Tests

Sonos Move - Testlauf des Multiroom-Speakers mit Akku-Backup



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Zugeordnete Tags Lautsprecher | Audio | Bluetooth
Bereiche

Bewertung
Wuchtig & überzeugend
4

 Pro

  • Funktioniert reibungslos im WLAN & per Bluetooth
  • Zumeist gutes bis sehr gutes Klangbild
  • Hervorragend verarbeitet
  • Überraschend viele Bedienelemente
  • Fast reibungslose Einrichtung
  • Ordentliche Akkudauer
  • Einfacher Akkutausch möglich

 Contra

  • Wuchtig & schwer
  • Kleine Kinderkrankheiten
  • Akku verliert 6 bis 7 Prozent Leistung am Tag
  • Teils zu undifferenzierter Klang

Vor gut zwei Jahren tastete ich mich als gefühlter Multiroom-Spätzünder erstmals in die Klang- und Funktionswelten von Sonos vor. Als ebenso spätgezündeter Bluetooth-Speaker-Nutzer trug ich bis dahin einen Creative Sound Blaster Roar mit mir herum und hatte von den sagenumwobenen Möglichkeiten vor allem des Sonos One nur in Erzählungen gehört. Dass der Multiroom-Speaker immer am Strom hängen muss und tatsächlich nur im WLAN funktioniert, ist seinerzeit und vor meinem Test an mir vorbeigegangen.

Ein wenig traurig war ich dann schon, als sich der One als kleine Sound-Immobilie entpuppte. Und ich habe mich gewundert, dass Sonos keine komplett entfesselte Alternative im Programm hatte. Nun – gut zwei Jahre später – gibt es ihn also, den Multiroom-Lautsprecher, den ich auch als Bluetooth-Boombox zum Grillen mitnehmen kann. Dass es Sonos beim Move allerdings nicht auf die Ghettoblaster-Nachfolgegeneration abgesehen hat, die mit dem Speaker an der Schlaufe durch die Gassen, Wiesen und Dörfer dröhnt, zeigt sich schon am Preis. Satte 399 Euro ruft der Speaker auf und platziert sich damit am ehesten als Alexa-fähiger Home-Entertainment-Lautsprecher mit Mitnahme-Option. Ob das Konzept funktioniert, wird der Test zeigen.

Lieferumfang

Der etwas weniger kompakte Bluetooth-Speaker

Stattlicher Karton ...
... mit ganz viel Produkt im Inneren.
Die Ladestation ist ordentlich aufgeräumt.
Zum Zubehör gehören natürlich auch die üblichen Beileger.
Die Ladestation lässt sich nicht des Kabels entledigen.
Einen Transportbeutel gibt es noch dazu.
Stattlicher Karton ...

Was schimpfte Opa seinerzeit über die Jugend von damals. Und auch heute hätte er sicherlich was zu erzählen, wenn er die halbwüchsigen Hip-Hop-Hoodies mit einem JBL Xtreme um die Hüfte durch die Straßen mäandern sähe. Den Sonos Move wird man wohl nicht in einer ähnlichen Situation erleben, spricht er doch preislich und funktional ein anderes Klientel an und wiegt zudem noch einmal 600 Gramm mehr als der JBL. Satte drei Kilogramm bringt die Sound-Brumme auf die Waage und ist dabei fast so hoch wie ein DIN-A4-Blatt.

Entsprechend ausladend kommt schon die Umverpackung daher. Darin präsentiert sich mir nicht etwa der blanke Move. Nein, er ist hübsch eingepackt in einen schwarzen Stoffbeutel mit Sonos-Branding und Kordelzug. Damit kann ich den Speaker also von A nach B transportieren, wenngleich ich Bedenken habe, die Kombi auf Dauer an der Kordel zu tragen. Dafür scheint mir der Sonos-Lautsprecher zu wuchtig. Außerdem an Bord ist ein ovaler und recht unscheinbarer Ladering, der fest mit Ladekabel und Netzteil verbunden ist. Natürlich dürfen auch die üblichen Beileger nicht fehlen.

