Tests

Samsung Galaxy Buds Pro – die ANC-Earbuds im Alltagstest



2
Zugeordnete Tags Samsung | Kopfhörer | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Toller Klang für Samsung-Nutzer
4

 Pro

  • Toller Klang
  • Kompakte Maße von Earbuds und Ladeschale
  • Hoher Tragekomfort
  • Sehr gutes ANC
  • Konversationsmodus
  • Praktische App

 Contra

  • Im Test nur Verbindung mit Samsung-Smartphones möglich
  • Gewöhnungsbedürftige Steuerung
  • Überschaubare Akkulaufzeit
  • Lange Ladezeiten

Eigentlich habe ich ja schon zwei Traum-Kopfhörer gefunden – kabellos, mit Noise Cancelling, Over-Ear. Aber gerade bei Letzterem liegt das Problem: Für mich als Haupthaar-entledigter Frostbeule ergibt sich aus Over-Ear und Mütze im Winter eine unglückliche Kombi. Entweder habe ich eine „kalte Platte“ oder guten Sound im Ohr. Deshalb warte ich immer noch auf die passende Earbud-Alternative, die mich restlos überzeugen kann und mir die Laune auf Surface Headphones und Sennheiser PXC 550 verdirbt.

Mein aktueller Kandidat: die Galaxy Buds Pro von Samsung. Und was da auf dem Papier steht, liest sich zunächst einmal sehr gut. Zwei-Wege-Lautsprecher mit AKG-Technologie, aktive Geräuschunterdrückung, IPX7-Zertifizierung und diverse intelligente Features lassen mich auf jeden Fall aufhorchen. Auch 229 Euro sind durchaus gerechtfertigt, wenn die Galaxy Buds Pro wirklich das leisten, was der Hersteller verspricht. Das schaue ich mir am besten einmal im Detail an – in Kombi mit einem Samsung Galaxy S21, um auch die Samsung-spezifischen Features nutzen zu können.

Lieferumfang

Ein kleines, feines Earbud-Paket

Die kleine, schmucke Box deutet schon einmal ...
... auf das kompakte Maß der Earbuds hin.
Beim Blick in die Box ...
... bestätigt sich die Vorahnung.
USB-Kabel, die handliche Earbud-Box & zwei Paar Ohrpassstücke
Die Ohrpolster sind auf kleinstem Raum verpackt.
Die kleine, schmucke Box deutet schon einmal ...

Samsung schickt seine Galaxy Buds Pro in einem schicken schwarzen Karton ins Rennen, der die kompakten Maße der Earbuds vorwegnimmt. Nachdem ich den Deckel der Box abgehoben habe, finde ich zunächst eine kleine flache Schachtel, die aber nichts weiter enthält als den Guide und die Garantiehinweise. Also lege ich diese Box beiseite und schaue mir die eigentliche Technik an. Was mir dabei als Erstes auffällt: Die quadratische Ladeschale der Galaxy Buds Pro ist beachtlich kompakt und präsentiert die beiden In-Ears direkt nebeneinander und ohne große Abstände zum Rand. Oberhalb der Buds nutzt Samsung das kleine Bisschen an Platz für Akku und Technik.

Kompakt geht es auch bei der Box für das weitere Zubehör zu. Ein ziemlich kleines Papp-Kästchen enthält das Ladekabel für die Ladeschale – in Form eines USB-Kabels von Typ-A auf Typ-C. In der Mitte des aufgewickelten Kabels finde ich eine noch kleinere Box, die meine feinmotorischen Fähigkeit ordentlich auf die Probe stellt. Erst einmal muss ich die winzige Box öffnen, ohne sie zu zerdrücken. Und das ist nicht unbedingt einfach. Ist das geglückt, kann ich mich über die beiden Paar Ohrpolster freuen, die das bereits auf den Earbuds angebrachte Paar Polster ergänzen. Insgesamt liegt somit alles Nötige bei und ich kann an sich über nichts meckern. Außer vielleicht über diesen Zwang der winzigen Schächtelchen.

