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Produkttest: iiyama ProLite X2775HDS (Display mit VA-LED Panel ) – Teil 1 von 2



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Groß, günstig und gut?
Folgend das vermutlich erste deutschsprachige Review des iiyama ProLite X2775HDS. Dabei handelt es sich um einen 27-Zoll-Monitor (69cm) mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Der Monitor ist so interessant, weil er neben dem günstigen Preis von rund 260 Euro über ein sogenanntes VA-Panel verfügt, um genau zu sein ein A-MVA Panel. Die meisten Monitore arbeiten mit einem TN-Panel, professionellere Geräte und auch viele LCD-Fernseher setzen zumeist auf ein VA- oder IPS-Panel. Daher zeige ich euch hier dieses Modell mal etwas genauer.
VA, TN, MVA, PVA…???
Ein komplexes Thema für sich. Kurz gesagt, TN-Panels sind schneller im Bildaufbau, dafür schlecht vom Blickwinkel und oft nicht so gut in der Farbdarstellung. VA-Panels sind hingegen besser in den Bereichen Blickwinkel, Farbdarstellung und Kontrast. IPS-Panels sind was Kontraste angeht auf TN-Niveau, dafür im Bereich Blickwinkel, Farbdarstellung und Bildaufbau oft besser als ein VA-Panel.
Bei VA und IPS gibt es zudem noch verschiedene Variationen wie PVA, MVA,S-PVA,cPVA ,A-MVA, S-IPS, eIPS usw., welche alle Ihre Vor- und Nachteile haben.

Kontraste
Ich bevorzuge VA-Panel weil ich kontrastreiche Bilder und Videowiedergabe mag. TN/IPS hat meist Kontraste von bis zu 1.200:1, während es Kontrastreiche VA Panel auf mehr als 7.000:1 schaffen. Im Falle des hier vorgestellten Gerätes gibt der Hersteller einen Kontrast von 3.000:1 an, sowie eine Helligkeit von 300cd/m². (statischer Kontrast = Der Unterschied zwischen der hellsten und dunkelsten Stelle welche gleichzeitig in einem Bild darstellbar ist.)

Nicht Berücksichtigen sollte man den sogenannten dynamischen Kontrast, dieser ist oft extrem hoch, bei dem X2775HDs satte 5.000.000:1. Es handelt sich um einen theoretischen Wert, den niemand je sehen wird. Erstens weil das Auge so hohe Kontraste nicht auflösen könnte und zweitens weil es ein Kontrast zwischen dem Hellsten und dem Dunkelstem Bild darstellt, nicht jedoch innerhalb eines einzelnen Bildes. Daher: Pures Marketing, man sollte nur den statischen Kontrast beachten.

Unboxing

Folgende Teile findet Ihr in der Verpackung:

  • Monitor
  • Standfuß
  • Stromkabel
  • Ein Heft
  • Audiokabel
  • USB-Kabel
  • DVI-Kabel
  • VGA-Kabel

    Technische Daten:

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  • Komplettes Datenblatt downloaden

    Verarbeitung
    Das gesamte Gehäuse besteht aus Kunststoff. Dieser ist allerdings recht stabil und macht keinen schlechten Eindruck. Der Standfuß ist problemlos am Gerät zu montieren und das Display steht stabil. Auf einem Holztisch kann man hierbei sogar das fehlen eines drehbaren Standfußes verschmerzen, denn der Monitor lässt sich mit dem Plastikfuß recht gut auf Holzoberflächen drehen, erzeugt dabei natürlich einiges an Geräuschen. Elegant gelöst ist die Anbringung der Power-LED. Sie ist auf der Unterseite des Monitors und blendet so nicht den Nutzer, vom spiegelndem Standfuß aus wird sie Reflektiert und ist somit trotzdem gut sichtbar.

    iiyama ProLite X2775HDS – Teil 1″

    Das Panel des Monitors ist scheinbar „semi-glossy“. Also an sich zwar entspiegelt, aber trotzdem zeigt sich noch eine spiegelnde Oberfläche. Bei dunklen Szenen im abgedunkeltem Raum sollte daher darauf geachtet werden möglichst keine weiße Wand direkt hinter dem Sitzplatz zu haben, oder weiße Kleidung zu tragen. Diese könnten sich störend als Reflektion darstellen. Dafür gibt es keinen Glitzer-Effekt, den starke Anti-Reflex-Beschichtungen oft hervorrufen (insbesondere bei IPS-Panels).

