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Produkttest: Navigon 7310 – Teil 1



Zugeordnete Tags TomTom | Navigation | Karte | TMC | Navigon
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Schlagabtausch mit dem altehrwürdigen TomTom Go 520 T
Noch vor 10 Jahren konnte man vor der großen Urlaubsreise so einige Zeit über dem Autoatlas verbringen, um sich eine schnelle Route zu seinem Traumziel zu suchen. Nicht selten vergingen so einige Stunden und das die Sachen noch gepackt werden müssten, merkte man spätestens, wenn der Partner hinter einem stand und mit böser Miene fragte, was man da denn so lange mache. Auch während der Fahrt, war noch keine Entspannung garantiert. Kündigte sich ein großer Stau an oder wollten die Liebsten wieder einen ungeplanten Boxenstopp einlegen, musste während der Fahrt der beste Freund, die Karte, erneut um Rat gebeten werden. Wenn der besserwisserische Beifahrer nicht wusste, wie man den Autoatlas überhaupt liest, dann war dicke Luft während der Urlaubsreise vorprogrammiert. Heute sieht das alles anders aus. Dafür sorgen Navigationsgeräte. Die einzige Vorbereitung besteht darin zu kontrollieren, ob das Navi die aktuellste Karte hat und mit welcher Fahrtzeit geplant werden muss. Vor Fahrtantritt gibt man das gewünschte Ziel an und lässt sich von da an leiten. Staus werden bei Vorhandensein eines TCM-Empfängers rechtzeitig erkannt und eine Alternativroute wird in wenigen Sekunden neu berechnet. Auch der Weg zur nächstgelegenen Toilette kann ohne große Probleme bestimmt werden. Also alles besser …. Oder doch nicht?
Testprobanden
Aus dem Hause NAVIGON kommt ein aktuelles Modell aus der gehobenen Mittelklasse. Das NAVIGON 7310 ist der Nachfolger des mehrfach ausgezeichneten NAVIGON 7210 und kann mit einer sehr langen Feature-Liste aufwarten. Zu den herausragenden Funktionen gehören die 3D-Darstellung (City View 3D, Panorama View 3D und Landmark View 3D), der Fahrspurassistent, die Spracheingabe und die Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Die im Ladekabel integrierte TMC-Antenne sorgt dafür, dass weniger Kabelgewirr auf dem Armaturenbrett und an der Frontscheibe anzutreffen ist. Das Kartenmaterial für 40 europäische Länder stellt sicher, dass man in fast allen Ländern Europas ohne große Anstrengung zu Recht findet. Ein wenig länger gibt es das TomTom GO 520 T, welches bereits im Jahr 2007 das Licht erblickte (Anmerkung der Redaktion: Das erwähnte TomTom ist mittlerweile vom Markt verschswunden, allerdings als Alternative gibt es die Modelle Go 740/940).). Zu jener Zeit gehörte es neben dem GO 720 und GO 920 zu den High-End-Geräten von TomTom. Zu den technischen Höhepunkten zählen die Spracheingabe, der TMC-Empfänger, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung, der FM-Transmitter und der Multimediabereich für die Wiedergabe von Musik, Bildern und Dokumenten. Als Kartenmaterial stehen nur Deutschland, Österreich, Lichtenstein und Schweiz zur Verfügung. Möchte man alle Karten West- und Mitteleuropas haben, muss man 89,95 Euro berappen.

Navigon 7310 – Herstellerbilder”

Die technischen Daten und Funktionen im Überblick:

  NAVIGON 7310 TomTom GO 520 T
Betriebssystem Microsoft Windows CE Linux
GPS-Empänger SIRF Titan + Instant Fix II Global Locate Hammerhead II + QuickGPSfix
Display 4,3″ Touchscreen, Auflösung: 480 x 272, spiegelnd 4,3″ Touchscreen, Auflösung: 480 x 272, matt
Prozessor 600 Mhz 400 MHz
Speicher 128 MB Ram, 4 GB interner Speicher, MicroSD-Kartenslot 64 MB Ram, 1 GB interner Speicher, SD-Kartenslot
Akku 1600-mAh-Lithium-Batterie Lithium-Polymer-Akku (Betriebszeit 5 Stunden)
Gewicht 180 g 220 g
Abmessungen 116 x 75 x 19 mm 118 x 83 x 24 mm
Funktionen City View 3D, Panorama View 3D, Landmark View 3D, Professionelle Sprachsteuerung, NAVIGON MyRoutes, Reality View Pro, Fahrspurassistent Pro, TMC-Antenne, Reale Beschilderung Pro, Clever Parking, Bluetooth-Freisprecheinrichtung Spracheingabe, TomTom Map Share, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, FM-Transmitter, TMC Antenne

Lieferumfang
Der Umfang des beiliegenden Zubehörs fällt bei beiden Testprobanden sehr überschaubar aus. Dem NAVIGON liegt ein USB-Kabel, ein Kfz-Ladekabel mit integrierter TMC-Antenne, eine Halterung und eine Tasche bei. Diese ähnelt aber eher einem kleinen Stoffbeutel, welcher Fussel magisch anzieht und im Ernstfall nur minimalsten Schutz bietet. Eine Bedienungsanleitung ist im Gerät integriert. Der Lieferumfang beim TomTom GO 520 T beschränkt sich auf das Kfz-Ladekabel, einen TMC-Empfänger welcher separat angebracht werden muss, eine Halterung und eine Dockingstation mit USB-Anschluss. Für die Routenplanung am Computer kann die beiliegende Software-CD verwendet werden, die nebenbei auch das Handbuch enthält.

