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Produkttest: Logitech Wireless Trackball M570



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Zugeordnete Tags Logitech | Trackpad | TouchPad | Trackpoint
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Maus, TrackPad? Trackball!
Warum die Leute meistens nur die Maus durch die Gegend schieben oder auf dem TrackPad „herumtatschen“ wollen, sich aber einem Trackball verweigern kann ich nicht so richtig verstehen, daher soll es in diesem Bericht um den neusten Trackball von Logitech, den Logitech Wireless Trackball M570 gehen. In ähnlicher Form bereits seit über 10 Jahren unter dem Namen TrackMan Wheel auf dem Markt, folgte im September 2010 ein Update auf ein moderneres Innenleben und leichte Designänderungen am Gehäuse.
Unterschiede zum Vorgänger
Auf einen ersten, schnellen Blick mag sich nur die Farbe gegenüber dem Vorgänger (die Marble-„Versuche“ zählen dabei nicht für mich) geändert haben, aber schon bei etwas genauerem Hinsehen finden sich mehr Unterschiede. So wurde das Gehäuse an allen Seiten abgerundet, die grundsätzliche Form aber beibehalten, so dass die Hand auch weiterhin bequem auf dem M570 zum liegen kommt. Die nächste Auffälligkeit sind zwei Tasten links der eigentlichen Maustasten. In der Grundeinstellung mit „Vorwärts“ und „Zurück“ belegt, können sie über das „Logitech Control Center“ (Mac) bzw. „SetPoint“ (Win) umfangreich konfiguriert werden, mehr dazu später.

Gründe für den Kauf
Warum ein neuer Trackball, wenn der 10 Jahre alte doch noch funktioniert, zumindest irgendwie? Dafür gab es mehrere Gründe: 1. Die programmierbaren Tasten – zum Beispiel für ein schnelles zurückblättern oder neu laden im Browser. 2. Bis zu 10 Meter Reichweite – so kann ich ihn problemlos auch im Nachbarzimmer nutzen wenn ich über den dort vorhandenen TV die Videos vom Mac ausgebe. 3. Die einfachere Reinigung – beim Vorgänger mussten drei Schrauben entfernt und das Gehäuse geöffnet werden, jetzt reicht ein leichtes herausdrücken der Kugel von der Unterseite. Letzter Pluspunkt für mich: Bis zu 18 Monate Laufzeit. Und natürlich lehnt man kein Geschenk aus dem Adventskalender einer bekannten Mac-Zeitschrift ab.

Verarbeitung und Handhabung
Die Verarbeitung bietet gewohnt gute Logitech-Qualität: Nichts wackelt oder klappert und alle Teile fügen sich sehr gut zusammen. Nur die beiden neuen Tasten wirken durch das glänzende Plastik etwas billig. Die Farbe des Gehäuses wurde wie auf den Fotos zu sehen von Silber zu einem sehr dunklen Grau geändert, damit passt der Trackball gut zu den weiteren Logitech-Geräten auf meinem Schreibtisch. Die Tasten selber sind leichtgängig, mit merkbarem Druckpunkt. Die linke und rechte Maustaste werden von einer kleinen Feder nach einem Klick in ihre ursprüngliche Lage zurückgedrückt. Das Mausrad „rastet“ beim drehen, soll heißen als Anwender merkt man wenn ein Drehsignal ausgelöst wird. Das Rad selber kann ebenso als Taste verwendet werden, erfordert aber etwas mehr Kraftaufwand für einen Klick. Auf der Unterseite finden sich neben dem Ein-/Ausschalter das Batteriefach und wiederum in diesem ein Fach für den kleinen USB-Unifying-Empfänger. Für den Fall das bereits einer vorhanden ist, kann er dort sicher verwahrt werden und man spart sich so die spätere Sucherei danach.

Die Kugel rollte anfangs etwa schwer, inzwischen gleitet sie aber leicht auf den drei Lagerpunkten im Gehäuse. Ebenso war das Mausrad anfangs etwas laut beim drehen, aber auch das hat sich nach einigen Tagen gegeben. Die unterhalb der beiden Zusatztasten angebrachte LED, leuchtet bei der ersten Verbindungsaufnahme nach dem Einschalten kurz grün, wenn die Batterie schwach ist, soll sie rot leuchten. So lange wollte ich mit dem Bericht aber dann doch nicht warten ;-) – bei aktuell mehr als 500 verbleibenden Tagen.

