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Produkttest: Wacom Bamboo Pen Zeichentablett – Teil 2 (Fortsetzung)



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Bamboo-Zeichentablett versteht sich prima mit Bamboo-Notebook
Stöpselt man im richtigen Moment des Installationsvorgangs das Bamboo-Zeichentablet Pen von Wacom an den Bamboo-PC U33JC von ASUS, entsteht eine neue Bambussorte startet kurz darauf bereits die Einrichtung der Windows 7-Richtungssteuerung. Im Gegensatz zu meinen Versuchen mit Windows XP in der virtuellen Box passiert hier also direkt etwas „Richtiges“, der Treiber wird korrekt installiert und kollidiert nicht mit den vorinstallierten Touchpad-Treibern. Die Softwareinstallation läuft denn auch deutlich schneller und einfacher ab, als im virtuellen Testsystem, wie man es von einem topaktuellen System mit Windows 7 auch erwarten können sollte. Das erste Lernen mit der Richtungssteuerung könnte man dazu als eine Art „persönliche Voraussetzung für den Einsatz der Gestensteuerung“ bezeichnen, die erst danach zusammen mit einigen restlichen Treiberdaten vollständig installiert wird. Sofort stehen dem User dann jegliche Funktionalitäten des Grafiktabletts vollumfänglich zur Verfügung, was sich unter anderem daran ablesen lässt, dass die „Schwebefunktion“ des Stifts bereits funktioniert und die Einstellungen der grafischen Benutzeroberfläche übernommen und wirksam werden. Man sieht also, das weder das Bamboo-Dock mit den integrierten Mini-Tools, noch die Programme „Bamboo Explore“, ArtRage oder sonst irgendein Progrämmchen von Wacom für das Funktionieren zwingend nötig wären. Bequemer ist es aber schon…
In der Einstellungsoberfläche des Grafiktabletts zeigt sich dann auch endlich die Funktion „als Maus benutzen“ als einsatzfähig, die einen „der Stiftposition folgenden Mauszeiger“ erzeugt. Dieser folgt angenehmerweise dem Stift bereits, wenn sich dieser etwa einen Zentimeter über dem Tablet befindet. So kann die Maus bewegt, ein Linksklick mit einer einfachen Berührung und ein Rechtsklick mit einer doppelten Berührung durchgeführt werden, was für den Neuling am Zeichenbrett die am wenigsten gewöhnungsbedürftige Variante sein dürfte. Der Möglichkeiten gibt es aber viele. Nicht zu vergessen verfügt der Stift ja ebenfalls über zwei „Maustasten“, die mit ca. 15 weiteren Funktionen wie „halten & ziehen“, „Mittel-Klick“, „Funktionsumschaltung“ oder Ähnlichem belegt und bei Bedarf auch mit eigenen Programmen verknüpft werden können. Je nach persönlichen Vorlieben stellt man sich dann noch die Berührungs- bzw. Druckempfindlichkeit ein, passt die Doppelklickgeschwindigkeit an, legt den aktiven Monitorbereich fest, und dergleichen mehr.

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Der Stift und die daran befindlichen Tasten sind leider etwas „pimpelig“, also klein und instabil ausgefallen: Die Druckpunkte sind zu weich, fühl- oder sichtbare Orientierungsmöglichkeiten wie z.B. ein heller Mitte-Strich und/oder eine eindeutige Kantenführung fehlen gänzlich und veranlassen gerade Anfänger häufig zu ungewollten Klicks. Das Gehäuse, auch des Tablets selbst, ist aus schwarzem Kunststoff gefertigt, der hier und da mal matt ist und mal glänzt und hier und da mal gut aussieht und mal nicht. Sollte man den Stift denn auch wirklich zum Zeichnen benutzen wollen (mit den Minis gehen auch ganz andere Sachen, bspw. kleine Spiele), was vor allem mit dem Programm ArtRage gut Spass gemacht hat, muss der Stift allerdings aufgesetzt werden. So kommen unschöne Streifen auf dem Gerät, die nicht ganz leicht zu entfernen sind, erschwerend hinzu.


Video von newgadgets.de

Die Zeichenfunktion selbst scheint für den PC allerdings schon eine nicht ganz einfache Aufgabe darzustellen, was sich vor allem in Nicht-Wacom-Software wie Open Office oder Corel Draw gezeigt hat. Die dauernde Umrechnung der Druckstärke in Strichdicke, Farbverläufe, etc. ist scheinbar so aufwändig, dass es während des Zeichnens zu leichten Rucklern kommen kann und man seine Geschwindigkeit darauf einstellen muss. Mit dem Zeichenprogramm ArtRage von Wacom passiert dies zumindest seltener.
Dass das vorliegende Pen-Modell weder über eine Radierfunktion (kann man aber einer Taste zuordnen), noch über eine Touchpad-ähnliche, Fingerberührungs-sensitive Eingabe verfügt, liegt eben am Modell. Für mehr Geld gibt’s aber natürlich auch bei Wacom mehr Funktionen, wie man z.B. in einigen Testberichten hier im Cyberbloc nachlesen oder in der Produktauswahl des Herstellers sehen kann.

Trotzdem ist es ein wenig schade das Gadget nun wieder zurücksenden zu müssen, denn in Verbindung mit dem ASUS U33JC lief es endlich wie erwartet und ich war grad warm geworden damit. Nach den ewig langen Versuchen mit dem virtuellen Windows XP war nun aber gerade noch genug Zeit, sich ansatzweise mit den Funktionen vertraut zumachen; irgendwann müssen so Testgeräte ja auch wieder zurück geschickt werden. Sollte ich mal wieder ein Eingabegerät testen wollen kommt ein anderes Modell von Wacom auf jeden Fall in Frage, nur ziemlich sicher ein größeres. Die reine Stifteingabe war mir doch etwas zu wenig, wenngleich der Preis von 49 Euro (im Cyberport-Webshop) wohl als angemessen bezeichnet werden darf.

Pro:

  • vielseitig einsetzbar
  • großer Funktionsumfang
  • gute Zeichensoftware

    Contra:

  • schwarze Striche auf der Oberfläche
  • zu viele Software-Gadgets wie das Dock-Tool
  • keine Touch- und Radierfunktion

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