Design

Tadellos verarbeiteter Multiroom-Lautsprecher

Wuchtiges Kerlchen, der Sonos Move
Touch-Steuerelemente & 6 Mikrofone auf der Oberseite
Weitere Tasten auf der Rückseite
Unten am Move: die Ladekontakte
Anpacken & mitnehmen: Das klappt auch im Vorbeigehen gut.
Wuchtiges Kerlchen, der Sonos Move

Was das Design angeht, so muss sich Sonos wie jeder andere Hersteller wohl der Geschmackssache beugen. Fakt ist für mich: Der Sonos Move ist trotz seiner Größe ein ganz schönes Stück Understatement. Eigentlich ist er an keiner Stelle übermäßig auffällig oder reißerisch gestaltet. Er ist ein großer schwarzer Zylinder, der mit einem gummierten (und leider recht staubanfälligen) Fuß beginnt, in das hervorragend verarbeitete Lautsprechergitter übergeht und in einer touchsensitiven Oberseite endet. Heraus sticht auf den ersten Blick nur das weiße Sonos-Logo.

Bei genauerer Betrachtung finde ich natürlich noch eine ganze Reihe an Bedienelementen und Besonderheiten. Fangen wir unten auf der Rückseite an: Hier sehe ich zunächst zwei silberne Kontakte für das Laden in der Station, doch unweit darüber blinzelt mich noch ein USB-Port an. Über den kann ich den Move auch unterwegs z.B. per Powerbank oder im Urlaub per Smartphone-Ladekabel bestromen. Mittig auf der Rückseite hat Sonos drei Knöpfe verbaut: Der Oberste ist der Ein-/Aus-Schalter, darunter kann ich per Knopfdruck zwischen Bluetooth und WLAN wechseln und als dritter Knopf ist noch die Verbindungstaste zu sehen.

Auffällig ist daran, dass diese drei Tasten in einer Schräge sitzen, die nach oben hin einen Haltegriff bildet. Was ich zunächst als verwunderliche Transportmethode empfand, stellte sich im Test schnell als coole Idee fürs flotte Schnappen und Mitnehmen heraus. Die Mulde treffe ich auch im Vorbeigehen immer perfekt und hebe den Sonos-Lautsprecher ganz einfach aus seiner Ladestation.

Apropos Ladestation: Wenn der Speaker lädt, leuchtet vorn unten ein oranges Lämpchen und auf der Oberseite gehen die Power-Leuchte sowie die Mikrofon-LED an. Oben kann ich jenseits davon über zwei Touch-Felder die Lautstärke steuern, über ein drittes die Wiedergabe starten und pausieren und natürlich die sechs Fernfeld-Mikrofone ein- und ausschalten.

Akkutausch

Sonos, öffne dich!

An der Unterseite des Sonos verdeckt ein Gummistreifen zwei Schrauben.
Die lassen sich problemlos lösen und ...
... geben den Akku für spätere Tauschaktionen frei.
An der Unterseite des Sonos verdeckt ein Gummistreifen zwei Schrauben.

Was mir auf den ersten Blick gar nicht aufgefallen war: Auf der Unterseite des Sonos Move verbirgt sich noch ein in den Boden eingelassener Gummistreifen mit Move-Schriftzug, der sich links und rechts mit einer Messerspitze oder geübten Fingernägeln anheben lässt. Und darunter? – Zwei Schrauben, die den Zugriff auf das Innere des Lautsprechers ermöglichen.

Nötig ist das auf jeden Fall, denn Sonos selbst gibt an, dass der Akku zirka drei Jahre durchhält. Danach soll er sich selbst tauschen lassen (auch wenn es bislang noch keine entsprechenden Ersatzakkus gibt). Dazu ist es natürlich nötig, ins Innere zu gelangen und das idealerweise, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen. Das klappt sehr einfach, indem ich die beiden Inbusschrauben löse, den Move wieder nach unten drehe und den Boden mitsamt Akku herausgleiten lasse.

Boden und Batterie lassen sich allerdings nicht weiter separieren, weshalb dann wahrscheinlich die Kombi getauscht werden muss. Und wer hofft, auf diesem Weg den Sonos noch weiter zerlegen zu können, der wird entweder enttäuscht sein oder zu brachialeren Methoden greifen müssen. Trotzdem und obwohl Sonos nicht viele Worte über das „Wie“ des Akkutausches verliert, muss ich sagen: Sehr gut gelöst.

Setup

(Fast) reibungslose Einrichtung & zackige Alexa-Transplantation

Die initiale Einrichtung klappte nicht auf Anhieb.
Neben Alexa kann ich auch ...
... den Google Assistant problemlos einrichten.
Die initiale Einrichtung klappte nicht auf Anhieb.

Jetzt haben wir aber genug an der Hardware herumgespielt, richten wir endlich den Sonos Move ein. Da ich zuhause bereits Sonos nutze, habe ich die dazugehörige App schon auf meinem Smartphone installiert. Wer mit dem Move einsteigt, muss allerdings zunächst die App laden und einrichten, bevor es weitergehen kann. In der Anwendung gehe ich in die Einstellungen und versuche, den Speaker über „Produkt hinzufügen“ einzubinden. Leider geht das mehrfach schief, sodass ich dann doch per „Produkt suchen“ an die Sache ran muss. Mit ein paar Einrichtungsschritten mehr gelange ich schließlich aber doch zum Ziel.

