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Richtig teuer = richtig gut? Das Oppo Find X2 Pro im Test



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Bewertung
Richtig tolles Smartphone
5

 Pro

  • Geniales Display
  • Extrem flotte Hardware
  • Tolles Kamerapaket
  • Guter Sound
  • Ansprechend-edles Design
  • Akku lädt schnell
  • Ordentlicher Lieferumfang

 Contra

  • Kamerasektion steht stark hervor
  • Eher kurze Akkulaufzeit
  • Farben verwaschen bei 5-fach-Zoom

Wer sich Smartphones auch (oder vielleicht sogar wegen) der Kamera-Ausstattung kauft, dem dürfte DXOMark ein Begriff sein. Der Hersteller, der es hier auf eine der ersten Positionen im Ranking schafft, kann mit Fug und Recht behaupten, eine Top-Kamera im Smartphone verbaut zu haben. Huawei tummelt sich da, Samsung gibt sich auch ab und an die Ehre und selbst Apple schaut immer mal auf den obersten Rängen vorbei. Ein wenig überrascht war ich aber dennoch über die aktuelle Position 3. Hier prangt ein Oppo-Smartphone – ein Androide von einem Hersteller, der mir gerade erst durch zwei Mittelklasse-Phones erstmals wirklich aufgefallen ist.

Sollte tatsächlich ein Underdog so weit oben auf der Liste landen? Das sollte ich mir genauer anschauen und habe erstmal das Oppo Find X2 Pro im Cyberport-Shop gesichtet. Beim Blick auf den Preis staune ich nicht schlecht: Das vermeintliche Kamera-Wunder ruft aktuell knapp 1.200 Euro auf. Den stolzen Preis will das Smartphone neben der Kamera mit 3K-Panel, 120 Hertz, schnellem Snapdragon und massiv Speicher rechtfertigen. Von der eigenen Designsprache ganz zu schweigen. Das ist dann doch ein bisschen mehr als „nur“ ein gutes Kamera-Paket. Ich bin gespannt, was das High-End-Oppo kann.

Lieferumfang

Unboxing mit viel Bling-Bling & ordentlich Zubehör

Wuchtiger, blau schimmernder Karton
Darin das Oppo Find X2 Pro
Als erstes Zubehör fallen die hochwertigen In-Ears ins Auge.
Zwar keine renommierte Audiomarke, aber schick und hochwertig.
Der Lieferumfang des Oppo-Smartphones ist üppig.
Die In-Ears haben nur USB Typ-C, keine Adapter.
Drei Paar Ohrpassstücke sind auch dabei.
Selbst das Ladekabel ist nicht nur einfach so aufgewickelt.
Das Netzteil ist äußerst wuchtig.
Eine Schutz-Case ist ebenfalls enthalten.
Wuchtiger, blau schimmernder Karton

Dass beim Oppo Find X2 Pro mehr als nur der Preis aufsehenerregend ist, wird schon nach dem Öffnen des Cyberport-Päckchens klar. Nein, da ist kein kleiner, zurückhaltend gestalteter Smartphone-Karton im Paket. Vielmehr ist er wuchtig, voller blauer, schimmernder Polygone und mit goldenem Oppo-Schriftzug. Ein bisschen erinnert er mich an ein Vangelis-CD-Cover aus den Mitt-Neunzigern. (Ja, ich weiß, Vangelis. Aber ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.) An der Stelle schwanke ich dann auch ein bisschen, ob ich die Auffälligkeit der Verpackung cool oder doch ein wenig altmodisch finde.

Ich lasse mich einfach nicht länger von der Optik ablenken und packe die Technik aus. Zuerst kommt hier einmal nicht das Smartphone zum Vorschein, sondern ein kleiner Karton mit den Beilegern und dem SIM-Tool. Begeisternderweise liegt außerdem auch noch eine transparente Schutzhülle für die Rückseite des Telefons bei. Unter dem kleinen Karton im Karton liegt das Oppo Find X2 Pro, das wiederum das weitere Zubehör verbirgt.

