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Produkttest: Palm Pre – Teil 2



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Palms Neustart
Verarbeitung: Die Verarbeitung des Palm Pre gleicht russischem Roulette, man hat Glück oder nicht. Ich habe Geräte gesehen, die waren am Tag 1 klapprig und ein paar Tage später noch klappriger und dann gibt es welche wie meins, die sind eigentlich okay. Aber ich habe es mal einem Freund in die Hand gedrückt, der mit dem iPhone und dem Nokia E75 herumwerkelt (was ja auch zum Aufschieben ist) und der hat es mir sofort zurückgegeben. Nicht einmal die kleine, angenehme Form hat ihm gefallen. Jetzt, am Ende einer harten Testwoche, bin ich mit der Verarbeitung noch halbwegs zufrieden, ich habe Besseres und Schlechteres gesehen.
WebOS
Mit dem WebOS hat Palm ein Betriebsystem geschaffen, dass wie das iPhone eine intuitive Bedienung erlaubt. Ist es Palm gelungen? Ja! Die Oberfläche erinnert an ein Android 1.x OS, so ist auch die Taskleiste am oberen Bildschirmrand ein deutliches Zeichen, wie effektiv man damit arbeiten kann. Links ist app-abhängig ein kontextbasiertes Menü, klickt man auf die Empfangsanzeige, so kann man Bluetooth und WLAN schnell ein- und ausschalten, zudem wird ein genauer Wert für den Akku angezeigt.

Palm Pre – Teil 1″

Der Startbildschirm beinhaltet vier Links zu unterschiedlichen, frei veränderbaren Apps, die fünfte Verlinkung verweist auf das Hauptmenü. Das Hauptmenü ist dreiteilig und deutlich spartanischer als ein iPhone- oder ein Android-Device, beim ersten Mal bin ich nicht mal auf den dritten Schirm des Hauptmenüs gekommen, weil ich ihn übersehen habe. Aber nach einiger Zeit kann man sich mit dem Wischen des Fingers schnell fortbewegen. Mit dem Finger nach links gewischt, geht es zurück, eine Anwendung schließt man, in dem man sie einfach aus dem Startbildschirm hinausschiebt. Multitasking wird natürlich auch unterstützt, die Apps werden im Hintergrund als Karten angezeigt und können so ausgewählt und geschlossen werden. Leider ist die Umsetzung der Multitaskfähigkeit irgendwie komisch gelöst, mal meckert der Palm bei drei Apps rum, dass ein Maximum erreicht ist, dann aber erst bei sieben Apps. Zeichnet man unterhalb des Display eine Welle, so öffnet sich eine Schnellstartleiste und man kann aus der Anwendung heraus eine Telefonnummer wählen – das rockt schon. Genial ist auch die automatische Sync-Funktion. Nach einer kurzen Anmeldung sind meine Mails, Kontakte und Termine von Google komplett in den Palm Pre geschwebt, ohne großartig was zu machen – sehr genial. Ich habe sicherlich in der kurzen Zeit nicht alle Finessen des WebOS entdeckt, aber es hat Potenzial, viel Potenzial und es ist das Herzstück der „neuen“ Firma Palm.

Apps
Ich habe mich ziemlich auf den Pre gefreut und bin dann bitter enttäuscht worden, als ich das Gerät gestartet habe. Er war nackt, ohne Apps, ohne Spaß, ohne Produktivität. Mein Smartphone benutze ich nicht mehr hauptsächlich zum Telefonieren oder SMS schreiben, das ist mehr oder weniger nur Nebensache. Der App-Store ist in der jetzigen Form eigentlich eine Enttäuschung, da finde ich sogar noch den Ovi-Store von Nokia besser. Dieser ist zwar nicht besser zu bedienen, hat aber mehr Apps.

Palm Pre – Teil 2″

Fazit
Der Palm Pre hat in Sachen Features mit dem iPhone 3G (nicht dem 3GS) gleichgezogen – ja. Die Umsetzung des WebOS ist am Anfang ungewohnt, aber dann doch sehr leichtgängig, ich habe mich beim iPhone 3GS erwischt, wie ich die Palm-Gesten ausführen wollte. Die Hardware ist aber auf keinen Fall ebenbürtig, das schäbige Kunststoffgehäuse, das mit Fingerabdrücken einfach nur schlecht aussieht (ja, schwarz ist halt eine schlechte Farbe für sowas), die scharfen Kanten, der Slider. Warum ist das mit dem Slider so schwer? Samsung hat genug mobile Endgeräte, die einen perfekten Slider haben. Kann ich für den Palm Pre eine Empfehlung aussprechen, meinetwegen gegenüber dem iPhone 3G in einer 2.X Firmware- Version? Nicht wirklich. Bleibt zu hoffen, dass Palm noch weiter nachzieht in Sachen Firmware-Optimierung und bei der Vorstellung von neuen Endgeräten nicht die Fehler vom Pre wiederholt. Und natürlich noch viele Apps in den App-Shop lässt, denn erst ein Smartphone mit Apps ist ein ordentliches Smartphone. Die Vergangenheit und auch das Comeback haben bewiesen, dass die Leute von Palm schon was können, wenn sie wollen.

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1 Kommentar

  1. Chris schrieb am
    Bewertung:

    2 Anmerkungen zur Verarbeitung:

    * Die Gehäuserückseite wird durch das Touchstone Backcover deutlich aufgewertet. Keine Fingerabdrücke mehr und das matte sieht dann IMHO sehr schick aus.

    * Palm hat einen gebogenen Slider. Dieser bewegt sich über eine leicht gewölbte Fläche. Das ist das Problem laut Palm. Die so soliden Slider der Konkurrenz laufen über flache Flächen.

    Grüße

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