Tests

Universum VC 300-20: Der neue Dyson-Konkurrent im Akku-Staubsauger-Ring



4
Zugeordnete Tags Produkttest | Test | Zuhause
Bereiche

Bewertung
Sehr gutes Sauger-Paket
4,5

 Pro

  • Großer Lieferumfang
  • Sehr gute Saugleistung bei den üblichen Verunreinigungen
  • Gute Ergebnisse auch bei Ecken und Kanten
  • Lange Akkulaufzeit
  • LEDs an der Bodeneinheit
  • Leicht und wendig
  • Wechselbarer Akku

 Contra

  • Wandhalterung ist kein Ladestation
  • Keine Anzeige der aktuellen Saugstufe
  • Schmutzemfindliche Farbgebung

Wer Kinder hat, kennt das Problem: Die kleinen Krümel krümeln, was das Zeug hält, und am Ende kann die ganze Familie vom Boden essen – im wahrsten Sinne des Wortes, so reichhaltig geht es dort unten zu. Schlimmer noch: Die Kleinsten machen das auch noch. Schwupps, verschwinden die streunenden Haferflocken vom Frühstück erst zwischen den flinken Fingern und dann im Mund. So schnell kann man als Elternteil gar nicht intervenieren. Die einzige Gegenwaffe: der Staubsauger und sein regelmäßiger Einsatz an der Krümelfront.

Und genau hier kommen Akku-Staubsauger ins Spiel, denn wer will schon immer zum Putzschrank rennen, den Kabelsauger heraus wuchten und Strippen verlegen, nur um mal schnell fünf Minuten zu saugen. Da dauert allein der Versuchsaufbau doppelt so lange. Ein Akku-Staubsauger – per Wandhalterung clever platziert – ist mit einem Griff einsatzbereit und beräumt das Schlachtfeld schnell und zuverlässig. Voraussetzung: Er sollte eine gute Saugkraft, ein ausreichendes Staubbehältervolumen und einen leistungsstarken Akku haben. Dass so etwas nicht nur Dyson kann, das will nun auch Universum beweisen. Für 199 Euro (UVP) verspricht der VC 300-20 ein Rundum-sorglos-Paket, bei dem scheinbar an alles gedacht wurde. Ob dem wirklich so ist, wird der Test zeigen. Als Vergleichsobjekt werde ich gelegentlich meinen Jashen V16 entgegenhalten, der sich in einem ähnlichen Preissegment bewegt.

Lieferumfang

Wie Lego, nur in Groß – das Staubsauger-Unboxing

Der Akkusauger-Karton ist verhältnismäßig kompakt ...
... und bringt die wichtigsten Features auf den Punkt.
Im Inneren lächelt mich zuerst die Elektrobürste an.
Das Unboxing macht durchaus Spaß, ...
... denn Bauteile gibt es reichlich.
Das Netzteil
Schrauben und Dübel für die Wandhalterung
Eine kleine, sauber verschweißte Anleitung liegt auch bei.
Der Akkusauger-Karton ist verhältnismäßig kompakt ...

Wenn man, wie ich, häufig Notebooks und Smartphones testet, dann ist ein Produkt wie der Universum VC 300-20 ein wahres Unboxing-Abenteuer. Das fängt schon beim Karton an, denn der ist gar nicht so groß, wie ich erwartet hatte. Genau genommen ist er kaum länger als das enthaltene Staubsaugerrohr und nicht wesentlich breiter als die Bodendüse. Apropos: Kaum öffne ich den Karton, kann ich auch schon einen Blick auf besagte Düse erhaschen und die sieht ein bisschen aus wie die Anschlusssektion eines Notebooks. Genau genommen sind es allerdings die LEDs der Bodendüse und das zeigt mir schon einmal: An die nötige Beleuchtung beim Saugen in dunklen Ecken wurde gedacht.

