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Produkttest: Asus Eee PC T101MT – Teil 2



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Was taugt das Gerät als Tablet?
Diese Tablets sind in aller Munde: Doch eigentlich ist das Ganze ja ein alter Hut, schließlich unterstützen nicht nur Microsofts mobile Betriebssysteme schon länger Eingaben per Finger und Stylus. Doch so richtig konsequent umgesetzt hat das Ganze noch niemand. In freudiger Erwartung der Zukunft, sei sie gefüllt von iPads, WePads (bzw. WeTabs) oder auf Windows basierenden Tablet-Geräten, werfe ich einen Blick auf die Gegenwart: Netvertibles wie der Asus Eee PC T101MT, dies sind „convertible netbooks“,die die kleine Nische zwischen Laptop und Tablet-PC füllen.
Probieren wirs doch erstmal ohne Windows…
Schließlich hat der Eee PC neben dem Einschaltschiebeknopf noch einen weiteren Button, der ein vorinstalliertes Splashtop Linux startet, was die wichtigsten Funktionen wie das Surfen im Web, Instant Messaging, das betrachten von Fotos, ein paar Spielchen und das telefonieren via Skype abdecken sollte. Nach rund fünf Sekunden ist das Grundsystem bereits gestartet und nach einem Druck auf den Web-Knopf ist man nach rund zehn weiteren Sekunden im Browser angekommen. Auch wenn das erste Berühren des Touch-Screens noch Mut gemacht hat, folgt schnell Ernüchterung: Eine spezielle Touch-Steuerung ist nicht implementiert. So wird die Fingerbewegung als Mausbewegung umgesetzt und ein Druck auf das Display setzt den linken Mausklick um. Mehr Unterstützung bekommt der User, der sich ein schnelles Tablet-Betriebssystem wünscht, nicht. Man muss das Gerät sogar im Netbook-Modus betreiben, da keine Software-Tastatur vorhanden ist. Die Erkennung von Drahtlosnetzwerken hat gut geklappt, das Surfen im Netz auch. Skype ist zwei mal beim Starten des Videos komplett abgestürzt und das Mikrofon zeigt grundsätzlich keine Funktion, dass heißt der Gegenüber muss beim Skypen einen Monolog führen. Grundsätzlich bietet die Idee hinter Splashtop großartige Möglichkeiten, insbesondere für die Nutzung eines Touch-Screens. Schade, dass Asus dies nicht ausnutzt und das System so anpasst, das zumindest grundlegende Funktionen des Multi-Touch-Displays im Mini-Linux funktionieren.

Asus Eee PC T101MT Touch-Features“

Dann doch lieber mit Windows!
Schließlich kann man die Windows-Oberfläche tatsächlich komplett mit Stift oder Finger bedienen. Dafür erscheint oben links eine kleine Fläche, mit der sich eine Software-Tastatur aufrufen lässt und per längerem Drücken aufs Display ruft man das Kontextmenü auf. Das fördert zwar weder den Workflow, noch ist es innovativ, aber es funktioniert grundsätzlich schon mal. Ebenso haben es Multitouch-Gesten wie „Pinch to zoom“, also das auseinanderziehen zweier Finger, um in ein Bild oder eine Webseite hineinzuzoomen, in das System geschafft. Sogar das wischen über den Bildschirm, um zum nächsten Objekt zu kommen, funktioniert beispielsweise in der Windows-Bildvorschau. Da man aber nahezu kein Feedback bekommt, fühlt sich das Ganze sehr gewöhnungsbedürftig an. Auch das zoomen funktioniert nicht optimal: So löst das auseinanderziehen der Finger lediglich das hineinzoomen in Zoomstufen aus, was den Effekt im Gegensatz zu einer stufenlosen Alternative praktisch überflüssig macht. Apropos überflüssig: Überhaupt ist es für mich nicht nachzuvollziehen, wieso man Windows mit einem Touchscreen bedienen sollte, die jene Eingabegeräte simulieren, die ebenfalls vorhanden sind. Immerhin sieht es toll aus und die Hardware im Asus T101MT funktioniert abgesehen von einer kleinen Ungenauigkeit bei der Fingerbedienung und leichter Trägheit so wie sie soll.

Und sonst?
Natürlich liefert Asus auch spezielle Software mit: Am oberen Rand des Displays lässt sich auf einen Pfeil drücken, der dann ein Menü mit schönen großen Buttons erscheinen lässt: Darunter „Fun Touch“, „Eee Amuse“, „Eee Sharing“, „Eee Experience“ und „Eee Tools“. Doch so richtig eindrucksvoll ist keins der Programme. Das einzige, welches kein Standard-Windows-Tool ist und ein wenig auf den Touch-Screen des T101MT spezialisiert ist, ist eine spezielle Oberfläche, von der sich im vorinstallierten Zustand mickrige sieben Programme starten lassen. Darunter ein Taschenrechner mit fingergroßen Tasten, ein Foto-Betrachtungstool und der Internet Explorer. Doch selbst wenn das Foto-Programm Touch-Gesten unterstützt, warum hat man nicht etwas entwickelt, was Windows noch nicht in ähnlichem Maße anbietet?

