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Produkttest: Reloop Spin! Digitrack Bundle



Zugeordnete Tags Audio | Vinyl | Reloop
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Einfach zum Durchdrehen, dieses Digital-Vinyl-System
Als Produktmanager ist man immer mit Freude dabei, wenn es um das Testen von neuen Produkten geht. Doch oftmals fehlt einem einfach die nötige Zeit, aber auch die Erfahrung, um diverse Dinge wirklich sinnvoll testen zu können. Deswegen war ich froh als Kollege Jörg aus dem Cyberport-Marketing-Team auf mich zukam und fragte, ob er etwas aus dem DJ-Bereich testen könne. Und da ich ein wirklich ganz Netter bin, organisierte ich kurzerhand den Produkttest zu dem es hiermit auch einen offiziellen Testbericht vom Jörg gibt. Ich bin quasi nur der Überbringer, der Postbote bzw. die wandelnde Brieftaube des Testberichtes ;-). Worum geht es in diesem Artikel? Reloop Spin! – das ist das zukunftsweisende Digital-Vinyl-System von Reloop. Spin! erlaubt es, auf höchstem Niveau mit Hilfe von Timecode-Schallplatten oder CDs digitale Audiodateien vom Rechner aus abzuspielen, zu mixen und zu scratchen. Jörg testete die Digitrack Version inklusive 2x Ortofon Concorde Digitrack Tonabnehmer. Für Juni 2009 ist bereits der Nachfolger angekündigt, doch bis dahin geht die „Ur-Version“ stetig über den Ladentisch.
Testbericht
Da sehe ich mich nun vor der Aufgabe, meine Eindrücke über den Test der Reloop Spin! Digitrack Edition in Worte zu fassen. Nicht dass es an Eindrücken fehlte, aller Anfang ist schwer und der liegt im wahrsten Sinne des Wortes bereits viele Jahre zurück. Bevor also ein Paket mit Punktlandung eintraf, es war mein letzter Arbeitstag vor einem zweiwöchigen Urlaub bei Cyberport, liegt der eigentliche Beginn meines Erfahrungsbericht über ein Digital-Vinyl-System weitaus länger zurück. Da dieser Erfahrungsbericht in erster Linie jedoch von dem Digital-Vinyl-System von Reloop, der Reloop Spin! Digitrack Edition handelt, sei die Vorgeschichte kurz gefasst. Das Vorspiel hört sich wie folgt an:

Erstkontakt mit zeitgenössischer, elektronischer Musik in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, vornehmlich durch Deutschlands ersten Radiosender für elektronische Musik – evosonic. Zahlreiche Clubbesuche folgten, schließlich das Aus für evosonic und das Ende allwöchentlicher Glückseligkeit in modernen Klangräumen, abgesehen der kurzen Intermezzi sorgfältig ausgesuchter Clubbesuche. Direkte Konsequenz war der Kauf zweier Plattenspieler, eines Mischpultes und einer Menge Platten mit dem Stoff, den die Ohren zu missen begannen. Nun aber zurück zum dem Gerät, dass noch mehr coole Musik auf die Lauscher legen soll.

Reloop Spin! Digitrack Edition“

Auspacken und Staunen
Da war es also. Ein edler, weißer Karton mit dem Umfang einer 12inch Scheibe enthüllte beim ehrfürchtigen Entpacken die Controle-Vinyls und CDs und natürlich das ultrakompakte weiße Interface, wie es in der Produktankündigung heißt. Das USB-Interface hat die ungefähre Größe eines ein Mac mini – also wirklich ultrakompakt. Selbst die Controle-Vinyls als auch die CDs strahlen ebenso weiß, rein und unschuldig. Zusätzlich enthalten sind 2 Paare Cinch-Stecker, ebenfalls weiß, die das Interface mit den Plattenspielern verbinden. Aufkleber für eine intuitive Tastatursteuerung wurden ebenfalls mitgeliefert.

Schnelleinstieg durch Schnellstart-Anleitung
Sind alle Elemente ausgepackt bietet die Schnellstart-Anleitung kurz und knapp einen kompakten Überblick über die Einrichtung und Installation des Audio-Interfaces, war mein Eindruck. Mit der mitgelieferten Schnellstart-Anleitung sind die notwenigen Anschlüsse im Handumdrehen hergestellt. Eine übersichtliche Darstellung garantiert die richtige Verkabelung. Das Interface wird via USB mit dem Rechner verbunden. USB 2.0 sorgt für den notwendigen Datendurchsatz. Was will man mehr?

Je nach Konzeption des eigenen „Home-Studios“ könnte das USB Kabel länger sein. Das Herstellen der Verbindung zwischen Interface und Rechner gestaltete sich ein wenig schwierig, da das USB-Anschlusskabel des Interfaces zu kurz für die Verbindung zu meinem Rechner war. Eine USB-Verlängerung schuf Abhilfe, was die Tonqualität leider etwas beeinträchtigte. Diese Tatsache sollte jedoch keinen negativen Eindruck hinterlassen, da sich nach meinem Empfinden die gesamte Konzeption des Reloop Spin! auf den mobilen Einsatz konzentriert, was sehr positiv zu werten ist. Ich frage mich, wie sich Reloop Spin! auf diesen neuen Netbooks macht?

Das Interface ist leicht, kompakt und macht einen robusten Eindruck, dass sicher unzähligen Auf- und Abbauten Stand hält. Die Plattenspieler werden über die mitgelieferten Cinch-Kabel an das Interface angeschlossen, das darüber hinaus die Möglichkeit der Erdung bietet. Das Interface ist, das sollte nicht unerwähnt bleiben, mit Mikrofon- und Monitorregler ausgerüstet und stellt selbstverständlich entsprechende Anschlüsse zur Verfügung.