Ich ziehe kurzerhand die beiden Trägerpappen aus dem Karton und schaue mir die Bau- und Zubehörteile des Universum VC 300-20 an. In der oberen Pappe finde ich das Saugrohr, eine Fugendüse, eine Polster- und Möbeldüse sowie die Wandhalterung. Eine Bedienungsanleitung und zwei passende Schrauben inklusive Dübeln für die Wandmontage sind auch dabei. Darunter zeigt sich die Bodendüse inklusive Bürste sowie das Handteil, das schon komplett zusammengesetzt ist. Motorfilter, Ausblasfilter und Akku sind alle bereits an Ort und Stelle im Handteil, können aber recht einfach und intuitiv entfernt werden. Zu guter Letzt ist natürlich auch noch ein passendes Netzteil an Bord.

So weit bin ich absolut zufrieden mit dem Lieferumfang. Die üblichen Düsen sind allesamt dabei, wodurch alle denkbaren Staubsaug-Aufgaben abgedeckt sein sollten. Was ich im Vergleich zu unserem Jashen V16 jedoch nicht gefunden habe, ist eine Hartbodenwalze. Angeblich – so habe ich nach dem Kauf des V16 gelernt – funktioniert die Hartbodenwalze besser auf Laminat, Parkett und festen Böden. Was aber nicht heißen muss, dass die Walze des Universum-Akku-Staubsaugers mit ihren relativ langen Borsten nicht ebenfalls für diese Bodentypen gut funktionieren kann.

Design

Optisch ansprechender Akku-Staubsauger

Der Mix aus Weiß, Grau und Türkis ...
... sieht zunächst einmal recht schick aus.
Die Farbwahl ist nicht unbedingt die Beste beim Kontakt mit Schmutz.
Der Universum VC 300-20 liegt gut in der Hand.
Der Mix aus Weiß, Grau und Türkis ...

Nach dem Unboxing ist vor der Bastelstunde und die macht bei einem Staubsauger wie dem Universum VC 300-20 richtig Spaß. Warum? Weil ich an ganz vielen Stellen mal drücken, ziehen und schauen kann, was passiert. Doch bevor ich das im Detail bespreche, möchte ich noch ein Wort zum Design verlieren. Der Universum-Akkusauger präsentiert sich in klassischem Weiß mit türkisfarbenen Akzenten und grauen Kontrast-Elementen. Ob nun Weiß als dominante Farbe für einen Kämpfer gegen Wollmäuse, Spielplatzsteinchen und Co. eine kluge Wahl ist, sei erst einmal dahingestellt. Optisch gefällt mir der VC 300-20 jedenfalls ziemlich gut, auch weil er versucht, ein wenig Eigenständigkeit in sein Erscheinungsbild zu bringen – im Rahmen der Bauweise, versteht sich.

Was die Materialwahl angeht, gibt es kaum große Überraschungen. Der Universum-Akku-Staubsauger hüllt sich in Plastik, das sich mal mit glatter, mal mit angerauter Oberfläche präsentiert. Es gibt so gut wie keine sicht- oder spürbare Unsauberkeiten in der Verarbeitung, nur die Nähte der Plastikhälften sind doch an der ein oder anderen Stelle zu erkennen. Schön finde ich auch, dass das Staubsaugerrohr aus Aluminium gefertigt ist und nicht nur aus Hartplastik. Insgesamt bekomme ich für den Preis ein überzeugendes Gesamtpaket geboten.

Elektrobürste

Die Elektrobürste mit LED-Beleuchtung & flexiblem Knie

Die Elektrobüste ist ab Werk komplett zusammengebaut.
Bei näherer Betrachtung sehe ich schnell, ...
... dass ich über den kleinen Verschlussschalter ...
... die Bodenbürste lösen ...
... und dann auch entnehmen kann.
Das Knie ist ziemlich flexibel und lässt sich so weit nach unten biegen, ...
... dass ich Verstopfungen gut entfernen kann.
Damit macht die Bodeneinheit einen vielversprechenden Eindruck.
Die Elektrobüste ist ab Werk komplett zusammengebaut.

