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Das Motorola Moto X Force im Test: Möge die Macht mit mir sein



Zugeordnete Tags Produkttest | Android | Smartphone
Bereiche

Bewertung
Force = Leistung + Ausdauer
4,5

 Pro

  • gute Kamera
  • gute Verarbeitung
  • lange Akkulaufzeit
  • rasantes Arbeitstempo
  • sehr gutes & bruchsicheres Display

 Contra

  • das Display ist nicht sehr kratzfest
  • geringer Lieferumfang
  • kein Fingerabdruck-Sensor

Motorola hat Anfang des Jahres sein Top-Smartphone aus den USA auch hierzulande veröffentlicht. Das absolute Highlight des Moto X Force ist sein bruchsicheres Display. Da es sich bei meinem Testgerät nur um eine Leihgabe handelt, ist es mir leider nicht möglich diese Eigenschaft über Gebühr zu testen. Glücklicherweise gibt es dazu bereits einige anschauliche Videos im Internet, welche das Herstellerversprechen eindrucksvoll bestätigen. Wie sich das Moto X Force in meinem knapp dreiwöchigen Test geschlagen hat und ob es noch weitere Highlights bietet, erfahrt ihr im folgenden Bericht.

Unboxing & erster Eindruck

Hochwertig - mit dem gewissen Etwas

Die große quadratische Schachtel lässt sich wie eine Box aufklappen. Die hochwertige Materialanmutung der Verpackung setzt sich auch beim Inhalt fort. Direkt unter dem Moto X Force befindet sich separat verpackt die Bedienungsanleitung und der Stift zum Öffnen des Sim-Karten-Slots. Rechts daneben liegt das Schnellladegerät ebenfalls ordentlich verpackt im Karton. Das war es dann aber auch schon neben dem Moto X Force selbst an Inhalt. Aufgrund des Gerätepreises und der Größe der Schachtel vermisse ich ein ordentliches Headset und ein extra USB-Kabel zum Laden oder Datenaustausch im Lieferumfang.

Das Moto X Force selbst bietet allerdings kaum Anlass zur Kritik. Spaltmaße sind nicht erkennbar, der Metallrahmen und die Nylonrückseite fassen sich sehr wertig an und die Tasten besitzen einen guten Druckpunkt.

Die beiden Öffnungen für den Mono-Lautsprecher unterhalb des Displays empfinde ich jedoch als sehr deplaziert. Zum einen stören sie die Optik der Vorderseite und zum anderen wird sich dort eine Menge Staub und Schmutz sammeln können. Davon abgesehen hat Motorola einen echten Hingucker geschaffen.

Das Handling wiederum überrascht. Trotz der Displaygröße von 5,4 Zoll und einem Gewicht von 169 Gramm liegt das Moto X Force erstaunlich komfortabel und griffig in der Hand. Einen großen Anteil an der gelungenen Haptik hat der angeschrägte Rahmen und die Rückseite aus Nylon. Unschöne Fingerabdrücke gehören damit der Vergangenheit an und die gewebte Struktur strahlt eine gewisse Individualität aus.

Sehr schicke Verpackung
Spartanischer Lieferumfang
Individueller Look dank Nylon-Rückseite
Hochwertige Verarbeitung
Sehr schicke Verpackung
Display

Ein unschlagbares Display

Motorola verbaut beim Moto X Force ein 5,4 Zoll großes AMOLED-Display, welches mit 1.440 mal 2.560 Pixeln sehr hoch auflöst. Es sind keinerlei Pixel mit bloßem Auge erkennbar. AMOLED-typisch ist Schwarz wirklich Schwarz. Die Farben sind für mein Empfinden leicht übersättigt, aber eine natürliche Darstellung von Bildern und Videos ist noch gegeben. Das Display leuchtet ausreichend hell und ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut abzulesen. Die automatische Helligkeitsregulierung arbeitet dabei sehr gut. Das Panel ist ebenfalls sehr blickwinkelstabil, allerdings nimmt die Helligkeit bei größeren Winkeln etwas ab.

