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Wenn die äußeren Werte zählen: Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box im Test



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Bereiche

Bewertung
Viel eGPU-Leistung fürs Geld
4,5

 Pro

  • Starke Leistung
  • Geringe Hitzeentwicklung
  • Leicht zu öffnen
  • Guter Lieferumfang
  • Solide verarbeitet

 Contra

  • Hoher Grundgeräuschpegel
  • Kein Ein/Aus-Schalter
  • Software wirkt altbacken

Auf die inneren Werte kommt es ja bekanntlich immer an. Aber mit Bezug auf Technik ist es gar nicht immer so einfach, die richtige Kombi aus inneren Werten zu finden oder die vorhandenen Werte wertzuschätzen. Ein Beispiel: Ich hätte gern ein 1,5 Kilogramm leichtes, edles Notebook mit Metall-Chassis, das einen aktuellen Intel® Core™ i7-Prozessor oder vergleichbar, 16 Gigabyte RAM und eine möglichst pralle GeForce-GPU (also nicht die üblichen Notebook-Varianten) mitbringt. Gerade der letzte Punkt macht das Unterfangen schwierig. Welche Lösung bleibt also? Vielleicht ein Blick auf optionale äußere Werte?

Hier kommt die Gigabyte AORUS Gaming Box ins Spiel. Für alle, die nicht erst basteln wollen, liefert Gigabyte nicht nur eine Plug-and-play-Komplettlösung für Gamer und Kreative, sondern wahrscheinlich auch gleich mal die Mutter aller externen Grafikkarten. Zumindest muss ich das über mein Test-Sample neidlos sagen: Die AORUS Gaming Box kommt mit einer stattlichen NVIDIA GeForce RTX 3080 Ti und 12 Gigabyte Grafikspeicher sowie Komplettwasserkühlung daher. Für einen zügigen Datenaustausch hat die Gigabyte-eGPU zudem Thunderbolt 3 an Bord. Diese “äußeren” Werte haben allerdings auch ihren Preis: Gut 2.200 Euro ruft das Gaming-Monument auf und diesen Preis darf die AORUS an einem ThinkPad L13 rechtfertigen.

Lieferumfang

Stattliche eGPU mit überraschendem Zubehör

Der Karton der AORUS-eGPU ...
... sieht schon stark nach Gaming aus.
Der Innenkarton mit dem AORUS-Logo
Im Inneren der Box wartet eine Überraschung, denn ...
... die eGPU kommt mit einer eigenen Tragetasche.
Das Zubehör im Überblick
Der Tragegurt für die Tasche
Zwei Netzstecker sind ebenso an Bord ...
... wie ein ziemlich kurzes Thunderbolt-Kabel.
Der gesamte Lieferumfang passt in die schicke Tragetasche.
Der Karton der AORUS-eGPU ...

Unspektakulär ist bei der Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box wahrlich wenig. Was sich beim Preis und beim Datenblatt schon abzeichnet, setzt sich beim Unboxing nahtlos fort. Die 14 mal 17 mal 30 Zentimeter große und gut 3,6 Kilogramm schwere Gaming Box wartet in einem ebenso stattlichen Karton darauf, ausgepackt zu werden. Aber bevor ich einen Blick auf die eigentliche eGPU werfen kann, muss ich an einem überraschend umfangreichen Zubehörsortiment vorbei.

Das charmanteste Extra ist für mich die im Datenblatt ganz unspektakulär als “Transporttasche” bezeichnete – nun ja – Transporttasche. Sie enthält den gesamten Lieferumfang und ist das Erste, was ich beim Unboxing zu Gesicht bekomme. Von außen ist es eine recht schlichte, schwarze Tasche im Gaming-Box-Format mit gesticktem AORUS-Schriftzug. Links und rechts an der Tasche kann ich den Tragegurt befestigen, den ich im auffällig Orange augepolsterten Inneren finde. Außerdem liegen dort noch ein europäischer und ein internationaler Netzstecker sowie ein mit 0,5 Metern recht knapp bemessenes Thunderbolt-Kabel. Zum Schluss enthält enthält die Tasche natürlich auch die Gigabyte AORUS Gaming Box.