Design

Leicht, schick, hochwertig - die Samsung Galaxy Buds Pro

Zweimal 6 Gramm
Nur 56 Gramm bringt die Ladeschale inklusive Earbuds auf die Waage.
Zweimal 6 Gramm

Dass die Ladeschale der Samsung-In-Ears besonders kompakt daherkommt, hatte ich ja bereits erwähnt. Genau gemessen sind es weniger als 5 Zentimeter Seitenlänge, nicht einmal 3 Zentimeter Höhe und gerade einmal 56 Gramm Kampfgewicht – inklusive Earbuds. Die bringen leichte 6 Gramm pro Stöpsel auf die Waage. Über mangelnde Hosentaschenfreundlichkeit kann man bei den Galaxy Buds Pro also keineswegs meckern.

Außerdem liegt das matt-schwarze Kästchen sehr angenehm in der Hand: Ecken und Kanten gibt es praktisch nicht, die Ladeschale ist an allen Seiten angenehm abgerundet. In Position gehalten wird der Deckel des Box durch einen beachtlich starken Magneten und beim Aufklappen habe ich ein wenig das Gefühl, ich würde eine Verlobungsring-Schachtel aufklappen. Ob das gut ankommt, mal mit den Galaxy Buds um die Hand der Partnerin oder des Partners anzuhalten, mag ich nicht beurteilen, aber vielleicht ist es doch diese Kombi aus Design und Funktion, die den Earbuds einen grundlegend positiven, sympathischen Eindruck mitgibt.

Die Buds selbst muss ich mit ein wenig Fingerspitzengefühl aus der Box fummeln. Das ist dann doch dem geringen Platzangebot und dem rutschigen Earbud-Korpus geschuldet. Die Oberseite der Galaxy-In-Ears präsentiert sich hochglanzpoliert, der untere Teil des Korpus ist in mattes Plastik gehüllt. Rein optisch scheint die Form der In-Ears auch für ein angenehmes Tragegefühl bei längerer Nutzung sorgen zu können. Einsetzen kann ich die Galaxy Buds auf jeden Fall schon einmal sehr bequem und sie halten auch fest im Ohr, ohne zu drücken. Bis auf das mühsame Entnehmen aus der Ladeschale ist an der Stelle schon einmal alles schick.

Setup

Schnell verbunden, noch schneller im Samsung-Universum

Ladebox aufklappen & die Earbuds verbinden sich mit dem Smartphone.
Doch das klappte bei mir nur mit dem Samsung Galaxy S21.
Die Samsung-Wearable-App mit zahlreichen Optionen
Ladebox aufklappen & die Earbuds verbinden sich mit dem Smartphone.

Weder an der Ladeschale noch an den Galaxy Buds Pro finde ich irgendwelche Hardware-Tasten. Also muss das Koppeln wohl ohne großen Aufwand und vor allem zuverlässig funktionieren. Good News: Am Samsung Galaxy S21 klappt das absolut reibungslos. Schale auf, Bluetooth am Smartphone an und binnen Sekunden sind die Buds gekoppelt und es geht direkt in die Galaxy-Wearable-App, in der ich die In-Ears bis ins Detail durchjustieren kann. An meinem Huawei P20 Pro klappt das aber so gar nicht. Da kann ich aufklappen, wie ich will, und warten und suchen und suchen und warten und die App starten und warten und so weiter. Am Ende kann ich weder über die Bluetooth-Settings noch über die Samsung-App eine Verbindung herstellen. Gleiches Spiel auch beim Xiaomi meiner Frau. Am Notebook klappt’s immerhin nach einigen Versuchen und mein 7 Jahre altes Samsung-Tablet spricht sofort auf die Galaxy Buds an. Es scheint, als möchte man im Hause Samsung andere Androiden nicht unterstützen.

Also zurück zum S21 und zur App: In der Software zeigt sich deutlich, wie viele Features die Galaxy Buds Pro mitbringen. Ich stelle hier zum Beispiel die Geräuschkontrollen ein, definiere die Noise-Cancelling-Stufe oder aktiviere den Konversationsmodus. Darüber hinaus kann ich die Touch-Steuerung an den In-Ears über die App sperren oder festlegen, mit welchem Touch-Befehl welche Funktion ausgelöst werden soll. Einen Equalizer gibt es natürlich auch, allerdings kommt der nur mit insgesamt sechs Presets daher und erlaubt mir keine Detaileinstellungen. Alles in allem finde ich die App aber überaus brauchbar, denn sie gibt mir ein sehr gutes Level an Kontrolle über die Earbuds.