Gehäuse und Verarbeitung
Das Hauptaugenmerk des Gerätes ist das große rahmenlose Spiegeldisplay, welches sich fast über die komplette Vorderseite erstreckt. Leider sind Fingerabdrücke deutlich zu erkennen und führen dazu, dass das Gerät schon nach relativ kurzer Zeit abgenutzt wirkt. Die Rückseite besteht aus einer glatten schwarzen Kunststoffoberfläche, welche für die schönere Optik mit Rillen abgesetzt ist. Die Verarbeitung ist im Großen und Ganzen als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Es wurden hochwertige Materialien verwendet und auch bei hoher punktueller Belastung, war dem NAVIGON kein Knarren zu entlocken. Umso ärgerlicher war es, das bereits nach dem Auspacken mehrere Staubkörner im Display zu sehen waren.

Wer eher auf matte Oberflächen vertraut, der ist mit dem TomTom eindeutig besser beraten. Das Prunkstück der Vorderseite ist das große und matte Display. Es ist sehr schmutzresistent und muss selbst nach wochenlanger Benutzung nicht geputzt werden. Umfasst wird die Anzeige von einem grauen Rahmen über welcher sich die Löcher für das Mikrofon befinden. Bei der Rückseite wurde auf eine stumpfe und gummierte Oberfläche gesetzt. Zwar wirkt das GO 520 T dadurch im Vergleich zum 7310 nicht ganz so hochwertig, doch wird das TomTom erst einmal benutzt, bekommt man sofort einen ganz anderen Eindruck. Dafür sorgt auch die sehr gute Verarbeitung, die über jeden Zweifel erhaben ist. Alle vorhandenen Spaltmaße sind sehr gering und an keiner Stelle lässt sich das Gehäuse eindrücken.

Navigon 7310 – Eigene Bilder”

Display
Das Gerät aus dem Hause NAVIGON besitzt ein 4,3 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 480 x 272 Pixel. Leider folgt man dem aktuellen Trend auf eine glänzende Oberfläche zu setzen. Die Farben wirken zwar kräftig und scharf, doch die bekannten Nachteile sind auch hier nicht übersehbar. Schon bei geringer Sonneneinstrahlung spiegelt sich der Fahrer im Display und es fällt schwer der Routenführung zu folgen. Dagegen kann selbst die eigentlich ausreichende Displayhelligkeit nichts ausrichten. Dass dieser Missstand dem Unternehmen aus Hamburg nicht völlig unbekannt ist, erkennt man an der Tatsache, dass dem Gerät eine Entspiegelungsfolie beigelegt wurde. Diese mindert zwar die negativen Eigenschaften, ist jedoch nicht mit einer matten Displayoberfläche gleichzusetzen. Der eingebaute Helligkeitssensor sorgt dafür, dass bei Dunkelheit Nachtfarben verwendet werden, die weniger blenden. Eine Regelung der Helligkeit im eigentlichen Sinne wird nicht vorgenommen. Diese muss im Menü festgelegt müssen. Als ausreichend kann die Blickwinkelstabilität bezeichnet werden, sodass auch der Beifahrer ohne Probleme überprüfen kann, ob der Fahrer wirklich der vorgegeben Route folgt.

Auch beim TomTom wurde ein 4,3 Zoll messendes Display mit einer Auflösung von 480 x 272 Pixel verbaut. Dieses besitzt aber eine matte Beschichtung und selbst bei stärkerer Sonneneinstrahlung kann man auf dem Gerät noch alles erkennen. Die Helligkeit befindet sich auf derselben Stufe wie beim NAVIGON und sollte in fast jeder Lebenslage ausreichend sein. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung ist diese zu gering. Weniger gut ist die Farbdarstellung. Diese ist sichtbar eintöniger und wirkt nicht so knackig. Die Blickwinkelstabilität ähnelt der des 7310. Auch beim Gerät vom Hersteller aus Holland wurde ein Helligkeitssensor integriert. Dieser verfügt über die gleichen Eigenschaften wie der andere Testproband und unterscheidet nur zwischen Tag- und Nachtfarben.

Im kommenden zweiten Teil widmen wir uns der Bedienung beider Systeme und werfen einen Blick auf die eigentliche Hauptaufgabe: die Navigation.

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