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Produkttest: Zotac ZBOX HD-ID11



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Nettop-Barebone für Basis-Aufgaben
Wie bereits im Unboxing vom 09.02.2011 angekündigt, folgt nun der angekündigte Produkttest zur Zotac ZBOX HD-ID11. Bei der ZBOX handelt es sich um einen sogenannten Nettop, einen kleinen sehr Energiesparenden Computer, welcher primär für das Surfen im Internet gedacht ist – aber auch als Arbeitsrechner ist er durchaus nutzbar. Der Nettop wird als Barebone geliefert, also ohne Arbeitsspeicher oder Festplatte. Daher wurden als Arbeitsspeicher für den Test 2GB RAM von Kingston (DDR2-800, SO-DIMM, CL5) genutzt und als Festplatte diente eine OCZ Vertex 2 SDD mit 60GB Speicherkapazität. Natürlich können auch normale Festplatten in 2,5-Zoll-Bauweise verwendet werden. Ein detaillierter Vergleichstest zwischen der SSD und einer normalen Festplatte wird noch folgen, doch nun zunächt zur Zotac ZBOX HD-ID11.
Lieferumfang der Zotac ZBOX HD-ID11:

  • Halterung für LCD Montage
  • Handbuch
  • Kurzanleitung
  • CD
  • DVI-auf-VGA-Adapter
  • Netzteil
  • Stromkabel
  • Standfuß
  • 4 Schrauben für die Montagehalterung
  • ZBOX (Mainboard mit Integrierter CPU und Grafik)

    image

    Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

  • Intel Atom D510 mit 2x 1.66Ghz Prozessor
  • Nvidia Ion Grafik mit 512MB DDR3 Grafikspeicher
  • Intel NM10 Express Chipsatz
  • interner SATA II (3.0Gb/s) Anschluss (Platz für ein Laufwerk in Baugröße 2,5 Zoll)
  • ein 200-plin DDR-800 SO-Dimm Steckplatz für den Arbeitsspeicher
  • Mikrofonanschluss (Klinke 3,5mm)
  • Kopfhöreranschluss (Klinke 3,5mm)
  • HDMI-Anschluss inkl. 8-Kanal-Audio
  • DVI-Anschluss (mittels beiliegendem Adapter VGA-fähig)
  • sechs USB Ports
  • 1x eSATA Port
  • WLAN (802.11n)
  • 6-in-1-Kartenleser (MMC/SD/SDHC/MS/MS Pro/xD)
  • Gigabit-Ethernet
  • optischer Digitalausgang
  • Abmessungen: Länge 188mm, Breite 188mm, Tiefe 44mm

    Alle Daten finden sich ebenso in einer offiziellen PDF-Datei des Herstellers.

    Einbau der Hardware
    Nachdem Ihr alle wichtigen Daten kennt und das Produkt ausgepackt wurde, muss natürlich der Arbeitsspeicher und die Festplatte eingebaut werden. Hierzu muss als erstes die LCD-Halterung entfernt werden, durch Druck auf den großen Schieber gehen die Halterungen auseinander und das Gehäuse lässt sich leicht geneigt von der Halterung abnehmen. Wie es weiter geht seht Ihr im nachfolgenden Video.

    Verarbeitung
    Das gesamte Gehäuse besteht aus Plastik. Es ist zwar nicht das billigste seiner Art, aber leider wurde scheinbar auch kein hochwertiger ABS-Kunststoff verwendet. Insbesondere beim öffnen und schließen des Gehäusedeckels bekomme ich Angst, dass gleich etwas kaputt geht. Das Gehäuse knarzt auch ein wenig.