Was dem ein oder anderen dabei sauer aufstoßen könnte: Man tastet sich mit der Nutzung der App doch ziemlich weit ins Samsung-Universum vor und so manche Features – wie zum Beispiel die Lokalisierung der Earbuds – stehen erst nach der Anmeldung mit einem Samsung-Konto zur Verfügung.

Noise Cancelling

Ganz schön still dank Active Noise Cancelling

Es gab Zeiten, das war Active Noise Cancelling noch ein Wunderwerk und funktionierte mal mehr, mal weniger gut. Dass ANC inzwischen zum guten Ton gehört, beweisen die Samsung Galaxy Buds Pro eindrucksvoll. Schalte ich die Geräuschunterdrückung zu, wird’s ziemlich still um mich herum. Natürlich dringen noch sehr gedämpfte Geräusch-Partikel ans Trommelfell, aber die sind nicht der Rede wert. Wahlweise kann ich in der App zudem noch bestimmen, ob ich ein hohes oder ein niedriges Level an Noise Cancelling bevorzuge. Beide Modi liefern sehr gut ab.

Hinzu kommen noch ein paar clevere Extras, die die alltägliche Nutzung besonders angenehm gestalten. So kann ich neben der Geräuschunterdrückung auch den Modus „Umgebungsgeräusch“ in vier Intensitätsstufen auswählen, wodurch ich mitbekomme, was um mich herum passiert – auf Wunsch sogar verstärkt durch die Galaxy Buds. Außerdem hat Samsung einen Konversationsmodus eingebaut, der dafür sorgt, dass die Earbuds die Lautstärke zum Beispiel bei der Musikwiedergabe reduzieren, sobald ich spreche. So kann ich mich unterhalten, ohne die Wiedergabe unterbrechen zu müssen. Bin ich dann länger als zehn Sekunden still, wird die Musik wieder hochgedreht. Das funktioniert in der Praxis ganz gut, allerdings reagierten die Galaxy Buds Pro ganz gern einmal auf jedes Räuspern, was mich auf Dauer dann doch gestört hat.

Was ebenfalls laut Samsung funktionieren soll, ist ein automatischer Wechsel zwischen den verbundenen Geräten. So soll ich zum Beispiel einen Film auf einem Samsung-Tablet schauen können, während die Earbuds automatisch auf das Telefon switchen, wenn ein Anruf eingeht. Die Voraussetzung dabei: Ich muss auf beiden Geräten in meinem Samsung-Konto eingeloggt sein. Wirklich austesten konnte ich dieses Feature leider nicht. Zwischen meinem Notebook und dem Galaxy S21 hat es jedenfalls nicht funktioniert und mein 2014er Galaxy-Note-Tablet wollte auch nicht mitspielen.

Steuerung

Galaxy Buds Pro mit Touch, Bixby & kein bisschen Alexa

Die glatte Oberfläche der Galaxy Buds dient der Steuerung.
Die glatte Oberfläche der Galaxy Buds dient der Steuerung.

Zum guten Earbud-Ton gehört natürlich eine ausgefeilte Steuerung, die am besten auch in Kombi mit einem Sprachassistenten funktioniert. Bei den Samsung Galaxy Buds Pro bekommt ihr zunächst eine grundlegende Touch-Steuerung über die glatte Earbud-Oberfläche. Die ist allerdings nicht ganz fehlerfrei nutzbar. Grundlegend funktioniert sie aber so: Einmal tippen spielt oder pausiert Songs, per Doppel-Tipp springe ich zum nächsten Song und nehme Anrufe an beziehungsweise beende sie. Tippe ich dreimal, geht’s einen Titel zurück in der Playlist. Außerdem kann ich noch drücken und halten und damit pro Earbud eine benutzerdefinierte Aktion auslösen – „Geräuschkontrollen wechseln“, „Bixby“, „Lauter/Leiser“ und „Spotify“ stehen zur Auswahl.

