Tests

Produkttest: Genius Ring Mouse



Zugeordnete Tags Produkttest | Test | Bilder | Kritik
Bereiche

Preisgekrönte Daumen-Maus vielseitig nutzbar
Aufmerksame Leser unseres Blog mögen sich vielleicht noch an das Ringbow-Eingabegerät erinnern, welches – auf den Zeigefinger gesteckt und an das Tablet angeschlossen – dem Nutzer diverse Zusatzfunktionen bei größerer Bewegungsfreiheit ermöglichte. Ein ähnliches Gadget gibt es mit der Ring Mouse von Genius nun auch als „normales“ Eingabegerät, seit der IFA 2011 sogar mit einem Preis gekrönt, für den Einsatz am PC oder Notebook. Die eigentlichen Mausbewegungen werden am Genius-Modell über eine Mini-Touchfläche mit dem Daumen ausgeführt, die zwar nicht so empfindlich auf Druck reagiert, wie es beispielsweise die Trackpoints an Lenovos Thinkpad-Notebooks tun, bei entsprechend höherem Druck aber einen Linksklick auslöst. Soweit zu den Konkurrenzkonzepten, doch wie schlägt sich die Genius Ring Mouse im Alltagstest?
Hier erst einmal die technischen Daten und ein paar Bilder (mehr Fotos im laufenden Text):

image

Ich hab doch ziemlich gestaunt in dieser fiesen Blisterverpackung so edel gestaltete Einzelteile zu finden. Außer der schwarzen Ringmouse mit Empfängerdongle, dem Handbuch und einer Mini-CD mit Treiberdateien für Windows liefert Genius auch noch eine amtliche Box und ein ordentliches Ladekabel mit. Vor allem die Plastik-Box, in der jedes Teil seine eigene, vorgeformte Mulde hat und in dessen Deckel auch die Software noch verstaut werden kann, fällt positiv auf, auch wenn diese eigentlich eine Spur zu groß geraten ist. Dass die Fingermaus mit einem Akku und einem passenden Ladekabel ausgestattet ist finde ich besonders kundenfreundlich, denn schließlich will man „auspacken und loslegen“, statt erst einmal Batterien besorgen zu müssen, wie bei so vielen anderen Geräten üblich.

Genius Ringmaus Teil 1″

Multifunktions-Zeigefingeraufsatzeingabegerät
Nach der ersten Aufladung, die nach etwa einer Stunde mit dem Farbwechsel der LED am Ladekabel von rot auf grün als abgeschlossen angezeigt wird kann das Gadget sofort genutzt werden. Den Umgang mit dem Ladekabel lernt man dabei auch gleich, denn dabei kann man sich durchaus zu doof anstellen und es kaputt machen. In Kinderhände gehört das aus diesem Grund dann auch eher nicht, was wegen der geringen Größe wohl auch für den Empfänger-Dongle gilt. Das Halteband an der Ringmouse selbst ist außerdem aus Gummi und nur eingeklebt, was auch nicht ewig halten wird.

Ohne die erweiterten Funktionen der Genius-Software funktioniert der „Fingerzeig“ genau wie eine normale Maus, wobei die linke Taste als mittlere Maustaste fungiert und der Linksklick -wie oben beschrieben- über die Touchfläche ausgeführt wird. Die rechte Taste entspricht dabei der rechten Maustaste, was der gewohnten Ergonomie entgegen kommt und eine Eingewöhnung erleichtert. Dennoch, an die kleine Touchoberfläche muss man sich schon eine kleine Weile gewöhnen und etwas ungenau ist sie auch manchmal. Je mehr Schwielen man(n) an den Fingern hat, desto schwieriger wird’s, würd ich mal vermuten. Nach einer Viertelstunde hat der Durchschnittsmensch das nötige Gefühl aber normalerweise entwickelt.

Genius Ringmaus Teil 2″

In den Einstellungen der Software, die sich in wenigen Sekunden installieren lässt, kann man an all den Funktionen auch soweit gar nichts ändern, denn diese bietet dem User lediglich zwei Profile für zwei Microsoft-Programme zur Auswahl an. Im Profil „Mediacenter“ beschränken sich die Änderungen auf die Wirkung der linken Ringmouse-Taste, der die Pausenfunktion (im Windows Mediacenter, nicht bei anderen Playern!) zugeordnet wird, wobei im Profil „Präsentation“ (funktioniert ausschließlich in Powerpoint) auch das Blättern mit den Tasten ermöglicht werden kann. Eine Umstellung für Linkshänder sucht man dagegen vergeblich.

Unter Linux
Der geringe Funktionsumfang der Software hat aber auch sein Gutes, wenngleich es womöglich ganz schön gewesen wäre, auch eigene Programmprofile anlegen zu können. Aber sei´s drum, somit sind unter (Ubuntu-)Linux wenigstens keine Einbußen spürbar, und das ist mir ja immer ein persönliches Sonderlob wert!

