist ein praxisorientiertes Testverfahren. So misst das Programm die Lese- und Schreibrate der Festplatte bei sehr kleinen Dateien. Höhere Werte bedeuten in der Regel eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit wie zum Beispiel beim Öffnen von Programmen und beim Starten von Windows. Der FileCopy Test von xbitslabs.com überprüft die Schnelligkeit einer Festplatte mit Hilfe von vordefinierten Patterns (Muster). Diese Muster ähneln in ihrer Zusammenstellung Szenarien, die im Alltag häufig vorkommen und daher ist dieser Test sehr praxisnah. So werden zur Bewertung der Lese- und Schreibgeschwindigkeit Installationsdateien, ISO-Dateien, MP3’s, Programm- und Windowsdateien benutzt.

4.2 Lautstärke
Aufgrund von fehlenden Messinstrumenten zur Bestimmung der Lautstärke werden subjektive Hörtests aus einer Entfernung von 5 cm, 30 cm und 1 m durchgeführt. Dies geschieht im offenen Zustand, was dazu führen kann, dass die Festplatten eingebaut leiser oder unter Umständen auch lauter sein können. Die Vibrationen werden in der offenen Hand ermittelt.

5. Ergebnisse

5.1 Geschwindigkeit

Western Digital Scorpio Blue: Benchmarks”

Der Transferverlauf der WD2500BEVT bei HD Tune ist relativ ungleichmäßig, liegt aber noch im normalen Rahmen. Beginnend mit einer maximalen Datenrate von 66,4 MB/s im innersten Bereich der Scheibe sinkt diese auf eine minimale Rate von 31,7 MB/s im äußersten Bereich. Daraus ergibt sich dann eine durchschnittliche Leserate von 52,4 MB/s. Die WD5000BEVT zeichnet ein sehr gleichmäßiger Transferverlauf aus. Ihr Maximum liegt bei ca. 83,2 MB/s und das Minimum ist bei einer Datenrate von 41 MB/s erreicht. Die durchschnittliche Leserate liegt mit 65,8 MB/s zirka 26 % über der der kleinen Schwester. Die Zugriffszeiten der beiden Testprobanden liegen mit 16,9 ms bei dem 250 GB-Modell und 16,3 ms bei dem 500 GB-Modell relativ dicht beieinander. Interessant ist die sehr hohe Prozessorauslastung bei der WD2500BEVT. Trotz geringer Datenraten ist diese mehr als doppelt so hoch und beträgt 15,9 %. Originalscreenshot: HD Tune

Auch beim CrystalDiskMark überflügelt der 500GB-Bolide den Konkurrenten deutlich. Zumindest wenn es um die sequentielle Transferrate geht. Diese liegt ähnlich wie bei HD Tune mit rund 80 MB/s knapp 23 % über denen des kleineren Modells. Die anderen Lese- und Schreibwerte ähneln sich sehr, sodass man annehmen könnte, dass es sich um dasselbe Speichermedium handelt. Warum die Schreibraten bei beiden Modellen höher sind als die Leseraten bleibt ein Rätsel. Originalscreenshot: CrystalDiskMar

Genauso gleich sind die Datenraten die der ATTO Disk Benchmark ausgibt. Wenn es um die Blockgrößen zwischen 0,5 und 8 Kilobyte geht, muss man schon zweimal hinschauen, damit man erkennt, um welches Produkt es sich nun genau handelt. Erst ab einer Größe von 16 Kilobyte werden Unterschiede erkennbar. Sind die Dateien größer als 64 Kilobyte arbeiten beide Festplatten mit ihren maximalen Geschwindigkeiten. Diese liegen wie bei den beiden vorhergegangen Test bei zirka 65 MB/s bei der WD2500BEVT und bei 82 MB/s bei der WD5000BEVT. Originalscreenshot: ATTO Disk Benchmark

Zu guter Letzt verifiziert der FC-Test alle anderen bereits durchgeführten Tests. Das 500 GB fassende Modell, ist mit zunehmender Dateigröße zunehmend schneller als die 250 GB-Festplatte. Beim Erstellen der ISO-Dateien ist die WD5000BEVT mit 51,58 MB/s rund 20 % schneller. Sinkt jedoch die Größe der Dateien so sinkt auch der Vorsprung des Top-Modells der Scorpio Blue-Reihe von Western Digital. Das Erstellen von MP3-Dateien geht nur noch 10% schneller und Installations-Dateien werden kaum 5 % zügiger geschrieben. Geht es um die Verarbeitung von kleinen bis sehr kleinen Windows- und Programmdateien kann die kleinere Festplatte aufschließen und es kommt zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Beim Auslesen der vom FC-Test erstellten Dateien ist die WD5000BEVT zwar immer ein wenig schneller, kann aber nicht wirklich von der hohen Leserate profitieren. Originalscreenshot: FC-Test

