Tests

WD My Passport Wireless Festplatte unterm kritischen Fotografen-Auge



4
Zugeordnete Tags Western Digital | Festplatte | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Gute Platte mit Potenzial
4

 Pro

  • Datentransfer von SD-Karte
  • Sehr gute App
  • Gute Geschwindigkeit
  • Sehr leise
  • Äußerst edles Design
  • Sehr guter Lieferumfang

 Contra

  • Akku etwas zu schwach
  • App & Festplatte verstehen wesentliche Dateiformate nicht
  • Verbindung mit TV teils schwierig

Intern, extern, SSD. Welches Festplatten-Schweinderl hätten’s denn gern? Ja, der Konzepte gibt es inzwischen viele. Neben der reinen Zweckgebundenheit versuchen immer mehr Hersteller mit ebenso ungewöhnlichen wie nischenfüllenden Ansätzen Speicherei-Suchende für sich zu gewinnen. Wie wäre es mit einer externen USB-SSD? Check, dank Samsungs T1. Oder darf es eine Wireless-Festplatte mit eigenem Netzwerk sein? Kein Problem für die LaCie Fuel.

Aber was könnte man noch in eine externe Festplatte einbauen? Wie wäre es mit einem SD-Karten-Slot, dachte sich WD und erschuf die My Passport Wireless. Wen interessiert’s? Ganz klar die SD-Karten-Nutzer, die unterwegs nie genug Speicher dabei haben können. Genauer gesagt, also vornehmlich die Fotografen, die die vollgeknipste SD-Karte auf der My Passport sichern wollen. Einen Computer braucht es nicht, eine App gibt es auch, alles in allem ein vielversprechendes Konzept. Aber werfen wir doch einmal einen detaillierten Blick auf die Pros und Cons der 1-Terabyte-Version, die aktuell für 155 Euro zu haben ist.

Lieferumfang

Sehr guter Lieferumfang & schickes Design

Die My Passport Wireless im Karton
Deckel auf für erste Einblicke
Die WD-Festplatte im Tray
Festplatte, USB-Kabel, mehrteiliger Stecker, Info-Blättchen
Der Netzstecker passt sich der Steckdose an.
Überaus gelungenes Design
Kompakt & vielseitig
Der SD-Kartenslot auf der linken Seite
Power-Button, WLAN-Knopf & USB-Anschluss oben an der Platte
Gummifüßchen dämpfen die Vibrationen der Festplatte souverän.
Die My Passport Wireless im Karton

Kompakt und in WD-typischem Blau präsentiert sich die Umverpackung der My Passport Wireless. Anders als bei anderen Festplatten bietet sie aber einen neckischen zusätzlichen Klappdeckel, der schon vor dem Entpacken einen ersten Blick auf die My Passport erlaubt.

Im Karton selbst finde ich ein Plastik-Tray, das die Festplatte sowie sämtliches Zubehör enthält. Und gerade bei Letzterem dürft ihr durchaus mehr als den Standard erwarten. Denn während dem Gros der üblichen externen 2,5-Zoll-Festplatten nicht mehr als ein USB-Kabel beiliegt, habe ich hier auch noch ein Netzteil inklusive zweier Steckeradapter. Das Netzteil an sich ist natürlich zwingend nötiger Inhalt, die beiden wechselbaren Stecker für den deutschen und außerdeutschen Einsatz hingegen zeigen sich als nettes und nützliches Goodie. Jenseits der Technik befinden sich natürlich auch Kurzanleitung und Garantiehinweise im Karton.

Nachdem ich nun alle Packungsinhalte gesichtet habe, werfe ich gleich noch einen Blick auf die My Passport selbst. Und die überzeugt mit Gespür für Design. Die Oberseite gibt sich in schwarzem Plastik und präsentiert zudem zwei Status-LEDs – eins für den Akkustand, eins für die Wireless-Aktivität. Der Rest des Gehäuses kommt in silbergrauem Plastik daher, wodurch die Festplatte zuweilen an die Farb- und Design-Gebung eines MacBooks erinnert. Oben an der Platte finde ich den USB-Anschluss sowie die Einschalter für den Betrieb und fürs Netzwerk, linkerhand den SD-Karten-Einschub. Zudem interessant: Die My Passport Wireless ist auf vier erhabenen Gummi-Füßchen gelagert, was ihr im Betrieb einiges an Vibrations-Übertragung und -Geräusch nehmen dürfte. So gesehen hat WD also schon mal alles richtig gemacht.

Installation

Schnelle Einrichtung auf Smartphone, Tablet & Notebook

Übersichtlicher Quick Installation Guide mit wesentlichen Infos
Das Notebook-Menü beweist Intuitivität
Netzwerk-Überblick
Grundlegende Einstellungen
Alles rund um den Akku
Netzwerkeinbindung, Medien-Übersicht & SD-Optionen
Support & Wartung
Das Firmware-Menü
Übersichtlicher Quick Installation Guide mit wesentlichen Infos

Die Installation der WD My Passport Wireless erweist sich als ein Kinderspiel und verlangt kaum Vorkenntnisse. Lediglich ein Blick ins Quick-Installation-Faltblatt ist wichtig bei der Einrichtung auf dem Notebook. Aber eins nach dem anderen. Zunächst richte ich die My Passport auf meinem Smartphone ein, nachdem ich der Festplatte nach akzeptablen 3 Stunden Ladezeit einen vollständig geladenen Akku spendiert habe.

