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Produkttest: Lenovo IdeaPad U260 – Teil 2 von 2



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Das NoteBuch mit dem gewissen Chic…
Hinweis: Der erste Teil des Testberichtes zum Lenovo Ideapad U260 ist an dieser Stelle im Blog zu finden.

Display & Sound: Wie bereits erwähnt, wird beim Lenovo IdeaPad U260 erstmals ein 12,5-Zoll-Bildschirm eingesetzt. Vorteile für den Endnutzer sind nicht auszumachen, da eine Auflösung von 1366 x 768 und ein Bildformat von 16:9 keine Neuerungen darstellen. Das wahre Highlight offenbart sich auf den zweiten Blick: Die matte Beschichtung des Displays. Zusammen mit der überdurchschnittlich hohen Helligkeit kann das U260 problemlos im Freien eingesetzt werden und sticht somit viele Mitbewerber problemlos aus. Ansprechend ist auch die sehr homogene Ausleuchtung.
Die mäßige Farbwiedergabe und die vor allem vertikal sehr geringe Blickwinkelstabilität sind eher als Standard denn als negativ zu bezeichnen, da die Anzahl der Notebookvertreter mit guten Eigenschaften in diesen Bereichen gegen 0 tendiert. Überarbeitung benötigt der lahme und unsensible Helligkeitssensor. Oft reagiert er erst bei starker Veränderung der Umgebungshelligkeit und dann auch erst nach einigen Sekunden.

Lenovo IdeaPad U260 – Teil 1″

Die Stereolautsprecher des U260 befinden sich direkt über der Tastatur und können somit nicht verdeckt werden. Das ändert leider nichts daran, dass nur eine ungenügende Klangqualität attestiert werden kann. Hohe Frequenzen werden viel zu spitz wiedergeben, Bässe gibt es überhaupt keine. Die maximale Lautstärke ist nur für kleine und ruhige Zimmer ausreichend. Deutlich bessere Qualität liefert der leistungsstarke Kopfhörerausgang.

Leistung
Da die ermittelten Leistungswerte aufgrund der zum Lenovo Thinkpad Edge 11 annähernd identischen Hardwareausstattung gleich sind, wird bei Interesse ein Blick auf die Leistungsbewertung des Edge 11 empfohlen. Einzig bei den Benchmarks wie PassMark Perfomance Test, PCMark Vantage und 3DMark 06 profitiert das IdeaPad U260 infolge seines doppelt so großen Arbeitsspeichers (4GB) leicht.

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Lautstärke & Hitzentwicklung
Häufig ist es so, dass die Größe des Gehäuses Einfluss auf die Lautstärke eines Notebooks hat. Dies ist primär mit dem begrenzten Platzangebot für Kühlkörper und großen Lüftern zu begründen. Trotzdem stehen die Vorzeichen beim IdeaPad U260 aufgrund des sehr sparsamen Prozessors samt integrierter Grafik sehr gut. Nach dem Einschalten ist das Lenovo auch wirklich fast unhörbar. Der Lüfter steht still und die Festplatte von Hitachi hinterlässt mit ihren geringen Laufgeräuschen sowie den kaum vorhanden Vibrationen einen exzellenten Eindruck. Doch der hervorragende Ersteindruck verschwindet schlagartig, wenn der Lüfter nach wenigen Minuten stufenweise hochschaltet. Das gleichmäßige, aber unangenehm hochfrequente und laute Rauschen nervt den Benutzer und die Umgebung gleichermaßen. Selbst beim Musik hören oder Filme schauen wird die Konzentration unweigerlich auf den kleinen Radaubruder gelenkt. Ärgerlich ist, dass die Lautstärke nicht einmal ohne Auslastung des Systems abnimmt. (Anmerkung: Selbst während der Ermittlung der maximalen Akkulaufzeit mit minimaler Auslastung wurde der Lüfter nicht leiser.)

Lenovo IdeaPad U260 – Teil 2″

Neben der misslungenen Lüftersteuerung werden auch Fehler im Aufbau des Kühlsystems deutlich. Zum grundsätzlichen Ablauf: Der Lüfter saugt von unten frische Luft an und presst diese dann auf der Rückseite nach außen. Das erste Problem sind die kleinen Lüftungsschlitze am Boden, die mehrere Nachteile nach sich ziehen.

1. Es werden hohe Gummifüße benötigt, damit überhaupt Luft angesogen werden kann.
2. Der Luftumschlag des Lüfters ist ungemindert zu hören.
3. Staub wird verstärkt angesogen.
4. Werden die Lüftungsschlitze verdeckt (z.B. bei Benutzung auf dem Schoß), steigt die Lautstärke hörbar.

Das zweite große Problem ist die Lage des schmalen Luftauslasses auf der Rückseite. Bei geöffnetem Notebook prallt die Luft direkt auf die den Auslass überdeckende Unterkante des Displaydeckels, was wiederrum die Wärmeabfuhr beeinträchtigt und zu unerwünschten Verwirbelungen führt.

