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Produkttest: harman/kardon Soundsticks II



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Eine langjährige Designgeschichte…
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Wir schreiben Oktober 1999, die Firma Apple bittet zum Presse-Rapport, vorgestellt wird Mac OS 9 und die neuen iMacs mit DVD-Laufwerk und FireWire. Doch wie immer im Leben, sind es die kleinen Dinge, die die Welt in Verzückung versetzt. So auch an diesem Tag, Steve Jobs enthüllt einen USB-basierenden Subwoofer, designt by Apple, produziert von harman/kardon. Der iSub begeistert die anwesende Menschenmenge, allerdings funktioniert er zunächst nur mit dem iMac.
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Apple Special Event im Oktober 1999. Die komplette Keynote findet man hier zum Download.
Ein Jahr später, zur Macworld in New York stellt harman/kardon nun in Eigenregie die Soundsticks vor, quasi ein iSub mit zusätzlichen Höhen-Lautsprechern. Immer noch USB-basierend sind diese nach wie vor nur für den Mac geeignet. Anfang 2004 wird das Macintosh-Monopol aufgegeben, mit den Soundsticks II kommt nun ein jeder in den Genuss dieses Designklassikers. Wir schreiben den 19. April 2007, ich kaufe mir eben genanntes System und schreite zum Produkttest.
Design und Verarbeitung
Das Design scheint über jeden Zweifel erhaben, dominiert wird es vom Subwoofer. Das transparente Gehäuse weckt zahlreiche Erinnerungen, nicht nur an die Designära von Apple ab dem Jahre 1998. Die Grundidee scheint entnommen aus diversen Sci-Fi-Filmen, zutreffender finde ich noch den passenden Vergleich zum Bauhaus-Design. Stellt man eine Wagenfeld-Leuchte daneben, zwingt sich die Verwandtschaft nahezu förmlich auf.

Die Verarbeitung des Designs ist zufriedenstellend, produziert wird in China, daher sollte man keine Wunder erwarten. An den Höhenlautsprecher finden sich marginale Spritzrisse, diese verschmerzt man jedoch gerne, obgleich der Gesamterscheinung. Dagegen zunehmend befremdlich wirken auf mich die Standfüße der Lautsprecher, diese erinnern nicht von ungefähr an die Leibspeise von Homer Simpson.
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Die Soundsticks in ganzer Pracht.
Anschlüsse und Technik
Nicht nur das Design unterscheidet sich vom Gros der Lautsprechersysteme die am Markt erhältlich sind. Zunächst findet man den Anschluss für das externe Netzteil, daneben eine zweigeteilte Kabelpeitsche für die Höhenlautsprecher, bestehend aus einem steuerbaren Mini-Anschluss und einem Cinch-Anschluss. Diese Sonderlösung scheint notwendig, da am rechten Lautsprecher die Regelung der Lautstärke erfolgt. Das Standard-Klinkenkabel (3,5mm) ist bedauerlicherweise fest integriert. Hier kann man nur hoffen, dass ein Kabelbruch ausbleibt, sonst hat man einen teuren Servicefall vor sich. Benötigt man ein längeres Kabel empfiehlt sich der Kauf einer Klinkenverlängerung. Neben dem Klinkenkabel entdeckt man die Basseinstellung, die als einfacher Drehregler daher kommt.
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Die Anschlüsse und Kabel im Überblick.
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Die Kabelpeitsche mit den zwei Anschlüssen für die Lautsprecher.
Was verwundert, ein Netzschalter existiert nicht. Die Nutzung einer schaltbaren Kabelleiste wird so in Zeiten des Energiesparens zwingend notwendig. Einen Umweltengel verdient harman/kardon auf diese Weise nicht!
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Das relative kleine Netzteil.
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Der „Netzschalter“ des Systems.
Bedienung und Klang
Die Handhabung des Systems verwirrt nicht, hat man vorerst alle Kabel verbunden kann man die Höhenlautsprecher noch separat justieren. Da diese neigbar sind, findet sich für jeden die richtige Position.
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Wie hätte man es denn gern? Neigbare Lautsprecher.
Die Einstellung der Lautstärke nimmt man am rechten Satelliten vor, mittels „Touch-Controll“. Einen Hi-fi-Drehregler kann man bei einem solchen System sicherlich auch nicht unbedingt erwarten. Nichtsdestotrotz ist die Lautstärkeeinstellung einfach zu handhaben.
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Die „Lautsärke-Buttons“ in der Ansicht.
Kommen wir nun zum Sound, dieser lässt alle, kleineren Kritikpunkte vergessen. Selten klang ein „Desktop-Lautsprechersystem“ so beeindruckend. Der Bass kommt mächtig rüber, man spürt ihn förmlich am ganzen Körper. Aber auch die Höhen kommen klar und deutlich durch. Für den Einsatz „nur“ am Rechner fast zu schade. Auch ein iPod oder andere „Zuspieler“ freuen sich auf dieses Erlebnis. Vielleicht sollte man seine Nachbarn schon mal vorwarnen, denn dieses Hörerlebnis ist „grenzenlos“.
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Er sorgt für mächtig Druck: der Subwoofer!
Fazit
Verschmerzt man die zwei wesentlichen Kritikpunkte (kein Netzschalter, fest integriertes Klinkenkabel) erhält man mit den harman/kardon Soundsticks II ein Lautsprechersystem welches nicht nur auf Grund des Designs begeistert. Auch der Klang überzeugt bei einem Produkt dieser Preisklasse durchweg. Wer auf modernen Schnickschnack wie Digitalanschlüsse, 5.1 oder noch mehr verzichten kann, ist gut bedient. Das gute alte Stereo 2.1 hat noch lange nicht ausgedient.
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2 Kommentare

  1. Friedrich Schiller schrieb am
    Bewertung:

    Nur weil es in china hergestellt ist muss es nicht schlecht sein.
    Wo kommt dein sonstiges High-tech zeugs her? Etwa nicht aus China ?
    Im übrigen produzieren die chinesen im Auftrag der USA oder sonstiger.

    Leute wie du machen mich krank. Angst vor Chinesen aber vergötterung der Amis.
    Armes Würstchen

  2. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Friedrich Schiller: Entschuldigung bitte? Aufgrund eines ausgewogenen und fairen Produkttests mit einer solchen persönlichen Reaktion kontern, und mir Feindlichkeit gegenüber dem fernöstlichen Kulturkreis und Anbetung des „American Way of Life“vorzuwerfen – grenzt, wenn nicht an Dummheit, dann wohl doch eher an jugendlicher Unvernunft. Nur nebenbei gesagt, bin ich mit den Soundsticks, seit nunmehr zwei Jahren hochzufrieden. Bei genauem durchlesen des Textes, währe dies dem Kommentator sicherlich aufgefallen.

    Aber ich übe mich in altväterlicher Nachsicht, befinde ich mich doch im Urlaub. Ein Zustand, den die chinesische Arbeitsbevölkerung, nachdem was man so hört, nur selten genießen darf. Aber ich trifte erneut in Zynismus ab, auch dafür bitte ich um Entschuldigung.

    Belassen wir es doch dabei, und sprechen uns wieder, wenn der Kommentator seinen Schulabschluss in der Tasche hat, solange verbleibe ich mit den Worten seines Namensvetter: „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt, wie des Messers Schneide.“

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