Des Weiteren installiere ich auf meinem Androiden die „WD My Cloud“-App, die ich schon von diversen NAS-Tests her kenne. Gleich darauf gebe ich dem Netzwerk, das die My Passport aufbaut, einen Namen und schütze die Verbindung per Passwort. Hierauf steht mir das frisch angelegte Netzwerk in meiner WLAN-Auswahl zur Verfügung, sodass ich Smartphone (und natürlich auch Tablet) problemlos mit der Festplatte koppeln und im Handumdrehen auf die Ordnerstruktur und die darin abgelegten Dateien zugreifen kann. Neben einer Überblicksseite über den genutzten Speicherplatz steht mir nun auch ein Setup-Menü für den Datentransfer, ein Reiter für das Verbindungsmanagement und viele weitere Optionen zur Verfügung.

Die Installation auf Notebook und PC geht ebenso flott vonstatten. Hierbei habe ich zwei Optionen: 1.) Ich schließe die Festplatte einfach per USB 3.0 an mein Notebook an. Die Wireless-Funktion bleibt in diesem Moment offline und ich kann auf die My Passport zugreifen wie auf eine normale externe Festplatte. Als kleines Utility ist „WD Quick View“ an Bord, das mir nach der Installation Infos über Temperatur, Akku und Auslastung der Wireless-Platte liefert. 2.) Natürlich kann ich Rechner und Festplatte auch kabellos verbinden. Hierzu logge ich das Notebook ebenso ins Netzwerk der Festplatte ein. Unter http://mypassport rufe ich daraufhin ein vollständiges Nutzer-Interface mit Zugriff auf alle Bereiche der My Passport auf. Von der Einrichtung der Transferroutinen beim Einlegen einer SD-Karte bis zur Aktualisierung der Firmware bietet mir das Interface alles, was ich zum Festplatten-Betrieb benötige – in einer intuitiven und übersichtlichen Form.

Praxis-Test

Die My Passport Wireless in der Praxis

Nach der Einrichtung wird es Zeit für einen Praxistest. Hierfür packe ich die Festplatte zu meiner Kamera-Ausrüstung und nehme sie statt eines Notebooks mit zur nächsten großen Familienfeier. Da einige Kameras und damit SD-Karten im Spiel sind, darf die My Passport gleich mal alle Daten sammeln. Eingerichtet ist die Festplatte auf „Kopiere die Daten, sobald eine SD-Karte eingeschoben wird“. Der Start des Transfers beginnt dabei nicht sofort, sondern lässt noch vier bis fünf Sekunden auf sich warten. Ein weiß-blinkendes WLAN-Lämpchen signalisiert mir schließlich, dass der Kopiervorgang läuft.

Jetzt darf die Stopp-Uhr ran. 3.092 Dateien und ein Video mit gut 7 Gigabyte – also insgesamt 58 Gigabyte – muss die WD-Platte sichern. Die zugrundeliegende SD-Karte kommt mit Class 10 und 30 Megabyte pro Sekunde daher. Nach den bereits erwähnten vier bis fünf Sekunden startet der Transfer und ich ziehe mein Smartphone hinzu, um den Fortschritt zu beobachten. Wie zu erwarten war, nimmt dieser Prozess einige Zeit in Anspruch. Nach 2 Stunden, 21 Minuten und 30 Sekunden ist die Übertragung schließlich komplett, allerdings hat das Prozedere die My Passport 74 Prozent ihrer Akkuleistung gekostet. Wer folglich viel unterwegs fotografiert, sollte dennoch genügend SD-Karten mitnehmen und abends im Hotel das Back-up mit Stromnetz-Support durchlaufen lassen. Ansonsten macht der Akku gegebenenfalls vorzeitig schlapp. Trotz allem bleibt die SD-Funktionalität ein reizvolles Feature gerade für Fotografen.

Daraufhin greife ich auf die gesicherten Bibliotheken bei vollem Akku gut 6 Stunden zu. Auch hier geht sicher noch Einiges, ebenso wie bei den Medienkompatibilitäten von Festplatte und App. Zwar kann die My Passport Wireless MP3, WAV, FLAC und Co. im Audiobereich, MOV, AVI, MKV etc. bei Videos und JPEG, TIFF, PNG und BMP im Bildsegment. Wer allerdings im RAW-Format fotografiert, hat bei der Nachbetrachtung via App keinen Erfolg. Weder Platte noch Anwendung kennen das Format und lassen sich überreden, einen entsprechenden Codec zu akzeptieren. JPEGs kann ich gut sichten, für alles Weitere braucht es dann doch wieder ein Notebook.