    Zotac ZBOX HD-ID11 – Ansichten”

    Systemtest
    Nach dem Zusammenbau wird nun der Monitor und das Netzteil angeschlossen. Natürlich darf auch eine Tastatur und Maus nicht fehlen. Hierzu nutzte ich einen der USB-Anschlüsse für die Verbindung einer Funktastatur/Maus-Kombination. Nachdem ich nun Windows 7 über den Kartenleser installierte, wurden erst einmal alle Updates ausgeführt. Außerdem habe ich bei Nvidia den aktuellen Grafiktreiber (266.58) heruntergeladen und ebenso installiert. Damit Ihr einen kleinen Eindruck von der Arbeitsgeschwindigkeit bekommt, habe ich hierzu noch ein Video erstellt welches das System im Betrieb zeigt.

    Arbeitsgeschwindigkeit
    Innerhalb seines primären Arbeitsgebietes arbeitet der Nettop recht zügig. Webseiten werden schnell geladen und aufgrund der schnellen SSD laufen auch Programmstarts und Installationen sehr fließend. Aufgrund meines etwas langsamen 100Mbit/s-Routers konnte ich eine Testdatei leider nur mit ca. 10,8 MB/Sekunde im LAN kopieren – über WLAN waren es nur noch um die 2,83 MB/Sekunde. Hier hätte ich bei der kabellosen Verbindung wesentlich mehr erwartet, immerhin nutze ich einen D-Link DIR-635 802.11n Router. Allerdings hatte ich die Bandbreite auf 20MHz beschränkt. Es könnten also noch Reserven in dem Nettop schlummern, da er laut Zotac ebenfalls 802.11n unterstützt.

    Das Codieren eines einminütigen FullHD-Clips (47Mbit/s Video) in ein AVC/h.264 4Mbit/s Video mit 128kbit/s aac Audio hat 15 Minuten und 46 Sekunden gedauert. Der Stromverbrauch lag hierbei bei moderaten 21,3 Watt. Zum Vergleich: Ein Intel Core2Duo E7200 mit einer Geforce 8800GS benötigte für dieselbe Datei fünf Minuten und sieben Sekunden bei ca. 115W. Damit würde ein sechsminütiger Film fast 16 Stunden benötigen, am Core2Duo etwas mehr als fünf Stunden. Also trotz der Stromersparnis eher etwas für gelegentliches Konvertieren.

    Spielen
    Eigentlich ist so ein Nettop gar nicht zum Spielen gedacht. Aber da er schon mal einen Nvidia ION Grafikchip besitzt, habe ich kurzerhand die Demo des Strategiespiels StarCraft II installiert. Das Spiel ist mit mittleren bis niedrigen Grafikeinstellungen durchaus spielbar – aber…nur anfangs. Denn sobald ein paar mehr Einheiten auf das Feld kommen, bricht die Framerate auf unter fünf Bilder/s ein. Das Spiel ist sehr CPU-lastig, hier kommt der extrem schwache Atom-Prozessor einfach nicht mit. Spieler sollten sich also auf kleinere Flash-Spiele (Facebook Games etc.) beschränken oder einfache Spiele, welche eine geringe Grafik oder CPU Leistung erfordern.

    Die ZBOX gibt es allerdings auch als Zotac ZBOX HD-ND22 mit einem Intel Celeron SU2300 Prozessor. Dieser könnte ein wenig mehr Leistung bieten, aber auch hier sollte man nicht zuviel erwarten. Probleme gab es beim Spielen nach einiger Zeit übrigens auch: Das Bild wurde immer wieder Schwarz, der Mauszeiger war jedoch noch zu sehen. Hier vermute ich Probleme beim Grafiktreiber.

    Videowiedergabe
    Apropos Grafiktreiber: Die ION-Grafik reicht zwar für gelegentliche Mini-Spielchen aus, aber scheint über den HDMI-Port ein wenig „verbuggt“ zu sein. So hatte ich nicht nur beim Spielen (insbesondere bei hoher Last) des öfteren Aussetzer, sondern auch jedes Mal wenn ich ein Video vom Fenster in den Vollbildmodus geschaltet habe oder wieder zurück – es gab jeweils einen Bildausfall von ca. drei Sekunden Dauer. Dieses Problem trat aber nur unter Verwendung eines iiyama B2409HDS via HDMI auf. An einem LCD-Fernseher gab es diese Pausen nicht. Vermutlich ebenso ein Problem mit dem Grafiktreiber. Aber ansonsten klappt die Videowiedergabe problemlos. Filme mit 1080p in FullHD liefen auch im Vollbild flüssig. Damit eignet sich die ZBOX absolut als HTPC (Home Theater Personal Computer). Auch Flash Videos von Videoportalen wie YouTube laufen flüssig. Sowohl im Fenster als auch im Vollbild. Lediglich wenn die Scrollleiste eingeblendet wird, fängt das Video an zu ruckeln. Man sollte also Multitasking auf das nötigste beschränken.

