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Produkttest: Lenovo ThinkPad Edge – Teil 2



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Leistung und Batterielaufzeit
Leistung: Nicht nur das Äußere ist beim Lenovo ThinkPad Edge neu. Auch unter der Haube gibt es brandneue Hardware. Als eines der ersten Notebooks überhaupt werkelt im Inneren der AMD Turion Neo X2 L 625 (im Test das Einstiegsmodell NUE6WGE). Die beiden Kerne takten mit jeweils 1,6 GHz und verfügen über insgesamt 1 MB L2-Cache. Jede Recheneinheit kann jedoch nur auf 512 KB zurückgreifen. Der noch im 65nm-Prozess gefertigte Prozessor hat ein Thermal Design Power von 18 Watt. Trotz eingebautem Speichercontroller ist dieser Wert ziemlich hoch, was sich dann auch auf die Akkulaufzeit und das Lüfterverhalten auswirken. Später dazu mehr.
Nicht mehr ganz so taufrisch ist die im AMD-Chipsatz integrierte Grafik ATi HD 3200. Sie hat einen Takt von 380 MHz, was nicht dem Standardtakt von 500 MHz entspricht. Da das Edge nicht zum Spielen gedacht ist, sollte der Vorteil des geringen Stromverbauchs den Nachteil der niedrigeren Leistungsfähigkeit vergessen machen. Die Fähigkeit die CPU beim Dekodieren von HD Videos zu unterstützten, besitzt der Grafikchip weiterhin. Den benötigten Speicher zwackt sich die HD 3200 vom verbauten Arbeitsspeicher. Dieser ist mit insgesamt 4 GB auch großzügig bemessen, weshalb es kaum zu Platzmangel kommen sollte. Warum der Arbeitsspeicher nur mit 667 MHz läuft, obwohl der Speichercontroller von AMD bis zu 800 MHz unterstützt, bleibt unerklärlich.

Lenovo ThinkPad Edge – Benchmarks Teil 1″

Der Hauptkonkurrent der Turion Neo X2-Serie ist ganz klar die ULV-Modelle von Intel. So verwundert es dann auch kaum, dass der L625 beim Benchmark-Tool Cinebench R10 (1 CPU) fast dieselbe Punktzahl erzielt. Lassen beide Kerne ihre Muskeln spielen, so kann der AMD Neo das Ergebnis fast verdoppeln. Dass die Grafikeinheit von ATi noch immer nicht zum alten Eisen gehört, zeigt sie beim OpenGL-Test. Mit 1421 Punkten erreicht die HD 3200 annähernd 50 Prozent mehr Punkte als das Gegenstück X4500HD aus dem Hause Intel. Bei 3DMark06 ist der Abstand dann aber mit 15 Prozent nicht mehr ganz so enorm, aber dennoch beachtlich. Hohe Werte beim PassMark PerformanceTest 7.0 bleiben dem Lenovo Edge aber verwehrt. Obwohl das Acer Aspire 3810T-354G32N nur auf einen Single-Core und einem schwachen Intel GMA setzt, hat es kaum weniger Punkte als das Lenovo. Ein Grund dafür könnte unter anderem die verbaute Festplatte von Toshiba sein. Die mit 5400 U/ Min. drehende Festplatte kommt zwar auf eine durchschnittliche Leserate von 63 MB/s (HD Tune 3.5), bremst das System im Betrieb aber auch bei ausgeschalteten Hintergrundprogrammen und deaktiviertem Virenscanner permanent aus. Außerdem führte PassMark beim Acer Timeline keinen 3D Test durch, der infolgedessen auch nicht mit in die Gesamtbewertung eingerechnet wurde.

Abgesehen von den reinen Zahlen, hat AMD eine solide Kombination aus leistungsfähigen Prozessor und Grafikeinheit zusammengeschnürt. Leichtes Multitasking verkraftet der Doppelkerner ohne Probleme und ein flüssiges Arbeiten ist die meiste Zeit gegeben. Wenn das Edge sich dann doch mal ein Päuschen gönnt, liegt es nicht selten an der Festplatte, die mit den mächtigen Systemtools von Lenovo kräftig zu kämpfen hat. Wenn HD-Material abgespielt werden soll, kommt die Videobeschleunigung der HD 3200 zum Zuge. So konnte beispielsweise der Trailer von Transformers: Revenge of the Fallen (Auflösung 720p & 1.080p) flüssig mit einer CPU-Auslastung von durchschnittlich 70 Prozent abgespielt werden. Problematisch waren dahingegen HD-Videos die in Internetseiten wie Youtube eingebettet sind. In diesen Fällen griff die AMD Grafik nicht ein und der Prozessor war nicht einmal in der Lage Material einer Auflösung von 720p ohne Ruckeln darzustellen.

  • PassMark PerformanceTest 7.0: 380,3
  • PCMark Vantage: 1582
  • Cinebench R10 (1 CPU) / (x CPU): 1446 / 2656
  • Cinebench R10 (OpenGL): 1421
  • 3DMark06: 971
  • HD Tune 3.5 (Average Read): 63 MB/s

    Bewertung: 3,5

    Lenovo ThinkPad Edge – Benchmarks Teil 2″

    Sound
    Um die musikalische Untermalung von Videos oder die Ausgabe von Musik kümmern sich zwei kleine Boxen unter der Handballenauflage, die von einem Metallgitter geschützt sind. Ein Nachteil bei dieser Ausrichtung offenbart sich meist dann, wenn man das Notebook im Schoß hat und es aufs Bett stellt. Dann werden die kleinen Boxen verdeckt und die Lautstärke muss teilweise stark erhöht werden, was oft an der Qualität der Wiedergabe zerrt. Außerdem ist die maximale Lautstärke nicht selten ziemlich gering. Wie bei einem Businessnotebook üblich, kann auch das Thinkpad Edge mit keinem guten Klang aufwarten. Bässe werden erbarmungslos verschluckt und alles hört sich wie durch einen Schleier an. Lieder ohne tiefe Frequenzen (z.B. Christina Aguilera – The Right Man) hören sich jedoch anständig an. Pluspunkte kann das kleine Rote auch bei der maximalen Lautstärke sammeln. Bei normaler Zimmerlautstärke kann man Lieder mit ca. 30 Prozent Lautstärke angenehm hören.

