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Produkttest: Motorola RAZR i



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Gelungener Einstieg des ersten Intel-Smartphones
Motorola ist wieder zurück und dieses Mal traut man sich so einiges. Nach dem Motorola RAZR MAXX schlägt man mit dem aktuellen Smartphone einen ganz neuen Weg ein: den Weg der Intel-Smartphones. Das Motorola RAZR i ist das erste Smartphone auf dem Markt, dessen CPU von Intel kommt. Ob sich der Mut zu diesem Schritt letztendlich ausgezahlt hat, das erfahrt ihr in unserem Testbericht. Am Ende des Artikels findet ihr übrigens wieder ein Produkt-Review in Videoform.
Technische Details

Schauen wir zunächst, was das RAZR i denn so unter der Haube hat:

OS: Android 4.0.4 ICS + Motoblur
CPU/Chip: 2 GHz Intel Atom Z2480 Saltwell-Architektur
Arbeitsspeicher: 1 GB
Display: 4,3 Zoll (960 x 540 Pixel = 256 ppi), Super-AMOLED-Advanced
Kamera: 8 MP, Full-HD-Video, Frontkamera (720 p)
Akku: 2.000 mAh
Speicher: 8 GB, erweiterbar per microSD-Karte
Größe: 12.25 x 6,09 x 0,83 cm
Gewicht: 126 g
Verbindungen: GPRS/EDGE/UMTS/HSDPA/WLAN/Bluetooth 2.1/NFC
SAR-Wert: 0,85 W/kg

Das sieht doch auf den ersten Blick schon ganz gut aus. Bei der CPU handelt es sich zwar lediglich um eine Ein-Kern-CPU, allerdings unterstützt diese Intels Hyperthreading-Verfahren und kann somit trotzdem zwei Prozesse zur selben Zeit abarbeiten. Somit wird dem System quasi eine Dual-Core-CPU vorgegaukelt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang bringt nur wenige Überraschungen mit sich. Selbstverständlich gibt es eine Handvoll Handbücher, einen Satz Kopfhörer und ein Ladegerät. Als Besonderheit wäre vielleicht dieses kleine Plastikstück zu nennen, das ihr auf den Bildern seht. Dieses wird benötigt, um die SIM-Karte bzw. die microSD-Karte weit genug in das Gehäuse zu drücken. Ohne diese Hilfe ist es schwer bis unmöglich, die microSD-Karte so weit hineinzubekommen, dass sie wirklich einrastet.

RAZR i Lieferumfang“

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Design und Verarbeitung

Machen wir mit dem Design weiter. Das Motorola RAZR i wirkt sehr maskulin: Es ist komplett schwarz und die Rückseite kommt im Kevlar-Look daher. Das ist Geschmackssache, mir gefällt es aber. An den Seiten sind jeweils drei Schrauben zu erkennen. Das sieht gut aus und suggeriert ein stabiles und hochwertiges Smartphone. Besonders gut gefällt mir schließlich der enorm schmale Display-Rand. Motorola wirbt hier mit einem Edge-to-Edge-Display. Das sieht nicht nur toll aus, sondern nutzt auch noch das Maximum an Fläche aus. Obwohl mein Samsung Galaxy S2 ebenfalls ein 4,3 Zoll großes Display besitzt, liegt das RAZR i erheblich besser in der Hand, da es ein gutes Stück kleiner ausfällt. Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones lässt sich das RAZR i auch mit einer Hand einwandfrei bedienen.

Motorola hat nicht nur bei der Smartphone-Rückseite geklotzt statt gekleckert, auch der Rest des Smartphones ist sehr wertig verarbeitet. So besteht der Großteil aus hochwertigem Flugzeugaluminium und auch das Display-Glas ist kein herkömmliches, sondern Corning Gorilla Glass.
Laut Motorola kann auch Spritzwasser diesem Smartphone nichts anhaben.

RAZR i Design“

Display

Das Display hat, wie bereits erwähnt, eine Diagonale von 4,3 Zoll. Die Auflösung von 960 x 540 Pixeln ist nicht ganz das Maß der Dinge, jedoch absolut ausreichend. Leider punktet das Motorola RAZR i auch nicht wirklich bei der Display-Helligkeit oder der Farbsättigung. Im Großen und Ganzen ist zwar alles im Rahmen, aber es ginge deutlich besser. Das Display kann ich daher nicht besonders loben, sondern würde es eher neutral bewerten.