Hardware

Gaming Box mit vielen Anschlüssen & Schrauber-Potenzial

Das Metall-Chassis wirkt unspektakulär.
Die Anschluss-Ausstattung ist ansehnlich.
Ausziehbare Staubfilter
Aufschrauben lässt sich die Gaming Box ...
... rundum und wenn ich das möchte ...
... komme ich auch noch viel weiter ins System.
Prinzipiell ist damit auch der Tausch ...
... der verbauten Hardware möglich.
Das Metall-Chassis wirkt unspektakulär.

Für eine Gaming-Lösung kommt die Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti überraschend wenig reißerisch daher. Sie ist rundum in solide und sauber verarbeitete Metallwände gehüllt, die mit zahlreichen Luftlöchern versehen sind – die Rückseite einmal ausgenommen. Hinter den seitlichen Wänden sind noch zwei Staubfilter-Platten eingeschoben, die sich hinten an der Gaming Box herausziehen und bei Bedarf reinigen lassen. An der Vorderseite finde ich unten einen LED-Streifen, der später für die gamingtypische RGB-Beleuchtung sorgen wird. Außerdem gibt es hier noch einen USB-Anschluss unterhalb des AORUS-Logos.

Beim Blick auf die Rückseite könnten böse Zungen behaupten, die AORUS-Grafikkarte sei eine sehr teure Dockingstation. Im positiven Sinne ist das gar nicht so falsch, schließlich
bringt die eGPU ein umfangreiches Anschluss-Portfolio mit. Dazu gehören zwei weitere USB-Anschlüsse, der Thunderbolt-3-Port, zwei HDMI-Ports und drei DisplayPort-Anschlüsse. Einen Ethernet-Anschluss gibt es ebenfalls. Was ich allerdings nicht finden kann, ist ein Ein/Aus-Schalter. Das scheint mir mit Blick auf die Usability doch ein Manko zu sein. Aber darauf komme ich beim Thema Geräuschentwicklung noch einmal zurück.

Was ich der RTX 3080 Ti Gaming Box sehr zugute halten möchte, ist ihre Offenheit. In der Praxis heißt das, dass ich eigentlich die gesamte Box aufschrauben und in ihre Einzelteile zerlegen kann. Theoretisch ist es dadurch auch möglich, die Grafikkarte später einmal gegen ein neueres Modell zu tauschen. Natürlich fallen dann sicherlich noch weitere Umbauten, zum Beispiel im Bezug auf die Wasserkühlung, an. Aber es ist in meinen Augen ein absoluter Pluspunkt, dass die externe Grafikkarte von Gigabyte einen so offenen Ansatz verfolgt und ihr Innenleben ohne große Hürden offenlegt.

Software

Schnelle Einrichtung & jede Menge optionale NVIDIA-Software

Kleine Software, die anzeigt, welches Programm auf der eGPU läuft.
Die AORUS Engine bringt jede Menge Optionen ...
... zum Übertakten der Gaming Box mit ...
... und hat auch RGB Fusion an Bord.
Kleine Software, die anzeigt, welches Programm auf der eGPU läuft.

Jetzt steht sie also auf meinem Schreibtisch, die Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box, und wartet darauf, an ein Notebook angeklemmt zu werden. Hardware-seitig ist da nicht viel zu tun: Das Netzkabel muss in die eGPU und in die Steckdose, das Thunderbolt-Kabel zwischen die AORUS und mein Test-Notebook. Nach diesem ersten Schritt meldet sich die Gaming Box schon akustisch zu Wort, wenn der Laptop angeht, stimmen noch die Kühler und die RGB-Beleuchtung ein. Aber bevor ich hier weitermache, will ich zunächst die Tech Specs des Notebooks listen, mit dem die AORUS-Box zusammenarbeiten soll.

Entschieden habe ich mich hier für ein Lenovo ThinkPad L13 G2 mit diesen Eckdaten:

  • Intel® Core™ i7-1165G7 Prozessor (bis zu 4,7 GHz), Quad-Core
  • 16 GB RAM und 1 TB SSD
  • Intel Iris Xe Grafik, Thunderbolt 4
  • Windows 10 Professional 64 Bit

Das Test-Notebook ist also technisch ziemlich aktuell, kommt aber ohne dedizierte Grafik daher und sollte somit mindestens beim Gaming massiv von der RTX 3080 Ti profitieren. Der Thunderbolt-4-Anschluss stellt zudem die flüssige Kommunikation mit dem Thunderbolt-3-Anschluss der Gaming Box sicher.