Bei der Hitzeentwicklung schlägt sich das U260 bei fehlender Last gut. Nur in den Bereichen der rechten Handballenauflage (Festplatte) und des Lüfters sind leichte Erwärmungen zu spüren. Bei hoher Auslastung erwärmt sich die komplette rechte Seite. Auf der Oberseite sind die Temperaturen noch vertretbar, auf der Unterseite sind sie jedoch eindeutig zu hoch. Eine Benutzung auf den Oberschenkeln wird nach kurzer Zeit sehr unangenehm und ist dann nicht mehr zu empfehlen.

Lenovo IdeaPad U260 – Teil 3″

Akku
Ebenfalls dem Design unterwerfen musste sich der 4-zellige Lithium-Polymer-Akku, der unsichtbar in das Gehäuse integriert wurde und sich auch nicht austauschen lässt. Die äußert geringe Kapazität von nur 2775 mAh lässt trotz Stromsparkomponenten böse Vorahnungen aufkommen. Dieses bestätigt sich dann leider auch bei den Laufzeittests. Bei maximaler Auslastung und hunderprozentiger Displaybeleuchtung macht der Akku bereits nach einer Stunde und 27 Minuten schlapp. Deutlich besser sieht die maximale Laufzeit mit knapp 5,5 Stunden aus. In diesem realitätsfernen Szenario ist jedoch sämtliche Funkverbindung deaktiviert, das Display auf niedrigste Helligkeit eingestellt und die Auslastung liegt annähernd bei null Prozent. Nutzt man das U260 vor allem zum Surfen im Internet und YouTube schauen (Videos in 360p), dann fällt die Nutzdauer wieder weit unter die 3-Stunden-Marke. Zwar mag die Laufzeit bei gedämmter Hintergrundbeleuchtung und einem Verzicht auf Internetvideos über 3h klettern, jedoch sind auch diese Werte kaum als ausreichend einzustufen.

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Akkuleistung im Überblick:

  • Last: 1 h 27 min
  • Internet und YouTube: 2 h 37 min
  • IDLE: 5 h 25 min

    Erklärung: IDLE: Funkverbindungen: aus, Display: 0 Prozent, Auslastung: 0 Prozent – LAST: Funkverbindungen: an, Display: 100 Prozent, Auslastung: 100 Prozent – Surfen + YouTube: Funkverbindungen: an, Display: 100 Prozent, Auslastung: variabel

    Enorm handlich und leicht ist das beiliegende Netzteil, welches bis zu 40 Watt liefern kann. Die geringe Leistungsfähigkeit bedeutet jedoch auch, dass das vollständige Laden des Akkus mit 2,5-3 Stunden sehr lange dauert.

    Fazit
    Das Lenovo IdeaPad U260 ist ohne Frage eines oder sogar das stylischste und eleganteste Notebook, welches Lenovo jemals entworfen hat. Mit dem minimalistischen, in Form eines Buchs gehaltene Äußere und der geringen Höhe sind neidische Blicke garantiert. Daneben sorgen die erstklassige Material-Auswahl (Magnesium-Aluminium-Gehäuse, Handballenauflage aus Kunstleder sowie Glas-Touchpad) und die saubere Verarbeitung dafür, dass nicht nur die Augen zufrieden gestellt werden. Kaum Grund zur Klage gibt es auch bei der ansprechenden Leistungsfähigkeit der mobilen Plattform von Intel, die alltägliche Aufgaben zügig und ohne lange Wartepausen erledigt. Das Display mit einer ungewöhnlichen Diagonale von 12,5 Zoll besitzt eine matte Beschichtung und trumpft mit einer hohen Helligkeit auf. Die mäßige Blinkwinkelstabilität und die befriedigende Farbdarstellung bewegen sich auf dem Niveau der Konkurrenz.

    Lenovo IdeaPad U260 – Teil 4″

    Bei der an sich ordentlichen Tastatur missfallen hauptsächlich die unpassende Tastenbelegung der Sondertasten und die unglückliche Positionierung der Zusatztasten (z.B. Pos 1 und Ende) am rechten Rand der Tastatur. Das Glas-Touchpad besitzt exzellente Gleiteigenschaften und eine angenehme Größe. Leider resultieren zwei nicht zu vernachlässigen Nachteile hauptsächlich aus dem Design. So ist die Laufzeit des festverbauten Akkus mit durchschnittlich zwei bis drei Stunden nicht mehr auf der Höhe der Zeit und weiterhin hagelt es heftige Kritik für die völlig misslungene Kühlung, die ihrer Aufgabe kaum nachgeht und zu jeder Zeit viel zu laut ist. Diese beiden Gründe sind es letztendlich auch, weshalb für das Lenovo IdeaPad U260 in dieser Form keine persönliche Empfehlung ausgesprochen werden kann.

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