    Lautsprecher
    Der Sound scheint vornehmlich aus der oberen rechten Ecke (von vorne gesehen) zu kommen. Monitor-typisch ist der Sound natürlich blechern. Allerdings hat dieser Lautsprecher hier sogar noch ein wenig Tiefen. Leider ist er dennoch eher von der schlechteren Sorte, er neigt in jeder Einstellung zum Übersteuern, ein Einsatz von externen Lautsprechern würde ich daher zwingend empfehlen.

    Bedienung
    Der Monitor verwendet das für iiyama typische OSD-Menü. Die Tasten befinden sich an der Unterseite des Gerätes und sind sehr gewöhnungsbedürftig. Anfangs habe ich beim Bedienen immer wieder das Gerät ausgeschalten, da der Powerschalter sich ebenfalls auf der Unterseite befindet. Das ist zwar eine sehr dezente Anbringung, aber komfortabler wäre es die Tasten an der rechten Seite (hinten, seitlich oder vorne) des Monitors zu befestigen.

    Stromverbrauch
    Dank der LED-Hintergrundbeleuchtung und der Verwendung einer FullHD-Auflösung statt der bei dieser Größe üblichen WQHD-Auflösung, ist der Stromverbrauch entsprechend gering. Der Stromverbrauch wird vornehmlich nur über die Hintergrundbeleuchtung geregelt. Diese ist direkt über die Helligkeit regelbar.

    Bei 100 Prozent Helligkeit (Werkszustand) beträgt der Stromverbrauch ca. 39 Watt. Bei 50 Prozent Helligkeit sind es dagegen nur noch 26,7 Watt. Bei 18 prozent Helligkeit, welches ca. 120cd/m² und damit dem sRGB Standard entspricht, sind es 18,2W. Reduziert man die Helligkeit auf 0 Prozent, begnügt sich der Monitor mit 13,7 Watt und bietet trotzdem noch ausreichend Licht für die Abendstunden.

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    Bildqualität
    Kommen wir nun zum wesentlichsten Teil eines Monitor-Reviews, der Bildqualität. Den Eindruck zur selbigen findet ihr nachfolgend in die entsprechenden Bereiche unterteilt. Für die Leser welche nicht die Zeit haben für eine detaillierte Betrachtung, hier eine kurze Zusammenfassung:

    Das Bild des iiyama ProLite X2775HDS ist sehr kontrastreich und bietet einen guten Schwarzwert. Tagsüber ist das Schwarz kaum bis gar nicht mehr von echtem Schwarz zu unterscheiden. Die statische Kontrastangabe des Herstellers wird zwar nicht ganz erreicht, ist jedoch schon nahe dran. Die dynamische Kontrastfunktion ACR ist recht nutzlos, sie reagiert auf Bildinhalte und schaltet die Hintergrundbeleuchtung z.B. bei einem rein-schwarzem Bild ab. Da aber kaum ein Film rein Schwarz ist sondern immer auch helle Bereiche beinhaltet, bringt die Schaltung nicht viel, sie müsste feinfühliger und in viel mehr Stufen Arbeiten. So sorgt sie generell dafür, dass man fast immer mit voller Helligkeit Filme schaut. Man kann sie daher getrost abschalten und die Helligkeit einfach an die Umgebung anpassen.

