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Produkttest: Panasonic Lumix DMC-TZ22 – Günstige Alternative zur Leica V-LUX 30



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Zugeordnete Tags Panasonic | Kamera | Leica | Digicam
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Urlaubfotos auf einen Streich
Hochsaison für Schnappschüsse aller Art. Eine praktische und handliche Knipse fehlt noch im Reisegepäck für den Jahresurlaub? Wenn also ein Allrounder zu einem noch annehmbaren Preis also her muss, der sich auch im Familienalltag bewährt und bei besonderen Anlässen tolle Fotos liefert. Dann bleibt dem Autor nur ein Anruf in der Cyberbloc-Redaktion und das Testgerät ist schon unterwegs. Diesmal bringt der Paketbote eine Panasonic Lumix DMC-TZ22 vorbei, übrigens die Nachfolgerin der TZ10. Mal sehen, was die Produktpflege im Hause Panasonic für Verbesserungen hervorbringt.
Das Schöne an der Lumix TZ22 ist zweifelsohne der 16-fache Reisezoom. Die Brennweite beginnt bei einem 24mm Weitwinkel und endet bei – sage und schreibe – 384mm im fortgeschrittenen Telebereich. Diese „Range“ lässt normalerweise keine Wünsche offen und erspart dem touristischen Fotofreund das Mitschleppen der schweren DSLR-Ausrüstung, dürfte man meinen. Die TZ22 bleibt trotz des Brennweiten-Zuwachses angenehm kompakt sowie leicht an Gewicht und passt damit in jede Jacken- oder Beintasche der Cargo-Shorts, ohne dass sich beim stundenlangen Sightseeing der Hosenboden auf Kniehöhe einpendelt. Sie ist in Schwarz, Braun, Silber, Blau und Rot erhältlich. Dank des für eine Kompaktkamera großzügigen Griffs auf der Vorderseite liegt sie sehr gut in der Hand.

Panasonic Lumix DMC-TZ22: Ansichten”

Bildtechnik
Panasonic hat der TZ22 statt der bislang bevorzugten CCD-Technik nun einen MOS-Sensor spendiert. Die Lumix TZ22 liefert Fotos mit einer Auflösung von 14 Megapixel. Wie meine Recherche ergab, kam der Panasonic MOS-Sensor bereits im Modell FZ100 zum Einsatz und konnte damals allerdings nicht die an ihn gerichteten Erwartungen erfüllen. Die Weiterentwicklung des Bildsensors, wie er in der TZ22 eingesetzt wird, macht leider nichts besser. Die maximale Auflösung von 1.137 Linien pro Bildhöhe bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 beträgt fast 10 Prozent weniger als bei der Vorgängerin TZ10, die „nur“ über 12 Megapixel verfügte. Eine solche Auflösung beherrschen bereits durchschnittliche 10 Megapixel Digicams. Im Falle der TZ22 bedeutet dies: Hohes Bildrauschen bei steigender Lichtempfindlichkeit. Mit anderen Worten: Unter guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera gute Bilder, wenngleich die Aufnahmen immer etwas weich wirken. Bei maximaler Betrachtungsgröße ist selbst bei ISO 100 ein leichtes Bildrauschen sichtbar. Je höher die Empfindlichkeit, desto mehr Bildrauschen tritt auf – dieses äußert sich bei Panasonic störend insbesondere in Form von gelben Farbflecken und wird bei höheren ISO-Werten immer präsenter. Am stärksten sind sie bei ISO 1600 zu sehen – und machen diese Einstellung damit fast unbrauchbar. Bei ISO 400 scheint die integrierte Rauschunterdrückung erstmals kräftig gegen die gelben Farbflecken gegenzusteuern, was allerdings für deutlich weichere und schmierigere Fotos sorgt. Die sichtbare Auflösung sinkt deutlich ab. Bei ISO 1600 ist das Bildrauschen ohne Blitz somit empfindlich störend. Es rauscht gehörig im Bilderwald. Übrigens: Der eingebaute Systemblitz hellt die geknipsten Fotos zwar detailreich auf. Zu mehr taugt er jedoch nicht.