Zusammenfassend kann man sagen, dass das neue Platterndesign zwar durchaus für hohe Lese- und Schreibraten bei großen Dateien gut ist, aber bei der Verarbeitung von den in der Praxis häufiger anzutreffenden kleinen Dateien Federn lassen muss und sich kaum bis gar nicht absetzen kann. Weiterhin kann mit relativ großer Gewissheit gesagt werden, dass die WD2500BEVT ebenfalls mit zwei Scheiben ausgestattet ist, aber eben noch auf eine Datendichte von maximal 166 GB pro Scheibe beschränkt ist. Zum einen ist die maximale Transferrate mit rund 26 % deutlich unter dem des 250-Platter-Modells und zum anderen muss man mit teils hohen Geschwindigkeitsverlusten beim Lesen und Schreiben von größeren Dateien rechnen.

5.2 Lautstärke
War es bisher eher ein Kampf auf Augenhöhe, könnte dann vielleicht die nächste Runde an den großen Herausforderer gehen? Beide Platten weisen ein identisches und gleichmäßiges Laufgeräusch auf, was zwar nicht laut ist, aus einer Entfernung von einem Meter aber gut hörbar ist. Wird auf beide Kontrahenten zugegriffen ist ein merklicher Unterschied in der Lautstärke zu hören. Die WD2500BEVT signalisiert Zugriffe mit deutlichen Kratzgeräuschen. Bei der WD5000BEVT muss man schon sehr genau hinhören um überhaupt zu erkennen, dass auf diese gelesen oder geschrieben wird. Hinzu kommt, dass trotz gleicher Anzahl an Scheiben der 500 GB-Riese so gut wie keine Vibrationen erzeugt. Ganz anders dagegen verhält sich das kleinere Modell. Es wartet mit spürbaren Vibrationen auf die speziell im Notebook schwer zu unterdrücken sind und äußert unangenehm sein können, wenn die Hände auf der Handballenauflage liegen. Das Kapitel Lautstärke kann das 500-GB-Modell also komplett für sich verbuchen. Verschwiegen werden sollte nicht, dass das typische Klackern der Lese- und Schreibköpfe auftritt, wenn diese in die Parkposition fahren. Dies ist ein Sicherheitsmerkmal der mobilen Festplatten von Western Digital und stellt keinerlei Problem dar oder ist unangenehm laut.

6. Fazit
Nie waren mobile Festplatten so schnell wie heute. Die Western Digital WD5000BEVT mit ihrer aktuellen Technik in Form von zwei Scheiben á 250 GB ermöglichen Datenraten die vor zwei Jahren noch Desktopfestplatten mit 7200 U/Min. vorbehalten waren. Dabei ist sie noch sehr leise und weist so gut wie keine Vibrationen auf. 500 GB sollten des Weiteren auch für kleinere Datenarchive ausreichend sein. Leider ist auch das derzeitige Flaggschiff der mobilen Serie von Western Digital nicht ohne Makel. So hebt sich die Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von kleineren Dateien nicht von der Vorgängergeneration ab, was sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass die WD5000BEVT im Betrieb kaum oder gar nicht schneller ist als Modelle mit 166 GB pro Scheibe.

Wem 500 GB eindeutig zu viel sein sollten, könnte sich die WD2500BEVT, welche über ein Speichervolumen von 250 GB verfügt, genauer betrachten. Leider besitzt dieses Modell einige sehr schwerwiegende Nachteile. Es besitzt dieselben Spezifikationen wie das große Schwestermodell, ist bei näherer Betrachtung aber mit anderer Technik ausgestattet. So werden die 250 GB nicht auf einer Scheibe gespeichert, was die Transferraten erhöhen und gleichzeitig die Lautstärke senken würde, sondern setzt noch auf das alte Platterdesign. Ergebnis ist, dass die WD2500BEVT bei den theoretischen Benchmarks wie HD Tune oder CrystalDiskMark teilweise merklich langsamer ist und ebenso auch nicht bei der Lautstärke auftrumpfen kann. Hinzu kommt, dass die Vibrationen und Zugriffsgeräusche die der WD5000BEVT übersteigen.

Abschließend kann man sagen, dass die Western Digital WD5000BEVT zwar in der Praxis kaum schneller als der Konkurrent mit 250 GB ist, aber Vorteile bei der Lautstärke und beim Lesen und Schreiben großer Dateien aufweist. Außerdem spricht der Preis pro Gigabyte eindeutig für das 500-GB-Modell.

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