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Produkttest: Genius Pen Mouse



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Mausersatz-Stift mit mehr Hui als Pfui
Bei der Auswahl der aktuellen Testgeräte lag es nahe, neben der Ring Maus von Genius auch die ebenfalls erst seit wenigen Wochen erhältliche Pen Maus des selben Herstellers mit zu nehmen. Beide Gadgets wurden auf der letzten IFA mit einem Award ausgezeichnet, die Ringmaus ist aufgrund einiger besserer Ausstattungsmerkmale aber gut doppelt so teuer wie der hier vorgestellte Stift. Dass man für die 22,90 Euro, die der Pen kostet, dennoch ein gutes Eingabegerät mit guter Ausstattung bekommt, darüber könnt ihr euch hier genauso informieren, wie über den Haken, den die Sache hat.
Technik:
Hier erstmal die technischen Daten und ein paar Fotos, an denen man bereits die gute Ausstattung und die schicke Gestaltung sieht.

image

Genius Pen Maus“

Die optische Abtastung entspricht mit 800 dpi der normaler Mäuse, kann aber auch auf 1200dpi für mehr, und auf 400dpi für geringere Empfindlichkeit eingestellt werden; rotes Flackerlicht an der Stiftspitze inklusive. Mit dem beiliegenden Mini-Werkzeug kann die Spitze gelöst werden, um die Abtastmimik zu reinigen oder auszutauschen. Der Empfängerdongle passt wie beim Schwestermodell Ringmouse exakt in die dafür vorgesehene Stelle im Case, respektive dem edlen Leder-Etui. Das kleine Mauspad passt da zwar leider nicht mehr rein, aber man kann natürlich auch auf anderen Untergründen arbeiten. Als Energielieferant liegt der Penmouse allerdings nur eine Batterie statt eines Akkus bei und die Software stellt auch nur unter Windows ihre Funktionen zur Verfügung, als Standardmaus kann der Stift aber auch unter Ubuntu-Linux benutzt werden.

Usability:
Außer den Einstellungsmöglichkeiten für die Handhaltung stellt das Tool aber auch unter Windows nichts weiter zur Verfügung, Details wie Beschleunigung, Geschwindigkeit oder Empfindlichkeit werden mit den normalen Maussettings geteilt, was eindeutig nachteilig ist. Will man beispielsweise etwas Handschriftliches verfassen dürfen die genannten Punkte nicht zu empfindsam eingestellt sein, sonst klappts mit dem Schreiben nicht. Das widerum macht aber die normale Maus oder das Touchpad so langsam, dass man es kaum mehr gebrauchen kann; für den Parallelbetrieb sollte also vielleicht noch ein Tool benutzt werden, das diese Geräte unabhängig voneinander arbeiten lässt. Rein über die Treibereinstellungen ist mir ein getrenntes Einstellen jedenfalls nicht gelungen.

In der aller langsamsten Einstellung für die Zeigergeschwindigkeit lässt sich ausserdem am besten mit dem Stift zeichnen, da dies einer 1:1-Umsetzung entspricht. Ein Zentimeter Bewegung mit dem Stift verursacht also einen genau ein Zentimeter langen Strich im Zeichenprogramm, um einmal über den gesamten 15-Zoll Bildschirm zu fahren muss dann natürlich auch die Maus volle 15 Zoll weit geschoben werden.

Im Gegensatz zu einem richtigen Zeichentablett mit Stift kann mit dem Genius Pen also kein Sprung durchgeführt werden, da ja auch kein „absoluter“ Bereich definiert ist. Als Zeichen- und Schreibgerät ist der Stift also nur sehr bedingt brauchbar. Speziell beim Schreiben hebt man ja unbewusst den Stift häufig an um ihn neu zu platzieren und so eine saubere Trennung der Buchstaben hinzukriegen. Die PenMouse positioniert sich dabei aber eben nicht neu und so muss man schon einiges an Übungsaufwand treiben, wenn man damit schreiben will. Für Kinder, die Schreibschrift lernen müssen, ist das schon eher geeignet, allerdings befürchte ich, dass diese sich so ihren „normalen“ Stil versauen könnten.

kleines Zeichenbeispiel:

image

Fazit:
Die Innovationstiefe der Geniusprodukte hat ihnen den Preis auf der IFA eingebracht, aber es ginge wohl noch besser. Speziell die Gebundenheit an den normalen Maustreiber ist verbesserungswürdig, Ähnlich wie auch bei der Ringmaus fällt es mir vor allem schwer, einen sinnvollen Einsatzbereich für die Penmaus zu erkennen, aber das mag meiner schwachen Fantasie geschuldet sein. Zu teuer, um einen geplanten Einsatzzweck einmal auszuprobieren, ist der Stift ja nicht, so dass man es im Zweifel mal versuchen kann. Ein Grafiktablett mit druck-sensitiver Spitze und dergleichen kann die Penmaus aber auf keinen Fall ersetzen.

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1 Kommentar

  1. S.Presso schrieb am
    Bewertung:

    Dafür 2011 noch ’nen Preis für Innovationstiefe zu vergeben …
    Die hier http://www.pen-mouse.com bieten Pen-Mäuse in verschiedenen Ausführungen bereits seit Jahren an.

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