Gefallen findet allerdings der geringe Auflösungsverlust zum Bildrand hin. Auch die schwache Vignettierung des Objektivs ist ein kleiner Trost für die ansonsten mäßige Abbildungsqualität des Bildsensors. Ärgerlich dagegen sind der unsichere, automatische Weißabgleich der Kamera und die Verzeichnung im Weitwinkelbereich. Hier kann die Optik der Lumix mit herkömmlichen SLR-Wechsel-Objektiven nicht mithalten. Muss sie aber auch nicht! Interessant ist jedenfalls, dass die Kollegen von chip.de herausgefunden haben, dass das preislich günstigere Schwestermodell TZ18 mit seinem herkömmlichen CCD-Sensor eine angeblich bessere Bildqualität liefern soll.

Panasonic Lumix DMC-TZ22: Beispielaufnahmen”

Der neue Sensor der TZ22 hat nun auch positive Eigenschaften: Serienbilder gelingen mit der Lumix TZ22 mit einer Geschwindigkeit von 10 Aufnahmen pro Sekunde. Hier ist sie theoretisch fünfmal schneller als ihre Vorgängerin. Wer’s sportlich mag und zum Beispiel Tourenwagen in Action knipsen will, kann bei kontinuierlicher Schärfenachführung und viel Geschick knapp fünf Fotos je Sekunde aus der TZ22 herauszaubern. Das Testgerät schafft allerdings im 5-fps-Modus durchschnittlich nur 3,2 Aufnahmen pro Sekunde. Bei reduzierter Auflösung, was nicht zu empfehlen ist, gelingen sogar bis zu 60 Bilder pro Sekunde. Die Serienbild-Automatik kann mittels der Motiv- und Kamerabewegung selbständig die benötigte Bildrate ermitteln. Eine nette Erfindung.

Geschwindigkeit
Was die TZ22 letztendlich empfehlenswert macht, ist die Tatsache, dass sie schnell einsetzbar ist. Zum Fokussieren und Auslösen braucht sie nur 0,4 Sekunden. In dunklen Lichtsituationen steigt die Bereitschaftszeit auf 0,7 Sekunden. Der neue Bildprozessor „Venus Engine FHD“ und der verbesserte Autofocus-Algorithmus sorgen dafür. Der Autofokus hält recht zuverlässig mit, wenn sich das Motiv nicht zu schnell bewegt. Auch die interne Bildverarbeitung profitiert vom neuen, schnelleren Prozessor. Die Wartezeit zwischen zwei Fotos verringert sich auf eine gute Sekunde. Mit zugeschaltetem Blitz steigt der Wert auf lediglich 1,4 Sekunden. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Bild im Kasten ist, dauert es knapp 2 Sekunden.

Bedienung
Wie bereits bei der Panasonic GF2 gibt es bei der TZ22 keine optischen Sucher. Man gewöhnt sich aber schnell daran. Panasonic setzt auch bei der Lumix DMC-TZ 22 auf den Aha-Effekt des berührungsempfindlichen 3-Zoll-Displays. Der drei Zoll große Touchscreen auf der Rückseite ist scharf und ordentlich hell. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt er allerdings. Auf Wunsch fokussiert die Kamera per Fingertipp aufs Display an die entsprechende Stelle oder löst auch gleich das Foto aus. Die Bedienung selbst erfolgt aber zum allergrößten Teil über die mechanischen Tasten. Die klassischen Tasten am Gehäuse erleichtern die Navigation und Voreinstellungen im Benutzermenü. Die Menüführung der Lumix DMC-TZ22 lässt also keine Rätsel offen. Alle Tasten und Schalter sind ebenso klassisch und verständlich am Kameragehäuse angeordnet, wie es ein Fotograf erwartet.

