Tests

Produkttest: Samsung C3060 (»Senioren-Handy«)



2
Zugeordnete Tags Samsung | Handy | Senioren
Bereiche

Lifestyle für die ältere Genreration
Innerhalb meines Ersteindrucks, konnte das besagte Samsung C3060 schon einige Sympathiewerte sammeln. Allerdings musste es sich in den letzten Wochen meinem Praxis-Test unterziehen, auch wenn ich – anders als im ersten Artikel beschrieben – mit meinen 33 Lenzen sicherlich noch nicht zur gewünschten Zielgruppe gehören mag. Doch nicht zuletzt möchte das Samsung C3060 augenscheinlich nicht als „Oma-Handy“ auftreten, sondern mit seinem alltäglichen Design, den Besitzer in das Herr der Normal-Telefonierer integrieren und eben nicht ausgrenzen. Ob dies gelingen kann, liest man im folgenden Bericht.
Verarbeitung und Bedienung
Das typische Barrendesign des Samsung C3060 verspricht zunächst keine größeren Überraschungen, genauso und nicht anders stellt sich sicherlich auch „Tante Frieda“ aus Bielefeld ein Mobiltelefon vor. Verarbeitet wurde durchweg Plastik, dies jedoch in einer guten Qualität. Bis auf das Display (sehr spiegelnd und bei starken Sonnenschein kaum nutzbar) überzeugt das C3060 mit einem matten und grifffesten Finish. Überhaupt scheint das Seniorenhandy einen optimalen Kompromiss bezüglich der Größe darzustellen – nicht zu groß und nicht zu klein, dürfte es sich mit den Abmessungen von 114 x 48 x 15 mm und einem Gewicht von 100 Gramm in den Händen von Jung und Alt wohlfühlen. Auch das Display mit 2,2 Zoll ist ausreichend voluminös. Mitgedacht wurde bei der Text- bzw. Menüdarstellung. Die Schrift ist wesentlich größer und besser lesbar als bei manch anderen Mobiltelefonen dieser Preisklasse. Wer dennoch über bessere Augen verfügt, kann die Schriftgrößen auch wiederum verkleinern. Für eine bessere Lesbarkeit dürfte des Weiteren noch ein zweites Menü-Schema sorgen, dass eine Art farbliche Invertierung zur Verfügung stellt.

Samsung C3060 – Teil 1″

Besonders erwähnenswert und überzeugend sind die großen Tasten des Nummernblocks, diese lassen sich angenehm drücken und sind sehr hell beleuchtet – ein Umstand der der Zielgruppe entgegenkommen sollte. Unsereins hatte auch keine Probleme bei der Bedienung der Menüwippe, jedoch kenne ich aus eigener Erfahrung („Mama“) die grundsätzliche Schwierigkeit mit diesem Navigationstool, separate Tasten könnten hier Abhilfe schaffen. Der Aufbau des eigentlichen Menüs ist soweit recht intuitiv, nur die Belegung der unteren Menüwippe mit der Kamerafunktion anstatt des Telefonbuchs verwundert zunächst. Insgesamt sollten auch ältere Generationen mit der grundlegenden Bedienung des Samsung C3060 kein Problem haben. Apropos, auch an die Spieltriebe wurde gedacht, so findet sich bspw. Tetris als Java-Applikation auf dem Telefon. Nicht überzeugen konnte mich indes das mitgelieferte Headset, es mag zwar seine Funktion erfüllen (u.a. auch als Antenne für das UKW-Radio), ist jedoch äußerst billig verarbeitet.

Notrufsystem
Seniorenhandys bringen oftmals ein integriertes Notrufsystem mit, nicht anders auch das Samsung C3060. Der Nutzer hinterlegt hierfür bis zu fünf Telefonnummern, die im Falle einer Notsituation automatisch angewählt werden. Hierfür findet sich dann ein „SOS-Button“ – anders als bei bisherigen Seniorenhandys nicht auf der Rückseite – seitlich des Bodys. Dieser ist für meinen Geschmack etwas zu grazil gestaltet, auch muss für die automatische Anwahl der Knopf etwas länger durchgedrückt werden, ansonsten findet man sich nur in der Übersicht der möglichen Notrufnummern. Mit anderen Worten, beim Herzinfarkt „beherzt“ zudrücken ;-). Auf ähnliche Weise lässt sich auch eine Notruf-SMS verschicken, dann jedoch über die Lautstärketasten. Insofern ist das integrierte Notrufsystem zwar funktional, aber nicht optimal, besonders „wirklich ältere“ Mitmenschen würde ich das Samsung somit nicht empfehlen wollen.

