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Produkttest: Lenovo G560 vs. Lenovo Thinkpad SL510 – Teil 3



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Zwei (un)gleiche Brüder kämpfen um die Gunst potentieller Käufer
Leistung: Der Leistungstest ist für das Lenovo G560 (Testmodell: M276KGE) ein ganz besonderes Kapitel. Mit geballter i3-Power von Intel (Core i3-350M 2x 2,26 GHz) und dedizierter Grafikkarte (NVIDIA GeForce G310M, 512MB) tritt es gegen das Thinkpad SL 510 (Testmodell: NSL7LGE) mit betagtem Prozessor (Intel Core 2 Duo T6570 2x 2,1 GHz) sowie integrierter Grafikeinheit (Intel GMA X4500HD) an und versucht den verloren Boden der letzten Vergleichsabschnitte zu kompensieren. Auch die weitere Ausstattung des G560 (3072 MB DDR3 PC3-8500, Western Digital 500 GB 5400 U/Min.) verspricht weit mehr als die des Konkurrenten aus dem eigenen Haus (2048 MB DDR3 PC3-8500, Western Digital 250 GB 5400 U/Min.).
Für diese potenten Komponenten gibt es für das G560 gute 752,5 Punkte im PassMark PerformanceTest, der das gesamte System testet. Das SL510 erreicht mit 662 Punkten deutlich weniger, bewegt sich mit diesem Ergebnis aber auf Augenhöhe mit vergleichbar ausgestatten Notebooks. Der ebenfalls das ganze System überprüfende Benchmark PCMark Vantage rückt die Leistungsfähigkeit des G560 noch klarer ins richtige Licht. 4806 Punkte sprechen eine deutliche Sprache (SL510: 3363). Wie wirksam die virtuellen Kerne des i3 sein können, spiegelt sich beim Cinebench R10 wider. Die Leistung eines Kerns ist mit 2427 (G560) zu 2267 (SL510) Punkten nur der höheren Taktung des Core i3 anzurechnen. Kommen schlussendlich alle zur Verfügung stehenden Kerne des i3 (zwei reale, zwei virtuelle) zur Geltung, stehen 5582 Punkte auf der Rechnung. Das SL510 mit nur zwei realen Recheneinheiten schafft im gleichen Test nur 4150 Zähler.

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Auch abseits der theoretischen Testparade beeindruckt die Power des neuen „i-ntel“. Für die Umwandlung eines HD-Videos (720p, 22:26min.) in das mp4-Format nimmt sich das Lenovo G560 16 Minuten und 10 Sekunden Zeit. Die durchschnittliche CPU-Auslastung liegt während des Konvertierungsvorganges bei 75-85 Prozent. Der Core 2 Duo T6570 des Thinkpad benötigt für die gleiche Prozedur geschlagene 25 Minuten und 34 Sekunden und ist mit 100 Prozent komplett ausgelastet. Wem das Enkodieren beim G560 noch immer zu lange dauert, der kann die NVIDIA-Grafikkarte (CUDA) zu Hilfe nehmen. Zur Belohnung ist der Film innerhalb von 13 Minuten und 53 Sekunden geschrumpft (CPU-Auslastung 55-70 Prozent).

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Neben der Fähigkeit des Grafikchips von NVIDIA den Prozessor bei rechenintensiven Aufgaben zu entlasten, dient er vorrangig der flüssigen Spieledarstellung. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass es sich beim GeForce G310M trotz 512MB zur Verfügung stehendem Speicher um eine Low-End-Grafikkarte handelt, die gerade so für anspruchslose und ältere Titel ausreicht. Die ca. 4,5x langsamer integrierte Grafikeinheit des SL510 dient ausschließlich der Bildwiedergabe im Office-Bereich.