Am Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten mit der Steuerung. Statt Titelwechsel hing ich gern mal im Play-Pause-Loop fest und wenn ich die In-Ears ins Ohr gestöpselt habe, löste ich gern auch mal versehentlich einen Befehl aus. Letzten Endes habe ich mich damit arrangiert, allerdings hätte ich die Berührungssteuerung auch jederzeit in der App deaktivieren können. Dort muss ich übrigens auch zunächst die Sprachsteuerung per Bixby einrichten, bevor ich die Galaxy Buds Pro per Stimme steuern kann.

Einmal eingerichtet funktioniert Bixby zuverlässig und reagiert ziemlich akkurat auf meine Stimme. Blöderweise mögen Samsung und Bixby nur Spotify und wollen natürlich, dass ich mein Samsung-Konto mit meinem Spotify-Konto verknüpfe. Leider nutze ich Amazon Music und damit ist es um die Sprachsteuerung bei der Streaming-Musikwiedergabe auch schon geschehen. Alexa blockiert Bixby, sobald die Music-App geöffnet ist, und die Earbuds weigern sich im Umkehrschluss, Alexa-Sprachbefehle zu verstehen. Das machen sie übrigens auch mit „OK, Google“. Entweder Bixby, oder nichts. Ich finde das zwar ein Stück weit nachvollziehbar, aber dennoch ist es schade um das Potenzial der Sprachsteuerung.

Sound

Top-Klang bei Film, Musik & Videokonferenz

Kleine Stöpsel mit großem Sound
Die Samsung Galaxy Buds Pro überzeugen ...
... mich in (fast) jedem Genre ...
... und machen auch bei Filmen und Videotelefonie ...
... eine gute Figur.
Kleine Stöpsel mit großem Sound

Das Wichtigste an jeder Art Kopfhörer ist und bleibt der Klang. Und bei Vertretern aus dem Preissegment über 200 Euro sollte man Einiges erwarten dürfen. Wenn die Erwartungen dann noch so stimmig erfüllt werden wie bei den Samsung Galaxy Buds Pro, kann man eigentlich nur rundum zufrieden sein. Was bedeutet das im Detail?

Videokonferenzen

Dank guter Filterung von Umgebungsgeräuschen – für mich und auch für meine Gesprächspartner – schaffen die Galaxy Buds bei (Video-)Telefonie ein sehr klares, höhenfokussiertes Klangbild. Vielleicht sind es hier und da sogar ein bisschen zu klare Höhen, aber nichtsdestotrotz verstehe ich mein Gegenüber und mein Gegenüber mich durchgehend gut. Da die In-Ears auch noch sehr gut im Ohr sitzen, kann die Telko gern einmal ein, zwei Stunden länger gehen. Ich fühle mich weder durch mangelnden Klang noch durch unzureichenden Komfort beeinträchtigt.

Filme

Ich habe mir während meines Tests diverse Genres vom leisen Drama bis hin zum Action-Bombast angeschaut oder vielmehr angehört. Die Galaxy Buds konnten mich dabei immer überzeugen und manchmal sogar begeistern. So hat mich ein Freund neulich erinnert, dass „The Babadook“ ein ganz guter Horrorfilm ist, der mit den Samsung-Earbuds noch einmal an Effekt gewinnt. Warum? „The Babadook“ arbeitet (wie so manch anderer guter Horrorfilm auch) mit einer gekonnt eingesetzten Tonspur, die auf den Galaxy Buds besonders creepy wirkt. Klar, mit High-End-Heimkinoequipment können die Earbuds nicht mithalten, aber dennoch schaffen Sie bei Filmen ein sehr ausgewogenes und räumlich differenziertes Klangbild.