Akku

Kommen wir zu einem für viele User sehr wichtigen Punkt. Der Akku kommt mit einer Kapazität von 2.000 mAh daher und versorgt euch ordentlich mit Power. Die Akkulaufzeit ist immer ein Punkt für sich. Jeder nutzt sein Smartphone anders und somit wird die Laufzeit auch bei jedem anders ausfallen. Ich kann aber versichern, dass ich meine Smartphones REICHLICH nutze. Dazu gehören viel soziale Netzwerkaktivität, E-Mails, Anrufe, SMS und immer auch zwei bis drei Spielchen. Der Akku des RAZR i ist wirklich sehr ausdauernd und hat mich nie im Stich gelassen. Ich bin sicher, dass man (bei leicht reduzierter Display-Helligkeit) auch zwei Tage ohne Steckdose seinen Spaß an diesem Gerät haben kann.
Für diese tolle Laufzeit gibt es ein dickes Lob für Motorola!

Einen kleinen Abstrich mache ich aber doch: Der Akku ist fest verbaut. Wie so ziemlich alles, hat auch dies Vor- und Nachteile. Als Nachteil muss man sicherlich nennen, dass man den Akku nicht einfach wechseln und somit wohl auch keinen Zweitakku nutzen kann. Dafür bringt ein fest verbauter Akku in aller Regel eine bessere Verarbeitung (was in diesem Fall klar zutrifft).

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Multimedia: Kamera, Lautsprecher, Speicher

Weiter geht es mit den Multimedia-Eigenschaften des Geräts. Am interessantesten für die meisten dürfte hier wohl die Kamera sein. Sie ist mit acht Megapixeln ausgestattet und macht ganz ordentliche Aufnahmen. Es gibt durchaus bessere Kameras, für ein Smartphone dieser Preisklasse sind die entstandenen Bilder aber sehr gut. Der einzige Makel ist der Weißabgleich, der manchmal fehlerhaft arbeitet.
Besonders positiv fällt die Auslösezeit auf: Selbst wenn sich das Gerät im Stand-by befindet, ist die Kamera mit einem Druck auf den Auslöser in weniger als einer Sekunde startklar. Selten habe ich bei einem Smartphone so eine schnelle Auslösezeit gesehen. Zu dieser positiven Eigenschaft gesellt sich noch die Serienaufnahme. Wählt ihr diese aus, schießt euer Motorola RAZR i bis zu zehn Bilder — in einer Sekunde.
Wozu man zehn Bilder pro Sekunde benötigt? Bei Gruppenbildaufnahmen werdet ihr zukünftig keine Probleme mehr damit haben, dass eine Person auf dem Bild gerade blinzelt. Unter zehn Bildern wird sich immer eines finden, auf dem alle Augen offen sind ;-)

RAZR i Testbilder“

Videos macht die verbaute Kamera übrigens in vollem HD und selbst die Frontkamera taugt noch für normale HD-Aufnahmen.
Fazit zur Kamera: Sie bricht keine Rekorde, ist aber durchaus gut zu gebrauchen.

Auch der Lautsprecher eines Smartphones zählt zu seinen Multimedia-Eigenschaften. Ich empfand den Klang des Lautsprechers als sehr klar, für das eine oder andere YouTube-Video also gut zu gebrauchen. Auch beim Telefonieren macht der Lautsprecher eine gute Figur. Mein Gegenüber war zu jedem Zeitpunkt klar und deutlich zu verstehen.

Damit ihr genug Platz für eure Videos und Fotos habt, bietet das RAZR i 8 GB internen Speicher. Davon bleiben gute 5,26 GB zur freien Verfügung übrig. Aber ihr könnt den Speicher kostengünstig durch eine microSD-Karte erweitern.

Ein Punkt, der häufig in Reviews und Produkttests fehlt, ist die Benachrichtigungsleuchte. Für diejenigen unter euch, die nicht auf eine verzichten können (ich gehöre dazu), kann ich Entwarnung geben: Eine mehrfarbige Status-LED ist verbaut.