Zusammenfassend kann man die Leistung die beim G560 geboten wird, gemessen am Preis, als sehr gut bewerten. Stets ist flüssiges Arbeiten selbst mit mehreren parallel laufenden Programmen ohne große Pausen oder Hänger gegeben. Zur Abwechslung sind sogar kleine Spieleeinheiten realisierbar. Aber auch das SL510 ist trotz geringerer Power für den normalen Office- und Internetgebrauch absolut ausreichend. Die einzige Energiespritze die beiden Notebooks gut bekommen würde, wäre eine flottere Festplatte.

Lautstärke & Hitzentwicklung
Bei der Abgabe der entstehenden Wärme haben die Kandidaten unterschiedliche Herangehensweisen. Der Lüfter des Thinkpad SL510 ist im Office- und Internet-Betrieb sehr selten an. Selbst bei der Wiedergabe eines HD-Filmes (720p) steht der Propeller mehr als die Hälfte der Zeit still. Bei hoher Last dreht er dauerhaft mit gleichbleibender Lautstärke. Auffällig ist, dass der Lüfter nur zwei Zustände kennt: an oder aus. Zwar fällt das tieffrequente Rauschen nach einiger Zeit kaum mehr auf, aber die gut hörbaren Übergänge könnten durch eine stufenlose Drehzahlanpassung problemlos eliminiert werden. Kehrseite der geringen Geräuschkulisse ist die leicht erhöhte Gehäusetemperatur. Insbesondere bei der linken Handballenauflage (Festplatte) und im Bereich des Luftauslasses sollte man keine Eisbeulen an den Händen bekommen. Das soll nicht heißen, dass man Angst haben muss, sich zu verbrennen, aber kühl ist das SL510 auch an anderen Stellen nie. Die zum Einsatz kommende Festplatte von Western Digital schmiegt sich perfekt in das Bild des leisen Notebooks. Lauf- und Zugriffsgeräusche sowie Vibrationen sind so gering, dass das Prädikat „sehr leise“ zu Recht ausgesprochen werden kann.

Lenovo G560 vs. Lenovo Thinkpad SL510 – Teil 1″

Die Ausgangslage ist beim Lenovo G560 aufgrund der stärkeren Komponenten und der damit einhergehenden erhöhten Hitzeentwicklung eine andere als beim SL510. Um einen sicheren Abtransport kümmert sich eine „intelligente Lüftersteuerung“, die zudem einen leisen Betrieb gewährleisten soll (einer der Gründe warum man das Notebook laut Lenovo auch im Babyzimmer verwenden kann – ? – wie auch immer sie genau darauf kommen). Die eben angesprochene Intelligenz beziehen Lenovos Ingenieure höchstwahrscheinlich auf den sich je nach Temperatur anpassenden Lüfter. Dass die eigentlich dem Menschen bestimmte kognitive Leistungsfähigkeit nicht gleich leise bedeutet, zeigt sich beim G560. Schon nach kurzer Zeit beginnt der mit hochfrequenten Nebengeräuschen behaftete Lüfter hörbar zu drehen und hört ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr auf (außer nach minutenlanger Ruhephase). Der kalte Luftstrom bei geringer bis mäßiger Auslastung lässt darauf schließen, dass die Lüftersteuerung dann doch nicht so intelligent ist. Bei hoher Hitzentwicklung leistet der kleine Wirbel gute Arbeit, die durch die sehr warme ausströmende Luft und dem lautstarken Geräuschpegel demonstriert wird. Die Früchte der Arbeit sind die stets kühlen Oberflächen des Gehäuses. Die ebenfalls von Western Digital stammende Festplatte ist im Vergleich zum Model im Thinkpad etwas lauter und vibriert stärker, kann aber immerhin noch ein „leise“ einheimsen.

Anmerkung: Leider fällt beim G560 ein störendes hochfrequentes Zirpen auf, welches nicht von der Festplatte oder vom Lüfter kommt.