Jetzt wird es aber Zeit, dass ich mir die einzelnen Komponenten des Universum VC 300-20 anschaue, denn hier gibt es jede Menge Funktionales zu entdecken. Fangen wir mit der Bodeneinheit an. Sie ist auf insgesamt vier Rollen gelagert und gleitet recht geschmeidig über Hartböden. Für die passende Beleuchtung beim Saugen sorgen 4 LEDs, die logischerweise vorn an der Einheit verbaut sind. Am anderen Ende schließt das elastische Übergangsstück an, das ich zirka 45 Grad nach links und rechts und um 90 Grad nach oben biegen kann.

Damit sollte ich genügend Flexibilität beim Saugen haben. Wenn ich das Übergangsstück einmal ganz nach unten biege, kann ich zudem bequem bis nach vorn zur Bürste schauen. So dürfte es mit einer langen Pinzette oder einem Stäbchen auch recht einfach sein, verkeilte Schmutzreste zu entfernen. Die Bürste selbst kann ich lösen, wenn ich einen kleinen Hebel an der Unterseite nach rechts schiebe, einen recht locker gelagerten Verschluss hochklappe und die Bürste dann heraushebele. Das ist zwar ein wenig fummelig und filigran, funktioniert aber letzten Endes zuverlässig.

Staubsaugerrohr

Das klassische Staubsaugerrohr aus Aluminium

Das Staubsaugerrohr aus Aluminium ...
... rastet hörbar in Bodeneinheit und Handteil ein.
Das Staubsaugerrohr aus Aluminium ...

Beim Staubsaugerrohr gibt es nicht allzu viel zu berichten. Es ist eben ein Verbindungsstück mit einer Aufnahme für die Bodeneinheit und einem Klickanschluss für das Handteil. Beim Zusammenstecken rasten beide Seiten mit einem deutlich hörbaren “Klick” ein. Hier kann also kaum etwas schiefgehen.

Handteil

Viel zu entdecken am Universum-Handteil

Am Handteil gibt es am meisten zu entdecken.
Akku samt Einschalter und Steuerung für die Saugstufen
Dieses Wabenmuster ist nur Deko, aber es sieht hübsch aus.
Am Pistolengriff fehlt der Einschalter, den man von Dyson und Co. kennt.
Ein Blick in den Auffangbehälter
Der Behälter kann am Handteil geöffnet oder aber abgenommen werden.
Die Filtereinheit lässt sich entnehmen ...
... und weiter zerlegen. Der Filter ist waschbar.
Eine kleine Klappe vor dem Behälter soll den Rücklauf verhindern.
Der EPA-12-Filter ist unten am Handteil verbaut.
Am Handteil gibt es am meisten zu entdecken.

Das Handteil ist sicherlich das spannendste Element, an dem ich mit Drücken und Drehen mehr auseinanderbauen kann, als ich ursprünglich gedacht hatte. Zunächst wäre da der Auffangbehälter. Den kann ich per Klickverschluss öffnen und entleeren, ohne dass ich ihn vom Handteil entfernen muss. Das funktioniert aber nicht bei jedem Mülleimer ohne Probleme. Daher drehe ich das Unterteil des Behälters einmal kurz im Uhrzeigersinn und schon kann ich es auch abnehmen.

Ist der Auffangbehälter erst einmal ab, ziehe ich mit einem kleinen Ruck die Filtereinheit aus dem Universum Akku-Staubsauger. Den unteren Gummiring kann ich ebenfalls entfernen, aber viel interessanter ist, dass ich auch den Filter ganz leicht herausnehmen und den Schaumstoffteil bei Bedarf sogar vom Plastikträger ziehen kann. Somit ist die gründliche Reinigung des Filters auf jeden Fall sichergestellt.