Jetzt ist der Lautsprecher unter den Produkten gelistet und ich komme per Tipp auf den Namen in die Einstellungen. Viel gibt es allerdings nicht einzustellen: Neben Namensvergabe und Akkuanzeige stehen mir ein paar Klangoptionen inklusive Trueplay für die automatische Anpassung des Sounds an den Raum zur Verfügung.

Jetzt wäre noch das Thema Sprachsteuerung zu klären. Da meine Wahl auf Alexa fällt und die schon mit dem Sonos-Skill verbunden ist, bin ich in wenigen Klicks durch: Alexa hinzufügen, Speaker auswählen und anmelden, Benachrichtigung, dass die Mikrofone zuhören, wegklicken – fertig. Auch wenn ihr Alexa erstmalig mit einem Sonos verbindet oder den Google Assistant einrichten wollt, bedarf es nicht viel mehr als ein paar Login-, Verknüpfungs- und Verifizierungs-Vorgänge. All das ist aber ziemlich intuitiv gelöst und in wenigen Minuten erledigt.

Steuerung

Hier spielt die Musik - per Bluetooth, WLAN & Sprachsteuerung

Das Kabellos-Konzept überzeugt auch bei Sonos ...
... und so nehme ich den Speaker überall hin mit.
Zudem widersteht er Spritzwasser.
Die Sonos-App ist bei Bluetooth arbeitslos.
Das Kabellos-Konzept überzeugt auch bei Sonos ...

Klassischerweise funktionieren die Sonos-Lautsprecher im Heimnetzwerk weitestgehend reibungslos. Zumindest hatte ich seit Anschaffung meines Play:1 nie Probleme. Ebenso unproblematisch fügt sich auch der Move ein. Läuft der Speaker im WLAN-Modus, leuchtet oben über der Play-/Pause-Taste eine weiße LED und der Sonos ist per App ansteuerbar. Klassisch-altmodisch suche ich nach Interpreten, Alben oder Playlists und regle die Lautstärke, die überschaubaren Audio-Optionen oder richte ein Stereopaar mit meinem Play:1 ein. Der klassische Sonos eben.

Dann wechseln wir einmal zu Bluetooth. Dazu drücke ich die Taste auf der Rückseite, es ertönt ein Signalton und die LED leuchtet jetzt passenderweise blau. Mein Smartphone findet den Sonos unter den Bluetooth-Geräten umgehend und verbindet sich reibungslos mit dem Lautsprecher. Jetzt, da die Verbindung hergestellt ist, ist die Sonos-App aus dem Spiel. Solange mein Smartphone noch im WLAN ist, zeigt die App den Move als offline an. Habe ich zudem auch kein WLAN mehr, zeigt mir die App einen Screen, dass ich den Speaker nun mit anderen Musik-Apps bespielen muss. Das teste ich mit Amazon Music, Google Play Music und lokalen Files. Alles läuft reibungslos, allerdings ist in diesem Modus die Alexa-Steuerung am Move nicht mehr verfügbar. Auch die Audioeinstellungen sind jetzt die des Smartphones. Nichts mehr mit Trueplay oder dem Sonos-EQ. Funktional habe ich dennoch nichts zu meckern.

Bleibt noch der Blick auf Alexa beziehungsweise den Google Assistant. Die beiden sind ja inzwischen auch ein wenig in die Jahre gekommen und haben es sich im Sonos-Universum gemütlich gemacht. Dementsprechend funktionieren sie (jeder für sich, nicht gemeinsam) auch auf dem Move genau so gut (oder zuweilen auch schlecht) wie auf originären Geräten. Die sechs Mikrofone des Sonos machen einen guten Job und fangen meine Anweisungen auch bei lauteren Umgebungsgeräuschen gut ein. Allerdings können die Assistenten noch immer nicht zaubern oder wenigstens die Klang-Einstellungen des Move ändern. Da streiken sie ganz einfach und auch bei so manchen Bandnamen gehen sie gern mal abstrus eigene Wege. Gerade bei Alexa kommt noch hinzu, dass Amazon-exklusive Funktionen wie Musikwecker, Anruffunktion oder Änderung des Aktivierungwortes auch weiterhin nicht auf dem Sonos funktionieren.

