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Produkttest: ASUS U33JC Bamboo Notebook – Teil 3



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Software, Leistung und Fazit
Als solides 13,3-Zoll-Notebook mit innovativem Design, aktueller Technik und durchschnittlicher Leistung, so könnte man das ASUS U33JC-RX040 Bamboo wohl bezeichnen. Doch was heißt das heutzutage überhaupt: „durchschnittliche Leistung“? Generell wird natürlich von allen Herstellern versucht, eine möglichst gute Rechen-, Grafik- und Speicher-Leistung bei möglicht langer Akkulaufzeit zu erzielen, was in der Praxis einer breiten Palette unterschiedlich gewichteter Notebook-Konzepte entspricht. Das vorliegende Modell mit i3-350M-CPU scheint der Dreiteilung von Intel (i3, i5 und i7-Prozessoren) entsprechend eher für den weniger anspruchsvollen Nutzer gemacht zu sein, aber so ganz haut das nicht hin.
Prinzipiell denke ich zwar schon, dass eine Einteilung in drei grob gefasste Nutzerklassen – Freizeit/Web-User, Angestellte/Office-User und Gamer – ausreichen würde, aber wir sind ja alle Individualisten, nicht wahr ;-). Und von daher muss man schon ein wenig genauer schauen; so einfach macht es Intel seinen Kunden eben nicht.

Im Vergleich zu den beiden letzten Test-Notebooks Acer Aspire 1830T und Lenovo Ideapad U160, die jeweils mit i5-520UM bzw. i5-430UM-Prozessoren ausgestattet waren, schneidet das U33JC-Bamboo – jedenfalls gefühlt – deutlich besser ab. Das liegt zum Einen natürlich an der höheren Taktfrequenz von 2,26GHz im Gegensatz zu den etwa rund 1,7GHz bei den i5ern. Zum Anderen, kann die i3-CPU eben NICHT im speed-step-mode betrieben werden und taktet daher nicht herunter. So steht die volle Leistung jederzeit zur Verfügung. Leichte Latenzen beim Hochtakten werden so vermieden, was wiederum eine etwas schwächere Akkuleistung zur Folge hat. Im fehlenden Feature „speed stepp“ könnte man zwar dann doch wieder eine Begründung für die „kleinere“ Modellbezeichnung sehen, doch genug der blanken Philosopie.

ASUS U33JC Bamboo – Teil 1″

Vor der Leistungsbewertung erst einmal ein paar Worte zur Software:
Der Blick ins BIOS bietet nicht viel Ungewöhnliches, aber immerhin ein wenig: Ein ausgegrauter, also nicht einstellbarer Eintrag „Overclocking“ weist darauf hin, dass in einer kommenden BIOS-Version auch an der CPU geschraubt werden darf. Allerdings steht dort bereits „high speed“. Es bleibt also abzuwarten ob ASUS die Funktion für den User überhaupt freischaltet. Des Weiteren kann man von hier aus ein EFI-Bios oder ein Flash-Utility aufrufen. Letzte „Spezialfunktion“ im BIOS ist die Möglichkeit, das sogenannte „Express Gate“ dem eigentlichen Betriebssystemstart vorzuschalten. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein kleines, schnell startendes Linux-System für den eiligen Mitmenschen, der sich auf Web, MP3s und ein paar Tools beschränken kann. Diese Funktion, die sich auch mit der für die Umschaltung des Stromsparmodus zuständigen Zusatz-Taste (oben links) aktivieren lässt, bietet ASUS seit etwa einem Jahr in nahezu allen Modellen und sollte von daher hinreichend dokumentiert sein.

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Startet man dann endlich das Windows 7-System, bietet sich ein relativ übliches Bild: Neben den ganzen Windows-Zusätzen stehen der Acrobat Reader, ein Virenscanner von TrendMicro, die Cyberlink BluRay-DiscSuite und das Host-Controller-Utility für das NEC USB3.0-Interface zu Diensten.

Über die immer komischer anmutenden Desktop-Verlinkungen zu Onlineshops wie eBay hatte ich mich ja auch schon beim Acers Aspire gewundert. In der Programmleiste finden sich aber auch ein paar sinnvolle Tools wie bspw. den Bankkonto-Connector, das FastBoot-Utilty zum Beschleunigen des Systemstarts oder das automatische Treiberupdate „eDriver“. Eine Art „VeriFace á la Lenovo“, mit dem man sich mit seinem eigenen Gesicht einloggen kann, bringt ASUS mit dem „SmartLogon-Manager“ auch mit. Nur schaltet sie dieses Tool (und den Start der Webcam) dankenswerterweise nicht so nervig zwingend vor den Systemstart, wie es eben Lenovo macht. Ganz obendrauf gibt es bei Bamboo vom Asus dann noch einige, leider ziemlich lahme und grafisch anspruchlose, 2D-Games, die man nach einer kurzen Testphase sogar kaufen soll.