    iiyama ProLite X2775HDS – Teil 2″

    Leider deckt der Monitor den sRGB-Farbraum nicht zu 100 Prozent ab, daher sollte immer mit Farbmanagement und dem passendem Profil gearbeitet werden. Der gute Schwarzwert und Kontrast wird leider von der Ausleuchtung in den Ecken etwas getrübt, diese erscheinen etwas heller als der Rest. Dies kommt aller Wahrscheinlichkeit nach vom Glow-Effekt und nicht unbedingt von der Ausleuchtung, denn bei entsprechender Sitzposition erscheint eine Ecke auch wieder dunkler. Aus zwei bis de Meter Entfernung konnte ich das Leuchten auch nicht wahrnehmen. Er ist also auch gut als Fernsehbildschirm geeignet.

    Allerdings, die Reaktionszeit ist trotz Overdrive nicht wirklich befriedigend. Man sieht den Nachzieheffekt des langsamen Panels auch bei manchen Filmsequenzen. Für Gamer ist er daher auch nur eingeschränkt zu empfehlen, aber als Zielgruppe sieht iiyama auch eher Bildbearbeiter und Webdesigner. Damit ist er in Büros auch am rechten Platz. Mit Ausnahme von Bildbearbeitern, hier ist er nur bei Verwendung von Farbmanagement-fähiger Software nutzbar (z.B. Photoshop) da er aufgrund des geringen sRGB-Farbraumes sonst die Farben zu verfälscht darstellt. Generell ist er in nicht kalibrierten Umgebungen nur zu empfehlen, wenn keine farbkritischen Arbeiten durchgeführt werden.

    Blickwinkel
    Dank des VA-Panels sind die Blickwinkel recht stabil. Jedoch verliert man bei seitlicher Betrachtung sehr stark Kontraste und damit auch etwas von der Farbsättigung. Frontal betrachtet ist alles sehr stabil. Ein enormer Fortschritt gegenüber Geräte mit TN-Panels. Leider erkennt man vom Nahen bereits die Aufhellung des Displays bei wechselndem Blickwinkel. Hier in Form von etwas zu hellen Ecken.

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    Sehr störend ist die Aufhellung der Ecken bei naher, frontaler Betrachtung. Auch bei seitlicher Betrachtung hellt sich das Display sehr schnell auf. Der Unterschied zur frontalen Betrachtung ist schon sehr groß. Dennoch finde ich die Blickwinkel zufriedenstellend.

    Ausleuchtung
    Die Ausleuchtung des Gerätes ist sehr gut. Clouding oder Backlight Bleeding ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Jedoch variiert die Aufhellung des Displays mit dem Blickwinkel. Auch hat man bei seitlicher Betrachtung von oben den Eindruck von Clouding. Frontal gesehen ist dies aber nicht Sichtbar. Etwas seltsam fallen zwei dunklere Streifen in der Ausleuchtung auf, wer aber nicht sehr genau darauf achtet wird sie kaum bemerken. Bis auf diese Streifen ist bei normaler Betrachtung aber nichts an der Ausleuchtung auszusetzen, sie wirkt sehr homogen.

    Volle Helligkeit, Weißbild, 1/10s, ISO200, F2.8
    Volle Helligkeit, Weißbild, 1/10s, ISO200, F2.8
    Ausleuchtung”

    Schwarzwert
    Der Schwarzwert gibt an wie schwarz das dargestellte Schwarz wirklich ist. Der Idealwert beträgt hierbei 0.00, also Tiefschwarz. Je nach Helligkeit schwankt der Schwarzwert zwischen 0.03 und 0.14. Diese Werte sagen aus, dass man mit einem guten Schwarz rechnen kann. Tagsüber wirkt Schwarz auch wie Schwarz, dies hängt natürlich sehr mit der Helligkeit der Umgebung ab. Im abgedunkeltem Raum sieht man auch noch bei Werten von 0.03 und weniger ein Leuchten. Viele Monitore, insbesondere IPS und TN Panels, liegen zwischen 0.1 und 0.3. Hier habt Ihr also einen Monitor welcher euch Schwarz auch sehr gut als solches präsentieren kann.

