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Produkttest: Corel Painter 12 – Teil 2



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Photoshop war gestern – realistisches Zeichnen mit Corel Painter
Ich hatte euch in diesem Bericht bereits die Grundfunktionen von Corel Painter 12 vorgestellt. Im Zweiten Teil möchte ich etwas tiefer einsteigen: wo sind Painters Stärken und Schwächen und ist Painter ein starker Partner im Grafikbereich? Eigentlich habe ich in Photoshop bisher nichts vermisst, warum also ein zusätzliches Programm nutzen?
Papiersorten
Vor der Erstellung einer neuen Datei muss man sich für eine Papiersorte entscheiden. Hier hat man die Wahl zwischen 16 Papiersorten (z.B. sandiges Papier, Leinwand, raues Papier) für trockene Farben und 3 Papiersorten für Wasserfarben. Die Papiersorten unterscheiden sich hier bei lediglich in Ihren Eigenschaften, nicht in Farben o.ä. Dafür gibt es ein zusätzliches Auswahlfeld bei dem man jede beliebige Untergrundfarbe wählen kann. Die Papiersorte lässt sich auch nach der Erstellung der Datei noch ändern, so kann man die unterschiedlichen Effekte ausprobieren, der Pinselstrich wirkt zum Beispiel deutlich gestreuter bei einem sandigen Papier als bei einer Leinwandsorte.

Material (Pinselspitzen
Bei den Pinselspitzen finden wir wirklich alles was das Künstlerherz begehrt. Gewählt werden kann zwischen 30 Rubriken in denen sich neben Standarddingen wie Aquarell, Öl und Filzstiften auch spezielle Künstlerwerkzeuge wie Spachtel, Schwämme und sogar Dinge wie Sumi-e finden.

Filter
Die Filter werden unterteilt in Tonal Control, Surface Control, Focus, Esoterica und Objects. Unter Tonal Control finden sich Gradationskurven, Helligkeit/Kontrast usw. diese Filter eignen sich also gut im Vorfeld Fotos zu optimieren. Unter Focus findet man aus Photoshop gewohnte Dinge wie Motion Blur usw. Die benötigt man an der ein oder anderen Stelle auch sicher um bestimmte Effekte zu erzielen. Unter Esoterica befinden sich künstlerische Effekte wie „Pop-Art“, „Blobs“ (fügt große unregelmäßige Kreise im Bild hinzu).

Im- /Export von PSD Dateien
Ein Highlight der neuen Corel Painter Version soll das problemlose Öffnen und Bearbeiten von PSD Dateien in Painter sein. Dies soll zum einen für bessere Workflows aber auch für mehr Sympathie bei den Adobe Usern sorgen. In meinem Test mit ca. 10 PSD Dateien von 2-80MB hat dies auch problemlos und sogar relativ fix funktioniert, ich konnte hier keine Probleme feststellen. Sogar Ebenen und Gruppen werden übernommen. Umsteiger können also ihre bisher gemalten Werke problemlos mit Painter weiterführen.

Andersrum läuft dies auch ohne Probleme (aus Corel PSD speichern). Lediglich Corel Dateien werden von Photoshop nicht gelesen und als unbekanntes Format deklariert.

Realistisches Aquarell
Mein persönliches Highlight. In Zusammenhang mit den Papieren speziell für Wasserfarbe, sowie der Pinselspitze für den Intous4 Art Pen entsteht ein sehr realistisches Feeling beim Malen. Das Papier saugt die Farbe etwas auf, sodass ganz besondere Effekte entstehen können. Wie lange habe ich nach einer ähnlichen Alternative für Photoshop gesucht? Auf echtem Papier malen und erst einscannen müssen gehört somit der Vergangenheit an!

Im realistischen Aquarell Bereich stehen einem über 25 Pinselspitzen zur Verfügung, vom großen Pinsel über Flache Pinsel bis hin zu Schwämmen und Splatter Spitzen ist hier alles dabei und lässt somit keine Wünsche mehr offen. Ich freue mich wirklich schon auf den Einsatz in zukünftigen Projekten mit diesem Werkzeug. Also weg mit den Aquarell Kästen – hier ist die Revolution – kein rum sauen mehr (oder ist es vielleicht das was am Aquarell malen reizt?), keine weiteren Anschaffungskosten.
Die Rubrik „Digitale Wasserfarbe“ wirkt im Vergleich sehr künstlich, die Farben werden nicht/wenig vom Papier aufgesaugt, allerdings gibt es auch in diesem Bereich nette Effekt wie „Salz“ mit der sich hübsche Dinge zaubern lassen. Die Rubrik sehe ich aber eher als Ergänzung und würde auf keinen Fall mehr auf das Realistische Aquarell verzichten müssen. Bedauerlicherweise lassen sich die Rubriken nicht miteinander kombinieren, sodass man zum Beispiel mit dem Salz in die Realistische Aquarell Farbe malen könnte, denn Ebenen mit Wasserfarbe können nur mit Wasserfarbe und nicht mit digitalen Farben bemalt werden.

Corel Painter“

Marker
Eine Rubrik die mich ebenfalls ins Schwärmen verfallen lässt. In Zusammenhang mit der Filzspitze für den Intous4 Art Pen lassen sich zwar noch nicht ganz so perfekte Filzstift Striche simulieren wie mit den Realistischen Aquarellfarben, dennoch ist die Rubrik einen Blick wert. Von Designmarkern über Fine Liner bis hin zu normalen Filzstiften bleiben keine Wünsche offen. Jedoch wirken die Striche teilweise zu knallig, nicht nass genug und irgendwie eben doch etwas künstlich. Dennoch denke ich, dass sich z.B. mit den Designmarkern gute Ergebnisse erzielen lassen.

Praxis/Workflow
In puncto Formen wie Kreise oder Rechtecke konstruieren zeigt sich das Programm nicht ganz von seiner besten Seite. Hier gestalten sich einige Dinge doch eher kompliziert (z.B. eine Form kopieren oder mit Farbe füllen). Leider lassen sich Objekte außerhalb von Painter auch nicht per Drag & Drop ins Programm holen. Das Programm lässt sich also nur in Kombination mit Photoshop optimal nutzen.

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Fazit
Als ich Corel Painter 12 bekommen habe, fragte ich mich „Was soll Painter schon können, was Photoshop nicht kann?“. Die realistischen Effekte, Formen und Texturen haben mich aber vollkommen überzeugt. Das Programm simuliert die meisten Dinge sehr gut und so bereitet das Programm sehr viel Spaß. Bei mir wird Corel Painter in Zukunft das Standardprogramm für digitale Zeichnungen sein.

Ihr solltet dem Programm also auch mal eine Chance geben. Ich bin mir sicher, dass ein Blick in eure Lieblingsrubrik (je nachdem mit was für Farben und Werkzeugen ihr am liebsten malt), euch nicht enttäuschen wird. Corel Painter 12 sollte bei keinem Designer fehlen und ist im Zusammenspiel mit einem Wacom Tablett das optimale Werkzeug um beeindruckende Kunstwerke zu zaubern.

Einziges Manko: das Programm stürzt bei längerem Standby ab und zu einfach ab, somit kann ich nicht behaupten, dass das Programm komplett stabil läuft. Das Problem wird aber sicher durch kommende Updates gelöst.

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