Das Smartphone lege ich an der Stelle erst einmal beiseite und schaue mir den restlichen Lieferumfang an. Dazu gehören ein paar sehr edel anmutende In-Ears, die allerdings nicht wie bei den High-End-Samsung-Smartphones von einem erkennbaren Hersteller wie AKG stammen. Toll sehen sie dennoch aus und haben auch noch drei paar Ohrpassstücke im Gepäck. Nach dem „Ui“ wegen der Ohrhörer kommt noch ein „Ui“ wegen des Ladegerätes. Denn das ist wuchtiger als alle Ladegeräte, die ich bislang bei einem Smartphone dabei hatte. Immerhin kommt es ebenso wie alle anderen mit separatem USB-Kabel. Alles in allem hat mir der Lieferumfang gut gefallen, er passt ganz ordentlich zum stattlichen Preis.

Optik & Haptik

Ein kleines Stück Smartphone-Fashion

Das Oppo legt Wert auf Design.
Ecken und Kanten sind angenehm abgerundet.
Die Lautstärkewippe in Zwei-Button-Bauweise
Der Power-Knopf auf der anderen Smartphone-Seite
Das wirkt fast schon wie ein Fashion-Label.
Das Sleeve schützt ziemlich viel vom Smartphone.
Natürlich ist auch die Rückseite bestens geschützt.
Allerdings wird der Brocken dadurch nicht gerade kleiner.
Die Hülle steht auf der Displayseite über und schützt auch die Front.
Das Oppo legt Wert auf Design.

Die Aufmachung des Oppo Find X2 Pro ist ein ausgiebiges Beäugen absolut wert. Ich habe mich hier für die Variante in Orange entschieden und die kommt nicht mit einer heute so gern verbauten schimmernden Rückseite daher. Nein, dem Find X2 Pro hat Oppo eine Rückseite aus Kunstleder – oder wie Oppo sagt: veganem Mikrofaserleder – spendiert und die fühlt sich richtig angenehm weich und geschmeidig an. Robust genug erschien sie während meines Tests auch, wenngleich ich nicht denke, dass ein, zwei Jahre Smartphone-Nutzung spurlos an ihr vorüber gehen würden. Ebenfalls auf der Rückseite prangt ein goldenes Oppo-Label, das dem X2 Pro einen ordentlichen Fashion-Touch mitgibt.

Gold ist auch die Farbe der Wahl beim Rahmen, der optisch ein wenig an das Design der High-End-Samsungs erinnert. Das tut auch das leicht gebogene Display, das geschmeidig und ohne spürbare Unterbrechungen in den Rahmen übergeht – und zwar an allen Seiten. Haptisch überzeugt mich das Smartphone damit schon einmal auf ganzer Linie und es zeigt mir, dass der hohe Preis nicht ganz von ungefähr kommt.

Werfen wir noch kurz einen Blick auf die Anschlüsse: Oben im Smartphone-Rahmen gibt’s nichts, rechts ist der Power-Button zu finden und links die Laut- und die Leiser-Taste. Diese Anordnung finde ich recht angenehm, weil ich dadurch auch bequem Screenshots machen kann. Allerdings könnten die beiden Tasten links einen Müh höher sitzen. Der SIM-Slot wandert an die Unterseite rechts neben den Ladeanschluss. Einen Kopfhöreranschluss gibt es nicht, ebenso wenig wie einen Platz für die microSD. Beides ist heutzutage und angesichts von 512 Gigabyte Speicher absolut zu verschmerzen.

Zu guter Letzt hat das Oppo Find X2 Pro natürlich auch noch ein Arsenal an Kameras an Bord. Vorderseitig ist die Cam ins Display integriert, rückseitig steht die Kamerasektion ordentlich aus dem Gehäuse hervor. Flach ablegen ist damit unmöglich. Das relativiert wiederum die Schutzhülle, die zwar die schöne Haptik überbügelt, aber immerhin den Höhenunterschied ausgleicht. Außerdem steht die Hülle auch frontseitig an den Kanten ein bisschen hervor, sodass ich das Smartphone auch mal aufs Display legen kann, ohne dass es tatsächlich auf dem Display liegt. Gar nicht so verkehrt.