Musik

Meinen Ausflug in den Musiktest mit den Samsung Galaxy Buds Pro beginne ich mit Roque Baños – „Abominations Rising“. Auf dem musikalischen Höhepunkt des „Evil-Dead“-Remakes wirft Baños alles auf die Bühne, was man sich in einem Horror-Score vorstellen kann. Akzentuierte Blech- und Streicher-Staccati wechseln sich ab mit leisen Klaviertönen, bevor Sirenen ertönen, Glissandi den Raum durchschneiden und ein wuchtiger Chor seine Textpassagen aufs Trommelfell schmettert. Wer das alles mitbekommen will, braucht Kopfhörer, die vor der Dynamik und orchestralen Vielfalt nicht kapitulieren. Und das tun die Galaxy Buds Pro beim besten Willen nicht. Sie geben jeder Klangfarbe Raum und eine gewisse Bühne und überzeugen vom Bass bis in die Höhen.

Weiter geht’s mit „Hunger“ von Florence and the Machine. Den Song habe ich erst im Rahmen dieses Tests entdeckt und ich bin fasziniert von seinen Details in den Gesangsstimmen, den Drums und der Instrumentation. Dem facettenreichen und um Reverb erweiterten Gesang stehen ganz klare Bässe und treibend-geradlinige Rhythmen gegenüber, die zu keinem Zeitpunkt verwaschen klingen. Als die Handclaps einsetzen, muss ich schmunzeln, weil abermals ein sauber getrenntes Element hinzukommt. Dann haben wir da noch Klavierakkorde und feine Streicher, die allesamt ihren eigenen Spielraum bekommen, und eine kleine, feine Bühne aufbauen.

Während meines Tests habe ich noch jede Menge weitere Songs gehört, die von den Samsung Galaxy Buds Pro brillant wiedergegeben wurden – von Leprous’ „Castaway Angels“ bis Ólafur Arnalds’ „Ljósi∂“. Daher mache ich noch einen kleinen Abstecher ins Death-Metal-Genre zu einer Band, die mir in den letzten Jahren wegen ihrer mäßig gemixten Alben in Erinnerung geblieben ist: Wolfhearts „The Hunt“ ist ein Paradebeispiel finnischer Metal-Melancholie, die ihre Folkwurzeln in gutturalen Grunts und hämmerndem Schlagzeug ertränkt. Während die Akustikgitarren am Anfang den Hörer noch in Sicherheit wiegen, hämmern schon recht bald die üblichen Bassdrums dazwischen, unterstützt von derben tiefen Gitarren-Riffs und hoher Rhythmus-Gitarre. Das klingt alles noch ganz atmosphärisch und differenzierbar. Sobald jedoch der Sänger die Strophe „trällert“, gibt es nicht mehr viel zu unterscheiden. Es ist doch ganz schön breiig. Im Refrain und der Bridge wird es ein wenig besser und die einzelnen Stimmen können besser aufspielen, aber letzten Endes bleibt der Song ein derber Moll-Marathon, zu dem man am besten das nuancierte Gehör ausschaltet und gepflegt headbangt. Wo nicht viel ist, da können auch die Galaxy Buds nicht viel retten.

Akku

Wirkliche Dauerläufer sind die Galaxy Buds nicht

Nach spätestens 8 Stunden müssen die Galaxy Buds in die Ladeschale.
Die Ladeschale bringt etwa 2,5 weitere Komplettladungen mit.
Nach spätestens 8 Stunden müssen die Galaxy Buds in die Ladeschale.

Und wie lange habe ich jetzt was vom tollen Sound der Samsung Galaxy Buds Pro? Beim ersten längeren Zoom-Meeting haben die Earbuds nach gut 2,25 Stunden bereits 50 Prozent an Batterieladung verloren. Noise Cancelling war dabei die ganze Zeit angeschaltet. Switche ich ANC aus, kommen zwischen 7 und 8 Stunden zustande. Wirklich begeistern können mich diese Zahlen nicht. Ich muss mich immer darauf einstellen, zwischendurch auf andere Headsets zu wechseln, weil die Galaxy Buds in die Ladeschale wollen könnten. Für ein paar Stunden Musik-Dauerbeschallung reicht es aber durchaus.