So weit, so technisch. Jetzt läuft jedenfalls mein Test-Rechner und er erkennt die Gigabyte-Gaming-Box per Plug-and-play automatisch und richtet sie binnen ein bis zwei Minuten ein. Ab diesem Punkt ist sie voll einsatzfähig, allerdings gibt es im System nicht allzu viel von der externen Grafikkarte zu sehen. Wenn ich das ändern will, kann ich mir auf der Gigabyte-Webseite einige Treiber und Tools herunterladen.

Dazu gehören “RGB Fusion 2.0” zur Steuerung der Beleuchtung und “GeForce Experience” für Treiber-Updates und als Anwendungs-Dashboard. Außerdem taucht dann unten rechts in den App Shortcuts in der Windows-Taskleiste der Monitor für die Grafikkarte auf. Er zeigt an, welche Anwendungen gerade auf der RTX 3080 Ti laufen und wie viele Displays angeschlossen sind.

Außerdem bietet Gigabyte noch die “AORUS Engine” zum Download an. Sie ist wahrscheinlich die sinnvollste Anwendung zur Steuerung der Gaming Box, auch wenn ihre Benutzeroberfläche optisch ein wenig an die Point-and-Click-Adventures der 90er erinnert. Aber funktional ist hier Einiges möglich: Ich kann die GPU manuell oder automatisch übertakten, die Ventilator-Geschwindigkeit definieren oder auch eine Zieltemperatur festlegen. Zudem lege ich auf Wunsch diverse Profile mit jeweils eigenen Einstellungen an. Das Monitoring aller Werte ist dabei natürlich problemlos möglich. “RGB Fusion” ist zudem auch hier integriert.

Emissionen

Sie surrt, sie rauscht & bleibt angenehm cool – die Gaming Box von Gigabyte

Neben der Wasserkühlung gibt es auch noch einige Lüfter.
Die RGB-Beleuchtung ist eher zurückhaltend ...
... aber sie versprüht Gaming-Flair.
Die AORUS Gaming Box am Lenovo ThinkPad L13
Neben der Wasserkühlung gibt es auch noch einige Lüfter.

Auch wenn wir noch nicht über den Praxiseinsatz gesprochen haben, möchte ich schon einmal einen Ausflug in Geräusch- und Wärmeentwicklung der Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box machen. Der Grund dafür ist auch recht einfach: Ich muss nicht viel mit der eGPU anstellen, um zum Teil recht anstrengende Geräusche aus ihr herauszukitzeln. Eigentlich muss ich nur die Stromversorgung herstellen und ein Dauer-Surren und -Brummen setzt ein. Genau genommen ist die AORUS in diesem Moment noch nicht in Betrieb, aber da es keinen Ein/Aus-Schalter gibt, reicht schon die Bestromung, um die Grafikkarte in Wallung zu versetzen. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Wenn ich die Gaming Box nicht nutze, muss ich sie mindestens per Kippschalter vom Netz trennen. Sonst gibt sie keine Ruhe (und dürfte auch weiter Strom ziehen).

Positiv überrascht haben mich allerdings die Lüftergeräusche. Die Lüfter sind zwar auch bei geringer Last zu hören und ihr Luftzug ist spürbar, aber selbst beim Zocken braucht es schon Einiges, bis sie im Dauerfeuer laufen. Selbst dann sind sie noch deutlich leiser als erwartet. Die Wasserkühlung leistet hier spürbar gute Arbeit. Gleiches merke ich bei der Wärmeentwicklung. Im Standard-Betrieb bleibt das Metallgehäuse der AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box durchweg angenehm kühl, es wird so gut wie nie spürbar Abwärme nach oben aus der eGPU geschickt. Auch bei Gaming-Sessions braucht es eine Weile, bis die Temperatur steigt, doch selbst dann wurde die Gaming Box in meinem Test selten wärmer als 40 bis 45 Grad.

Benchmarks

Die Benchmarks sagen: "Die AORUS rockt."