Display

Sieht man selten: 120-Hertz-Panel mit 3K-QHD

Das Display überzeugt in jeder Hinsicht.
Farben, Kontraste und Helligkeit - alles bestens.
Neben der hohen Auflösung und Bildwiederholrate ...
... bringt das Smartphone auch noch Einstellungen ohne Ende mit.
Das Display überzeugt in jeder Hinsicht.

Dann schwärmen wir doch gleich auch noch ein wenig über das Display. Die Tonalität dafür gibt Oppo selbst vor, wenn dem Find X2 Pro vollmundig ein 120-Hertz-Panel mit 3K-QHD-Auflösung attestiert wird. Zunächst sei aber gesagt: Das 6,7 Zoll große, gewölbte OLED-Display ist in Optik und Funktion den Premium-Samsungs recht ähnlich. Ränder gibt es so gut wie keine mehr, eine Notch ebenfalls nicht und wenn ich von der rechten Seite knapp oberhalb des Power-Buttons ins Display wische, habe ich Zugriff auf eine frei anpassbare Quick-Tools-Leiste. Gefällt mir.

Optisch ist ebenfalls alles mehr als nur im Grünen Bereich. Natürlich entscheidet auch beim Find X2 Pro die Software – dem Akku zuliebe – ob je nach Bildinhalt die volle Auflösung und Bildwiederholfrequenz genutzt wird. Das verbiete ich dem Smartphone und erhalte das Maximum an Bildqualität. Hier macht die Kombi aus hoher Auflösung, HDR10+-Kompatibilität und 120 Hertz den Unterschied. Vor allem, wenn ich mir entsprechendes Videomaterial auf dem Oppo-Smartphone anschaue, kann ich nicht anders, als zu staunen. Richtig geniale Farben und Kontraste, ein herrlich sattes Schwarz und absolut Null Bewegungsunschärfe, Ruckeln und Co. – das macht uneingeschränkt Spaß. Die hohe Wiederholfrequenz macht sich darüber hinaus auch in nahezu jeder anderen Anwendung positiv bemerkbar. Das scrollen durch Webseiten, Social Media und z.B. den Play Store läuft so locker-flockig, dass ich mein Huawei P20 Pro mit ganz anderen Augen sehe.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Das Display des Oppo Find X2 Pro ist mit 800 nits und auch im wirklichen Leben hell genug für den sonnigen Außeneinsatz. Über die Blickwinkelstabilität brauche ich auch nicht viel Aufhebens machen: passt. Bleibt noch ein Wort zu den zahlreichen Display-Einstellungen. Da gibt es den KI-gestützten Augenkomfortmodus, der auf Wunsch den Bildschirm auch in Schwarz-Weiß darstellt. Eine andere Option (Naturfarbendisplay) passt die Bildschirmfarbtemperatur dem Umgebungslicht an. Außerdem kann ich, wie schon erwähnt, die Auflösung und die Hertz-Zahl anpassen oder die O1 Ultra Vision Engine zu- und abschalten. Wer also neben einer Top-Display-Qualität noch mehr als genug Einstellungen möchte, der ist beim Oppo im Schlaraffenland angekommen.

Hardware

Der Leistungsboost für deinen Smartphone-Alltag

Im AnTuTu rennt das Oppo geradezu
Im Geekbench eher nicht
Im PCMark schafft das Smartphone knapp die Spitzenposition.
AnTuTu-Vergleich meiner letzten Testgeräte
Geekbench-Vergleich meiner letzten Testgeräte
PCMark-Vergleich meiner letzten Testgeräte
Im AnTuTu rennt das Oppo geradezu

Hinter dem performanten Display wartet natürlich die passende Hardware auf ihren Einsatz. Im Oppo Find X2 Pro verbaut sind:

  • Qualcomm Snapdragon 865 5G-Plattform
  • Qualcomm Adreno 650 GPU
  • 12 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • 512 Gigabyte SSD

Was sagen die Benchmarks zu dieser Konstellation? Im Geekbench schneidet das Oppo-Smartphone noch eher verhalten ab. Im Single- und Multi-Core-Test holt es sich zwar unter meinen bisherigen Testkandidaten die Spitzenposition, beim Compute-Test läuft ihm aber komischerweise mein P20 Pro noch den Rang ab. Beim PCMark Android kommt das Find X2 Pro nahezu immer auf den ersten Rang unter meinen Vergleichsgeräten, aber irgendwie passt das Ergebnis der Zahlen nicht so recht zur gefühlten Leistung. Dann wäre da noch AnTuTu und hier rennt das Oppo mit Siebenmeilenstiefeln mal eben durch und setzt sich deutlich vor die Testkonkurrenz.

Im Real Life fühlt sich das Find X2 Pro auch am ehesten an, wie es die AnTuTu-Ergebnisse zeigen. Die Kombination aus flottem Display und der verbauten Hardware lässt keine Zweifel an der High Performance des Smartphones. Anwendungen starten im Bruchteil von Sekunden, in der Lightroom-App öffne ich RAWs vom Smartphone innerhalb einer halben Sekunde und alle Bearbeitungen werden ohne spürbare Verzögerungen umgesetzt. Auch andere Anwendungen von Office bis Netflix starten und laufen einfach nur flott. Und natürlich bringen auch aktuelle Games das Oppo-Smartphone nicht ins Schwitzen. Selten sah Zocken so gut aus und hat so viel Spaß gemacht.

Software

Lasst uns kurz über die Software sprechen

Die Software gefällt mir sehr gut ...
... und sie bringt auch ein paar zwar nicht gewollte ...
... aber doch irgendwie gefällig-praktische Features mit.
Die Software gefällt mir sehr gut ...

Bei Oppo-Smartphones bin ich seit meinem Test der Renos vorsichtig, was die Software angeht. Schließlich war das Oppo Reno2 Z eine ziemliche Bloatware-Schleuder. Bei einem Smartphone jenseits der 1.000 Euro erwarte ich mehr Feingefühl. Zuallererst: Im Find X2 Pro werkeln Android 10 und ColorOS in Version 7.1. Und diese Kombi ist ein Füllhorn an Funktionen und ansprechender Optik. App-Icons, Buttons und auch die Schnelleinstellungen treffen optisch meinen Geschmack sehr gut. Und sollten sie mich doch einmal langweilen, kann ich in den Einstellungen den Symbolstil ändern oder individualisieren. Nehme ich dann noch die Schrifteinstellungen und die Farbprofile hinzu, habe ich mehr als genug optische Individualisierungsmöglichkeiten. Schöne Details wie die Ausschalten-/Neustart-Einblendung gleich neben dem Power-Button und die kompakte aber gleichzeitig intuitive Quick-Tools-Leiste zeugen vom treffsicheren Gespür der UI-Designer.

Es sieht also schon einmal sehr schick aus. Bleibt die Frage, wie viel Unnötiges an Bord geschmuggelt wurde. Auf den ersten Blick sieht es überschaubar aus: Die Google-Programme sind ebenso dabei wie klassische Apps rund um den Dateimanager, Clone Phone und Wetter. Netflix ist auch schon installiert, was mich nicht stört, aber auch nicht unbedingt sein müsste. Das gilt aber noch mehr für Opera und die OfficeSuite. An den Rest könnte ich mich sogar gewöhnen: Mit Soloop erstelle ich kurze Videos aus meinen Fotos, bearbeite sie und versehe sie mit Text, Rahmen und Musik – wohl ganz nett für die Generation Instagram respektive TikTok.