PS: Für die Apple-Fraktion kann der Move übrigens auch AirPlay 2. Mangels entsprechendem Endgerät musste ich diesen Test-Teil allerdings auslassen.

Sound

Zumeist ausgewogener Klang

Klanglich kann der Move meistens überzeugen.
Im Bluetooth-Modus muss ich den Sound im Smartphone neutralisieren.
Der Move klingt insgesamt runder als zum Beispiel der alte Play:1.
Klanglich kann der Move meistens überzeugen.

Um beim Sonos Move über den Klang zu urteilen, muss ich deutlich zwischen den beiden Modi unterscheiden. Denn die Klangeinstellungen in der Sonos-App sowie Trueplay sorgen im WLAN-Betrieb für ein durchaus stimmiges und nuanciertes Klangbild. Alles in allem klingt der Move so ein wenig ausgewogener als mein Play:1, wenngleich ich nicht von einer klanglichen Offenbarung sprechen würde. Eine kleine Evolution ist es dennoch. Im Bluetooth-Modus hängt der Klang stark davon ab, welche Audio-Einstellungen ich am Smartphone gewählt habe. Bei mir war Dolby Atmos auf „Satt“ gestellt, sodass auch nur der leichteste Ansatz von Bass vom Sonos-Speaker in brachiales Dröhnen übersetzt wurde. Letzten Endes musste ich alle zusätzlichen Klangeinstellungen zurücksetzen, bevor ich ein vergleichbares Ergebnis hatte. Aber schauen wir uns ein paar Beispiele an:

Doom Metal – Swallow the Sun
Das 2019er Album „When a Shadow Is Forced Into the Light“ ist geprägt von Trauer und Verlust, spielt aber dennoch viel nuancierter auf als die Vorgänger. E-Gitarren, hohe und tiefe Growls, Klargesang, Synthesizer-Flächen und ein ziemlich ausgewogener Mix wollen ansprechend wiedergegeben werden. Das schafft der Move überraschend gut. Er ist aber auch hörbar dankbar, dass er keinen Garagensound bewältigen muss. Die Bässe kommen betont, wenngleich zuweilen ein wenig zahm daher. Die Mitten fallen besonders ausgewogen aus und werden von knackigen Höhen ergänzt. Alles in allem ist es sehr gut hörbar.

Klassik/Soundtrack – The Aviator
Er ist zwar schon etwas betagt, dennoch mag ich den Score von Howard Shore wegen seiner barocken Motorik und der kreativen Percussions sehr gern. Und der Move gibt ihn auch ganz gern wieder, zumindest was die Mitten und Höhen angeht. Hier spielt er abermals sehr differenziert auf und lässt alle Instrumente gut erkennen. Ich höre auch immer wieder das für klassische Aufnahmen so typische Hintergrundrauschen. Beim Bass müht er sich allerdings vergeblich und kann nur selten Tiefe erzeugen. Das führt dazu, dass vor allem bläserlastige Stücke ein wenig scheppernd oder eben blechern klingen können.

Was in Hi-Fi-Tester-Kreisen gern angespielt wird
Um ein bisschen mehr Breite reinzubekommen, habe ich mir auch einmal diverse Tracks zu Gemüte geführt, die laut Web für Lautsprecher-Tests herhalten müssen. Bei Radiohead mit „The National Anthem“ musste der Move über die Frequenzbereiche hinweg sauber und dynamisch arbeiten, um die Kakophonie aus Drums, Bass, Bläsern, Gitarren und Co. am Ende noch mitreißend und nicht nur scheppernd klingen zu lassen. Das schafft er leider nicht. Viele der kontrapunktischen Elemente hört man zwar noch durch, aber dennoch fokussiert sich der Speaker auf Bass und vordergründige Mitten. Bei Jóhann Jóhannssons „By the Roes, and by the Hind of the Field“ geht es um Räumlichkeit und die Verteilung der Instrumente. Klavier, Streicher, Bass und Synthesizer sind zwar vom Sonos durchweg transportiert worden, aber eine Räumlichkeit kann er nicht vermitteln. Wird die Bass-Frequenz zu tief, dominiert sie das Geschehen und übertüncht die Atmosphäre – Schade. Bass und Differenzierung bei anspruchsvollen Instrumenten- und Sample-Abfolgen teste ich mit Thundercat, Massive Attack und The Chemical Brothers. Hier habe ich allerdings kaum etwas zu meckern. Die Bässe kommen satt und sauber, die teils extrem schnellen Tonfolgen verwaschen nicht. Die Songs werden klar und wo nötig akzentuiert ausgespielt.