Lieferumfang
Vergleich M570 und TrackMan Whell
Vergleich M570 und TrackMan Whell
M570 – Ansicht von unten, mit eingelagertem Empfänger
M570 – Ansicht von unten, mit eingelagertem Empfänger
Logitech Wireless Trackball M570 – Hardware“

Installation und Inbetriebnahme
Die Installation gestaltet sich sehr einfach. Einmalig ist die Batterie freizugeben (Isolationsstreifen entfernen) und der Schalter muss auf der Unterseite auf ON gestellt werden. Anschließend ist der kleine Unifying-Empfänger in einem freien USB-Port zu stecken. Ab diesem Zeitpunkt ist der M570 bereits als Mausersatz zu verwenden. Um die Zusatztasten mit den gewünschten Funktionen zu belegen, muss zusätzlich das „Logitech Control Center“ (Mac, anschließend zu finden in Systemeinstellungen / Sonstige) bzw. „SetPoint“ (Win) installiert werden. Die Unifying Software wird scheinbar nur benötigt, wenn weitere Geräte mit dem Empfänger verbunden werden sollen. Alle Software muss von der Logitech-Seite geladen werden, denn eine CD wird nicht mitgeliefert. Dies sehe ich eher positiv, denn in den meisten Fällen befindet sich nur eine ältere Version auf der CD, die man so oder so aktualisieren muss. Die Software unterstützt Mac OS X ab 10.5 bzw. Windows ab XP.

Konfiguration und Praxis
Alle Tasten (linke, rechte, beide Zusatztasten und die Mausrad-Taste) sowie das Mausrad selber lassen sich individuell mit Funktionen belegen. Im „Logitech Control Center“ sind die Vor-/Zurück-Tasten bildlich als Hoch-/Runter-Taste zu sehen, so das man nicht direkt weiß, welche wirklich gemeint ist – die obere Taste des M570 ist die nach Links zeigende. In „SetPoint“ wird dagegen die gewählte Taste auf einem Bild des Trackballs markiert, was wesentlich eindeutiger ist. Alle Einstellungen lassen sich global (für alle Programme gültig), aber auch für jedes beliebige Programm vornehmen. In diesem Programm werden dann die globalen Einstellungen ignoriert. Allerdings sollte man es mit der Konfiguration nicht übertreiben, denn ansonsten geht der Überblick über diese Belegungen recht schnell verloren.

Unifying Software
LCC – verbleibende Laufzeit 548 Tage
LCC – Konfigurationsauswahl
LCC – Konfiguration für einfachen Klick
LCC – Konfiguration für einfachen Klick
Logitech Wireless Trackball M570 – Software Mac“

Für die fünf Tasten stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung: Nichts – keine Reaktion beim Tastendruck, Klick (normaler Klick, Doppelklick, Dreifachklick, Klicksperre, Rechtsklick, Mittelklick), erweiterter Klick (Klick in Kombination mit Tastenkombination), vertikaler und horizontaler Bildlauf (ohne an der Kugel oder am Mausrad drehen), Tastenanschlag oder Tastenkombination per Klick simulieren, Sondertasten auslösen (Umschalt-, Ctrl-, Wahl- und Befehlstaste), vorher festgelegte/s Dokument, Programm, Ordner oder Webseite öffnen, Schritt vorwärts oder zurück, Helligkeitssteuerung, Bildschirmfoto, CD auswerfen, Coverflow, Expose, Dashboard, Spaces, Suche, Programmumschalter oder Quick Look aufrufen, Sitzung beenden, Lautstärkeregelung und Zoom. Das Mausrad kann nur für den vertikalen Bildlauf, die Helligkeitssteuerung, die Programmumschaltung und die Lautstärkeregelung genutzt oder funktionslos gestellt werden. Für all diese Einstellungen, können teilweise weitere Justierungen vorgenommen werden, aber wer benötigt schon in jedem Programm zum Beispiel eine andere Scrollgeschwindigkeit? Sowohl das „Logitech Control Center“ als auch „SetPoint“ bieten dieselben Einstellungen, nur eben in verschiedenen Betriebssystemen.