Samsung C3060 – Teil 2″

Kamera
Die integrierte Kamera mit 1,3 Megapixel stellt mehr das untere Ende in der Mobilfunkentwicklung dar. Fotos werden maximal mit 1.280 x 960 Bildpunkten aufgezeichnet, für Dokumentationszwecke ok (siehe hierzu einen meiner letzten Produkttests), für liebreizende Urlaubsfotos ungeeignet. Übrigens, einen Speicherkartenslot sucht man vergebens, man muss sich also zwangsläufig mit den verbauten 13 MB anfreunden.

image

Beispielaufnahme eines Nutrias an der Lachsbach, für Originalgröße bitte auf das Bild klicken.

Selbst eine Videofunktion bietet das Samsung C3060, wobei die maximale Aufnahmegröße von 176 x 144 Pixel ungenügend ist, eine höhere Auflösung würde jedoch aufgrund des nicht vorhanden Speichers, auch wiederum keinen Sinn ergeben. Gefreut habe ich mich über das MP4-Format, welches am Mac ohne Probleme wiedergegeben werden konnte.

image

Beispielvideo: Blick aus meinem neuen Büro (jawohl, ich bin wieder mal umgezogen ;-]). Für Speichern bitte Rechtsklick verwenden.

Dateiübertragung am Mac
Da weder ein Datenkabel noch eine passende Software beiliegt, muss man zur Datenübertragung zwangsläufig Bluetooth einsetzen. Das senden der Bilder und Videos funktioniert problemlos und recht schnell, der umgekehrte Weg jedoch, sprich der Zugriff vom Mac auf das Handy, scheitert. Zumindest lassen sich, wie schon erwähnt, die Daten versenden – auch am Mac.

Akkuleistung
In dieser Kategorie konnte mich bisher fast jedes Telefon von Samsung überzeugen, nicht anders das Samsung C3060. Bei normaler Nutzung (zwei, drei Telefonate am Tag) hält es mindestens zwischen ein und zwei Wochen durch, bis eine erneute Aufladung notwendig ist – vorbildlich!

Fazit
Würde man das Samsung C3060 allein auf seine technischen Features reduzieren, würde man bei einem Preis von ca. 80 Euro keine Empfehlung aussprechen wollen – zu gewöhnlich die Ausstattung. Jedoch bietet das Handy dank eines gut lesbaren Displays (wenn auch nicht in der Sonne), einer fantastischen Tastatur und einer langen Laufzeit, einen echten Mehrwert für ältere Mitmenschen, die bisher vor der Bedienung eines Mobiltelefons zurückschreckten. Auch wenn das Notrufsystem – aufgrund des zu klein gestalteten SOS-Buttons – noch ausbaufähig ist, stellt das Samsung C3060 doch einen guten Kompromiss zwischen einem günstigen Einstiegshandy und einem klassischen Seniorentelefon dar. Letztgenannte bieten oft bspw. weder Bluetooth noch eine Kamera.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 2433 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

2 Kommentare

  1. Daniel Frings schrieb am
    Bewertung:

    Schön die Oma sucht auch grade, aber sie will unbedingt ein Klapphandy :( :D

  2. Maria schrieb am
    Bewertung:

    Hallo, ich brauche dieses Telefon dringend, da das Telefon von meinem Großvater kaputt geworden ist. Er ist fast 90 und wir wollen kein neues Telefon geben. Es klappt mit dem grade so gut. Weiß wer, wo ich es herkriegen kann? Danke!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Portable SSD T7 Touch: Samsungs Externe im Alltagstest

Tests

02.07.2020

 | André Nimtz

SSDs zu testen ist immer so eine Sache – auch wenn es um externe SSDs geht. Was soll man groß schreiben außer: „Die sind ziemlich schnell im Vergleich zu herkömmlichen Platten und eigentlich immer schneller als der jeweilige... mehr +

Klasse oder Mittel-Klasse? Samsung Galaxy A51 im Smartphone-Test

Tests

13.03.2020

 | André Nimtz

Während sich die vermeintliche Oberklasse immer häufiger und immer selbstbewusster im Preisbereich jenseits der 1.000 Euro tummelt, etabliert sich in der Smartphone-Welt eine Mittelklasse, die coole Features zu erschwinglichen Preisen bietet. Das... mehr +