Als nächstes kommt die Akku-Einheit dran. Über zwei seitlich am Handteil des Universum VC 300-20 angebrachte Knöpfe löse ich den Akku aus dem Handteil – und mit ihm die komplette Steuerung. Wie bei meinem Jashen-Akkusauger verbaut auch Universum den Power-Knopf sowie den Stufenschalter direkt am Akku. Die Akkustandsanzeige ist ebenso Teil des Pakets wie der Ladeanschluss. Wenn ich also den Akku tauschen will, tausche ich die gesamte Steuerung gleich mit. Wahrscheinlich schlägt sich das dann auf den Preis der Akkus nieder. So richtig charmant finde ich das letzten Endes zwar nicht, aber es ist eben auch nicht unüblich.

Zuletzt kann ich unten am Handgriff noch per Knopfdruck den EPA-12-Filter lösen. Er ist in einen Plastikrahmen eingelassen und kann dadurch nur von einer Seite gründlich gereinigt werden. An die andere Seite komme ich nicht heran. Bei meinem Jashen V16 sind beide Seiten offen, was die Reinigung erleichtert. Dennoch sollte sich auch der Universum-Filter säubern und perspektivisch vielleicht auch gegen ein Ersatzteil tauschen lassen.

Zubehör

Das restliche Zubehör des Akkusaugers im Überblick

Eine Möbel- und Polsterdüse liegt ebenso bei ...
... wie eine Fugendüse.
Die Wandhalterung dient leider nicht gleichzeitig dem Laden.
Der Staubsauger kann hier einfach nur eingehängt werden.
An der Wandhalterung hat das gesamte Zubehör Platz.
Eine Möbel- und Polsterdüse liegt ebenso bei ...

Daneben bringt der Universum VC 300-20 noch zwei weitere Düsen als Zubehör mit, die aber weniger spektakulär sind. Die Fugendüse ist genau das, was ich von anderen Staubsaugern schon kenne – ohne Schnick-Schnack, ohne zusätzliche Funktionen. Die kombinierte Polster- und Möbeldüse hingegen verfügt über eine bewegliche Bürste, die ich per Knopfdruck vor und zurückschieben kann.

Und dann wäre da noch die Wandhalterung. Sie bietet eine Nase, um den Universum-Staubsauger aufzuhängen, sowie zwei Halterungen für die beiden Zubehördüsen. Damit ist alles ordentlich an einem Platz gebündelt. Was die Wandhalterung allerdings nicht hat, ist ein eigener Anschluss zum Laden. Ich kann den Akkusauger also nicht einfach in die Station hängen und der Ladevorgang beginnt automatisch. Vielmehr muss ich stets beim Aufhängen zusätzlich das Ladekabel an den Staubsauger anschließen. Das ist zwar nur ein kleines Komfort-Feature, aber es macht im Alltag schon einen Unterschied. Daher mein Wunsch für die zweite Generation: Ladestation in die Wandhalterung integrieren.

Leistung

Universum-Akkusauger mit sehr guter Saugleistung

Nun ist die Praxis an der Reihe. Für den Test der Saugleistung des Universum VC 300-20 habe ich mir ein paar gängige Szenarien zurechtgelegt, die ich nacheinander abarbeiten werde. Doch zuvor sind noch ein paar allgemeine Anmerkungen angebracht. Über die LEDs an der Bodeneinheit hatte ich ja bereits gesprochen und im Test merkte ich sehr schnell, dass die Leuchten nicht über einen Sensor gesteuert werden. Das bedeutet, sie gehen mit dem Staubsauger an und aus und leuchten eben auch unabhängig vom Umgebungslicht. Ein Negativum sehe ich darin aber nicht, solange es die Laufzeit nicht beeinträchtigt. Doch dazu später mehr.

Jenseits davon hat mich die Haptik während des Saugens absolut überzeugt. Der zusammengebaute Staubsauger hat für mich 176-Zentimeter-Krümelbekämpfer eine sehr komfortable Länge. Zudem finde ich ihn angenehm leicht und überaus wendig. Er gleitet schön über die Böden und lässt sich ohne größere Mühen um alle Ecken und Kurven manövrieren. Ein wenig Bedenken hatte ich anfänglich, ob der Universum-Sauger auch wirklich allen Dreck aufnehmen kann. Mir schien seine Front zu sehr geschlossen, als dass sie übermäßig Schmutz und Steine durchlassen würde. Aber der Eindruck hat mich getäuscht, denn der VC 300-20 saugt beachtlich gut und konsequent. Wie er das aber in den oben genannten Szenarien meistert, das erzähle ich euch jetzt.