    Belegter Speicher nach Installationen und Updates.
    Grafiktreiber
    Kopiergeschwindigkeit WLAN
    Kopiergeschwindigkeit LAN
    Kopiergeschwindigkeit LAN
    Zotac ZBOX HD-ID11 – Im Einsatz”

    Stromverbrauch
    Zwar ist ein Nettop kein Arbeitstier, geschweige denn ein Gaming-PC, dennoch eignet er sich sehr gut für den durchschnittlichen Internetnutzer und Filmeschauer. Auch für das Büro ist er durchaus interessant. Hierbei insbesondere durch den geringen Stromverbrauch. Mit Hilfe eines Energy Monitor 3000 habe ich einige Verbrauchswerte ermittelt.

  • Stromverbrauch idle: 17,7 Watt (mit W-LAN ca. 18 Watt)
  • Durchschnittlicher Verbrauch: 21 Watt
  • Verbrauch bei Wiedergabe eines FullHD Filmes: 24 Watt
  • maximal gemessener Verbrauch: 29,4 Watt

    Viele haben noch einen PC zuhause, der sogar im Idle-Modus über 80 Watt verbraucht, modernere Prozessoren (z.B. Sockel 1155) sind zwar auch schon wesentlich sparsamer als diese ältere CPUs, aber an den geringen Stromverbrauch eines Nettops kommen auch diese nicht heran.

    Fazit
    Wer einen kleinen Computer mit vielen Anschlussmöglichkeiten (USB, eSATA, W-LAN, DVI, HDMI, VGA) und geringem Stromverbrauch sucht, ist mit einem Nettop wie der Zotac ZBOX HD-ID11 gut beraten. Hierbei müssen jedoch Abstriche in der Leistung gemacht werden. Die ZBOX eignet sich insbesondere für Nutzer, welche nur im Internet surfen möchten oder eine Multimedia-Station suchen. Via USB oder eSATA kann der Nutzer auch ein Blu-Ray Laufwerk oder eine externe TV-Karte anschließen. An den Optischen Digitalausgang wird dann noch der A/V Reciver oder eine Decoderstation angeschlossen und fertig ist die energiesparende Multimediastation (auch Home Theater Personal Computer genannt). Leider wird die ZBOX aktiv, also durch einen Lüfter, gekühlt. Das heißt, er arbeitet auch mit einer lautlosen SSD nicht ohne Geräusche, dennoch ist der Lüfter die meiste Zeit sehr leise. Unter Last fällt er in stiller Umgebung allerdings auf. Wer neben dem Surfen Musik abspielt oder einfach nur einen Film schaut, dürfte das Lüftergeräusch aber kaum wahrnehmen. Im BIOS kann zur Not die Drehzahl auch noch etwas optimiert werden.

    Pro:
    + viele Anschlussmöglichkeiten
    + geringer Stromverbrauch
    + Flüssige FullHD-Wiedergabe
    + ideal zum Surfen, Arbeiten (Office) oder als HTPC
    + W-LAN
    + Gbit-Ethernet

    Contra:
    – keine passive Kühlung
    – Probleme bei HDMI-Wiedergabe an meinem iiyama-LCD
    – keine Tonwiedergabe über DVI-Port (bei Nutzung eines DVI->HDMI Kabels)
    – geringe (aber für Nettops normale!) Leistung
    – kein USB 3.0

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