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Produkttest: DJ-Kopfhörer, Teil 3



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Panasonic, Reloop & Technics
Es ist soweit und der Produkttest ist abgeschlossen. Nachdem bereits vor wenigen Tagen die technischen Features und der Lieferumfang näher beleuchtet wurden, gilt den drei Testkandidaten Panasonic RP-DJ600E-K, Reloop RH-3500 PRO und Technics RP-DJ1200E-K in diesem Bericht die volle Aufmerksamkeit: Was ist positiv hervorzuheben, was kann verbessert werden und welcher Kopfhörer ist der beste? – Zunächst aber möchte ich Panasonic und Reloop (Global Distribution) für die zur Verfügung gestellten Produkte danken, denn nur so lassen sich Kopfhörer am besten vergleichen. Natürlich wird der eine oder andere vielleicht sagen: „Wie kann man bitte einen Panasonic-Einstiegs-DJ-Kopfhörer mit einer Institution im DJ-Business vergleichen?“ Ich denke aber: Wenn man ständig Tests liest, hört, sieht, in denen nur Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen verglichen werden, ist man des Ganzen schnell überdrüssig – wirklich interessant sind doch die Tests David gegen Goliath.
Panasonic RP-DJ600E-K
Beim Panasonic RP-DJ600E-K handelt es sich um einen geschlossenen Hi-Fi-Monitor-Kopfhörer für die junge DJ-Generation und den kleinen Geldbeutel. Der leistungsstarke 40-mm-Neodym-Magnet sorgt für ein dynamisches Klangbild mit druckvollen Bässen, das für diese Preisklasse mehr als beachtlich ist. Für 36,90 Euro bekommt der Käufer neben einem gut verarbeiteten Kopfhörer, der bereits mit einem 1,2 Meter langen Kabel ausgestattet ist, ein 2 Meter langes Verlängerungskabel, einen Adapter (3,5 auf 6,3 mm) sowie eine Transporttasche.

Der RP-DJ600E-K besitzt einzeln klappbare Ohrmuscheln, die man zwar – ideal zum Vorhören – nach innen an den Bügel klappen kann, die aber gleichzeitig nicht so weit wegklappbar sind wie bei den anderen beiden Testprodukten. Obwohl der Panasonic mit 205 Gramm der leichteste Kopfhörer im Testfeld ist, macht sich nach einer gewissen Tragezeit die fehlende Polsterung am Bügel bemerkbar. Weiterhin ist der Plastebügel etwas dünn geraten, sodass man den Kopfhörer nicht zu weit auseinanderziehen sollte.

Vielleicht liegt es auch nur an meinen großen Ohren, aber mir sind die Ohrpolster eine Nummer zu klein geraten – sie umschließen die Ohren nicht vollständig. Beide Ohrmuscheln lassen sich um 90 Grad nach vorn wegklappen, ein Feature, das der „große Bruder“ nicht vorweisen kann. Die Schienen zum Einstellen der optimalen Position der Kopfhörer auf dem Kopf sind aus Aluminium und ermöglichen eine gute und schnelle Einstellungsänderung.

Wie eingangs erwähnt, ist das Klangbild des RP-DJ600E-K sehr dynamisch und überzeugt durch druckvolle Bässe. Natürlich darf man hier nicht den Technics aus der anderen Preisklasse zum Vergleich heranziehen, denn dieser „schallt“ einfach in einer anderen, höheren Liga. Aber wohlgemerkt: Der Panasonic ist für die junge DJ-Generation gedacht, für Menschen also, die vielleicht ihre ersten Schritte hin zum Profi-DJ wagen möchten und deren Geldbeutel keinen High-End-DJ-Kopfhörer ermöglicht.

Panasonic RP-DJ600E-K“

Reloop RH-3500 PRO
Der Reloop RH-3500 PRO strahlt dem Käufer mit einem glänzend weißen Überzug entgegen. Auch ihm ist ein mehr als umfangreiches Zubehörpaket beigegeben, das selbst das Panasonic-Modell in den Schatten stellt: Transporttasche, Adapter, zwei austauschbare Kabel und zwei verschiedene Ohrpolster. Habe ich irgendetwas vergessen? Kann ja leicht passieren bei dieser Zubehörfülle!

Der RH-3500 PRO, der mit einem Preis von derzeit knapp 60 Euro etwas oberhalb des Panasonics angesiedelt ist, zeichnet sich durch extreme Flexibilität aus und besitzt ein hervorragendes Klangbild – sowohl Klang als auch Bassvolumen sind um einiges besser als beim preisgünstigeren Konkurrenten. Die viel größeren, fast schon überdimensionierten Ohrmuscheln umschließen selbst meine Ohren perfekt und lassen mich die Welt um mich herum vollkommen vergessen.

Der Kopfhörerbügel ist gut gepolstert und die metallischen Außenseiten beider Ohrmuscheln werden vom Logo und der Produktbezeichnung verziert. Einzig die Verbindung zwischen Bügel und Ohrmuscheln wird ausschließlich von Plastik umhüllt, was den positiven optischen Gesamteindruck ein wenig trübt. Die Schienen zur Justierung sind verstärkt und wirken wesentlich stabiler als beim Panasonic, perfekter Sitz ist also garantiert. Die Ohrmuscheln lassen sich ebenfalls um 90 Grad nach vorn schwenken sowie vollständig von innen nach außen klappen. Beide Seiten kann man zudem bis an den Bügel einklappen, was beim Panasonic nicht möglich war.