Saugtest 1

Staubsauger-Szenario 1 – Der Sandkasten im Flur

Wer Kinder hat, kennt das alte Sommerleiden sicherlich: Nach einem ausgelassenen Nachmittag auf dem Spielplatz kehren die lieben Kleinen heim, lassen im besten Fall ihre Schuhe vor der Tür, schaffen es aber dennoch, Spielplatz-Sand und kleine Kieselsteinchen in die Wohnung zu schleppen. Die müssen dem Laminat zuliebe natürlich weg. Um das ein wenig drastischer nachzustellen, habe ich mir einen Cocktail aus normalem und Kieselsand gemixt. Jeweils 100 Gramm verteile ich im Flur und auf einem kleinen Teppich und werfe danach den Universum-Akku-Staubsauger an.

Das Ergebnis: Die Kiesel schiebt er zwar zuweilen ein bisschen vor sich her und ich muss schon ein paar Mal darüber gehen, bis alles weg ist. Dafür beseitigt der VC 300-20 auf dem Laminat starke 96 Prozent der nervigen Fremdkörper. Beim Teppich tut er sich allerdings schwerer und kommt hier nur auf 56 Prozent. Das Ergebnis ist aber nicht ungewöhnlich, schließlich sind die Kiesel auch nicht gerade leicht, der Test-Teppich ist eher Hochflor (was der Universum-Akkusauger laut Beschreibung gar nicht können soll) und selbst bei höchster Stufe muss der Staubsauger einiges an Schmutz hochwuchten.

Auf einen weiteren Punkt solltet ihr euch außerdem gefasst machen: Macht ihr den Akkusauger aus und haltet ihn weiter mit dem Saugrohr nach unten, kann es durchaus passieren, dass er eine gewisse Menge seiner Last wieder ausspuckt. Das ist ebenfalls nichts, was ich nicht von anderen Akkuksaugern schon kennen würde. Daher drehe ich den laufenden Staubsauger meist zum Ende des Saugvorgangs einmal nach oben und stelle so sicher, dass auch alles im Auffangbehälter landet.

Saugtest 2

Staubsauger-Szenario 2 – Papa hat gekocht

Nicht selten passiert es, dass während des Backens oder Kochens ein nennenswerter Teil der Zutaten das Weite sucht und daraufhin den Fußboden bevölkert. Um das für den Staubsauger-Test nachzustellen, habe ich Haferflocken, trockenen Reis und Leinsamen-Schrot zu gleichen Teilen gemischt und jeweils 50 Gramm davon auf das Laminat geworfen und im Teppich versenkt.

Das Ergebnis: Hier fühlt sich der Universum VC 300-20 spürbar wohl. Die Zutaten haben kein allzu großes Gewicht und werden vom Laminat weg zu 99 Prozent geschluckt. Selbst beim Hochflor-Teppich erwischt der Akkusauger noch sehr beachtliche 96 Prozent. Vor allem das letzte Ergebnis ist weit mehr, als ich erwartet hätte. Außerdem verliert er von seiner Fracht nach dem Ausschalten auch nichts. Und was mich darüber hinaus noch überrascht hat: Allein mit der normalen Bodeneinheit, bekomme ich auch das Gröbste aus Ecken und Kanten heraus. Der aufgebaute Unterdruck und die entsprechende Saugstufe reichen durchaus aus.

Saugtest 3

Staubsauger-Szenario 3 – Wann habe ich das letzte Mal den Kofferraum gesaugt?