Maus- und Tastaturintegration
Sehr gut gefällt mir mal wieder die Einarbeitung der FN-Funktionen in die Tastatur. Lediglich die Lautstärkeregelung ist ein wenig zu weit weg, als dass ich sie einhändig betätigen könnte. Zusätzlich zu den weiteren üblichen Funktionen wie Helligkeit, Displayumschaltung, etc. kann über eine solche Tastenkombination noch der Stand-by-Modus gestartet, die Webcam an- oder abgeschaltet und der Farbdarstellungsmodus (Vivid, Theatre, Gamma Correction, Soft und normal) verändert werden kann. Mit der rechten Maustaste kann man außerdem jedes Programm anweisen, entweder die interne Intel-HD-Grafik oder den onboard NVidia-GeForce-Chip zu benutzen. Dies kann man aber auch durch das jeweilige Programm bzw. das Betriebssystem regeln lassen, das bei entsprechender Beanspruchung ebenfalls automatisch auf den NVidia-Chip umschaltet (NVidia Optimus Technik).

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Womit wir dann bei den Leistungen angekommen wären.
Ausgerechnet bei der Windows-Leistungsbewertung fehlt jedoch diese Möglichkeit der Umschaltung/Auwahl. Trotzdem erhält das Bambusnotebook 4,4 Punkte in der Gesamtbewertung, wobei die Intel Grafik mit eben diesen 4,4 Punkten für die Desktopleistung auch das Nadelöhr darstellt. Für die 3D-Fähigkeiten vergibt die Leistungsmessung schon 4,9 Punkte, was mit dem NVIDIA-Chip sicher noch etwas höher ausgefallen wäre. Die Werte für die Festplatte und den RAM liegen jedenfalls bei 5,9 (Übertragungswerte der HDD: runde 70MB/s schreiben, 100MB lesen) und die CPU wird sogar mit 6,6 Punkten bewertet.

Für ein mobiles System ist das schon eine ganze Menge, wie ich finde. Dass sich das Ganze nebenbei noch ordentlich flüssig anfühlt mag auch am 64Bit-OS liegen – eine solide Leistung.

ASUS U33JC Bamboo – Teil 2″

Der Hauptunterschied der beiden Grafikchips liegt beim nutzbaren VRAM, wie man unter anderem auf den Bildern vom „CPU-Z“ sehen kann. Im CPU-Test mit Cinebench 11.5 hatte das aber nur sehr geringfügig unterschiedliche Ergebnisse zur Folge (Intel HD: 0,52P vs NVidia 310M: 0,56P). Dem OpenGL-Test verweigert sich das Modell komplett und bricht mit einer Fehlermeldung ab. So was kommt schon mal vor, wenn die Hardware noch sehr neu auf dem Markt ist. Hier kann es aber auch an einem kleinen Direct3D-Fehler liegen, der unter anderem dazu auffordert, für Call of Duty die Datei „d3dx9_37.dll“ nach zu installieren. Da das die Installation einer älteren DirectX-Version erfordern würde, hab ich darauf verzichtet, denn so versaut man ein System nur. Und da es bei Youtube ja kaum was gibt, was es nicht gibt, hab ich schnell mal das unten stehende Video rausgesucht…in den letzten zwei bis drei Minuten wird darin beispielhaft ein Command&Conquer-Game vorgeführt, das auch recht flüssig läuft. Wer also unbedingt will, kann mit dem U33JC auch ein wenig zocken.

Der Bildschirm kann aufgrund seiner höchsten Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten ein Full-HD-Signal (1.920 x 1.080) nicht komplett darstellen und tut sich dementsprechend auch mit dem Abspielen schwer, obwohl über den HDMI-Ausgang deutlich höhere Auflösungen möglich wären. Das etwas kleinere HD-Ready-Format bereitet dem Holzrechner aber keinerlei Probleme. Und das gilt unabhängig davon, aus welcher Quelle sie stammen, denn auch die WLAN-N-Verbindung ist schnell genug, hochauflösende Videos aus einer Online-Videothek abzuspielen.

Abschließend sollte noch mit dem Tool MaxPI² die CPU geprüft bzw. der Datendurchsatz zwischen Arbeitsspeicher und CPU gemessen werden. Hierzu kann man unterschiedliche Cluster-Größen auswählen, wobei sich die übertragbare Datenmenge scheinbar umgekehrt proportional zur Clustergröße verhält. Sprich: Je größer der Cluster, desto weniger Daten pro Zeiteinheit können ausgetauscht werden. Die kleinstmöglichen Blöcke von 128K werden dabei mit rund 245K/s übertragen. Blöcke von 512K, wie man sie unter anderem bei FAT-Dateisystemen findet, werden noch mit ca. 205K/s hin- und hergeschoben. Die dem NTFS-System entsprechenden 4096K-Cluster können dann schon nur noch mit knapp 140K/s übertragen werden. Eine weitere Stufe höher bei 16M sinkt der Wert dann auf etwas über 100K/s. Insgesamt keine schlechte Leistung aber – kurz mal nachgelesen – hier waren die i5-Modelle aus den letzten Tests dann doch ne Ecke schneller. Genauer gesagt tauschen diese etwa 30 Prozent mehr Daten in der gleichen Zeit aus. Und das kann ja schon ein ganz schöner Kaufgrund sein.