Lenovo G560 vs. Lenovo Thinkpad SL510 – Teil 2″

Akku
Dieses Duell soll zeigen, welchen Einfluss die höhere Leistung des G560 auf den Energieverbrauch hat. Als Energiespender bieten beide Modelle einen Akku mit 4400mAh auf. Trotz des eigentlich sparsamen Prozessors läuft das G560 mit 4 Stunden und 17 Minuten fast eine Stunde weniger als das SL510. Hauptverursacher des erhöhten Stromverbrauchs wird der stetig aktivierte Grafikchip von NVIDIA sein. Je höher die Anforderung an die einzelnen Komponenten wird, desto geringer wird der Abstand zwischen den Kandidaten. Beim Surfen über WLAN und Abspielen von YouTube-Videos beträgt der Laufzeitunterschied 43 Minuten. Werden beide Notebooks vollständig ausgelastet bleibt das SL510 mit 1 Stunde und 39 Minuten nur noch knappe 26 Minuten länger an. Diese Resultate lassen den Schluss zu, dass vorhandene Energiesparmaßnahmen beim Thinkpad deutlich effizienter greifen als beim G560. Da beide Vertreter bedingt durch die Größe höchstwahrscheinlich vorwiegend stationär betrieben werden, ist deren Akkulaufzeit insgesamt noch als akzeptabel zu bezeichnen.

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Großes Lob gebührt den beiliegenden Netzteilen. Sie können maximal 65 Watt zur Verfügung stellen und sind sehr kompakt gehalten. Da das G560 über einen neu entwickelten Standardstromanschluss verfügt, können leider keine „Thinkpad-Netzteile“ benutzt werden.

Fazit
Langer Vergleichstest – kurzes Fazit. Mit dem Thinkpad SL510 hat Lenovo ein richtiges Schnäppchen auf dem Markt gebracht, dass nicht umsonst sehr beliebt ist. Für einen Einstiegspreis von knapp 440 Euro ohne Windows (Testkonfiguration: 550 Euro) gibt es ansprechende Leistung für Office- und Internetanwendungen, ein stabiles Gehäuse und eine perfekte Tastatur samt einzigartigem Trackpoint. Die ausreichende Akkulaufzeit sowie der leise Betrieb runden das stimmige Gesamtpaket ab. Bei soviel Positivem ist auch das nur unterdurchschnittliche, dafür aber matte Display gut zu ertragen. Einzig stylorientierte Kundschaft wird das SL510, wie auch seine Thinkpad-Brüder, nicht für sich gewinnen können.

Lenovo G560 vs. Lenovo Thinkpad SL510 – Teil 3″

Beim Lenovo G560 (Testkonfiguration: 580 Euro) hat man dagegen stets das Gefühl, dass Leistung alles ist was zählt. Das Gehäuse besteht zum großen Teil aus weichem Kunststoff, die total unterdimensionierten Displayscharniere halten den ebenfalls farbschwachen und glänzende Bildschirm kaum in Zaum, die klapprige Tastatur benötigt aufgrund des kleineren Rasters eine hohe Eingewöhnungszeit, die „intelligente“ Temperaturregelung lässt den Lüfter die meiste Zeit viel zu schnell laufen und der Akku hält selbst im Internetbetrieb kaum länger als zwei Stunden aus. Selbst die sehr ansehnliche Leistung und das moderne Design können die Fülle der Macken nicht vergessen machen. Da stört es dann auch kaum noch, dass das Testgerät mit einem hochfrequenten und äußerst nervigem Fiepen zu kämpfen hatte.

Anmerkung: Interessenten des G560 sollten beachten, dass Lenovo zwei unterschiedliche Versionen des G560 anbietet. Neben dem Testgerät mit matter und strukturierter Oberfläche wird es auch noch als Version mit glattem und glänzendem Finish angeboten.

Ausschau nach Alternativen: Eine Übersicht über sämtliche ThinkPad-Modelle findet sich direkt im Shop von Cyberport.

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