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Produkttest: Wacom Bamboo Pen Zeichentablett – Teil 2



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Software, Settings und eine (kleine) Niederlage unter VirtualBox
Meine Erfahrungen mit dem Wacom Bamboo Pen stehen in engem Zusammenhang mit dem Virtualisierungs-Tool „VirtualBox“, dass mir zum Einen die etwas umständliche Treiberinstallation unter Linux ersparen sollte und andererseits das Testen der angebotenen Software vereinfachen bzw. überhaupt erst ermöglichen sollte. Nach der langen Fehlersuche im ersten Versuch (siehe Teil 1), hatte ich zwar schon fast wieder keine Lust mehr auf das „virtuelle Windows“, aber leider war das noch nicht die letzte Hürde die es zu nehmen galt. Neben den diversen Softwareinstallationen für das Grafiktablett fiel hier ja noch die Einrichtung eines kompletten Betriebssystems an, was schon aufgrund fehlender Browser, Codecs und Multimediaintegrationen à la Flash eine Weile in Anspruch nimmt. Es sei noch angemerkt, dass es sich bei dem angesprochenen Fehler (siehe 1.Teil) nicht um einen Windows-Fehler handelte, sondern – fair geht vor – einem Fehler meinerseits entsprang. Dennoch kann ich nach nunmehr vierwöchiger Testphase die Endgültigkeit meines Umstiegs auf Linux definitiv bestätigen, es gibt kein zurück mehr. Nun aber zurück zum Grafiktablet Wacom Bamboo Pen…
Software, Software, Software
Zuerst wird natürlich der passende Treiber benötigt, denn sonst könnte man das Pad lediglich als Mausersatz mit ein paar Grundfunktionen betreiben. Nach einigen Test mit Open-Office war aber klar, dass die benötigte Software damit noch nicht ganz komplett sein konnte, denn vor allem die Druckempfindlichkeit der Stiftspitze, die man in der Einstellungsoberfläche noch gut sehen und fühlen konnte, funktionierte darin gar nicht…und so kann man ja nicht malen/zeichnen. Bis das auch klappt, müssen aber noch einige Pakete von Wacom installiert werden. Als erstes bringt das frei erhältliche Bamboo-Dock, das eine grafische Zugriffsmöglichkeit zu den einzelnen Designer-Tools darstellt, ein Update der Adobe-AIR-Umgebung mit sich. Diese hat es bezüglich der Installationsdauer ebenso „in sich“ wie die .NET-Umgebung und die java-Runtimes, die mit den nur im Wacom-Downloadbereich erhältlichen Programmen mitinstalliert werden. Wacom liefert im Übrigen zwei Webplugins für den Internet Explorer und Netscape mit, die eine Gestensteuerung fürs Websurfing zur Verfügung stellen.

image

Sicher, an einem fertig eingerichteten System ginge das natürlich schneller und mit ein wenig mehr zugeordnetem RAM für die virtuelle Maschine könnte es auch noch etwas besser gehen, aber alles in allem hätte Wacom die Installationsroutinen wohl deutlich vereinfachen bzw. zusammenfassen können. Auch der Umstand, dass der Adobe AIR-Updater und das Bamboo-Dock zeitweise mit jeweils ca. 40 Prozent an der CPU-Leistung saugten, verlängerte die Installation in meinem Fall erheblich…auch wenn ich es vielleicht schneller hätte merken können/sollen. Speziell die Notwendigkeiten einer – mit Pflichtfeld-Sternchen gespickten – Registrierung mit einem „mindestens 10 Zeichen langen Passwort“ und der danach zu hinterlegenden Seriennummer des Tabletts sowie der Software-ID zum weiteren Download sind doch ein wenig zu aufwändig für die paar Proggies. PowerUser oder Profis erfreuen sich vermutlich am ehesten eines kleinen aber sinnvollen Tools zum Sichern und Wiederherstellen eigener Stifteinstellungsprofile. Zumindest bis zum Download aus dem Onlinebereich ist das noch eins der besten Programme, denn bei dem Rest handelt es sich hauptsächlich um künstlerisch-spielerische Tools.

Vor allem bei den domainweit allerorten angepriesenen „Minis“ findet sich kaum sinnvoll einsetzbare Software, die ich mangels Downloadlinks dann auch erstmal nicht testen konnte (die Links befinden sich im Bamboo-Dock, wie ich später feststellte). Der Tiefpunkt ist dann das Tutorial, das arschlangsam ist, ewig dauert und kaum Brauchbares, geschweige denn Neues vermittelt. Aber gut, besonders viele Grund-Funktionen hat so ein Zeichentablett ja nun auch wieder nicht, also drückt man mal ein Auge zu und macht sich direkt ans Ausprobieren.

