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Seagate Personal Cloud 2-Bay-NAS im Netzwerk-Test



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Zugeordnete Tags Seagate | Cloud | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Design-NAS mit Cloud-Schwäche
3,5

 Pro

  • Top-Design
  • Sehr gutes Hardware-Handling
  • Leiser Betrieb
  • Gute Software
  • Reibungsloses Streaming zu Smartphone, Tablet & TV
  • Gute Streaming-App

 Contra

  • Cloud im Test nicht nutzbar
  • Cloud nur per Synchronisierung mit Dropbox & Co.
  • Sdrive mangelhaft
  • Zu viele Registrierungen nötig
  • Media-App erkennt nicht alle Formate

Speziell auf Netzwerkspeicher zugeschnittene Festplatten, die mit Performance, Kapazität und Langlebigkeit überzeugen? Neben WD hat sich Seagate hier als einer der maßgeblichsten HDD-Hersteller etabliert. Doch während sich WD mit der My-Cloud-Serie auch im Segment der NAS-Systeme selbst einen Namen gemacht hat, scheint Seagate hier noch recht exotisch.

Dabei bieten die Iren starke High-End-Netzwerkspeicher und schicken sich mit dem Personal-Cloud-NAS an, endgültig Fuß im Multimedia-, Home-Office- und Small-Business-Bereich zu fassen. Mit durchaus eigenem Design, starker Software und durchdachter Hardware punkten die Seagate-NAS zumindest schon einmal auf dem Papier. Was das Personal Cloud in der Praxis zu bieten hat, schaue ich mir anhand der 2-Bay-Variante mit 4 Terabyte Kapazität mal im Detail an.

Lieferumfang

Design-Schmankerl von Seagate mit gutem Zubehör

Seagate im Karton
Hinweise zu Streaming & Cloud
NAS-Monolith
Lüfter-Segmente auf der Unterseite
USB-3.0-Port
Einschalter & rückseitige Anschlüsse
Alles Nötige im Lieferumfang enthalten
Ethernet-Kabel
Stecker für Deutschland
Commonwealth-Stecker
Seagate im Karton

Während klassische NAS im Mini-PC- oder Würfel-Format daherkommen, baut Seagates Personal Cloud eher Rack-typisch in die Breite, wie bereits der Karton zeigt. Damit geht der 2-Bay-Speicher in eine ganz eigene Design-Richtung, die mich durchaus überzeugt und beim Unboxing irgendwie an den Monolithen aus „2001 – Odyssee im Weltraum“ erinnert.

Quadratisch, schwarz und mit elegantem Seagate-Schriftzug, darüber ein kleines Status-Lämpchen, Einschalter, Ethernet-Port und USB-Anschluss rückseitig, außerdem noch ein weiterer USB-3.0-Port an der Seite: Als Schlüsselwort bei der Beschreibung des Netzwerkspeichers trifft es wohl minimalistisch-funktional am ehesten. Die Unterseite des 2-Bays ist nahezu futuristisch in Lüfter-Segmente unterteilt und läuft zu den Füßen hin spitz zu. Ich muss zugeben: Alleine des Designs wegen würde ich das Seagate-NAS kaufen.

Darüber hinaus finde ich im Karton alles, was ich an Zubehör für den sofortigen Betrieb benötige. Ein Netzadapter mit Stecker für Deutschland und für Typ-G-Steckdosen – die sogenannten Commonwealth-Steckdosen – ein Ethernet-Kabel und ein kleiner Quick-Installation-Guide sind ebenso an Bord. Damit kann ich das NAS ad hoc mit Router und Stromversorgung verbinden und binnen Sekunden einrichten. Doch bevor ich das tue, werfe ich noch einen Blick ins Innere des Netzwerkspeichers.

Hardware

Per Knopfdruck ins NAS-Innere

Die Seagate-Festplatten im Inneren ...
... werden von je 4 Schrauben gehalten ...
... und von einer seltsamen Klebefolie.
Verriegelungs-Mechanismus
Die Seagate-Festplatten im Inneren ...

Auf der Rückseite rechts finde ich den bereits erwähnten Einschalter, links zeigt sich ein weiterer Button ohne nähere Bezeichnung. Drücke ich diesen leicht ein, löse ich damit die Verriegelung und kann das NAS-Gehäuse ganz leicht aufklappen.

Im Inneren finde ich zwei Seagate-Festplatten mit je 2 Terabyte Kapazität, die von jeweils 4 Schrauben im Festplatten-Schacht gehalten werden. Die Schrauben kann ich dabei per Hand und ohne Schraubendreher-Einsatz lösen und so auch die Platten bei Bedarf wechseln. Voraussetzung: Ich lockere zuvor noch die etwas kuriose Klebefolie, die die Kontaktseite der Festplatten mit dem NAS-Gehäuse verbindet.