Und wenn der Akku dann doch einmal runter ist, kann ich die Galaxy Buds noch gut 2,5 mal in der Ladeschale laden, was die Gesamtlaufzeit auf 18 bis 30 Stunden streckt – mit den nötigen Ladepausen, versteht sich. Die wiederum gibt Samsung recht sportlich an: In 5 Minuten soll ich bis zu 1 Stunde Spielzeit gewinnen können. Im Test hat das Laden um 20 Prozent (von 80 auf 100) gut 32 Minuten gedauert. Rein rechnerisch wird das also nichts mit einer Stunde in 5 Minuten, es sei denn, die unteren Prozente laden schneller. Außerdem muss ich auch Zeit beim Laden der Ladeschale einplanen. Auch hier muss ich von etwas mehr als 2 Stunden ausgehen.

Fazit

Genialer Klang meets Samsung-Zwang

Da stehe ich wieder einmal an dem Punkt, an dem ich ein tolles Produkt uneingeschränkt mögen möchte, aber von ein paar Schwachstellen daran gehindert werde. Warum sind die Samsung Galaxy Buds Pro grundlegend tolle Earbuds? Zuallererst: Sie überzeugen mich restlos bei ihrer Kernkompetenz, dem Klang. Auch beim Active Noise Cancelling und dem ganz nützlichen Konversationsmodus punkten die Buds. Dann hätten wir da noch die tolle, kompakte Bauweise von Earbuds und Ladeschale, den hohen Tragekomfort auch nach Stunden und eine sehr detaillierte Samsung-App für alle möglichen Einstellungen.

Leider beginnt bei letzterer auch schon eines meiner größten Probleme: Ich muss mich über kurz oder lang mit einem Samsung-Konto anmelden, um alle Features nutzen zu können. Ich sollte auch möglichst ein Samsung-Smartphone mein Eigen nennen, denn weder mein Huawei noch das Xiaomi meiner Frau konnten eine Bluetooth-Verbindung mit den Galaxy Buds herstellen – trotz dutzender Versuche. Am Notebook hat es zwar geklappt, aber das ist eben doch nicht das Endgerät, mit dem ich die Buds Pro am häufigsten nutzen würde. Und als letzter Wermutstropfen wäre da noch die recht kurze Lauf- und doch lange Ladezeit. So muss ich mich letztlich mit der Gewissheit abfinden, dass die Galaxy Buds Pro für meinen Bedarf ungeeignet sind. Zum Glück liegt das weder am Sound noch am – wie ich finde – angemessenen Preis. Samsung-Smartphone-Nutzer dürfen bedenkenlos zugreifen.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 103 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

2 Kommentare

  1. Melanie schrieb am
    Bewertung:

    Huhu,
    Da du oben die surface und Sennheiser erwähnst, zu welchen tendierst du denn dann eher? Ich hatte ja auch noch mit Bose geliebäugelt, bin aber nun unsicher wo die Reise hin soll.

    • André Nimtz schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Melanie,
      je nach Modell bekommst du auch bei Bose sicher ein sehr gutes Ergebnis. Mein Favorit bleiben aber aktuell die Surface Headphones. Sie klingen sehr gut und haben eine richtig coole Steuerung per Touch und Lünette. Das hat mich so begeistert, dass ich auch dem Sennheiser abschwören würde. Hier stimmt für meinen Geschmack die Mischung aus gutem Sound und intuitiver, funktionaler Bedienung.
      Beste Grüße
      André

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Portable SSD T7 Touch: Samsungs Externe im Alltagstest

Tests

02.07.2020

 | André Nimtz

SSDs zu testen ist immer so eine Sache – auch wenn es um externe SSDs geht. Was soll man groß schreiben außer: „Die sind ziemlich schnell im Vergleich zu herkömmlichen Platten und eigentlich immer schneller als der jeweilige... mehr +

Klasse oder Mittel-Klasse? Samsung Galaxy A51 im Smartphone-Test

Tests

13.03.2020

 | André Nimtz

Während sich die vermeintliche Oberklasse immer häufiger und immer selbstbewusster im Preisbereich jenseits der 1.000 Euro tummelt, etabliert sich in der Smartphone-Welt eine Mittelklasse, die coole Features zu erschwinglichen Preisen bietet. Das... mehr +