Dann ist da noch der Game Space, in dem ich meine Spiele bündeln und das System fürs Zocken optimieren kann. Oder aber Oppo Relax für Atemübungen, Entspannungsmusik und mehr Achtsamkeit. Ich brauche das alles zwar nicht unbedingt und könnte das Meiste davon auch deinstallieren. Aber so richtig stört mich die Bloatware an der Stelle auch wieder nicht. Erstens sehen auch diese Anwendungen sehr ansprechend aus und sie sind irgendwie mehr als sinnlose Massenware. Mehr noch, sie könnten meinen Smartphone-Alltag am Ende sogar noch bereichern.

Kamera #1

Nicht ohne Grund weit oben in den Smartphone-Kamera-Charts

Die Kamera-Sektion auf der Rückseite ...
... steht ordentlich ab ...
... und bringt das Smartphone schonmal deutlich in Schieflage.
Ultraweitwinkel • Beispiel #1
Ultraweitwinkel • Beispiel #2
Ultraweitwinkel • Beispiel #3
Weitwinkel • Beispiel #1
Weitwinkel • Beispiel #2
Weitwinkel • Beispiel #3
Die Kamerasoftware punktet mit jeder Menge Features.
Die Kamera-Sektion auf der Rückseite ...

Drei Rückkameras und eine Frontkamera? Das klingt ja nicht gerade nach einem neuen Superlativ, oder? Technisch gesehen schindet das Oppo Find X2 Pro dennoch Eindruck. Das ist an Bord:

  • Weitwinkelkamera mit 48 Megapixeln, Blende f/1,7 und optischer Bildstabilisierung
  • Ultraweitwinkelkamera mit 48 Megapixeln, Blende f/2,2 und Makrotauglichkeit
  • Teleobjektiv-Kamera mit 13 Megapixeln, Blende f/3,0 und 10-fachem Hybridzoom
  • Selfie-Kamera mit 32 Megapixeln und Blende f/2,4

Aber wie sieht das Ganze nun in der Praxis aus? Kommen wir zunächst zur Ultraweitwinkellinse. Die 48-Megapixel-Kamera ist tatsächlich mehr als nur ein kleines Effekt-Spielzeug. Die Bilder, die ich damit schieße, gefallen mir richtig gut, sie sind detailreich, auch jenseits des Smartphone-Screens ordentlich scharf und punkten mit (HDR-gebügelten) satten Kontrasten. Natürlich bringt die Linse auch die klassischen Weitwinkel-Verzeichnungen mit, aber das sollte ja ohnehin in die Bildgestaltung einfließen. Ganz nett ist auch der Makroeffekt, den die Kamera ermöglicht. Fokussiere ich auf ein sehr nahes Objekt, switcht der Modus irgendwann. Leider sollten sich die Objekte nicht allzu schnell bewegen, sonst hat der sonst sehr treffsichere Autofokus durchaus auch mal seine Probleme. Selbst Blumen bei leichtem Wind sind nicht unbedingt einfach zu erwischen.

Nächste im Bunde ist die Weitwinkelkamera. Sie bringt eine etwas offenere Blende und optische Stabilisierung mit, was bei den Fotos bei Tageslicht keinen merklichen Unterschied zum Ultraweitwinkel macht. Die Bilder sind scharf, kontrastreich und auch detailreich genug für größere Panels. Die etwas bessere Blende kommt vor allem bei Low-Light-Aufnahmen zur Geltung und sorgt dafür, dass auch bei schlechten Lichtbedingungen noch ganz ansehnliche Bilder entstehen. Und wem das noch nicht reicht, der bekommt per Software und Nachtmodus noch eine Ecke mehr Lichtausbeute ins Bild.

Kamera #2

Guter Zoomer mit expertentauglicher Software

Skeptisch bin ich bei der sogenannten Periskop-Kamera, die bis zu 10-fachen Hybridzoom schaffen soll. Den angeteaserten 60fachen Digitalzoom ignoriere ich einfach einmal. In der Praxis muss ich dem Oppo Find X2 Pro abermals eine überaus vorzeigbare Leistung attestieren. Bis hin zum 10-fachen Zoom bekomme ich überzeugend scharfe Bilder, die im Hinblick auf die Details gut genug abliefern, um sie auch mal auf dem Notebook oder Fernseher zu zeigen. Vor allem bei der Höchststufe des Hybridzooms hätte ich das keineswegs erwartet. Das einzige Manko hierbei ist, dass ab dem 5-fachen Zoom die Farben verwaschen und ausbleichen. Zumindest im Automatikmodus bilden die Fotos die wirklichen Farben (trotz HDR-Automatik) nicht mehr korrekt ab. Dennoch: Mit dem Find X2 Pro habe ich erstmals das Gefühl, dass ich den Zoom sogar nutzen würde.