Kommen wir zum eingangs erwähnten Highlight des Moto X Force: Dem bruchfesten Display. Dieses „Moto Shattershield“ besteht aus insgesamt 5 Schichten. Die oberste Schicht ist hierbei kein Glas sondern eine Schutzfolie und besitzt daher einen Nachteil: Sie ist relativ anfällig für Kratzer. Während meines Testes habe ich das Gerät sehr sorgfältig behandelt und nie mit anderen Gegenständen in der Tasche transportiert. Dennoch befanden sich am Ende zwei sehr feine Kratzer auf dem Display. Nach ein bis zwei Jahren sieht das jedoch sicher nicht mehr so gut aus. Die Folie lässt sich aber bei Motorola nachbestellen und selbst wechseln. Das ist dann der Preis für bruchfestes Display, auf welches Motorola übrigens 4 Jahre Garantie gibt.

Scharfe und brilliante Darstellung
Das Display ist hell und blickwinkelstabil
Scharfe und brilliante Darstellung
Software & Bedienung

Pures Android mit sinnvollen Ergänzungen

Standardmäßig liefert Motorola das Moto X Force mit Android 5.1 aus. Und wie üblich muss man bei Motorola nicht lange auf neue Androidversionen warten. Sofort nach der Einrichtung wird mir erfreulicherweise Android 6.0 zum Update angeboten. Und eine Woche später erschien gleich noch das Update auf die Version 6.0.1. Hier kann ich Motorola nur loben. Die zügigen Softwareupdates sind vorbildlich und meiner Meinung nach auch wichtig, um mögliche Sicherheitslücken schnellstmöglich zu schließen.

Motorola verwendet keine eigene Oberfläche und so steht ein reines Stock-Android zur Verfügung. Bis auf die Moto App ist keine weitere Fremdsoftware installiert. Über diese App lässt sich unter Anderem auch die Sprachsteuerung einrichten. Über einen festgelegten Auslösesatz reagiert das Moto X Force dann auf meine Stimme und ich kann Anrufe tätigen, SMS schreiben, Googlen und Twitter- oder Facebook-Posts erstellen. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut und ist ein praktisches Feature, wenn man zuhause gemütlich auf der Couch liegt und das Smartphone gerade mal nicht in Reichweite ist.

Motorola hat aber noch eine weitere Funktion integriert: Moto Display. Dabei werden auf dem ausgeschaltetem Display Benachrichtigungen und Informationen über eingegangene SMS oder verpasste Anrufe angezeigt. Man muss das Moto X Force nicht einmal mehr berühren, um sich diese Informationen anzeigen zulassen. Es reicht, wenn man einfach die Hand in etwa 5 bis 7 Zentimeter Abstand über das Display bewegt und die entsprechenden Informationen werden eingeblendet.

Motorola hat dem Moto X Force selbstverständlich auch eine Gestensteuerung spendiert. Mittels zwei schneller Drehbewegungen des Handgelenks wird die Kamera-App gestartet und wenn man das Moto X Force in der Hand zwei Mal schnell schüttelt, aktiviert sich die Taschenlampe.

Einen Wermutstropfen bei der Bedienung gibt es jedoch. Motorola bietet kein Double-Tap-To-Wake für seine Smartphones an. Es bedarf daher immer des Power-Buttons zum Aufwecken aus dem Standby. Dieser ist leider sehr ungünstig über der Lautstärkewippe positioniert. Wer also nur normalgroße Hände hat, so wie ich, der muss jedes Mal umgreifen um das Display zu aktivieren oder zu sperren.

Reines Android mit sinnvoller Gestensteuerung ergänzt
Der Powerbutton ist etwas zu weit oben platziert
Motorola liefert Updates zeitnah aus
Reines Android mit sinnvoller Gestensteuerung ergänzt
Hardware & Leistung

Force: Der Name ist Programm

Motorola hat dem Moto X Force nur das Beste an verfügbarer Hardware spendiert. Abgesehen von einem Fingerabdruck-Scanner, welcher mittlerweile bei der Konkurrenz zur Standardausstattung gehört, fehlt es an Nichts. Mit dem Snapdragon 810 Octa-Core-Prozessor mit 2 Gigahertz Taktrate und 3 Gigabyte Arbeitsspeicher macht das Moto X Force seinem Namen alle Ehre. Es ist mit Abstand das schnellste Smartphone, dass ich je in den Händen gehalten habe. Es gibt keine Ruckler, Apps starten ohne Verzögerung und Ladezeiten sind kaum vorhanden. Dank WLAN-ac und LTE ist man auch im Internet extrem flott unterwegs. Im AnTuTu Benchmark erreicht das von mir getestete Gerät sehr gute 92408 Punkte. Allerdings bleibt auch das Moto X Force bei starker Beanspruchung nicht von der Hitzeproblematik und der damit verbundenen Leistungsdrosselung des Snapdragon 810 verschont. Es fällt aber glücklicherweise nicht auf. Die Rückseite wird nie heiß, nur warm und ein Leistungsverlust ist in der täglichen Nutzung nie spürbar.

