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Produkttest: Nokia N8



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Das hoffentlich letzte High-End-Smartphone mit Symbian?
Nokias neuester bzw. aktueller Wurf liegt vor mir auf dem Tisch: Das Nokia N8. Die Werbeversprechungen sind wie immer vollmundig, aber kann das High-End-Smartphone aus Finnland wirklich noch bestehen gegen die starke Konkurrenz aus Android, iPhone und Co? Zunächst einige Worte zur Hardwareausstattung: Einmal aus der Packung genommen muss man erstmal Lob aussprechen: Das Gehäuse aus Alu ist sehr solide und liegt gut in der Hand. Hier wackelt nichts, hier klappert nichts.
Zwar mag die Fertigungsqualität noch nicht an das iPhone 4 heranreichen, aber die richtige Richtung wurde eingeschlagen – diese lässt auch frühere Klapperkisten vergessen. Dagegen stört die hervorstehende Kamera-Optik: Schwierigkeiten beim verstauen in der Tasche sind zu erwarten und ebenso wenn man das Nokia N8 auf dem Tisch liegend bedienen will. Dazu kommt noch ein flacher Ein/Ausschaltknopf, der es notwendig macht, etwas stärker zu drücken um das Smartphone einzuschalten bzw. auszuschalten. Das ist nicht schön und erinnert an alte Nokias mit ähnlichen Problemen.

Nokia N8 – Teil 1″

Display
Die harten Fakten: 3,5 Zoll, 640 x 360 Pixel Auflösung – all dies auf einem eher schwachen Display. Das ist wahrlich kein High-End sondern eher Mittelmaß. iPhone verwöhnte Augen tun sich aber generell schwerer mit geringeren Auflösungen, dies sollte ich einschränkend hinzusagen. Auf jeden Fall gefällt, dass Nokia die Displayscheibe gut entspiegelt hat. Die Sonne blendet dann nicht ganz so stark und man hat trotz der geringen Displayhelligkeit noch halbwegs die Chance etwas zu erkennen.

Auch ist das Display kapazitiv und unterstützt Multitouch, wenngleich die Bedienung nicht ganz so flüssig ist wie man sich das vorstellt. Dies wird aber wohl eher dem schwachen Betriebssystem Symbian^3 zuzurechnen sein. Zu Symbian^3 schreibe ich im folgenden Abschnitt auch nicht mehr soviel, da es nicht wirklich erwähnenswert ist.

Bedienung
Mit Symbian^3 werden viele kleine Schwächen der älteren Smartphones mit Touchscreen von Nokia behoben und Nokianer finden sich sofort zurecht. Für alle anderen, die Menüführungen aus dem aktuellen Jahrzehnt bevorzugen, kann ich nur sagen: Finger weg, hier verheddert man sich unnötig in Menüs und Untermenüs und weiß dann am Ende nicht mehr wo man ist.

Nokia N8 – Teil 1″

Empfang und Klang
Um mal wieder zwischendurch etwas Lob in den Testbericht einzustreuen: Wie bei der Hardware, hat Nokia ein solides Empfangsgerät geliefert. Die Klangqualität ist wirklich gut, auch wenn man in lauteren Umgebungen unterwegs ist und das Mikro ist zudem relativ unempfindlich gegen Wind. An Bord des Nokia N8 sind GSM Quadband, HSPA und WLAN. Damit sollte man weltweit fast überall in irgendein Netz sich verbinden können. Auch beim Empfang schwächelt das Nokia nicht und bleibt solide am Ball. Die Akkulaufzeit ist für ein Smartphone durchaus in Ordnung, allerdings bin ich bei meiner normalen Nutzung am Abend schon geneigt gewesen das N8 ans Stromkabel zu hängen.

Kamera
Marktschreierische 12 Megapixel und ein kleines Objektiv: Das kann nicht wirklich gute Bilder geben. Mit eher durchschnittlichen Ergebnissen liegt das Nokia N8 daher auch auf dem Niveau von billigen digitalen Knispen – nichts weltbewegendes. Denn Randunschärfen und Dunkelheit trüben das Bild. Videos werden in 1280 x 720 Pixeln aufgenommen, gespeichert wird auf dem 16 GB großen internen Speicher oder falls das nicht reicht, auf micro-SD Karten. Praktisch finde ich die Möglichkeit das Nokia N8 mittels mitgelieferten HDMI-Kabel an den Fernseher zu hängen und Bilder und Videos dort zu schauen. Man könnte sogar eine Festplatte über einen Adapter an das N8 anschließen und dann darüber Filme auf dem Fernseher schauen – das ist eine gute Idee.

image

Beispielbilder: Aufgenommen mit dem Nokia N8 – Originaldatei 1; Originaldatei 2.

Fazit
Das Nokia N8 zeigt in die richtige Richtung, allerdings nur bezüglich der Hardware, auf Softwareebene versagt es komplett. Und da die Software (und die Apps) der ausschlaggebende Faktor beim Kauf und der Nutzung eines Smartphones sind, muss Nokia sich mit dem N8 der Konkurrenz leider geschlagen geben. Ich persönlich würde es nicht kaufen, außer als Navi oder als HD-Medienplayer. Nicht jedoch als ein eigentliches Mobiltelefon.

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6 Kommentare

  1. Micha schrieb am
    Bewertung:

    Ach Tseter, du bist schon ein guter Deutscher :) (oder zumindest eingedeutschter,weiß ich ja nicht)! Anonym meckern, aber nichts tun damit es besser wird … ;)

  2. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ tseter: Tja mein lieber das war es, ab heute erst mal Hausverbot. Deinen Kommentar schicke ich selbstredend ins Nirvana.

  3. Karl Klemm schrieb am
    Bewertung:

    Ins Nirvana? Dabei würd ich den MP3-Player ja gar nicht benutzen an seiner Stelle. Danke für die Produktwertung, gibt Aufschluss über einiges!

  4. Carsten Wulf schrieb am
    Bewertung:

    „@tseter: Tja mein lieber das war es, ab
    heute erst mal Hausverbot. Deinen
    Kommentar schicke ich selbstredend ins
    Nirvana.“

    Das ist unklug, war er doch das Unterhaltsamste, was der Blog zu bieten hat!

  5. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Carsten: Das ist nicht unklug, sondern schlicht konsequent. Wer diese Art der Unterhaltung sucht – sprich billigst auf Kosten unserer Autoren, oftmals unter Gürtellinie – sollte sich lieber an anderer Stelle bespaßen lassen. Das Internet mag zwar noch immer ein freier und wilder Ort sein, dennoch sollte man seine gute Kinderstube (wenn vorhanden) nie vergessen, denn hinter all den Worten hier stecken echte Menschen – Stichpunkt „Netiquette“.

  6. Bernd schrieb am
    Bewertung:

    Ich hatte früher Symbian und war sehr zufrieden. Nur habe ich das Gefühl, dass Symbian stehen geblieben ist und sich nicht mehr entwickelt. Aber es wurde ja jetzt die Zusammenarbeit von Microsoft und Nokia angekündigt. Daher hoffe ich auf bessere Nokia Handys in Zukunft mit WP7.

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