Asus Eee PC T101MT Touch-Features“

Und nach kurzer stellt sich heraus, dass das Menü von Asus eine Mogelpackung ist: Hier finden sich viele Verknüpfungen zu Programmen, die in Windows 7 integriert sind, sei es als Widget oder zum Beispiel das Journal, mit dem sich handschriftliche Notizen erstellen lassen. Zumindest in letzterem findet sich wenigstens eine sinnvolle Anwendung für den Touch-Screen in Kombination mit dem Stylus. Ach ja: Solitaire funktioniert ganz prima über den Touchscreen.

Doch sonst erschließt sich mir immer weniger der Grund, wofür man – ohne vernünftige, spezielle Software – ein Netbook mit einem Touch-Screen brauchen könnte.

Fazit
Eigentlich ist so ein Touch-Screen eine prima Sache. Schließlich lassen sich mit diesem die letzten Barrieren zwischen Mensch und digitalen Inhalten abschaffen. Man hat das Gewünschte quasi direkt an den Fingerspitzen. Der Haken: Wenn das Ganze nicht richtig funktioniert, möchte man ganz schnell Maus und Tastatur zurück. Und so ungefähr verhält es sich mit dem Asus Eee PC T101MT. Dieser hat zwar Hardwaremäßig keine schlechten Voraussetzungen, an der Software scheitert es aber ähnlich wie beim Lenovo S10-3t. Alles ist zu träge, zu langsam und zu ungenau, um wirklich Freude zu machen. Hinzu kommt, dass Funktionen wie das „Pinch to zoom“ nicht stufenlos funktionieren, sondern die Fingergesten in Shortcuts verwandeln. So fühlt sich das Ganze sehr unnatürlich und merkwürdig an. Wer also wirklich Freude mit einem Touchscreen haben möchte, sollte mit dem Kauf eines Gerätes noch etwas warten. Es muss ja auch nicht zwingend das iPad sein, es kommen mit Sicherheit auch noch genug andere Geräte, die eine bessere Vorstellung abliefern, als das Asus Eee PC T101MT Netvertible.

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5 Kommentare

  1. Matthias Schleif schrieb am
    Bewertung:

    erinnert mich alles sehr an meine Erfahrungen mit dem Ideapad S10-3T…selbst WENN pinch&zoom;stufenlos funktionieren würde (vielleicht sollte das ja stufenlos sein, nur es ruckelte ;-)) wäre das allein doch auch noch kein Kaufkriterium.
    Die Tablet-Geschichte an sich, zumindest unter Windows (winmobile mal ausgenommen) ist einfach noch nicht ausgereift, es besteht dafür meiner Meinung nach auch nicht der Bedarf beim Konsumenten.

  2. spile schrieb am
    Bewertung:

    Für mich wäre das wohl eher nichts – zumindest jetzt nicht.
    Beim Handy kommt man mittlerweile allgemein klar mit einem Touchscreen, doch kleine Macken findet man auch so bei zahlreichen Handys noch.
    So wird es auch bei diesem Tablet sein (natürlich nicht mit Handys vergleichbar). Bis sich alles durchgesetzt hat und auch vollkommen funktionstüchtig ist, dauert es wohl noch eine Weile.

  3. spielen schrieb am
    Bewertung:

    Also ich finde die Idee echt super

  4. EmpiresAge schrieb am
    Bewertung:

    Hallo und danke fpr diesen Beitrag. In ihrem Fazit gehen sie auf die innovativen Auswirkungen der Touch Screen ein und schreiben diezbezüglich „Eigentlich ist so ein Touch-Screen eine prima Sache. Schließlich lassen sich mit diesem die letzten Barrieren zwischen Mensch und digitalen Inhalten abschaffen. “ IN diesem Zusammenhang gehen sie ebenso deutlich auf die Nachteile ein, die ich schon in näherer Zukunft auf uns zukommen sehe. Ich persönlich benutzte seit jahren keine Maus mehr und verzichte größtenteils auch auf die Handhabung der Tastatur. Doch wie sollte ich einem Touchscreen generierten Rechner sgaen, was er tunt soll, wenn die Funktionen stillstehen?
    Der weitere Punkt dieser Kette ist doch, dass gerade die Produktion noch mehr ins Detail gehen muss und sich kleine und besonders größere Fehler nciht mehr leiusten kaNN. das bedeutet, es kommen höhrere KOsten auf einen zu, die dann wodurch wieder reingeholt werden? Überteuerte Preise im Handel?
    Das alles ist ein wirklich sehr interessantes Thema, besonders aus Wertschöpflicher Seite.. ich bin gespannt, wie es ausgeht.

    Liebe Grüße
    Martin

  5. lexy schrieb am
    Bewertung:

    Verfolge die ganze Entwicklung der Tablets gerade sehr und bin wirklich gespannt, in welche Richtung das in Zukunft gehen wird. Auch in Bezug auf das neue iPad2 und die reaktion der anderen Anbieter wird interessant zu verfolgen sein. Vielen Dank für den ausführlichen und gut geschriebenen Artikel zu diesem Thema!

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