Hat sich der Foto-Amateur nun erst einmal an das Fehlen des optischen Suchers gewöhnt, und mit dem berührungsempfindlichen 3-Zoll-Display angefreundet, funktioniert die Fokussierung fast genauso so prima wie bei einem iPhone. Vielleicht etwas träger, aber insgesamt recht zuverlässig. Auch die Bildbetrachtung und Menüsteuerung gehen einfach von der Hand. Selbst Einsteigern bleibt ein Studium des Handbuchs (theoretisch) erspart. Das ständige Mitführen eines Putztuches zum Säubern des verschmierten Monitors wird jedoch zur Pflichtübung.


Video-Review der Kollegen von CHIP Online.

Funktionen
Probierfreudigen Fotofreunden bietet die TZ22 im Urlaub deshalb ausreichend Zeit und Mußestunden zum Einstellen und Ausprobieren ihrer Funktionsvielfalt. Neben Zeit- und Blendenautomatik gibt es selbstverständlich auch einen manuellen Modus. Die Blende lässt sich in sieben Stufen variieren, die kürzeste Belichtungszeit liegt bei einer ¼.000 Sekunde. Alle Lieblingsfunktionen lassen sich in einem „Quick-Menü“ zusammenlegen. Per Tastendruck sind alle wichtigen Kamerabefehle dann abrufbar, wenn man sie braucht. An bequeme Frohnaturen hat Panasonic ebenso gedacht: Die TZ22 hat 30 Motivprogramme im Angebot und besitzt für ganz Unbedarfte eine Motivautomatik. Panasonic packt zudem noch weitere technische Spielereien wie GPS und HDR ins Portfolio der Lumix TZ22. Damit weiß der Globetrotter hinterher, wo er auf seinen Reisen auf den Auslöser drückte und kann sich sicher sein, dass Motive in heiklen Lichtsituationen nicht ganz verloren sind und somit schöne Momente zu unvergesslichen Urlaubserinnerungen werden können.

Die TZ22 errechnet sogar aus zwei Bildern aus unterschiedlichen Blickwinkeln ein „Pseudo“-3D-Bild. Im 3D-Modus schießt die TZ22 20 Bilder hintereinander, während der Fotograf die Kamera horizontal über das Motiv bewegt. Aus dem Bilderstapel pickt sich die Elektronik schließlich zwei optimal gegeneinander versetzte Aufnahmen heraus, die sie dann zu einem 3D-Bild im MPO-Format verpackt. Die Ergebnisse sind gut, allerdings darf sich das Motiv nicht bewegen, sonst ist der Effekt dahin. Den Tribut bei soviel technischen Spielereien zollt der Fotograf mit einer deutlich verkürzten Akku-Laufzeit. Ein Ersatz-Akku gehört quasi mit ins Urlaubsgepäck. Die 260 Fotos, die Panasonic für die Laufzeit angibt, erreicht man nicht, wenn man die gesamte Ausstattung der Kamera ausnutzt.

GPS on Board
Eines der Ausstattungshighlights der Panasonic Lumix DMC-TZ22 ist der genannte GPS-Receiver. Die Bedienung ist einfach. Der Benutzer aktiviert den integrierten Orientierungssinn wahlweise per Schnellmenü oder Hauptmenü, und schon sucht die Kamera ihre Position. Im Test dauert das bei freier Sicht auf den Himmel weniger als eine Minute, in Großstadt-Häuserschluchten aber auch einmal mehrere Minuten. Nach erfolgreicher Ortung zeigt die Digicam Land, Stadt sowie Sehenswürdigkeiten in der Umgebung an und aktualisiert sich minütlich. Wer an mit Points of Interest gespickten Orten steht, also etwa im Stadtzentrum von London, Paris, New York oder Castrop-Rauxel, bekommt mehrere umliegende Sehenswürdigkeiten präsentiert und kann manuell die korrekte auswählen. Insgesamt hat die TZ22 über 500.000 POIs in 73 Länden gespeichert. Für den alltäglichen Gebrauch mag das Geotagging nicht besonders aufregend klingen. Aber wer viel durch die Gegend reist, wird das GPS-Feature lieben. Die Kamera speichert Längen- und Breitengrad in den EXIF-Informationen der Fotos ab und fügt auf Wunsch auch Land, Stadt und Sehenswürdigkeiten hinzu. Die Geotagging-Funktion steht übrigens auch im Videomodus zur Verfügung. Die Positionsdaten zum Clip lassen sich bei der Wiedergabe mit der mitgelieferten Software am PC oder bei Betrachtung auf der Kamera selbst begutachten. Wer das stromfressende Feature nicht unbedingt braucht, deaktiviert es am besten.