Settings und Nutzung
Wie oben beschrieben, konnte ich anfangs die Druckempfindlichkeit der Spitze nicht nutzen. Aufgrund unglücklicher Umstände kam es dazu, dass ich die gesamte Software (auch Windows XP) noch einmal neu installieren musste. Diesmal zeigte sich ein anderer Fehler, der sich durch einen nicht mitziehenden Mauszeiger bemerkbar machte. Hier ist es dann unter Umständen nötig, den normalen Maustreiber durch einen aus dem Windows-System zu ersetzen, denn in der Regel entsteht ein solches Verhalten durch sich überlagernde, respektive „kollidierende“ Hardware-(treiber).

Wacom Bamboo Pen“

Hat man diese Probleme dann endlich im Griff, bieten sich viele Möglichkeiten, den Stift und das Tablet einzusetzen. Allerdings muss man sich schon eine ganze Weile eingewöhnen, denn gerade die Gestensteuerung ist nicht so einfach zu bedienen. Ein wenig ist es so, wie in den Beschreibungen guter Videospiele: „Die knackige Steuerung und die vielen Funktionen machen eine Eingewöhnung über einen längeren Zeitraum nötig, lassen aber keine Langeweile aufkommen. Dadurch, dass man mehr und mehr Funktionen kennenlernt, entsteht nach einem überdurchschnittlich langem Zeitraum eine hohe (Lern-)Motivation. Um alle Möglichkeiten kennen zu lernen benötigt man sicher einige Stunden, wenn nicht Tage.“

Aber dennoch, trotzdem ich überdurchschnittlich viel Ehrgeiz und Geduld in die Einrichtung des Tablets gesteckt hatte, gab ich aufgrund mangelnden Funktionsumfangs irgendwann doch auf. In der virtuellen Box mit Windows XP, noch dazu auf einem Netbook mit Intel Atom N270 CPU, dauert die Fehlersuche und jede Settings-Änderung inklusive Neustarts eine Ewigkeit. Außer dem angesprochenen Problem der kollidierenden Maustreiber kommt erschwerend hinzu, dass in der Einstellungs-GUI der V-Box diverse Schalterchen existieren, die Einfluss auf das Funktionieren der Maus/des Tablets haben oder haben könnten. Dementsprechend glücklich war ich, als endlich das Bamboo-Notebook ASUS U33JC geliefert wurde, denn an diesem ist die Einbindung des Tablets viel einfacher möglich, wie sich schnell herausstellte.

Wer mehr über die Funktionen der Grafikplatte wissen will sollte also noch meinen kommenden Testbericht „Bamboo vs. Bamboo“ lesen, bei dem so Einiges sehr viel anders gelaufen ist. Lobend erwähnen wollte ich noch das Hilfsangebot einer Mitarbeiterin von Wacom, die sich per Facebook-Message bei mir gemeldet hatte. Diese habe ich aber – solange noch in der virtuellen Box zugange – nicht in Anspruch nehmen wollen, und – wegen des guten Funktionierens unter Windows 7 auf dem neuen Testrechner – auch nicht in Anspruch nehmen müssen. Aber danke trotzdem.

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5 Kommentare

  1. merscho schrieb am
    Bewertung:

    Ich bewundere und respektiere ja grundsätzlich Menschen, die soviel Zeit, Grips und Geduld aufbringen, sich mit Linux auseinanderzusetzen, aber was zum Henker hat dieses Erkennen der Grenzen der Rechnerhardware (und der des Betriebssystems) jetzt genau mit dem Wacom-Tablett zu tun?

    Ich finde das Ding relativ interessant. Der Erkenntnisgewinn durch diesen und den vorangegangenen Artikel hält sich allerdings bedauerlicherweise in recht engen Grenzen.

  2. Matthias schrieb am
    Bewertung:

    Yo das Ergebnis ärgert mich auch einigermassen…um doch noch einen Erkenntnisgewinn möglichst zeitnah zu vermitteln wollte ich den kommenden, mit „Teil 2b“ bezeichneten Artikel eigentlich zeitgleich mit diesem hier veröffentlichen, aber mein chefredakteur hat wohl anders entschieden ;-)

    Die Erkenntnis dieses Artikels ist leider nur, dass Windows XP nicht sehr gut dafür geeignet ist und das Ganze in der virtuellen Box nicht produktiv nutzbar ist…

  3. merscho schrieb am
    Bewertung:

    Und auf einem real funktionierenden System, sagen wir mal MacOSX, könnte man dem Ding nicht zufällig mal auf den Zahn fühlen. ;-)

    Ich frage für einen Freund. ;-D

    Gruß und Kopf hoch!

    (Ob mal eins meinen vorangegangenen 1. fehlerhaften Kommentar entfernen könnte, Danke!)

  4. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Matze: Dein Chefredakteur musste heute wie immer die Arbeitszeit gewichten und wird den zweiten Teil am Freitag raushauen ;-). Morgen ist ja erst mal Leipzsch angesagt.

    @ merscho: Welcome back ;-).

  5. merscho schrieb am
    Bewertung:

    @Sven ich war doch gar nicht weg. :-)

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