Den Rest des Seagate-Netzwerkspeichers kann ich nur mit aufwändigerer Schrauberei in Augenschein nehmen, was den Blick auf Platine, Prozessor und Co. erschwert. Für den Betrieb ist das alles aber entbehrlich, sodass ich letztlich auch beim Komfort-Faktor in Hinblick auf den Festplatten-Tausch nichts zu meckern habe.

Software

Flotte NAS-Einrichtung & gute Software

Nach dem Setup ...
... führt mich die Software ...
... mit einer kurzen Tour ...
... durch die Hauptfunktionen ...
... des Seagate Personal Cloud NAS.
Übersicht über alle Software-Bereiche
Überschaubare Zusatzanwendungen
Bequeme NAS-Verwaltung
Nach dem Setup ...

Auch der erste Start des Seagate Personal Cloud und das anschließende Setup gestalten sich durchweg intuitiv. Nach Anschluss der Stromzufuhr, Netzwerk-Eingliederung und ein paar Initialisierungs-Minuten taucht der Netzwerkspeicher ganz automatisch unter den Laufwerken meines Notebooks auf. Der Unterordner Public ist mit einem Link zum Software-Interface bereits vorausgestattet.

Mit Klick auf den Link gelange ich dann auch flott in die Seagate-Software, die ich ebenso rasch einrichte. Hier muss ich nur ein Firmware-Update hinter mich bringen, den RAID-Modus festlegen und ein „Seagate Access“-Konto anlegen. Danach lande ich in einer kurzen Seagate-Tour, die mir schildert, wie ich streame, back-uppe und cloude.

Die Software selbst bietet mir daraufhin einen Geräte-Manager mit einer Geräteübersicht, einer Nutzerverwaltung, Wartungs-, Netzwerk- und Energie-Optionen sowie allem, was ich für den Betrieb des NAS benötige. Download- und Sicherungsmanager sind auch dabei,  ebenso wie Hinweise und Guides zur Cloud-App „Sdrive“ und zur Multimedia-Anwendung „Seagate Media“. Last but not least präsentiert die Software auch einen Anwendungs-Manager, der sich mit derzeit 7 Apps (inklusive WordPress) ziemlich überschaubar gibt.

Betrieb

NAS-Betrieb mit annehmbarer Geräuschkulisse

Übersicht über die Festplatte
Einblick in die Auslastung ...
... und in den Festplatten-Status
Übersicht über die Festplatte

Was ich an der Stelle – nach Inbetriebnahme und Setup – nicht unerwähnt lassen möchte: Das Seagate Personal Cloud 2-Bay-NAS arbeitet über den gesamten Testzeitraum hinweg angenehm leise und lässt lediglich ein leises Surren der Festplatten vernehmen. Wenn ich den Netzwerkspeicher aus dem Stand-by wecke, begrüßt mich natürlich erst einmal das Geräusch der hochtourenden Platten. Das aber legt sich schnell wieder, sodass der NAS-Betrieb recht schnell im allgemeinen Hintergrundrauschen untergeht.

Dabei muss ich hinzufügen: Das NAS steht bei mir auf einem Schrank, der als Hohlkörper die Schwingungen noch etwas unterstützt. Mit einem Luftpolster als Untersetzer und Unterbringung des NAS im Schrank reduziert sich das Geräusch noch einmal deutlich. Letztlich eine sehr gute Leistung des Seagate-Speichers.

Streaming

Streaming zu TV, Smartphone & Co.

Verbindung via "Seagate Media"-App aufbauen
Video, Bilder & Musik im Blick
Für Standard-Bilder taugt die Bildvorschau bestens.
Auch MKVs schafft die App nativ.
Verbindung via "Seagate Media"-App aufbauen

Als erste wesentliche Funktionalität muss sich die Streaming-Tauglichkeit des Seagate-NAS unter Beweis stellen. Für den Zugriff innerhalb desselben Netzwerks steht mir hier die „Seagate Media“-App für iOS, Android und Windows zur Verfügung. Diese zeigt sich recht übersichtlich und ist schnell mit dem NAS verbunden. Via App erhalte ich nun Zugriff auf meine Mediensammlungen, die ich per Preview angezeigt bekomme. Alternativ scrolle ich durch den Datei-Manager und sehe, was das NAS an Dateien beherbergt.