Das gleiche Gefühl stellt sich bei den Videos ein. Ich bin kein Filmer und wenn ich mal was aufnehme, dann sind es Highlights aus dem Kinder-Alltag. Aber durch coole Optionen wie Live-HDR für Videos, 60 fps in 4K und Bildstabilisierung sehen selbst lapidare Kleinstvideos richtig professionell aus. Apropos professionell: Einen Profi- beziehungsweise Expert-Modus für Fotos hat das Oppo-Smartphone natürlich auch. Der punktet durch ziemlich intuitive Einstellmöglichkeiten in allen relevanten Optionen von Verschlusszeit über Weißabgleich bis ISO. Und auch den RAW-Modus kann ich hier mit einem Fingertipp aktivieren, ebenso wie ich die Linsen gezielt ansteuere – maximale Kontrolle bei minimalem Aufwand. Ein kleines Manko gibt es hier dennoch: Der Expert-Modus suggeriert mir, dass ich auch RAWs von Zoom-Bildern machen kann. Das haut nicht ganz hin. Das RAW-File wird immer ungezoomt gespeichert. Dazu packt das Telefon noch ein Jpeg der Zoom-Stufe dazu, das in den meisten Fällen deutlich schlechter aussieht als im Automatikmodus.

Zu guter Letzt noch ein Wort zur Selfie-Kamera: Ich bin nicht nur kein Filmer, sondern auch kein Selfie-Fan und hier kann mich auch das Oppo nicht zum Umdenken bewegen. Dennoch: Die Kamera ist durchaus gut, die Bilder werden detailreich und scharf und es gibt jede Menge Voreinstellungen und Modi. Selfie-Freunde sollten also auf ihre Kosten kommen.

Zweifach-Zoom • Beispiel #1
Fünffach-Zoom • Beispiel #1
Zehnfach-Zoom • Beispiel #1
Zweifach-Zoom • Beispiel #2
Fünffach-Zoom • Beispiel #2
Zehnfach-Zoom • Beispiel #3
Makro • Beispiel #1
Makro • Beispiel #2
Nachtmodus
Low-light
Zweifach-Zoom • Beispiel #1
Audio

Überraschend guter Smartphone-Klang

Über den Klang verliert Oppo auf seiner Produktseite gar nicht einmal so viele Worte, was mich ein wenig überrascht: Die beiden Stereolautsprecher mit Dolby-Atmos-Support machen eine durchaus überzeugende Figur. Bei der Musik ist das wie immer eine Frage des Genres. Dreckig abgemischter Garagen-Rock wird auf keinem Smartphone überzeugend klingen, auch nicht auf dem Find X2 Pro. Basslastiger Club-Sound kommt recht druckvoll rüber und alles in allem überzeugt der Mix für ein Smartphone bis in die (wenn auch nicht wirklich drückenden aber immerhin erkennbaren) Bässe hinein. Und weil wir anfangs ja schon über Vangelis und alte Synthie-Schinken gesprochen habe, schiebe ich hier mal noch Jean-Michel Jarre mit Oxygene 15 nach. Der Track punktet durch sein Spiel mit Räumlichkeit, die das Oppo-Smartphone beachtlich atmosphärisch zur Geltung bringt. I like.