Der interne Speicher beträgt 32 Gigabyte und lässt sich mittels microSD-Karte beliebig erweitern. Ebenso ist kabelloses Laden nach dem Qi-Standard integriert und die Schnittstellen werden durch Bluetooth 4.1, NFC und GPS vervollständigt.

Die Empfangsleistung und Gesprächsqualität beim Telefonieren war stets gut bis sehr gut. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass die Lautstärke beim Telefonieren insgesamt etwas leiser ist, als beispielsweise bei meinem Lumia 830.

Kombinierter SIM- und SD-Karten-Slot
Das Moto X Force kommt mit aktuellster Hardware
Top-Wert im AnTuTu-Benchmark
Kombinierter SIM- und SD-Karten-Slot
Akku

Ausdauernder Akku mit Turbo-Charge

Das Moto X Force verfügt über einen 3760 Milliamperestunden großen Akku. Dieser kann wahlweise über das Turbo-Charger-Netzteil in etwa 80 bis 90 Minuten komplett geladen werden oder kabellos mittels Qi-Standard über ein entsprechendes Dock Strom tanken.

 

Mit einer Akkuladung kommt man bei normaler Nutzung problemlos über 2 Tage. Das schließt bei mir etwa eine Stunde surfen, regelmäßiger Mail-, Twitter- und Messenger-Abruf, 30 Minuten Facebook und je 10-15 Minuten Spielen und Telefonieren pro Tag mit ein. Wer das Moto X Force mehr fordert, schafft dann nur einen Tag, hat aber noch genügend Reserven, falls der Abend mal länger dauert.

Kabelloses Aufladen mit Qi wird unterstützt
15 Minuten laden bringt 13 Stunden Akku-Leistung
2 Tage Akkulaufzeit sind problemlos möglich
Kabelloses Aufladen mit Qi wird unterstützt
Kamera

Die Kamera ist eine der Stärken des Moto X Force

Mit der 21 Megapixel-Kamera des Moto X Force hat Motorola es endlich geschafft, eine wirklich gute Smartphone-Kamera zu verbauen. Diese war bei den vorherigen Moto X Modellen immer ein Kritikpunkt. Der aktuelle Sensor gibt aber kaum Anlass zum Meckern. Die Fotos sind scharf und farbecht. Zudem arbeitet der Autofokus sehr flott, wodurch ich dem Moto X Force eine gute Schnappschusstauglichkeit attestieren kann. Nur bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten findet der Sensor nicht immer die richtige Belichtungseinstellung, so dass die Fotos teilweise zu dunkel geraten. Videos lassen sich zudem mit 4k-Auflösung und 30 Frames pro Sekunde aufnehmen.

Für Selfies hat Motorola dem Moto X Force eine 5 Megapixel-Frontkamera mit Blitz spendiert. Die Qualität ist ordentlich und reicht locker für Facebook und Co aus.

Hauptkamera mit 21 Megapixel-Kamera und Dual-LED-Blitz
5 Megapixel-Frontkamera mit LED-Blitz
Sogar Hintergrundunschärfe ist möglich
Zu dunkel belichtetes Bild
Korrekt belichtete Aufnahme
Sehr gute Farb- und Detailwiedergabe
Hauptkamera mit 21 Megapixel-Kamera und Dual-LED-Blitz
Fazit

Tolles Gesamtpaket ohne wirkliche Schwäche

Beim Moto X Force spürt man förmlich die Macht, die von ihm ausgeht: Gestensteuerung, Moto Display und kabelloses Laden. Hinzu kommt Leistung satt, ein kräftiger Akku, die aktuellste Android-Version und ein bruchfestes Display. Zudem hat Motorola endlich den Schwachpunkt Kamera bei seinem Top-Smartphone beseitigt und einen Speicherkarten-Slot ergänzt. Da lässt sich meines Erachtens auch das Fehlen eines Fingerabdruck-Sensors ohne Weiteres verschmerzen.

Motorola bietet mit dem Moto X Force ein absolutes Ausnahme-Smartphone an und lässt sich das auch gut bezahlen. Knapp 660 Euro muss man für die edle Highend-Hardware auf Tisch legen. Betrachtet man das Gesamtpaket, ist das Moto X Force meiner Meinung nach aber jeden Cent wert.

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