Der Reloop verfügt weiterhin über ein glattes Kabel und ein Spiralkabel, das je nach Einsatzart einfach ausgetauscht werden kann. Hierfür befindet sich an der Unterseite der linken Ohrmuschel eine entsprechende Buchse, die es ermöglicht, das Kabel abzunehmen. Die auswechselbaren Ohrpolster aus Leder und Velours bieten sehr guten Tragekomfort und für jeden Tragegeschmack das Richtige.

Der RH-3500 war übrigens mit Abstand der schwerste Kandidat im Test – wenn man also nicht den Nacken eines Stieres vorzuweisen hat, macht sich sein Gewicht nach ein paar Stunden auf dem Kopf durchaus bemerkbar. Und obwohl sie mich sofort angesprungen und begeistert hat, macht mir die weiße Farbe Sorgen: Es muss sich zeigen, ob sie mit der Zeit nicht doch vergilbt.

Reloop RH-3500 PRO“

Technics RP-DJ1200E-K
Kommen wir nun zum High-End-DJ-Kopfhörer, zur Crème de la Crème und zum teuersten Modell im Test, dem Technics RP-DJ1200E-K. Dieser ist zwar fast dreimal so teuer wie das Panasonic-Modells, allerdings findet sich der Kostenfaktor in den technischen Features wieder: Der verbaute 41-mm-Wandler sorgt für das beste Klangbild im Test – dieser professionelle, geschlossene DJ-Kopfhörer erzielt einen wirklich exzellenten Wirkungsgrad, der auch den Reloop übertrumpft. Doch was will man von einem Technics auch anderes erwarten?

Dabei ist der RP-DJ1200E-K fast so leicht wie sein „kleiner“ Bruder, bietet aber gleichzeitig ein sehr gutes Bügelpolster. Der Tragekomfort ist somit um Längen angenehmer und auch bei längeren Sessions drückt nichts. Die Polster der Ohrmuscheln sind nicht so riesig wie beim Reloop, passen aber besser auf meine Ohren. Beide Ohrmuscheln lassen sich – wenn auch nicht vollständig – nach außen klappen, zum Bügel hin werden sie jedoch gedreht und nicht geklappt, was schon viel hochwertiger wirkt. Und damit dies nicht ungewollt beim Auf- und Absetzen des Kopfhörers geschieht, wurde ein kleiner Hebel zur Arretierung angebracht. Mit seiner schwarzen Farbe wirkt der Technics außerdem unaufdringlicher als der weiße Konkurrent, in meine Augen aber auch unscheinbarer. Aber ok, ein DJ wird nun mal für sein Können und nicht für sein Aussehen gebucht.

Das große Manko des Technics allerdings ist das Zubehör, denn außer einem Adapter (3,5 auf 6,3 mm) liegt nichts bei. Selbst das Kabel kann man nicht austauschen, da es fest mit der linken Ohrmuschel verbunden ist. Der Technics ist also von Klang und Tragekomfort her auf alle Fälle sein Geld wert, aber wenigstens eine Transporttasche im Lieferumfang hätte es sein dürfen.

Technics RP-DJ1200E-K“

Fazit
Müsste ich mich rein vom Optischen her für einen der drei Kopfhörer entscheiden, würde meine Wahl sofort auf den Reloop RH-3500 PRO fallen. Aber es sollen auch die inneren Werte herangezogen werden, und hier dominiert klar der Technics RP-DJ1200E-K, weshalb ich diesen an die erste Stelle setzen möchte. Schließlich der Panasonic RP-DJ600E-K, der wahrlich kein schlechter DJ-Kopfhörer ist, in meinem Ranking aber nur den dritten Platz belegt.

Die Frage nach dem perfekten Kopfhörer muss sich letztendlich jeder selbst stellen: Möchte man als DJ die erste Schritte wagen, ist der Panasonic die perfekt Wahl. Für den etwas ambitionierteren DJ von morgen, aber auch für viele Einsteiger kommt hingegen der Reloop in Frage, nicht zuletzt aufgrund seines attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses. Und für den DJ, der bereits erfolgreich auflegt, wird der Weg früher oder später kaum am Technics vorbeiführen.

Abschließend noch einmal die wichtigsten Testergebnisse zusammengefasst:

  Panasonic   Reloop   Technics
 
Pro + Attraktiver Preis
+ Sehr leicht
+ Zubehör
+ Attraktiver Preis
+ Sehr gutes Klangbild
+ Abnehmbares Kabel
+ Zubehörpaket
+ Top-Klangbild
+ Sehr leicht
+ Top-Tragekomfort
+ Top-Verarbeitung
 
Kontra – Ungepolsterter Bügel
– Geringer Durchmesser der Ohrpolster
– Zu viel Plastik
– Schmutzanfällig
Bis auf einen Adapter kein Zubehör im Lieferumfang enthalten

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1 Kommentar

  1. Mario schrieb am
    Bewertung:

    Kurz mein Senf:
    Pioneer HDJ-1000 DJ – 170€

    :) den nutze ich – viele andere Kollegen auch.
    Kostet natürlich nochmal ein bischen mehr – aber der rockt!
    Auch für Schlagzeugspieler interessant.

    *rock on – Mario

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