    Generell wirkt Schwarz sehr satt. Lediglich in den Ecken ist eine Aufhellung zu erkennen. Es gilt wie bei allen Monitoren, je Heller die Umgebung, desto dunkler wirkt das Schwarz.
    Tagsüber wirkt Schwarz richtig Schwarz. Sogar bei 100 Prozent Schwarzbild.
    Tagsüber wirkt Schwarz richtig Schwarz. Sogar bei 100 Prozent Schwarzbild.
    Schwarzwert”

    Reflektionen
    Anders als viele Profi-Modelle verfügt das Display nicht über eine starke Anti-Reflektions-Beschichtung (AG-Coating). Es ist „semi-glossi“, also spiegelnd, aber dennoch „entspiegelt“. Dadurch werden Farben etwas besser und Schriften etwas klarer dargestellt. Bei Geräten mit starkem AG-Coating sieht der Nutzer oft einen Glitzer-Effekt, dieser wird besonders bei IPS-Panels als störend empfunden. Deshalb setzt Samsung mit seinen neuen Profi-Modellen mit PLS-Panel auch auf „semi-glossi“. Es muss also nicht unbedingt etwas Negatives sein. Jedoch sollten reflektierende Rückwände, helle Kleidung und Lichtquellen vor dem Monitor vermieden werden. Jedenfalls bei der Darstellung schwarzer Bildinhalte.

    Frontal ist die Reflektion des Displays am geringsten.
    Je mehr man den Blickwinkel steigert desto stärker wirkt die Reflektion.
    Je mehr man den Blickwinkel steigert desto stärker wirkt die Reflektion.
    Reflektionen”

    Interpolation
    Wer einen LCD-Bildschirm nicht in seiner nativen Auflösung betreibt, benötigt eine gute Interpolation. Das heißt, der Monitor soll auch wenn niedrigere Auflösungen dargestellt werden als die natürliche Auflösung des Monitors eine möglichst scharfe Darstellung bieten.

    1080p: Die Natürliche Auflösung ist wie erwartet schön scharf und Problemlos.
    720p: Manche Geräte können nur 720p, oder aufgrund schwacher Grafikleistung wird die Auflösung heruntergestellt. Bei 720p ist deutlich zu sehen dass, das Bild unschärfer wird. Allerdings wirkt es dennoch gut. Schrift wirkt nur ein wenig stärker geglättet. Damit lässt sich noch gut Arbeiten/Spielen.
    720p: Manche Geräte können nur 720p, oder aufgrund schwacher Grafikleistung wird die Auflösung heruntergestellt. Bei 720p ist deutlich zu sehen dass, das Bild unschärfer wird. Allerdings wirkt es dennoch gut. Schrift wirkt nur ein wenig stärker geglättet. Damit lässt sich noch gut Arbeiten/Spielen.
    Reflektionen”

    Kalibrierung & Ausmessung
    Neben subjektiven Bildeindrücken sind auch Messungen sehr wichtig. Nachfolgend findet Ihr nicht nur Informationen des subjektiven menschlichen Auges, sondern auch objektive Messergebnisse. Gemessen wurde mit Hilfe des Quato silver haze pro (DTP94) und iColor Display.

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    Das N-Test-Startbild stellt Farben, Farbverläufe und alle Graustufen bis zu 3 Prozent deutlich dar. Nachfolgend findet Ihr die Werte der verschiedenen Modi welche als Preset im OSD auswählbar sind.

    Standard (Werkseinstellung):

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    Text:

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    Internet:

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    Film

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    Spiel

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    Sport

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    Weiter geht’s am Montag mit Teil 2 des ausführlichen Testberichtes zum iiyama ProLite X2775HDS.

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