Software: Bedienung, Smart Actions, NFC

Nun zum letzten Punkt dieses Tests: der Software. Das Motorola RAZR i läuft momentan mit Android in der Version 4.0.4. Es ist allerdings bereits ein Update auf Jelly Bean (Android 4.1) für den November 2012 angekündigt. Aus Erfahrung muss ich anmerken, dass diese Ankündigungen sich leider des Öfteren um einige Wochen verschieben. Da bleibt einem nichts anderes übrig als zu warten. Ich bin guter Dinge ;-)
Aber Android 4.0 ist noch lange kein Beinbruch. So läuft die Software auf dem Gerät zu jedem Zeitpunkt sehr performant. Es gibt keine Ruckler und ebensowenig gönnt sich das Gerät Denkpausen. Apps starten schnell, Multitasking funktioniert einwandfrei und auch die Oberfläche ist durchaus gelungen. Über der normalen Android-Oberfläche liegt (wie auch bei den meisten anderen Herstellern) eine eigene Entwicklung. Motorola nennt sie „Motoblur“. Im Gegensatz zu vielen anderen Oberflächen orientiert sich diese größtenteils am Original.
Was mir aber am meisten an Motoblur gefällt: Es gibt kaum vorinstallierte Software. Wo bei anderen sieben bis acht herstellereigene Apps vorinstalliert sind, gibt es beim RAZR i eigentlich nur eine:

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Smart Actions

Mit Smart Actions könnt ihr euer Smartphone noch smarter machen! Ihr könnt in dieser App verschiedene Bedingungen einstellen, die etwas Bestimmtes auslösen. Zum Beispiel könnt ihr einstellen, dass euch Smart Actions daran erinnert, euer Smartphone aufzuladen. Ihr müsst nur angeben, wann dies der Fall sein soll. Zum Beispiel dann, wenn der Akku unter 50 % liegt, es nach 18 Uhr ist und ihr zu Hause seid. Diese Parameter könnt ihr in Smart Actions einstellen und werdet dann zur richtigen Zeit daran erinnert, euer Smartphone aufzuladen.

RAZR i Smart Actions“

Es gibt natürlich doch noch ein paar vorinstallierte Apps: Uhr, Youtube, Rechner usw. Diese sind aber weniger Motorola geschuldet, sondern eher Android. Ich finde es sehr lobenswert, dass das Gerät nicht mit unnötigen Apps „zugemüllt“ wurde. Wem das nicht gefällt, der findet im Google Play Store mehr als genug Apps.

Aufgrund der Intel-CPU wurden anfänglich Ängste bzgl. der App-Kompabilität geäußert. So weiß ich zum Beispiel, dass Google Chrome noch vor ein paar Wochen nicht auf dem RAZR i lief. Ich kann hier aber mittlerweile Entwarnung geben. Ich hatte mit keiner einzigen App Probleme und auch Chrome lief auf meinem Testgerät einwandfrei. Dennoch ist es nicht gänzlich auszuschließen, dass es womöglich einige Apps im Google Play Store gibt, die nicht auf dem Gerät laufen.
NFC ist übrigens auch mit an Bord. Somit könnt ihr nahtlos Bilder versenden oder auch mit dem Smartphone bezahlen.

RAZR i Software“

Fazit

Das Fazit zum Motorola RAZR i fällt sehr gut aus. Es ist schnell, schick, stabil und technisch gut gewappnet. Die Akkulaufzeit ist enorm und auch die Software weiß sehr zu gefallen.
Leichte Abstriche muss man lediglich bei der Kamera machen (Stichwort: Weißabgleich) und bei dem festverbauten Akku. Mit dem RAZR i ist Motorola ein sehr guter Start mit auf Intel basierenden Smartphones gelungen.

Gerade für diejenigen unter euch, denen ein Smartphone mit 4,8 Zoll und mehr einfach zu groß ist, gehört das RAZR i definitiv in die engere Auswahl. Das „i-Tüpfelchen“ ist der Preis: Bereits für 399 € könnt ihr Motorolas neuestes Gerät bei uns erwerben.

Abschließend noch unsere Video-Review:

 

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