Apropos Notebook: Hier muss ich mich entscheiden, ob ich die My Passport via Netzwerk nutzen und dabei auf das umfangreiche Nutzer-Interface zurückgreifen möchte, oder ob ich doch eher die direkte USB-Verbindung ohne Interface bevorzuge. Bei Letzterem kann ich auch die klassischen Festplatten-Durchsatzraten testen, die mir das AS SSD Benchmark in Hinblick auf sequentielle Datentransfers mit 101,81 Megabyte pro Sekunde beim Lesen und 36,08 Megabyte beim Schreiben präsentiert. Damit liegt die Platte auf einem Windows-7-System im guten USB-3.0-Schnitt und kann es durchaus mit meiner externen 2,5-Zoll-Seagate aufnehmen.

Und was sagt eigentlich mein Fernseher zur WD My Passport Wireless? Auch der versteht sich recht gut auf alle Medien, die ihm die Festplatte liefert und selbst kennt. Alles, was ich für die Kommunikation tun muss, ist die Freischaltung der My Passport für das DLNA-Netzwerk und das Verbinden der Festplatte mit dem Media-Player meines Fernsehers. Aber Achtung: Nicht bei allen Fernsehern funktioniert das sofort und reibungslos. Das hängt vom Vorhandensein eines adäquaten Media-Players ab.

Fazit

Perfekt für unkomplizierte Back-ups

155 Euro stehen für die 1-Terabyte-Variante der WD My Passport Wireless aktuell zu Buche, wodurch der kabellose Datentresor gut 2,5-mal so teuer ist wie die günstigste herkömmliche externe Festplatte von WD. Über den Mehrwert der Wireless-Funktionalität und den Nutzen des SD-Kartenslots sollte sich jeder im Vorfeld Gedanken machen, denn gerade letzterer richtet sich wohl am ehesten an die mäßig umfangreiche Zielgruppe „Fotograf“.

Aber als solcher muss ich zugestehen, dass mich die My Passport durchaus überzeugt hat. Begonnen beim hochwertigen Design über die kompakte Bauweise bis hin zur Funktionsvielfalt der „WD My Cloud“-App ergibt sich ein rundes Gesamtpaket, mit dem ich auch ohne Notebook unterwegs meine Bild- und Videodaten sichere. Die Festplatte ist beim Kopieren von SD auf HDD akzeptabel schnell und uneingeschränkt zuverlässig. Definiere ich im Vorfeld, was beim Einlegen der SD-Karte passieren soll, benötige ich noch nicht einmal ein Smartphone. Die My Passport arbeitet fortan voll automatisch.

Wo die Platte aber noch deutlich zulegen kann, ist die Akkulaufzeit. Mit maximal 6 Stunden bei durchschnittlicher Nutzung und 3 Stunden beim Kopieren von SD-Daten bleibt die mobile Eignung für den Ganztageseinsatz eingeschränkt. Ebenso wäre eine Nachrüstoption der App um die benötigten RAW-Codecs wünschenswert, sodass auch der Rohdaten-Nutzer seine Bilder in der App vorab anschauen kann, ohne eine JPEG-Bildkopie anlegen zu müssen. Und für den nächsten Step sollte WD sich Gedanken über eine Ladefunktion fürs Smartphone, mehr Wireless-Konnektivität inklusive Bluetooth und NFC und den QI-Standard machen.

Wunschdenken? Vielleicht, aber letztlich schlummert in der My Passport Wireless jede Menge Potenzial und wenn es WD clever anstellt, dann wartet eine neue Festplatten-Referenz darauf, sich im Handgepäck jedes Foto-Enthusiasten zu verewigen.

 

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4 Kommentare

  1. Guthke schrieb am
    Bewertung:

    Servus,

    wenn ich es richtig verstanden habe überträgt er aber die RAW Dateien von der SD-Karte auf die Festplatte oder ?

    Mit freundlichen Grüßen. Und besten Dank im Voraus

    • André Nimtz schrieb am
      Bewertung:

      Die Übertragung funktioniert einwandfrei, allerdings kannst du in der App die Dateien nicht prüfen. Je nach Kamera und RAW-Typ wurden die Files gar nicht oder ohne Vorschau angezeigt. Physisch vorhanden waren die Dateien aber in jedem Fall. Gruß, André

  2. Hch schrieb am
    Bewertung:

    funktioniert die WD auch ohne Netzteil mit Stromversorgung über USB Kabel, wie andere externe Festplatten?

    • André Nimtz schrieb am
      Bewertung:

      Hallo und danke für die Anfrage,

      die Festplatte funktioniert bis zu 6 Stunden ohne Stromanschluss. Allerdings lädt sie sich per USB nicht wieder auf. Sind also die 6 Stunden um, muss das Netzteil her. Hier kann sie nicht mit klassischen externen Festplatten konkurrieren.

      Beste Grüße
      André

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