PC Mark 10: kaum ein Leistungsgewinn
Time Spy Extreme: starke Leistungssteigerung
Time Spy: auch hier rockt die Gaming Box
Port Royal: Raytracing geht erst mit der Box
Night Raid: die RTX 3080 Ti verdoppelt den Score
Fire Strike Ultra: hier punktet die AORUS besonders
Fire Strike Extreme: gute Leistungssteigerung
Fire Strike: auch hier legt die Leistung satt zu
PC Mark 10: kaum ein Leistungsgewinn

Es wird Zeit, auf die Zahlen zu schauen. Wie auch bei jedem Notebook-Test lasse ich die Benchmarks von PCMark 10 und 3DMark auf das Lenovo ThinkPad L13 los, einmal bei angeschlossener und einmal bei nicht angeschlossener Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box. Die Ergebnisse waren zu erwarten und sind dennoch beeindruckend, wie die folgende Tabelle zeigt:

Benchmark ohne eGPU mit eGPU
Fire Strike 2.330 11.342
Fire Strike Extreme 1.152 9.914
Fire Strike Ultra 626 7.366
Night Raid 8.298 16.073
PCMark 4.099 4.960
Port Royal 0 8.993
Time Spy 937 6.304
Time Spy Extreme 403 3.670

 

Alles in allem bekommt das ThinkPad durch die angeschlossene AORUS-eGPU in jedem Benchmark einen massiven Push. Im Raytracing-Benchmark “Port Royal” hebt die Gaming Box das Notebook auf einen Score, der besser ist als 78 Prozent der im 3DMark getesteten Notebooks. Das lässt erahnen, dass die RTX 3080 Ti besonders beim Raytracing punkten kann. Weniger erwarten solltet ihr hingegen bei klassischen Notebook-Aufgaben. Wie das PCMark zeigt, kann die Gaming Box nicht viel beitragen zu Excel, Zoom-Calls und Multi-Tab-Browsing. Hier wird kein Leistungsgewinn zu spüren sein, aber das ist schließlich auch nicht das Ziel der AORUS.

Gaming

Gaming mit Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti eGPU

Kommen wir zur Königsdisziplin der Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box, dem Gaming. Hierfür habe ich mir zwei einigermaßen aktuelle Spiele auf das Lenovo ThinkPad L13 geladen: “Metro: Exodus” und “Battlefield V”. Beide Spiele sind darauf ausgelegt, den Grafikeinheiten in einem Computer – oder auch außerhalb davon – alles abzuverlangen, Raytracing und deftige Draw Distances inklusive. Damit sollte auch die AORUS RTX 3080 Ti ihren Spaß haben.

Ich starte mit “Battlefield V”. Bei den Einstellungen teste ist das, was das Spiel automatisch anhand der verfügbaren Hardware festlegt. Mit einer Ausnahme: Ich schalte DirectX 12 zu. Die Auflösung limitiert das Notebook bei 1.920 mal 1.080 Pixeln und die Bildwiederholrate bei 60 Hertz. HDR steht auf Auto, Full Frame Rendering ist am Start und die Grafik-Qualität hat sich bei Ultra eingependelt. Nach dem Klick auf die Einzelspieler-Kampagne sehe ich sehr schnell: “Battlefield V” sieht richtig schick aus mit der AORUS RTX 3080 Ti als eGPU. Allerdings läuft das Game nicht ganz ohne Ruckler. In manchen Zwischensequenzen fallen die sogar schon ziemlich deutlich aus. In den eigentlichen Spielszenen allerdings beeinträchtigen sie das Gaming nur geringfügig. Und mit ein paar Reduktionen in der Qualität dürfte sich das Thema auch schnell erledigen. Ohnehin würde ich die Lags weniger der Grafikkarte als der Limitierung durch die Thunderbolt-Schnittstelle zuschreiben.

Als nächstes schaue ich mir “Metro: Exodus” an. Auch hier starte ich zunächst mit den Systemeinstellungen, aber da das Spiel bereits damit so absolut reibungslos läuft, drehe ich in den Einstellungen noch einige Regler auf Maximum. Das bedeutet unter anderem: Raytracing auf Ultra, Hairworks einschalten, Sichtfeld auf 50 Prozent und die erweiterte PhysX kommt auch noch dazu. Doch auch die nochmals erhöhten Grafikeinstellungen bringen die Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box nicht übermäßig ins Schwitzen. Klar, die Lüfter touren nach ein bis zwei Minuten deutlich höher, aber im Spiel läuft alles flüssig und ohne Lags und Ruckler. So erwarte ich das von einer GPU dieser Güteklasse.

Kreativarbeit

After Effects & Lightroom mit einer RTX 3080 Ti

Gigabyte betont, dass die AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box nicht nur für einen Leistungsschub für Gamer bringen kann, sondern auch die Arbeit von Kreativen beschleunigt. Von Videobearbeitung, 3D-Rendering, aber auch von Fotografie-Anwendungen ist da die Rede. Das schaue ich mir natürlich an und habe mich für Lightroom Classic und After Effects als Testkandidaten entschieden.