ASUS U33JC Bamboo – Teil 3″

Fazit:
In meinem Fazit komme ich wieder auf die Eingangsaussage zurück: Als solides 13,3-Zoll-Notebook mit innovativem Design, aktueller Technik und keiner echten Schwäche, so kann man das ASUS U33JC-RX040 Bamboo also tatsächlich bezeichnen. Zwar kann man sich auch für dieses ein paar zusätzliche Gadgets wünschen, aber nötig ist das nicht unbedingt. Die Größe von 13,3 Zoll und das Gewicht von knapp zwei Kilo ist auch gerade noch nicht zu viel. Aber da man ja – speziell mit den kleineren Modellen – auch von Zeit zu Zeit mal unbeschwert durch die Gegend laufen will, sollte sich ASUS evtl. das Active Protection System von Lenovo auch noch abkupfern, welches die HDD bei Erschütterungen anhält und somit schützt. Oder, wenn es nach mir ginge, sollen sie doch gleich eine SSD einbauen. Noch wichtiger wäre allerdings ein besseres Touchpad, aber nach dem Austausch mit einigen Lesern scheine ich ja ein Sondermodell oder einen Bug im System zu haben, der mir die Mehrfinger-Bedienung verweigert.

Trotz der etwas schwächeren Ergebnisse beim CPU-Test und mit den Full-HD-Videos fühlt sich das Bambus-Notebook zu keiner Zeit langsam an. Ob das nun daher kommt, dass die volle Prozessorleistung bzw. -taktung jederzeit zur Verfügung steht oder sich die Vorteile des 64-Bit Betriebssystems hier bemerkbar machen ist nicht ganz klar und für den Kunden letztlich ja auch schnuppe.

Um sich für den Kauf zu entscheiden muss man das Bambusdesign aber schon mögen, was den potentiellen Käuferkreis einerseits verkleinern, wegen der vermeintlichen Individualität eventuell aber auch erweitern könnte. Ebenfalls könnte der Preis von mindestens 849 Euro, der bereits für das hier vorliegende, kleinste Modell verlangt wird, ein weiteres Hindernis darstellen. In Anbetracht dass gerade dieser Umstand in der Regel aber eh nicht von Dauer ist, prophezeie ich den Bambus-Notebooks eine gute, wenn auch nicht goldene Zukunft. Sie werden ihre Nische schon finden, aber auf dem Massenmarkt trau ich den Exoten nicht den ganz großen Wurf zu. Eigentlich ein wenig schade, denn mit wachsendem Erfolg würden wohl auch mehr Modelle in mehr Designs angeboten werden. Vielleicht stünde dann ja sogar ein etwas hellerer Bambus zur Auswahl, wie ich es mir anfangs so vorgestellt und gewünscht hatte. Dass das noch ein wenig schöner aussähe, davon bin ich fest überzeugt. Etwas mehr auffallen würden diese aber auch und das ist ja wiederum auch nicht für Jeden was. Denn wie sagte schon Homer Simpson: „Marge, bitte nicht das rosa Hemd. Auf der Arbeit tragen alle weiß und ich bin einfach nicht beliebt genug, um anders sein zu können!“

Wer jetzt noch was Wichtiges zum U33JC-RX040V-Bamboo wissen will, worauf ich nicht genügend eingegangen bin, der/die sollte möglichst heute noch fragen, da ich das Testsystem am Wochenende wieder zurück senden muss.

Pro:

  • Holz- /Bambusdesign
  • NVidia Optimus
  • Akkulaufzeit
  • technische Ausstattung (i3-350M, USB3.0, 4GB RAM, etc.)

    Contra:

  • kein Blutooth
  • glossy Display
  • Touchpad am Testgerät nicht Multitouch (soll in der Serie allerdings anders sein)

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  • 2 Kommentare

    1. Andy schrieb am
      Bewertung:

      Das Gerät verfügt doch auch über Wireless Display, oder? Dazu hätte mich einen Testbewertung interessiert….

    2. Matthias schrieb am
      Bewertung:

      Bei ComputerBase hab ich nen ganz guten Test gefunden….darin steht:
      „Das zweite, elementar wichtige Teil zum Betrieb des Wireless Displays ist der Netgear PTV1000. Aktuell ist Netgear der einzige Anbieter einer solchen WLAN-Box, die das Signal vom Notebook zum großen Bildschirm überträgt.“

      …eigentlich ne gute idee, aber dafür hätte ich ja diese Box von Netgear noch gebraucht. Vielleicht beim nächsten mal…

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