Im allgemeinen Bereich, lässt sich die Abtastgeschwindigkeit des Trackballs und damit die Empfindlichkeit einstellen. Bei 1/4 bewegt sich der Mauszeiger anschließend nur noch langsam über den Bildschirm, bei vier dagegen (für mich) unbrauchbar schnell. Ebenso wird in diesem Bereich die voraussichtliche Resthaltbarkeit der Batterie angezeigt.

SetPoint – Einstellungen für die Tastenbelegung
SetPoint – Einstellungen für den Mauszeiger
SetPoint – Möglichkeit der Anpassung der Ausrichtung
SetPoint – Spieleinstellungen
SetPoint – Spieleinstellungen
Logitech Wireless Trackball M570 – Software Windows“

Kann man mit dem M570 auch spielen? Ja klar, so spiele ich zum Beispiel seit der Beta von „Herr der Ringe Online“ mit einem Trackball, alles nur eine Frage der Gewohnheit. Die Maustasten lassen sich innerhalb der Spieleinstellungen mit den gewünschten Funktion verknüpfen. So das in diesem Beispiel die Heilung direkt per Mausdruck verfügbar ist.

Der Trackball steht auf seinen vier Pads rutschfest auf dem Tisch und da nur die Kugel mit dem Daumen bewegt wird, bringt ihn auch nichts so schnell aus seiner Position. Wie schon weiter oben geschrieben, kann die Empfindlichkeit per Software eingestellt werden, je nachdem ob der Zeiger etwas träger oder etwas schneller reagieren soll. Für den Anfang sollte man es bei dem voreingestellten Wert belassen und die Zeit statt in die Einstellungen in die Einarbeitung investieren. Diese sollte man in jedem Fall nutzen und nicht schon nach einigen Minuten aufgeben. Denn anschließend wird man mit einem platzsparenden Gerät belohnt, was zur Not auch auf den ganzen Stapel Bürokram gestellt werden kann der sich auf dem Schreibtisch angesammelt hat ;-). Ebenso findet der M570 auf einem Knie Platz, während man selbst bequem im Sessel sitzt oder wird einfach auf der Bettdecke abgestellt wenn man Videos schaut. All das ist mit einer Maus nur schlecht möglich, um vom gesparten „Schiebeplatz“ gegenüber einer Maus gar nicht erst zu reden.

Wer in einigen speziellen Fällen nicht auf seine Maus verzichten will – beim Spielen oder bei der Bildbearbeitung – kann seine bisherige Maus parallel weiter nutzen. Kein Problem unter Mac OS X und Windows, beide Geräte arbeiten friedlich nebeneinander.

Vorteile:
+ nach Eingewöhnung sehr gutes Handling
+ spart Platz auf dem Schreibtisch
+ hohe Reichweite
+ gute Verarbeitung
+ lange Laufzeit

Nachteile:
– nur für Rechtshänder geeignet
– am Anfang gewöhnungsbedürftig
– nicht für alle Zwecke geeignet, z.B. Spiele, Bildbearbeitung

Fazit
Von mir gibt es eine bedenkenlose Kaufempfehlung. Besonders wenn man etwas größere Hände hat, denn im Gegensatz zur Magic Mouse von Apple, kann beim Logitech Wireless Trackball M570 die Hand die ganze Zeit entspannt auf dem Gehäuse liegen. Etwas ärgerlich ist, dass der Unifying-Empfänger bei jedem Neustart von MacOS X als neue Tastatur erkannt wird und das jeweilige Fenster manuell geschlossen werden muss. Mit einem Preis von derzeit 56 Euro ist der M570 aktuell bei Cyberport knapp 14 Euro günstiger als der Direktkauf bei Logitech. Wer diesen Trackball selbst mal ausprobieren möchte, hat derzeit in den Cyberport Stores Berlin Mitte und Steglitz die Gelegenheit dazu – einfach nett die Kollegen mal fragen :).

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2 Kommentare

  1. Jannis schrieb am
    Bewertung:

    Habe ein Problem bei der Installation der Setpoint Software. Egal ob schnellinstallation oder benutzeridentifiziert, es kommt immer die Meldung „Komponenten konnten nicht gefunden werden“ Maus funktioniert aber einwandfrei. Wollte Setpoint zur Konfigurierung der Extratasten nutzen. Kenn einer das Problem?

  2. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    Unter welchem Betriebssystem willst du die Maus und die Software nutzen?

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