Bei Lightroom erwarte ich Einiges, denn die Classic-Version der Bildbearbeitungssoftware wird auf meinem alten Omen-Notebook mit GTX-1050-GPU immer wieder zum Bottleneck in meinen Editing-Workflows. Auf dem Lenovo ThinkPad L13 startet Lightroom Classic immerhin schon einmal recht flott. Die Bildvorschau klappt bei unbearbeiteten Bildern reibungslos und die meisten Editing-Abläufe gehen flüssig von der Hand. Beim Nutzen von Verlaufsmasken beginnen allerdings die Ruckler und auch die Bildvorschau von bearbeiteten Bildern zeigt spürbare Lags. Also schließe ich die eGPU an und versuche es noch einmal. Zu meiner Überraschung merke ich keine nennenswerte Veränderung. Es läuft flüssig beziehungsweise es ruckelt an den gleichen Stellen in gleichem Maße.

Ganz anders sieht es bei After Effects aus. Hier streikt das Notebook ohne die RTX 3080 Ti schon bei der Videovorschau und bringt stattdessen nur eine fehlerhafte Anzeige. Hier würde ich faktisch im Blindflug arbeiten. Also schließe ich die externe Grafikkarte an und schon läuft die Sache rund. After Effects läuft flüssig und vor allem vollständig. Die Arbeit mit Ebenen, Key Frames und Effekten geht spielend von der Hand, aber eigentlich interessant wird es ja bei der Vorschau und beim Rendern. Mein Testprojekt mit 25 fps wird in der Vorschau nahezu ohne Einbrüche in den Frames durchgespielt. Ich habe die meiste Zeit eine Echtzeitvorschau zu Verfügung. Das Rendern per Media Encoder ist dann mehr oder minder eine Zeit-Übung, die die AORUS-Gaming-Box spürbar beschleunigt. Summa summarum kann ich sagen, dass die eGPU für Videoprojekte durchaus interessant sein dürfte. Für Fotografen reicht ein technisch sinnvoll abgestimmtes Notebook aber aus.

Fazit

Großer Preis, große Leistung: Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box

Bevor ich über das Für und Wider der Gaming Box von Gigabyte spreche, will ich zunächst den Preis in Relation setzen. Denn ich habe mich die ganze Test-Zeit über gefragt, für wen eine 2.200 Euro teure externe Grafikkarte von Interesse sein könnte. Aber da auch interne Grafikkarten fast schon die gleichen Preise aufrufen und die Gaming Box zudem noch ein ausgeklügeltes und funktionales Kühlsystem mitbringt, sollte die Gigabyte-Lösung durchaus sowohl bei Gamern als auch bei professionellen Video Artists auf Interesse stoßen. Immerhin kommt die eGPU in ihrer Leistung internen Grafiklösungen vom gleichen Kaliber sehr nahe und ermöglicht es zudem, die Mobilitäts-Vorteile eines schlankeren Notebooks zu nutzen.

Das vorweg sind die Pros und Contras schnell zusammen gefasst. Die Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box bietet jede Menge Leistung, die sich vor allem beim Gaming sehr deutlich bemerkbar macht. Sie ist schnell eingerichtet, kommt mit guter Software (per Download) und wird auch bei hoher Last nicht übermäßig heiß. Außerdem kann ich die Gaming Box auf Wunsch bis in die letzte Schraube zerlegen. Ach ja, die Transporttasche ist auch sehr cool.

Kritisieren muss ich, dass die Box eigentlich die ganze Zeit surrt und brummt, auch, wenn ich nur den Stecker in die Steckdose gesteckt habe. Apropos Stecker, ein Ein/Aus-Schalter wäre schön gewesen, damit ich nicht immer den Stecker ziehen oder irgendeinen Kippschalter an der Steckleiste drücken muss, wenn ich möchte, dass die Box still ist und nicht weiter Strom zieht. Zu guter Letzt könnte die Software eine modernere Optik vertragen. Aber nehme ich die konstanten Grundgeräusche einmal raus, erfüllt die Gigabyte AORUS RTX 3080 Ti Gaming Box fast all meine Wünsche an eine moderne eGPU.

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