Bei Musik und Videos arbeitet die Media-App reibungslos und gibt auch Formate wie MKV ohne Zögern im App-eigenen Player wieder. Per Throw-Befehl kann ich die Dateien sogar von hier aus an meinen Fernseher senden. Bilder hingegen erkennt die App nur in Formaten wie JPEG und PNG. Mit den NEFs/RAW-Dateien gibt sich die Vorschau gar nicht erst ab und auch im Datei-Manager kann ich die Files nicht öffnen.

Was hingegen wieder absolut anstandslos funktioniert, ist die Verbindung von NAS und Fernseher. Mein Smart-TV von LG erkennt den Seagate-Netzwerkspeicher auf Anhieb und scrollt zügig durch die abgelegten Dateien. Filme gibt mein Fernseher dabei ohne nennenswerte Ladezeiten und komplett ohne Ruckler wieder. So muss ein NAS mit allen relevanten Geräten kommunizieren, so macht die Personal Cloud im Heimnetzwerk durchweg Spaß.

Cloud

Das Problem mit der Cloud

"Sdrive" kapituliert.
Auch andere Filemanager finden die Cloud nicht.
"Sdrive" kapituliert.

Wie aber schlägt sich denn nun das Personal Cloud in der namensgebenden Disziplin, der Cloud-Speicherei? Seagates eigene Software-Lösung für Windows, Mac, Android und iOS heißt „Sdrive„. Für die Nutzung muss ich zunächst ein „Seagate Access“-Konto anlegen und alles schön synchronisieren und verbinden, danach einloggen und…?

Leider nicht viel. Mein Sony Xperia Z1 und mein Samsung Galaxy Note 10.1 verweigern sich der Cloud komplett. Die Android-App will sich partout nicht mit dem NAS verbinden. Die händischen Einstellmöglichkeiten geben sich dabei als derart überschaubar, dass ich nicht einmal die Nutzung der korrekten IP sicherstellen kann. Letztlich will sich die App immer wieder mit meinem „Seagate Access“-Konto verbinden und scheitert ein ums andere Mal.

Zum Glück versteht das Seagate-NAS eine weitere Cloud-Anwendung namens „ownCloud„. Die installiere ich nun ebenso auf dem Netzwerkspeicher und ziehe die App auf meinem Smartphone nach. Schade, dass ich für Letztere 0,79 Euro löhnen muss, aber vielleicht bringt’s ja was. Doch schnell merke ich: Es bringt nichts. Zwar kann ich in „ownCloud“ endlich auch die IP selber bestimmen, aber die kann die App einfach nicht erreichen, obwohl sie auf dem Notebook verfügbar ist.

Reichlich frustriert stöbere ich nun durch das Online-Handbuch des Personal Cloud. Und siehe da: Anders als zum Beispiel die WD My Cloud EX4 erschafft das Seagate-NAS gar keine eigene Cloud. Vielmehr muss ich den Netzwerkspeicher mit Google Drive oder der Dropbox synchronisieren – kurios und nicht wirklich sinnvoll. Ganz zu schweigen davon, dass die Synchronisierung immer wieder mit Fehlermeldungen abbricht. Auch auf diese Weise ist also letzten Endes keine Cloud-Verbindung und -Nutzung möglich und meine Hoffnungen ans Seagate Personal Cloud verpuffen nach 5 Stunden verzweifelten Frickelns.

Fazit

Design-starker Netzwerkspeicher mit Cloud-Schwäche

Vielleicht habt ihr euch inzwischen gefragt, wie ich bei einem NAS, das das Wort Cloud im Namen trägt, denn 3,5 Sterne vergeben kann, wenn gerade die Cloud partout nicht funktionieren will? Nun, die zahlreichen Stärken des Seagate-Netzwerkspeichers wiegen dieses Manko ganz gut wieder auf. So hat mich die reibungslose und unumwundene Kommunikation des Personal Cloud mit Tablet, Notebook und sogar Fernseher auf Anhieb begeistert. Auch das Software-Interface überzeugt mit einer guten Balance aus Funktionsvielfalt und Nutzerfreundlichkeit.

Last but not least muss ich noch einmal auf das Design zu sprechen kommen, denn damit hat mich der 2-Bay-Netzwerkspeicher schlichtweg begeistert. Modern, elegant und durchaus eigen gibt sich das Personal Cloud und macht so eine tolle Figur neben meinem Asus-Router. Angesichts dessen finde ich die 359 Euro, die die 4-Terabyte-Variante aufruft, nicht unangemessen. Und wenn Seagate jetzt die Cloud-Funktion noch auf ein zeitgemäßes Niveau anhebt, ließe ich mich sicherlich auch zu 4,5 bis 5 Sternen hinreißen.

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1 Kommentar

  1. Pizzabote schrieb am
    Bewertung:

    Hallo,

    schönes Rewiev! Hast du mal die Schreib- und Leseraten getestet?

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