Die Frage aus der Überschrift kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Was ich aber sagen kann, ist, dass sich der Universum VC 300-20 mit seinen diversen Saugaufsätzen geradezu für diesen Einsatz aufdrängt. In diesem Szenario habe ich auch keine Referenzmenge, die der Akkusauger schaffen müsste. Vielmehr ist die Krümel- und Sandlandschaft historisch gewachsen und sie krallt sich sehr hartnäckig im widerstandsfähigen Kofferraumstoff fest.

Entsprechend muss ich auch beim Saugen schon mehrmals über den Schmutz gehen, bis ich deutlich sichtbare Resultate erziele. Auf höchster Stufe, ohne Staubsaugerrohr und mit der normalen Bodenbürste bekomme ich die groben Verunreinigungen weg. Die Fugendüse schafft Ordnung in den Ritzen und Ecken, aber für die Flächen scheint mir der Möbel- und Polsteraufsatz am besten geeignet. Vor allem ohne die ausgefahrenen Borsten schafft der Akkusauger einen stattlichen Unterdruck, der Einiges aus der Kofferraumverkleidung heraus zieht. Perfekt ist das Ergebnis zwar nicht, aber das sind die Bedingungen auch keineswegs. Für eine gute grundlegende Reinigung reicht es allemal und im Auffangbehälter sehe ich auch schnell, dass der Universum-Staubsauger viel mehr herauszieht, als ich oberflächlich gesehen habe. Ebenfalls sehe ich nach diesem Test sehr deutlich, dass das Weiß der Bauteile bald schon ein deftiges Grau sein dürfte.

Beim Aussaugen im Kofferraum hat eine Kombi aus Polsterbürste ...
... und Fügendüse die besten Ergebnisse gebracht.
Beim Aussaugen im Kofferraum hat eine Kombi aus Polsterbürste ...
Akku

Ein kleiner Dauerläufer unter den Akkusaugern

Jetzt stellt sich aber die Frage, wie lange der Universum VC 300-20 diese gute Saugleistung aufrecht erhalten kann. An der 5-stufigen Ladeanzeige kann ich dazu nicht viel ablesen. Auch eine Anzeige der laufenden Stufe gibt es nicht. Zwar sind die drei Stufen symbolisch auf den Akku gedruckt, aber ich sehe leider nirgends, in welcher Stufe ich gerade sauge. Mein Gehör und die Gewöhnung müssen das richten.

Was ich aber sehr schnell feststellen konnte: Die Herstellerwerte von bis zu 60 Minuten schafft der Universum-Akku-Staubsauger spielend. Genau genommen konnte ich 61 Minuten und 14 Sekunden im Eco-Modus (Stufe 1) messen. Auf Stufe 2 reicht der Akku noch für starke 34 Minuten und wenn ich im Power-Modus durch die Wohnung kurve, habe ich immer noch sehr gute 11 Minuten und 47 Sekunden Spielraum. Damit ich auch noch ein wenig planen kann, ob sich der nächste Raum noch lohnt, fängt die Ladestandsanzeige zirka eine Minute vor dem Akku-Exodus an zu blinken und sagt mir so, dass ich langsam fertig werden sollte. Apropos fertig: Das ist der anschließende Ladevorgang nach 3,5 bis 4,5 Stunden. Auch hier bietet der Staubsauger meiner Meinung nach einen guten Wert in diesem Preissegment.

Der Akku ist fest mit den Steuerelementen verbaut, ...
... kann aber sehr einfach entnommen und gewechselt werden.
Oben gibt es die Stufenschaltung sowie eine Ladestandsanzeige.
Hinten am Akku und in Daumenreichweite liegt der Einschalter.
Der Akku ist fest mit den Steuerelementen verbaut, ...
Fazit

Ein Akkusauger-Komplettpaket, das seinen Preis absolut wert ist

Fast 200 Euro für einen Staubsauger? Darüber hätte ich vor ein paar Jahren noch den Kopf geschüttelt. Da kannte ich aber auch die Vorzüge eines Akku-Staubsaugers wie des Universum VC 300-20 noch nicht. Klar, einem höherpreisigen Dyson kann der Universum-Sauger sicherlich nicht das Wasser reichen. Generell hat auch die Fraktion der Kabel-Sauger-Befürworter nicht unrecht, wenn sie die teils deutlich stärkere Saugleistung, das laufzeitunabhängige Arbeiten und vielleicht auch die etwas bessere Performance bei grobem Schmutz betonen.