Panasonic Lumix DMC-TZ22: Menü”

Videoaufnahme
Wie viele Kompakte filmt die TZ22 auch gerne und sogar in Full-HD. Der MOS-Chip liefert 50 Bilder pro Sekunde. Gespeichert wird im AVCHD-Format auf handelsüblichen SD- oder SDXC-Karten. Die Videoclips sehen scharf aus und überzeugen mit guter Belichtung und schönen Farben. Die Bewegungen sind erfreulich weich – deutlich weicher als bei den meisten Kompaktkameras. Videoaufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen haben mit dem adäquaten Rauschen zu kämpfen wie Fotos bei schwacher Beleuchtung.
Viel-Zoomer können Hin-und Herfahren, was das Zeug hält. Der optische Zoom funktioniert gut. Die TZ22 liefert nur geringe Arbeitsgeräusche beim Filmen. Der Stereoton erreicht übrigens das in diesem Preissegment übliche Niveau. Der Bildstabilisator sorgt dafür, dass das Motiv im Telebereich trotz Zitterns noch ruhig rüberkommt.

Fazit
Die Panasonic Lumix DMC-TZ22 gefällt mir nicht auf Anhieb wie zuvor noch die GF2. Zwar liefert Panasonic erneut eine kompakte und leichte Kamera. In der zweiten Generation gelingt den Japanern mit dem Wechsel zum CMOS-Sensor jedoch keine Optimierung. Die Bildqualität bleibt hinter den Erwartungen zurück. Allerdings überzeugen die marktüblichen Ausstattungsdetails. Reisefotografen und Bustouristen bekommen geballte Technik für ihr Geld. Der Reisezoom und die Videofunktion allein ersparen das Mitschleppen von zusätzlichem Foto- oder Video-Equipment.

Die TZ22 stellt zudem schnell scharf und fotografiert flotte Bildserien. Die schnelle Performance und das für das kompakte Format extrem flexible Weitwinkelobjektiv sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine gigantische Bildqualität zu erwarten ist. Die technischen Errungenschaften verblassen hinter der schwachen Auflösungsqualität des Bildsensors. Wer ausschließlich bei guten Lichtverhältnissen knipst und keine posterformatigen Abzüge erstellen möchte, kann beim Kauf der Lumix TZ22 nichts falsch machen. Wenn’s das Urlaubsbudget hergibt, berappt man letztendlich aktuell gut 290 Euro für die Lumix DMC-TZ22 bei Cyberport.

Post Scriptum: Die Reisekamera Panasonic Lumix DMC-TZ22 ist übrigens weitestgehend baugleich mit der Leica V-LUX 30. Deutliche Unterschiede finden sich auf den ersten Blick nur an der Gehäuseform und am Preis. Technisch sind beide Kamera von der Spezifikation gleich. Beide Kameras nutzen ein Vario-Elmar Objektiv 1:3,3-5,9/4,3-68,8mm ASPH Objektiv mit 16-fach optischem Zoom. Der höherpreisigen Leica liegt ein entsprechend attraktiveres Softwarepaket aus dem Hause Adobe bei. Ein tabellarischer Vergleich findet sich auf digitalkamera.de.

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1 Kommentar

  1. Michael Stoll schrieb am
    Bewertung:

    “weiche bilder” sind ein bekanntes problem bei panasonic-kameras. die bildqualität lässt sich deutlich verbessern, indem man im menü “bildregulierung” änderungen vornimmt (kontrast +2, schärfe +2, sättigung +1, rauschminderung 0). wirkt jedenfalls bei meiner fx550 wunder.

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