    Keine Zusatzoption ist der Kopfhörer/ Mikrofon-Kombi-Port. Stetiges Rauschen und Knacken machen jede Hoffnung auf den ultimativen Sound-Kick mit dem Lenovo ThinkPad Edge erbarmungslos zunichte.

    Bewertung: 4

    Lautstärke
    Wird das Edge eingeschaltet, zeigt der verbaute Lüfter das erste Mal, was er so kann. Glücklicherweise verstummt er schon nach kurzer Zeit wieder komplett. Dann hört man nur noch die Festplatte rauschen und bei Zugriffen rattern. Hat sich das Notebook dann aufgewärmt, kommt der Lüfter wieder zum Einsatz, wenn der Prozessor belastet wird. Interessant ist es zu sehen, dass die Lüfterdrehzahl fast im Gleichschritt mit der CPU-Auslastung steigt. Das bedeutet einen leisen Betrieb solange das Lenovo nicht gefordert wird und ein deutlichen Rauschen bei Beanspruchung. Dass der kleine Quirl den kleinen AMD-Hitzkopf gut im Griff hat, merkt man an der Temperatur des aus dem Notebook austretenden Luftstroms, der spürbar wärmer ist als die der Umgebung. Auch die Oberflächentemperaturen des Gehäuses sind zu jeder Zeit in unkritischen Regionen.

    Leider bleibt dem Lenovo Edge eine (positive) Bewertung verwehrt, da es ständig hochfrequente Fieptöne von sich gegeben hat, die schon nach kurzer Zeit dazu führten, dass an ein entspanntes Arbeiten nicht mehr zu denken war. Leidgeplagte die mit dem Begriff „Whining“ etwas anfangen können, werden erstaunt sein, dass dieses Phänomen auch bei einer AMD-Plattform auftreten kann. Je geringer die Auslastung des Prozessors ist, desto deutlicher wird dieses sogenannte Spulenfiepen. Da eine Deaktivierung der Cool’n’Quiet Funktion zwar das Fiepen verhindert/ vermindert, aber eine merkliche höhere Leistungsaufnahme sowie Lautstärke zur Folge hätte, ist es nicht ratsam diese Problemlösung anzuwenden. Ob es sich beim Testmodell um einen Einzelfall handelt oder ob die gesamte Edge-Serie davon betroffen ist, muss sich erst noch zeigen.

    Bewertung: – (3)

    Lenovo ThinkPad Edge – Akkuleistung”

    Akkulaufzeit
    Lenovo liefert das Edge mit einem 6-Zellen-Akku aus, der eine Gesamtkapazität von 63 Wh besitzt. Den Ingenieuren ist es nicht gelungen den Stromspender komplett in das Gehäuse zu integrieren, weshalb er den hinteren Teil des Notebooks aufbockt. Dass es eine gute Entscheidung war, einen starken Akku zu verbauen, zeigt sich bei den gemessenen Laufzeiten. Wird das gesamte System ausgelastet und die Displaybeleuchtung auf 100 Prozent eingestellt, gehen bereits nach 96 Minuten alle Lichter aus. Das andere Extrem ergibt sich bei geringster Auslastung, deaktivierten Funkverbindungen und niedrigster Bildschirmhelligkeit. Erst nach 330 Minuten fordert das Edge nach einer externen Stromversorgung. Im Alltagsbetrieb muss das Lenovo nach 175 Minuten (Film-Wiedergabe) beziehungsweise nach 205 Minuten (WLAN + Musikwiedergabe) geladen werden. Dass diese Werte doch recht niedrig sind, erkennt man bei einem Vergleich mit dem Acer Extensa 5635Z. Das 15,6 Zoll große Notebook setzt auf einen Intel Pentium T4200 mit einer TDP von 35 W. Im Worst-Case-Szenario läuft es trotz kleinerem Akku fast 20 Minuten länger als das Lenovo ThinkPad Edge. Greifen alle Energiesparmaßnahmen und liegt keine Auslastung vor ist sogar ein Plus von über einer Stunde zu verzeichnen. Dieser Umstand ist wohl auch Lenovo bewusst, da die angegebene Akkulaufzeit von bis zu 7,8 Stunden laut eigener Angabe nur mit einer Intel CPU zu erreichen sind.

    Besonders ärgerlich war, dass der Energie-Manager von Lenovo in unregelmäßigen Abständen behauptete, dass der installierte Akku kein Originaler sei und nicht den Lenovo Sicherheits- und Qualitätsstandards entspreche. Dennoch waren keine weiteren Einschränkungen zu bemerken.

    Bewertung: 4,5

    Im kommenden letzten und dritten Teil werfen wir dann nochmals einen Blick auf die Software-Ausstattung des Lenovo ThinkPad Edge und ziehen das abschließende Fazit.

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  • 2 Kommentare

    1. Matthias Schleif schrieb am
      Bewertung:

      rein äusserlich erinert mich das Modell stark ans Booklet von Nokia…

    2. Sebastian R. schrieb am
      Bewertung:

      Habe das Problem mit dem fiepen leider auch. Habe ein AMD Modell welches am 1. August gebaut wurde.

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