Diese Räumlichkeit kommt auch dem Streaming zugute. Ich klicke einmal in diverse Netflix-Streifen rein und bin überaus angetan vom Soundergebnis. Die Stimmen kommen klar, nuanciert und deutlich aus den Speakern und auch die Soundeffekte verteilt das Oppo Find X2 Pro treffsicher im Raum. Der Mix passt, wobei ich an manchen Stellen der Meinung war, dass die Lautsprecher bei zu hoher Lautstärke ein wenig zum Scheppern neigen. Dennoch ist das Gesamtklangbild so überzeugend, dass ich ernsthaft Filme auf dem Telefon schauen würde. Und wenn es doch mal noch etwas mehr Klang sein darf, habe ich ja auch noch die beiliegenden In-Ears, die als Smartphone-Zubehör doch überzeugend klingen.

Akku

Kurze Akkuladezeit, durchschnittliche Laufzeit

Die Laufzeit ist nicht überragend, aber dafür überzeugt die kurze Ladezeit.
Die Laufzeit ist nicht überragend, aber dafür überzeugt die kurze Ladezeit.

Es wird Zeit fürs Laden – und das logischerweise nicht zum ersten Mal in meinem Test. Gefühlt geht die Ausdauer des Oppo Find X2 Pro in Ordnung, weil ich mit dem Telefon und meinen üblichen Gewohnheiten gut über den Tag komme. Im „Work 2.0 Battery Life“-Benchmark von PCMark findet sich dieses Gefühl zunächst auch bestätigt. Fast 12 Stunden hält das Smartphone laut Benchmark durch. Daraufhin schaue ich mir noch einmal die intensivere Dauernutzung an. Bei ⅓ Bildschirmhelligkeit, erzwungenem QHD+ und 120 Hertz sind nach zirka 45 Minuten intensiven Surfens, Googelns und Netflixens 10 Prozent der Batterieladung weg. Damit würde das Find X2 Pro unter diesen Bedingungen maximal 7,5 Stunden schaffen. Das ist schon deutlich weniger ansprechend. Immerhin ist das Oppo-Phone rasant wieder geladen und landet nach gut 50 Minuten bei 100 Prozent. Das tröstet mich ein wenig über die Kurzatmigkeit hinweg.

Fazit

Oppo Find X2 Pro: Ich bin geneigt, es grandios zu finden

Bevor ich mein Fazit zusammentrage, muss ich mich der Frage stellen, ob die Technik den Preis heiligt. Schließlich ist das Oppo Find X2 Pro mit gut 1.200 Euro in einem Segment angesiedelt, das für einen in Europa noch nicht so heimischen Hersteller schon ein Brett ist. Abgesehen davon: Kein Smartphone ist mehr als 1.000 Euro wert … kein iPhone, kein Galaxy, kein Mate. Oder? Sagen wir es so: Ich messe dem Oppo-Smartphone keinen Wert jenseits der magischen 1K bei, obwohl das gebotene Paket schon richtig was zu bieten hat.

Da wäre das gewölbte Display mit toller Auflösung und 120 Hertz, die man wirklich auch merkt und schnell nicht mehr missen möchte. Dann hätten wir die Hardware, die einfach nur rennt und rennt und rennt. Außerdem hat das Oppo Find X2 Pro ein Kamera-Paket an Bord, das für meinen Geschmack die Top-Position bei DxOMark absolut verdient hat. Immerhin hat es das Smartphone geschafft, dass ich einen Zoom in dieser Geräteklasse absolut nutzen würde. Und schließlich haben wir auch noch eine Software an Bord, die schick aussieht, viele intuitive Funktionen bietet und nicht zu überladen daherkommt.

Negativ fällt hingegen ziemlich wenig auf. Das Oppo ist für meinen Geschmack ein wenig globig und schwer und die rückseitige Kamerasektion steht ziemlich gewaltig hervor. Auch der Akku ist höchsten durchschnittlich, punktet dafür aber mit rasanter Ladegeschwindigkeit. So habe ich letzten Endes recht kleine Minuspunkte, die gewaltigen Pluspunkten gegenüberstehen. Ich muss mir eingestehen, dass das Oppo Find X2 Pro auf meiner Liste der Haben-wollen-Smartphones ein riesiges Stück nach oben gerückt ist.

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