Installation der Software
Nachdem die notwendigen Verbindungen bis auf den USB-Anschluss mit dem Rechner hergestellt waren, schloss sich die Installation der Software an. Die Installation verlief schnell und reibungslos, wie in der Reloop Spin! Digitrack Edition mitgelieferten Schnellanleitung beschrieben. Nachdem die Anwendung installiert war, konnte ich das Interface via USB verbinden, der Rechner erkannte automatisch das Plug- & Play-Gerät und die Software konnte gestartet werden. Die Software erkannte das angeschlossene Gerät sofort – war ja auch nicht anders zu vermuten. Die Bestimmung der am Interface angeschlossenen Geräte erfolgte manuell während eines kurzen Setups,während dessen auch die Kalibrierung der Vinyl-Scheiben erfolgte.

Um die Einrichtung der Timecodeschallplatten vorzunehmen, müssen diese sich natürlich drehen und die Nadeln auf die Platten gesetzt sein. Dabei ist es unbeachtlich an welcher Stelle sich die Nadel bzw. der Tonarm auf der Platte befindet. Als Abschluss des Setups informiert die Software über die erfolgreiche Einrichtung.

Orientierung im Software-Interface
Die Applikation ist übersichtlich dargestellt, teilt den Bildschirm im oberen Bereich in zwei Hälften, deren jede einzelne für eines beider Medien dient. Zahlreiche weitere Bedienelemente runden das Gesamtpaket ab. Der untere Bereich des Bildschirms beheimatet die Bibliothek. Das Programm bietet die Möglichkeit der Durchsuchung des Computers, einfaches Drag-n-Drop einzelner Titel wird intuitiv vorausgesetzt und funktioniert natürlich ebenso und macht die Handhabung der Bibliothek zum Kinderspiel. Trackinformationen – so sie gepflegt sind – werden erkannt und ermöglichen den Zugriff auf alle auf dem Rechner vorhandenen Musiktitel.

Je nach Größe der eigenen Musikbibliothek ist eine Vorauswahl des zu verarbeitenden Musikmaterials praktisch, um die Steuerung und den Zugriff auf ausgewählte Titel zu beschleunigen, was nicht heißt, dass die Strukturierungsmöglichkeiten nicht ausreichend, wenn nicht sogar als hervorragend zu bezeichnen sind. Die Suchfunktion der Bibliothek ist sehr gut, ID3-Tags werden ausgelesen und können gepflegt werden. Via Drag-n-Drop werden die Titel auch den jeweiligen Medienträger in der Software zugeordnet.

Los Geht‘s
Zwei potentielle Tracks zum Vermischen durch die neue Technik waren schnell gefunden und via Drag-n-Drop auf die virtuellen Plattenteller gelegt. Die Tracks, die auf die virtuellen Schallplattenspieler gelegt waren, ließen sich durch die Software steuern, lediglich die Control-Vinyls schienen keinerlei Auswirkung auf die Software zu nehmen. Nach dem Ausschlussprinzip ging ich nochmals alle beschriebenen Schritte durch, um meinen Fehler zu finden. Schließlich entdeckte ich in den Einstellungsoptionen die Möglichkeit, die bereits während der Softwareinstallation vorgenommene Kalibrierung der Vinyls über ihre Eingänge, zu wiederholen. Obwohl bereits während der Installationsroutine die Kalibrierungsergebnisse als erfolgreich abgeschlossen dargestellt wurden, war eine erneute Kalibrierung notwendig und auch erfolgreich. Die Freude war groß und los ging es. Reibungslos, intuitiv konnte mit dem digitalen Musikmaterial gemixt werden, wie mit herkömmlichen Vinyls.

Die ersten Teststunden vergingen wie im Fluge und nach kurzer Gewöhnung, dass die Platten nicht mehr gewechselt werden müssen, ließ sich praktisch kein Unterschied zum herkömmlichen Arbeiten erkennen.

Dauergebrauch
Obwohl verschiedene Modi zum Abspielen mitgeliefert werden und dem ambitionierten DJ alle Möglichkeiten bieten, beweist sich Reloop Spin! gerade auch im Classic-Modi durch Zuverlässig- und Genauigkeit, was als wesentlich für den Dauergebrauch ist. Für Flexibilität ist auch gesorgt. Spin bringt Effekte und ist auch ansonsten reich an Optimierungsmöglichkeiten ausgestattet, sei es eine Auto-Mix-Funktion oder die Möglichkeiten Loops zu erstellen und zu nutzen, um nur die wichtigsten zu nennen. Reloop Spin! macht Spaß und die Entdeckung der vielfältigen Möglichkeiten, die Spin bietet, lassen keine Langeweile aufkommen.

Gesamtbetrachtung
Reloop Spin! bietet für wenig Geld ein zuverlässiges und vollwertiges digitales Mixsystem, mit dem der DJ – bei dem das Mixen als solches im Vordergrund steht – bestens versorgt ist. Persönliche Einstellungsmöglichkeiten sowie zahlreiche Zusatzfeatures runden das Gesamtpaket ab und befriedigen auch die Wünsche des ambitionierten DJs.

Der Nachfolger steht in den Startlöchern
Ab Juni steht mit Spin! 2+ der Nachfolger vom Reloop Spin! in den Startlöchern. Spin! 2+ ist die Revolution der Digital Vinyl Technologie von Reloop: Spin! 2+ durchbricht mit seinem neuartigen DVS-Controller die Grenze zwischen Hardware und Software endgültig. Reloop bietet mit diesem Profipaket anspruchsvolles und komfortables Timecode-Deejaying in absoluter Vollendung. Mehr Information hierzu findet ihr bei Cyberport.

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