Ausdauer

10 bis 12 Stunden guter Sound to go

Zu guter Letzt sei noch ein Wort zur Akkuausdauer gesagt – und zu ein paar damit verbundenen Eigenheiten. Die größte Eigenheit war eigentlich, dass sich der Sonos Move zu Beginn meines Tests immer wieder einschaltete, ganz gleich, was ich machte. Zwar ist es beabsichtigt, dass der Speaker nach 30 Minuten Inaktivität in den Suspend-Modus – eine Art Stand-by – geht, aber dass er auch trotz Druck auf den Ausschalter von allein wieder anging, das war so nicht gedacht. Sonos selbst ist das Problem von einigen Nutzern bekannt und die Lösungen reichen bis hin zur Änderung von Router-Einstellungen. Seltsamerweise hat sich mein Move im Laufe des Tests gefangen, sodass ich keine unsinnigen Workarounds probieren musste.

Was auch noch erwähnt sein sollte: Der Akku verliert abseits der Ladestation am Tag ca. sechs bis sieben Prozent, auch wenn der Move per langem Off-Knopf-Druck ausgeschaltet wurde. So verabschiedete ich mich von meinem Sonos bei Akkustand 60 Prozent in einen einwöchigen Urlaub und zog den Stecker. Als ich wiederkam, war er restentleert. Das ist nicht übermäßig dramatisch, aber man sollte sich eben darauf einstellen.

Im Gegenzug dazu hat der Multiroom-Lautsprecher aber auch Einiges an Ausdauer zu bieten. Im WLAN-Betrieb und bei ein Drittel der maximalen Lautstärke waren nach vier Stunden knapp 40 Prozent Akku weg. Damit solltet ihr also gut zehn Stunden hinkommen – abhängig natürlich von Lautstärke und Leistungsaufnahme. Im Bluetooth-Modus verzeichnete der Move bei halber Lautstärke zirka zehn Prozent pro Stunde. Auch hier kann ich also die Hersteller-Angaben von mindestens zehn Stunden bestätigen. Etwas weniger aufgedreht könnten sogar 12 bis 13 Stunden drin sein. Und wenn der Saft zur Neige geht, schafft die Ladestation immerhin 70 Prozent in einer Stunde. Ein ordentlicher Wert.

Fazit

Sonos Move: wuchtig, vielseitig, stark - & teuer

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich Sonos auch der letzten Kabel entledigen und einen eigenen Multiroom-Bluetooth-Speaker mit Akku auf die Beine stellen würde. Mit dem Move war es nun soweit und alles in allem liefern die Kalifornier souverän ab. Das Ergebnis ist ein tadellos verarbeiteter, optisch ziemlich zurückhaltender aber äußerst wuchtiger Lautsprecher mit verhältnismäßig vielen Hardware-Steuerelementen. Zwar kommt er ohne Tragegurt oder Ähnliches aus, dafür verleitet die Tragemulde auf der Rückseite ziemlich oft dazu, sich den Move einfach im Vorbeigehen zu schnappen und in den nächsten Raum mitzunehmen.

Klanglich zählt der Sonos eher zu den Alleinunterhaltern als zu den Sound-Künstlern und dementsprechend kommt er nicht mit jeder Art von Musik gleichermaßen hörenswert zurecht. Dennoch macht der Sound durchaus Spaß, vor allem im Stereopaar. Hinzu kommen tadellose Konnektivität, eine sehr gute Akku-Performance und die Möglichkeit, den Move-Akku perspektivisch selbst zu tauschen. Da wiegen die wenigen Kritikpunkte nicht so schwer. Klar, beim Klang ginge mehr – vor allem bei einem Preis von knapp 400 Euro. Dass die Einrichtung in der App und die Sprachsteuerung zuweilen ein wenig holpern, bin ich ja ohnehin schon gewohnt. Und auch die seltsamen „Ich schalt mich selbst an“-Allüren, die ich anfänglich verzeichnen musste, scheinen kein Dauerzustand zu sein. So bleibt eben ein sehr gutes Stück Multiroom-Sound-Technik zum Mitnehmen übrig – wenn man sich an die drei Kilogramm Kampfgewicht einmal gewöhnt hat.

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1 Kommentar

  1. Julian schrieb am
    Bewertung:

    Hallo, vielen Dank für den informativen Artikel. Mit welcher Powerbank haben Sie die Powerbank denn aufgeladen? Ich habe Powerbank, die einen Output von 45 Watt über USB C per Power Delivery aufweist. Damit funktioniert es allerdings leider nicht. VG Julian

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