Aber dennoch liefert der Universum VC 300-20 sehr beachtlich ab. Der Akkusauger ist relativ leicht, sehr wendig und liegt gut in der Hand. Er kommt mit einem ausdauernden Akku daher und schafft bei den üblichen, alltäglichen Verschmutzungen zügig Ordnung. Die Bodeneinheit hat LEDs an Bord, die zwar dauerhaft leuchten, aber immerhin dem Akku nicht spürbar abträglich sind. Filter und Akku kann ich bei Bedarf tauschen und generell kann ich den Staubsauger ziemlich gut zerlegen und reinigen.

Letzten Endes sind da nur ein paar Kleinigkeiten, die Generation Zwei besser machen kann: zum Beispiel ein direktes Laden über die Wandhalterung oder eine Anzeige, in welche Stufe ich gerade sauge. Auch Weiß als Hauptfarbe ist nur so lange schick, bis der Staubsauger dem Schmutz begegnet. Und das geht logischerweise ziemlich schnell. Aber sei’s drum, für maximal 200 Euro (und in den letzten Angeboten bei Cyberport auch deutlich weniger) bekomme ich ein sehr ansprechendes Komplettpaket für den Kampf gegen die Krümelübermacht.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 72 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

4 Kommentare

  1. Detlev schrieb am
    Bewertung:

    Hallo, sehr schöner Test. Ich habe ihn mir nun auch zugelegt und kann die Zufriedenheit absolut bestätigen.

    Woher bekommt man aber Ersatzteile?

    Filter etc. habe ich immer gerne ein oder 2 da. Wer weiß, ob ich die in ein paar Jahren noch bekomme.

    • Maria Klipphahn schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Detlev,
      es freut uns, dass dir unser Testbericht und der Staubsauger gut gefallen!

      Ersatz-Filter bieten wir aktuell noch keine in unserem Shop an. Das wird sich aber voraussichtlich nächstes Jahr im Frühjahr ändern.

      Beste Grüße,
      Maria

  2. Hans Heydner schrieb am
    Bewertung:

    wo kann man den Wechselakku beziehen? Der Cyberport-Telefonberater sagte mir, dass es den bei Cyberport nicht gibt aber bei anderen Händlern unter der Bezeichnung EVO D175. Finde ich aber nirgends.

    • Maria Klipphahn schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Hans,

      tut mir leid, aber leider bieten wir aktuell in unserem Shop noch keine Wechselakkus an. Voraussichtlich wird sich das im Frühjahr 2022 ändern. Es lohnt sich also nächstes Jahr einmal vorbeizuschauen!

      Beste Grüße,
      Maria

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Die Crucial P5 Plus im Test: Einstieg in die Königsklasse?

Tests

29.11.2021

 | Marcel Fleischer

Mit der P5 schaffte Crucial den Sprung in die Oberklasse der PCIe-3.0-SSDs. Mit der P5 Plus, dem offiziellen Nachfolger Crucials P5-Modelle, wagt Crucial nun den Angriff auf die Königsklasse der PCIe-4.0-SSDs. In dem heutigem Test möchte ich die... mehr +

In Dubio Pro Neo: Das Oppo Find X3 Neo im Smartphone-Test

Tests

27.05.2021

 | André Nimtz

Es gab Zeiten, da habe ich mich auf Smartphone-Neuankündigungen riesig gefreut. Und das nicht etwa, weil Samsung das neue Galaxy präsentierte oder Apple mal wieder zur Keynote lud. Es waren die Nischenplayer (aus damaliger Sicht), die mich mit... mehr +