Genius Ringmaus Teil 3″

Kritik
Abgesehen von der – leicht – gewöhnungsbedürftigen Handhabung ist das Haltegummi recht knapp bemessen. Es soll sich zwar durch die wellenförmigen Enden an jede Fingerdicke anpassen, ist aber eine Spur zu stramm. Kann sein, dass sich das mit längerer Nutzung ändert, aber mir ist erst der Finger ab gefroren und dann eingeschlafen, und das ist natürlich nicht der Sinn der Sache. In dem Fall sollte man die Maus dann weiter vorn am Finger befestigen oder mal den Finger wechseln, was interessanterweise gar kein Problem ist. Ob man den „Genius“ am Zeige- oder Mittelfinger anbringt macht nahezu keinen Unterschied, beides geht intuitiv und einfach von statten. Die Haltegeschichte mit dem Gummiband sollte der Hersteller aber trotzdem nochmals überdenken, das geht sicher besser.

Das größte Problem ist jedoch die „Entferntheit“ von der Tastatur: Kaum hat man sich in den Sessel zurückgelehnt wird irgendwo ein Passwort verlangt, eine Sucheingabe erwartet oder dergleichen. Eine OnScreen-Tastatur zu nutzen kommt mit der Ringmouse eigentlich nicht in Frage, so dass man sich immer wieder aufsetzt um das Keyboard zu bedienen. Daher hat es eine Weile gedauert, bis ich mir einige sinnvolle Einsatzszenarien vorstellen konnte (siehe Fazit). Hat man sich dann aufgesetzt und bedient – wie ich – die Notebooktastatur, dann liegt es nahe auch das Touchpad zu benutzen. Und dann sieht man sich ganz normal am Notebook rum fummeln, nur mit diesem Ring am Zeigefinger…vergessen wie die Brille auf der Nase.
Wenn man unbedingt will kann man auch den sehr kleinen Dongle wegen seiner Farbe kritisieren. Passt man auf diesen nicht gut auf und verwahrt ihn nicht immer schön in der passenden Box-Mulde, kann er schnell abhanden kommen, aber das sind Marginalien.

Fazit
Interessant, gut ausgestattet, mit geringen Systemanforderungen und variablen Nutzungsmöglichkeiten, so könnte ich die Genius Ring Mouse schon zusammen fassen, nur dass mir eben zu den Nutzungsszenarien anfangs nicht viel eingefallen ist. Das hat sich mittlerweile ein wenig geändert, wenngleich die fehlende Zeicheneingabe das größte Hindernis in der Beziehung geblieben ist. Mit einer kleinen Bluetooth-Tastatur lässt sich aber auch über ein TV-Gerät oder ein etwas entfernt stehendes Notebook entspannt surfen, ohne sich laufend aufsetzen zu müssen wie beim katholischen Gottesdienst. Weil der Dongle so schön klein ist kann man unter Umständen auch mal einen fremden Rechner kapern, was zwar kein eigentlicher Sinn ist, aber immer wieder viel Freude bereitet.

Wie schon viele andere kleine Helferlein könnte man sich auch bei diesem Spielzeug vorstellen, dass es aus der Produktentwicklung für Menschen mit Behinderung stammt, von denen womöglich auch der ein oder andere etwas mit der Daumen-Maus anfangen kann. Aber auch wegen „Maus-Unterarm“ arbeitsunfähig geschriebenen Mitarbeitern kann man die Ringmouse zur Unterstützung ihrer Therapie anbieten, da freuen die sich. Sogar aus dem Businnesbereich könnte also noch einiges an Nachfrage kommen, so dass der Ringmouse einem Erfolg als Verkaufsschlager nichts im Wege sein sollte.

Für einen Preis von mehr als 40 Euro hätte ich jedoch eine etwas stabilere Befestigung und eine etwas umfangreiche Software erwartet. Ich persönlich bin auch das Problem mit der Tastatur nicht losgeworden, konnte als Notebook-Tester aber noch einen weiteren Einsatzzweck ermitteln: mit mehreren Ringmäusen lassen sich natürlich auch mehrere Testrechner bedienen, ohne jedes Mal dorthin greifen zu müssen, aber erstens ist das recht speziell und zweitens kann man dazu auch das „Seamless Mouse“-Tool benutzen.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 358 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Richtig teuer = richtig gut? Das Oppo Find X2 Pro im Test

Tests

24.07.2020

 | André Nimtz

Wer sich Smartphones auch (oder vielleicht sogar wegen) der Kamera-Ausstattung kauft, dem dürfte DXOMark ein Begriff sein. Der Hersteller, der es hier auf eine der ersten Positionen im Ranking schafft, kann mit Fug und Recht behaupten, eine... mehr +

Portable SSD T7 Touch: Samsungs Externe im Alltagstest

Tests

02.07.2020

 | André Nimtz

SSDs zu testen ist immer so eine Sache – auch wenn es um externe SSDs geht. Was soll man groß schreiben außer: „Die sind ziemlich schnell im Vergleich zu herkömmlichen Platten und eigentlich immer schneller als der jeweilige... mehr +